Friedhofsgebührenordnung der Stadt Aachen Hier: VI. Nachtrag
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Der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Ratsherr Haase, merkte zunächst an, dass es
übereinstimmender Wunsch aller Fraktionen sei, diesen Tagesordnungspunkt in der heutigen Sitzung
nichtabschließend zu beraten. Es bestehe seitens der Politik noch Fragebedarf, der vom Aachener
Stadtbetrieb in einer Vorlage für die Sitzung im Oktober zu beantworten sei.
Für die CDU-Fraktion merkte Ratsherr Corsten an, dass auch bei der CDU noch Fragebedarf
bestehe. So sei zum Beispiel zu klären, ob tatsächlich jeder Friedhof mit einem Parkcharakter von
25 % belegt werden muss, oder ob dies für jeden Friedhof einzeln zu regeln sei. Er führte weiterhin
aus, dass jeder Friedhof unterschiedliche Kosten verursache und es somit z.B. auch unterschiedliche
Gebühren je Friedhof geben könne. Weiterhin sei zu überlegen, welchen Aufwand die Stadt bei
Beerdigungen betreibenmüsse. Sei es z.B. notwendig, von der Stadt Träger vorzuhalten, das
Ausschmücken des Grabes und der Trauerhalle selber zu übernehmen? Eine Schließung der
Friedhöfe sei jedoch nicht gewollt. Weiterhin erläuterte er, dass die Kosten z.B. am Campo Santo
enorm seien, die tatsächlichen Kosten jedoch um ein Siebenfaches höher lägen und die Frage zu
stellen sei, ob sich dies noch auf die Allgemeinheit umlegen lasse. Die Gebühren sollten festgelegt
werden nach den Kosten, die an diesem Friedhof tatsächlich anfallen. Somit würde sich die
Gebührenhöhe auch über die Nachfrage regeln.
Der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Ratsherr Haase, merkte hierzu an, dass periodisch immer
wieder die Diskussion entbrenne, Friedhöfe zu schließen. Dies sei jedoch nicht einfach, zumal
Auswirkungen auch erst nach Ablauf der Ruhefrist in ca. 20 – 30 Jahren zu sehen wären. Er bat um
eine Kostenaufstellung je Friedhof.
Herr Höne bat weiterhin um die Aufstellung eines interkommunalen Vergleich, worauf Herr Maier
antwortete, dass ein interkommunaler Vergleich sehr schwierig sei, da zwar die Kosten der Friedhöfe
in Aachen recht hoch seien, aber die Stadt Aachen mit ihrer Struktur und ihrem Angebot einzigartig
sei.
Herr Narloch wies weiterhin darauf hin, dass in anderen Städten z. B. keine Arbeiterkolonnen
vorgehalten würden, die auch Straßenbegleitgrün pflegten oder in der Straßenreinigung arbeiteten,
deren Rüst- und Wegezeiten aber ebenfalls in die Gebührenkalkulation mit einfließen würden.
In Unterbrechung der Sitzung erläuterte Herr Steenebrügge, dass in Köln Urnengräber gleich teuer
seien wie Erdgräber, um so einen Wechsel zu immer preiswerteren pflegeextensiven Grabarten zu
verhindern. Er schlug vor, dieses Modell auch in Aachen anzuwenden.
Herr Radermacher merkte an, dass durch ständig steigende Gebühren und der Wegfall von
Sozialleistungen wie z.B. Sterbegeld die Bürger immer preiswertere Bestattungsarten wählen würden.
So entstünde ein Kreislauf von wiederum steigenden Gebühren, um die Kosten zu decken. Viele der
entstehenden Kosten seien Fixkosten, die auch wegbrechen, da sich die Bestattungskultur ebenfalls
geändert habe. Auch er regte an, die Kosten anders zu berechnen bzw. anders aufzuteilen, um so ein
weiteres Wegbrechen der Gebühren zu vermeiden und den Trend von preiswerten pflegeextensiven
Bestattungsarten abzuwenden.
Nach diesen in der Unterbrechung der Sitzung vorgetragenen Anmerkungen, erläuterte
Herr Platzek anhand eines Folienvortrages nochmals die Vorlage. (Die Darstellungen sind als Anlage
in Kopie der Niederschrift beigefügt.)
Nach der anschließenden Diskussion, an der sich Frau Hörmann, Herr Höne sowie die Ratsherren
Corsten und Haase beteiligten, fasste der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Ratsherr Haase,
den Fragebedarf wie folgt zusammen:
1.Wie hat sich das Defizit entwickelt (Nutzungsrechte)?
2.Die Verwaltung möge Modelle verschiedener Gebührensatzungen entwickeln (örtlich zusammenhängende Friedhöfe).
3.Welche Möglichkeit besteht, verschiedene Leistungen und welche Leistungen zu privatisieren?
4.Vergleich mit anderen Städten (wie hoch ist dort z.B. der Nutzungsanteil von Grünflächen und wieviele Friedhöfe werden bewirtschaftet?).
Bezüglich der Möglichkeit der Einschränkungen des Angebotes von Leistungen durch die Stadt soll
der Stadtbetrieb mit den Bestattungsunternehmen Kontakt aufnehmen und deren Meinung hierzu
erfragen. Ggfls. soll in der Oktobersitzung eine Anhörung der Bestattungsunternehmen erfolgen.
Beschluss
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 6068
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=6068
Grunddaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche Sitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb
- Gremium
- Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb
- Datum
- Mi., 22.06.2005
- Uhrzeit
- 14:00
- Anlass
- Öffentliche Sitzung
- Vorlage
- Empfehlungsvorlage (inaktiv)
- Beratung
- öffentlich
- Federführend
- E 18 - Aachener Stadtbetrieb
- Status
- gemischt