12. Dezember 2013 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
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BaustelleninformationssystemBericht über die Einführung eines datenbankgestützten Bearbeitungsverfahrens für Arbeitsstellen im Straßenraum und die Entwicklung einer Informationsplattform im Internet

FB 61/1031/WP16 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Für die Verwaltung berichtet Frau Melcher über den erfolgreichen Abschluss des Projektes zur Einführung eines Baustelleninformationssystems. Dabei handele es sich um ein Verfahren auf drei Ebenen. Zunächst werde mit dem Anwendungsverfahren die Sachbearbeitung der Straßenverkehrsbehörde umgesetzt. Daraus könnten dann Informationen für das städtische Intranet und in einem weiteren Schritt auch das Internet automatisch generiert werden. Über das Internet könnten sich nun Bürger und Bürgerinnen einen Überblick über die Baustellen im öffentlichen Straßenraum verschaffen. Darüber hinaus sei zwischenzeitlich eine Hotline bei Call Aachen eingerichtet worden, um individuell zu informieren und Anregungen aufzunehmen. Durch eine Zentralisierung der Baustellengenehmigungen auf zwei Stellen innerhalb der Stadtverwaltung (Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen und den Aachener Stadtbetrieb, GB 5) werde die Koordinierung der Baumaßnahmen erleichtert.

Für die Verwaltung demonstriert Frau Noack die Funktionsweise des datenbankgestützten Bearbeitungsmoduls. Sie geht dabei auf die Möglichkeit der Verordnung einzelner Maßnahmen auf einer Kartengrundlage ein und zeigt, wie beteiligte Dienststellen in einem automatisierten Ablauf eingebunden werden können.

Frau Nacken geht auf eine Frage von Frau Breuer ein und erläutert, dass das System die interne Abstimmung erleichtere, mögliche Konflikte zwischen einzelnen Maßnahmen erkenne und bei Bedarf eine entsprechende Warnmeldung gebe.

Aufgrund weiterer Nachfragen der Herren Ferrari und Servos ergänzt Frau Noack, dass über die Art und Weise der Verkehrsregelung durch die Sachbearbeiterin entschieden werden müsse. Auch müsse im Einzelnen je nach Bedeutung entschieden werden, welche Maßnahmen im Internet freigeschaltet würden. Es bestehe weiterhin die Notwendigkeit, geplante Baumaßnahmen bei regelmäßigen Gesprächen unter Beteiligung aller Versorgungsträger zu koordinieren.

Herr Müller von der Verwaltung sieht keine Möglichkeit, das Baustelleninformationssystem mit dem Verkehrsmodell zu kombinieren. Ein strukturierter Zugriff auf die Daten des Systems sei aber für zusätzliche Berechnungen der Signalprogramme von Vorteil.

Frau Poth erwartet eine verbesserte Feinabstimmung, da nun auch die Umleitungsstrecken im System unterlegt werden könnten. Außerdem könnten nun private Baumaßnahmen besser eingebunden werden.

Sodann erläutert Herr Costard vom Fachbereich Presse und Marketing die Darstellung des Baustelleninformationssystems im Internet. Mit verschiedenen Layern könnten aktuelle Maßnahmen, abgeschlossene Baustellen oder auch zukünftige Arbeitsstellen herausgefiltert werden. Anders als bei Systemen anderer Städte, würden die Maßnahmen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens erfasst und tagesaktuell auf die Informationsplattform übertragen. Dabei habe der Servicegedanke im Vordergrund gestanden. Über eine zusätzliche Hotline könnten weitere Informationen bei der Verwaltung abgerufen werden.

Auf die von Herrn Servos gestellte Frage, inwieweit sich das neue System auch anderweitig vermarkten lasse, geht Herr Costard mit dem Hinweis ein, dass es sich um eine bestehende Software handele, die individuell an die örtlichen Bedürfnisse angepasst und entsprechend erweitert worden sei. Der Ansatz, Daten über Schnittstellen weiterzugeben, sei theoretisch gegeben.

Frau Melcher bekräftigt, dass mit dem seit September eingesetzten Verfahren gute Erfahrungen gemacht worden seien und daher nun auch der Internetauftritt freigeschaltet werden könne. Allerdings könnten lt. Frau Nacken im Einzelfall Abweichungen eintreten, wenn z. B. trotz Ablauf der Genehmigung weitergearbeitet würde oder Arbeiten früher fertiggestellt würden.

Auf Fragen der Herren Kitt, Rothe und Klopstein geht abschließend Frau Noack ein.

