Sachstandsbericht: Verwendung der im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel
FB 11/0252/WP16 · Entscheidungsvorlage
Sachstandsbericht:Verwendung der im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel
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Frau Begolli fragt an, wie es möglich ist, dass der Verwaltungsvorstand im September 2013 für personelle Mehrbedarfe im Fachbereich 45 Mittel in Höhe von 575.600,00 € einplant und 3 Monate später festlegt, dass aus diesen Mitteln auch die notwendigen Personalbedarfe für den Fachbereich 50 finanziert werden müssen. Wurde der Personalbedarf für den Fachbereich 45 vorab zu hoch angesetzt, sodass diese spätere Verteilung der Mittel auf zwei Fachbereiche möglich geworden ist?
Herr Dr. Barth erläutert, dass von Anfang an beide Fachbereiche von der Problematik steigender Fallzahlen im Bereich der unbegleitet minderjährigen Flüchtlinge (umF) betroffen waren und die zur Verfügung gestellten Mittel somit auch für beide Fachbereiche vorgesehen waren. Zwischenzeitlich konnte in Zusammenarbeit mit beiden Fachbereichen bereits eine Einigung bzgl. der Mittelverwendung bzw. -verteilung erzielt werden. Herr Dr. Barth weist jedoch daraufhin, dass davon ausgegangen werden kann, dass die Fallzahlen weiter steigen werden, so dass zu gegebener Zeit die Personalsituation und damit einhergehend die Höhe der Mittelfreigabe erneut zu betrachten sind.
Herr Geber begrüßt, dass die Verwaltung sich auf die Flüchtlingsthematik einstellt. Er bittet jedoch
-aufgrund einer im Herbst gestellten Überlastungsanzeige im Fachbereich 50 (Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz)- darum, dass der Ausschuss die Empfehlung ausspricht, den erforderlichen Personalbedarf direkt zu decken.
Herr Emonts nimmt Bezug zu der gestellten Überlastungsanzeige und erläutert, dass dem Fachbereich 50 bereits eine ½ Stelle zzgl. einer überplanmäßigen Kraft durch die Verwaltung zur Verfügung gestellt wurde. Eine perspektivische Schätzung innerhalb des Fachbereiches 50 ergab, dass erst im Mai 2014 eine weitere Vollzeitstelle nötig sein wird. Der Verwaltungsvorstand wird bereits in Kürze eine entsprechende Vorlage erhalten.
Herr Emonts berichtet weiter, dass sich die Fallzahlen voraussichtlich bis Mitte des Jahres 2016verdoppeln werden. Bei dieser Prognose ist die weitere Entwicklung in Syrien noch nicht mit berücksichtigt.
Frau Drews schildert kurz, dass sich die Gesamtthematik für den Fachbereich 45 auf mehreren Ebenen sehr schwierig darstellt. Grundsätzlich führen gesetzliche Vorschriften (z.B Sozialgesetzbuch VIII, Ausländerrecht usw.) und auch die Auswirkungen, dass Aachen Grenzstadt ist, zu einer maßgeblichen Belastung des städtischen Personals. Sie berichtet weiter, dass bereits Kontakt mit dem Landesministerium bzw. der Landespolitik aufgenommen wurde. Herr Ludwig weist an dieser Stelle auch noch einmal daraufhin, dass zusätzliche Hilfe von der Landesregierung verlangt wird. Frau Begolli erkundigt sich bei Frau Drews, ob in diesem Zusammenhang eine Ratsresolution hilfreich sei. Frau Drews begrüßt dies grundsätzlich.
Abschließend bittet Herr Ludwig die Verwaltung bereits in der nächsten Sitzung des Personal- und Verwaltungsausschusses um einen Sachstandbericht über die personelle Entwicklung. Die Verwaltung sichert den Sachstandbericht zu.
Der Personal- und Verwaltungsausschuss beschließt einstimmig.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Personal- und Verwaltungsausschuss nimmt die Ausführungen der Veraltung zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Aufgrund der bekannten Problematik steigender Fallzahlen im Bereich der unbegleitet minderjährigen Flüchtlinge (umF) hat FB 11 im September 2013 die Entwicklung des Personalbedarfs unter Berücksichtigung prognostizierter Fallzahlensteigerungen ermittelt und die personellen Forderungen des Fachbereiches 45 rechnerisch bestätigt.
In seiner Sitzung am 10.09.2013 hat der Verwaltungsvorstand beschlossen, für diese personellen Mehrbedarfe Mittel in Höhe von 575.600,00 € einzuplanen. Im Rahmen der Sitzungam 10.12.2013 wurde die Entscheidung des VV vom 10.09.2013 dahingehend konkretisiert, dass aus den o.a. Mitteln auch die im Zusammenhang mit steigenden Flüchtlingszahlen notwendigen Personalbedarfe des Fachbereiches 50 finanziert werden müssen. Dabei sollen dem FB 45 für die personelle Besetzung eines weiteren Sozialraumteams insgesamt 400.000 €belassen werden; die Personalkosten auf Seiten des FB 50 sollen 175.600,00 € nicht übersteigen.
