29. Juni 2005 um 18:00, Schloss Schönau
TOP 5Öffentlich

Richtericher Dellhier: Masterplan

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Die Vertreterin des Planungsamtes, Frau Helm, gab mit Bezug auf die Vorstellung des Masterplanes gelegentlich des interfraktionellen Gespräches am 02.06.2005 und anhand von Karten- und Bildmaterial weitere ergänzende Erläuterungen zur vorliegenden Sitzungsvorlage und zur vorgesehenen Planung des Neubaugebietes Richtericher Dell.

Für die SPD-Bezirksfraktion übergab Bezirksvertreter Werner einen erweiterten Beschlussvorschlag und erläuterte diesen aus der Sicht seiner Fraktion. Er forderte u. a. nachdrücklich, den Eindruck einer sog. Stadtmauer am nördlichen Rand des geplanten Neubaugebietes durch eine abgewogene differenziertere Behandlung der Baudichte und Geschossigkeit zu vermeiden und vor allem, frühestmöglich die Bürgerschaft zu beteiligen. Er bemängelte vor allem fehlende Aussagen der Verwaltung hinsichtlich Infrastruktur, Notwendigkeit einer neuen Schule, Kindergarten usw.

Für die CDU-Bezirksfraktion nahm Bezirksvertreter Rothe Stellung zur vorgesehenen Planung und übergab ebenfalls einen erarbeiteten Beschlussvorschlag seiner Fraktion. Er forderte nachdrücklich, eine Erweiterungsmöglichkeit des Plangebietes z. B. durch Festlegung von Ausgleichsmaßnahmen nördlich des Gebietes in Richtung Horbach zu verhindern, damit Freiräume für die Naherholung der Bevölkerung erhalten blieben.

-Daher sollte die zu bauende Haupterschließungsstraße am Rand des Plangebietes eingerichtet werden,

-Die Freiflächen im Bereich der Bahnlinie sollten in jedem Fall längerfristig für alle nutzbar gehalten werden

-Die Bevölkerung des neuen Plangebietes soll in jedem Falle in den Stadtteil Richterich integriert werden, keinesfalls soll ein eigener Stadtteil entstehen

-Dazu müsste die Bürgerschaft bzw. Richtericher Bevölkerung rechtzeitig in die Planung einbezogen werden, um denkbare Unzulänglichkeiten bei der Entwicklung des Neubaugebietes zu vermeiden.

-Nicht zuletzt sei das gesamte Entwässerungssystem einschließlich Grundwasserstand in diesem Bereich noch näher zu untersuchen.

Es schloss sich dann eine weitere Aussprache an, bei der sich die Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertreter Dr. Lassay, Werner, Rothe, Poth und Dautzenberg mit Wortmeldungen und Anregungen beteiligten. Bezirksvertreter Dr. Frenzel regte an, hinsichtlich der geplanten Straßenführung zum Neubaugebiet auch das bereits eingerichtete Gewerbegebiet Avantis einzubeziehen, da dort die Arbeitsplätze der Zukunft der im Neubaugebiet wohnhaften Bevölkerung entstehen könnten.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt den Bericht der Verwaltung und die Qualifizierung des Raumkonzeptes für die Erweiterung des Stadtteils Richterich durch die Architekten und Stadtplaner Spengler/Wiescholek (Hamburg) und die Freiraumplaner Lützow 7 (Berlin) zur Kenntnis. Sie empfiehlt dem Planungsausschuss zu beschließen: 1. Auf der Grundlage des vorgelegten und ergänzten Planes für die dort mit Bebauung dargestellten Gebiete die nächste Stufe der Planung (Fachplanungen und Entwürfe für einzelne Teilbereiche/Kluster) in die Wege zu leiten, 2. Aufbauend auf der Qualifizierungsplanung für einen Teilbereich (ca. 2 ha) die Arbeitsgemeinschaft Spengler/Wiescholek & Lützow 7 mit der vertiefenden Planung (m 1:200 bzw. 1:500) zu beauftragen. 3. Die Bebauungsmöglichkeiten und die Anordnung von Sport- und Freizeitmöglichkeiten des Gebietes zwischen Banker-Feld-Straße und Eisenbahn im Hinblick auf den Lärmschutz und die Kosten-Nutzen-Relation mehr zu untersuchen, 4. Die Verbindungsstraße zwischen Horbacher Straße und Roermonder Straße als favorisierte Mittelerschließung oder als Randerschließung weiter zu verfolgen und ihre Finanzierung bzw. Förderung einzuleiten, 5. Das Konzept für die Entwässerung des Gebietes und die Gestaltung der Wasserflächen in einem „Masterplan“ Wasser weiter zu entwickeln, 6. Den „grünen Saum“ von Richtericher Dell und die Einmündung in das nominierte Euregionale 2008-Projekt „Pferdelandpark“ zu detaillieren. Dabei sollen nördlich des Siedlungsbereiches die Ausgleichsflächen angelegt werden. 7. Die Bebauung des Gebietes erfolgt von der jetzigen Bebauung Richterichs aus; die ersten Bauabschnitte sind der im Plan genannte Abschnitt 1 am Vetschauer Weg und der im Plan sog. 2. Bauabschnitt. Der weitere sog. (obere) 1. Bauabschnitt wird zum 3. Bauabschnitt. Der 5. Bauabschnitt wird nicht weiter verfolgt. 8. Die Haupterschließungsstraße für das Baugebiet muss vor Beginn der übrigen Arbeiten fertig gestellt sein. 9. Das Erschließungssystem ist durch die Bebauung so zu strukturieren, dass nur reduzierte Geschwindigkeiten möglich sind. Dies gilt auch für die Haupterschließungsstraße. Die Länge der geplanten Querverbindungen von bis zu 1.000 m ist kritisch zu überarbeiten. 10. Der Eindruck einer „Stadtmauer“ am nördlichen Rand ist durch eine differenzierte Behandlung der Dichte und Geschossigkeit zu vermeiden. 11. Die Baukluster sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass sie im Straßenraum einen Bezug zueinander haben (Bauart, Geschossigkeit, Dichte). Außerdem beschließt die Bezirksvertretung aus bezirklicher Sicht für den Masterplan frühestmöglich eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Abstimmung: einstimmig
Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 5
Sitzung
Sondersitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 29.06.2005
Uhrzeit
18:00
Anlass
Sitzung
Status
gemischt