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Einführung des Baustelleninformationssystems und des zugrundeliegenden Bearbeitungsverfahrens zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Einführung des Baustelleninformationssystems und des zugrundeliegenden Bearbeitungsverfahrens zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Der Mobilitätsausschuss wurde in seiner Sitzung am 02.02.2012 erstmals darüber unterrichtet, dass die Verwaltung Ende 2011 ein Projekt zum Aufbau eines „Baustellenmanagement- und

/–informationssystems“ begonnen hat. Ziel war es, Baumaßnahmen mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr besser zu koordinieren und ein Informationsangebot für die Öffentlichkeit zu schaffen. Die Verwaltung hat dem Ausschuss in der Sitzung am 15.11.2012 einen Zwischenbericht gegeben.

Zu einem frühen Zeitpunkt wurde klar, dass die interne Bearbeitung des Genehmigungsverfahrens und die externe Präsentation der für Bürgerinnen und Bürger relevanten Informationen soweit wie möglich automatisch verknüpft werden sollten.

Internes Bearbeitungssystem

Als Basis für dieses System musste deshalb zunächst ein datenbankgestütztes Bearbeitungsverfahren eingeführt werden, das den individuellen Anforderungen der Stadt Aachen entspricht. In der zuständigen Fachabteilung des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagenwar bereits eine Fachanwendung zur Bearbeitung von Sondernutzungen im Einsatz. Dieses Fachverfahren musste jedoch um weitere Module für die Bearbeitung von straßenverkehrsrechtlichen Anordnungen und Genehmigungen erweitert werden. Der Entwicklungsprozess dafür war komplexer als ursprünglich angenommen und hat daher einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen. Außerdem führten personelle Engpässe in der Fachabteilung zu Verzögerungen.

Zwischenzeitlich konnte die Einführung des Verfahrens erfolgreich umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wurde die Zuständigkeit auf zwei Stellen (Stadtbetrieb und FB 61/80) reduziert. Seit Anfang Oktober diesen Jahres ist das Programm mit Modulen zur verkehrsrechtlichen Bearbeitung von Arbeitsstellen, Veranstaltungen und Ausnahmegenehmigungen im Echtbetrieb und funktioniert nun fehlerfrei. Bis jetzt sind schon ca. 750 Verkehrsanordnungen für Arbeitsstellen im Straßenraum damit erstellt worden. Hinzu kommen noch weitere Erlaubnisse für Sondernutzungen und Veranstaltungen, die auch innerhalb derselben Datenbank bearbeitet und verwaltet werden. Ein weiterer Vorteil des neuen Programms ist die effizientere Verknüpfung mit der Gebührenfestsetzung und -abrechnung.

Das datenbankgestützte System gewährt den damit arbeitenden Personen einen Überblick über alle Maßnahmen im Straßenraum des Stadtgebiets. Es berücksichtigt zudem Such- und Auswertungsfunktionen, was zum Beispiel die Beantwortung von Anfragen erleichtert. Außerdem erkennt das Verfahren Konfliktpotentiale und gibt dazu Warnmeldungen. Insofern und durch die Bündelung der Genehmigungsverfahren lässt sich die Koordinierung verbessern. Nur dort werden Anordnungen für Baustellen getroffen.

Baustelleninformationssystem

Der zweite Schritt des Projekts besteht in der Übertragung ausgewählter Daten von dem System in das Intranet (GIS Aachen) und das Internet (Baustelleninformationssystem). Die Daten verkehrsrelevanter Arbeitsstellen werden in das Internet übertragen und können über die städtische Internetseite (www.aachen.de) von der Öffentlichkeit mit allen gängigen Browsern tagesaktuell abgerufen werden.

Bei der Konzeption des Baustellen-Informationssystems stand der Service-Gedanke für Bürgerinnen und Bürgerim Vordergrund. Baumaßnahmen, die für Behinderungen im Straßenraum sorgen, lösen einen großen Informationsbedarf aus. Mit dem System werden die wesentlichen und häufigsten Fragen der Bürger schnell und übersichtlich beantwortet: Wer ist Auslöser der Maßnahme, für welchen Zeitraum ist sie veranschlagt und welche Arbeiten werden durchgeführt. Gleichzeitig werden im Rahmen des Datenschutzes Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Bauherren und Baufirmen angegeben.

Im Baustelleninformationssystem werden sämtliche Maßnahmen verschiedener Verursacher dargestellt, die durch die Stadt Aachen genehmigt wurden und voraussichtlich zu Verkehrsbehinderungen führen (z.B. Baustellen im Straßenbau, Baustellen im Hochbau mit Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums, größere Veranstaltungen). Diese Daten werden bereits durch die Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen oder den Aachener Stadtbetrieb mit der Erstellung der Verkehrsanordnung erfasst.

Weitere inhaltliche Informationen werden durch den Fachbereich Presse und Marketing zur Verfügung gestellt und ergänzt, zum Beispiel zur Planung des Projektes. Dadurch wird eine hohe Zahl von Baustellen und anderen Verkehrsbehinderungen in das System eingespeist. Auch kurzfristige, nur mehrere Stunden andauernde Kranarbeiten, die Sperrung eines Gehwegs durch Kabelverlegung für ein IT-Unternehmen oder ein Straßenfest sind für jeden Bürger sichtbar – häufig schon mehrere Tage im Voraus. Damit entfallen aufwändige Recherchen für die unmittelbar Betroffenen.