Zwischenzeitlich haben sich die Fachbereiche 45, 50 und 11 auf die im Folgenden dargestellte Verwendung der Mittel verständigt.
Durch z.B. Personaleinsparung in anderen Verwaltungsbereichen, den zwischenzeitlich entstandenen zeitlichen Verzug bei der Stellenbesetzung und die Einbindung Dritter (z.B. freier Träger) bei der Aufgabenbewältigung konnte erreicht werden, dass die festgestellten erhöhten Personalbedarfe für die unterschiedlichen Funktionen für die Haushaltsjahre 2014 und 2015 zunächst weitestgehend gedeckt sind.
Fachbereich 50:
Der zusätzlich festgestellte Bedarf von sozialarbeiterischem Personal, im durch FB 50 mit Priorität versehenen Bereich des Sozialdienstes in den Übergangsheimen, sowie die Betreuung durch zusätzliche Hausmeister kann aus den zur Verfügung gestellten Mitteln unter Inanspruchnahme weiterer Deckungsmöglichkeiten aus zweckfreien Sachmitteln und Einsparungen durch die verzögerte Stellenbesetzung nahezu in einem Umfang von 1,5 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) für sozialarbeiterisches Personal und 2,5 VZÄ Hausmeister gedeckt werden.
Der Bedarf innerhalb des Leistungsteams für Asylbewerberleistungen im Verwaltungsbereich des FB 50 wird im Rahmen interner Maßnahmen aufgefangen.
Fachbereich 45:
Für die Betreuung der umF wurde zwischenzeitlich die Einrichtung eines achten Sozialraumteams (SRT VIII) – unbegleitete minderjährige Flüchtlinge- umF) veranlasst. Die Verwendung der für Personal zur Verfügung stehenden Mittel erfolgt dabei wie folgt:
Vormundschaften (ermittelter Personalbedarf 1,0 VK):
Nach Rückmeldung des FB 45 steht die Fachdienststelle aktuell in Verhandlungen mit den freien Verbänden, um dort die Einrichtung einer weiteren, nicht städtischen Vormünderstelle zu erreichen. Der Kinder- und Jugendausschuss hat in seiner Sitzung am 18.02.2014 zu der vorgeschlagenen Verfahrensweise einen positiven Beschluss gefasst.
Wirtschaftliche Jugendhilfe (ermittelter Personalbedarf 2,0 VK):
Eine Sachbearbeiterstelle kann kostenneutral besetzt werden, die zweite erforderliche Personalbesetzung geht zu Lasten des zur Verfügung stehenden Budgets.
Sozialarbeit (ermittelter Personalbedarf 7,0 VK inkl. TL):
Die Teamleiterstelle wird vollumfänglich aus dem Budget finanziert. Darüber hinaus werden im neuen Sozialraumteam zukünftig sieben erfahrene, bisher in den übrigen Sozialraumteams tätige Sozialarbeiter zentralisiert. Deren Nachbesetzung wird durch Stundenaufstockungen anderer teilzeitbeschäftigter Bezirkssozialarbeiter, durch im Laufe des Jahres aus Elternzeit zurückehrende Kollegen/-innen und durch befristete externe Stellenbesetzungen sichergestellt.
Sowohl FB 50 als auch FB 45 können den vorgenannten Personalbedarf im Jahr 2014 aus dem Budget decken. Für 2015 ergibt sich ein geringer Mehraufwand, der jedoch nach Rücksprache mit dem Personalkostencontrolling des FB 11 aus dem Personalkostenverbund gedeckt werden kann, sollten Drittmittel, z.B. Lohnkostenzuschüsse der Arbeitsverwaltung o.a. nicht zur Verfügung stehen.
Beide Fachbereiche gehen im Übrigen weiterhin von steigenden Fallzahlen aus, so dass zu gegebener Zeit die Personalsituation erneut zu betrachten ist.
Bereits jetzt ist feststellen, dass die zum Zeitpunkt der Personalbedarfsermittlung im Dezember 2013 unterstellten Steigerungsprognosen der Fallzahlen beider Fachbereiche bis dato eingetreten sind. Der weitere Verlauf bleibt abzuwarten.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen: | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2014 | Fortgeschrie-bener Ansatz 2014 | Ansatz 2015 ff. | Fortgeschrie-bener Ansatz 2015 ff. | Folge-kosten (alt) | Folge- kosten (neu) |
Ertrag | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € |
Personal-/ Sachaufwand | 575.600 € | 575.600 € | 1.726.800 € | 1.726.800 € | 0 € | 0 € |
Abschreibungen | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € |
Ergebnis | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 € | 0 € | ||||
Technische Details
ID: 62602
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=62602
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Personal- und Verwaltungsausschusses
- Gremium
- Personal- und Verwaltungsausschuss
- Datum
- Mi., 19.03.2014
- Uhrzeit
- 9:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 11 - Fachbereich Personal, Organisation
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 17:06