Die Auswahl des Betrachtungszeitraumes ist wählbar: Baustellen, die heute aktuell sind, Baustellen im Zeitraum von einer Woche, von drei Monaten oder Maßnahmen, die in den letzten sieben Tagen abgeschlossen worden sind. Dieser letzte Punkt berücksichtigt, dass es in der Praxis gelegentlich zur Überschreitung der in der Verkehrsanordnung genehmigten Bauzeit kommen kann. Daher sind die Maßnahmen noch eine Woche im System sichtbar, weil sie andernfalls automatisch nach Ablauf des in der Verkehrsanordnung festgelegten Bauzeitenendesverschwinden würden. In der Voreinstellung werden sämtliche Baustellen und Ereignisse angezeigt, die heute und in einem Zeitraum von einer Woche aktuell sind.

Bei den Baustelleninformationsportalen anderer Städte – zum Beispiel Köln oder Koblenz – werden die Daten häufig separat erfasst und für eine öffentliche Darstellung freigeschaltet. Durch dieses aufwändigere, personalintensive Verfahren und durch den Umstand, dass teilweise nur größere Baustellen auf Straßen mit einer hohen Verkehrsbelastung (z.B. 25.000 Fahrzeuge/Tag) aufgenommen werden, erscheint die Zahl der Baustellen dort geringer. In Aachen wurde bewusst ein anderer Ansatz gewählt. Unterschiedliche Symbole (z.B. Gefahrstelle, Achtung Baustelle bzw. Durchfahrverbot) kennzeichnen Baustellen nach Art und Maß ihrer Verkehrsbeeinträchtigung. Für Anlieger, und Gewerbetreibende, Radfahrer und Fußgänger sind auch Bauarbeiten von Interesse, die in verkehrsberuhigten Bereichen auftreten. Größere Maßnahmen erhalten im Portal „Verkehr und Straße“ auf www.aachen.de/verkehrundstrasse eigene Projektseiten – zum Beispiel Grauenhofer Weg oder Lütticher Straße. Im Baustelleninformationssystem werden direkte Links auf diese weiterführenden, ausführlichen Darstellungen angegeben.

Informationen über Baustellen werden künftig auch über CallAachen abrufbar sein. Dazu wurde die Telefonnummer 0241- 432 7000 eingerichtet. Die im System erfassten Daten werden automatisch auch in die „Wissensdatenbank“ des städtischen Callcenters übernommen. Diese Systemdaten werden täglich aktualisiert. Das bedeutet, dass über eine heute erstellte Verkehrsanordnung die Informationen über eine Baustelle bereits am folgenden Arbeitstag sowohl in der Baustellenkarte, in der dazu gehörenden Liste als auch bei den Mitarbeitern von CallAachen verfügbar sind.

Ergänzend zu den öffentlich zugänglichen Informationen auf www.aachen.de dient eine erweiterte Darstellung im städtischen Intranet einer deutlichen Verbesserung der internen Koordination.

Die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Aachen haben das Baustelleninformationssystem mit großem Engagement gemeinsam mit Softwareanbietern und der Regioit entwickelt. Die Stadt Aachen stellt den Bürgerinnen und Bürgern mit diesem System ein umfassendes Informationsangebot zur Verfügung. Deshalb ist sie sehr daran interessiert, Rückmeldungen von den Nutzerinnen und Nutzern zu erhalten. Lob, Kritik und Anregungen können sehr gerne an die Onlineredaktion unter onlineredaktion@mail.aachen.de gesendet werden.

Fazit und Ausblick

Das eingeführte System hat sich intern bereits bewährt. In der Zukunft hofft die Stadt Aachen, sowohl mit einer verbesserten Koordination als auch mit der externen Information die Verkehrssituation zu verbessern. Die erarbeitete Software ist eine gute Voraussetzung, dieses Ziel zu erreichen. Um eine hohe Qualität gewährleisten zu können, muss auch auf langer Sicht ein hoher personeller Aufwand für dieses Ziel erbracht werden.

Das Baustelleninformationssystem wird am 12.12.2013 für die Öffentlichkeit freigeschaltet werden. Die Verwaltung beabsichtigt, für die Zukunft weitere Verbesserungen einzuführen. So soll in einem weiteren Schritt auch die Benutzung mit Smartphones gezielt ermöglicht werden. Außerdem wird die direkte Einbindung anderer Akteure wie der Versorgungsträger angestrebt.

Auswirkungen

Abstimmungsergebnis

Einstimmig
Technische Details

Hauptdokument

Hauptdokument

Vorlage.pdf

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses sowie des AVV-Beirats
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 12.12.2013
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 21:11