1. Bericht über die Fallzahlen- und Kostenentwicklung im Bereich der Hilfen zur Erziehung und Maßnahmen nach § 35 a SGB VIII für das Haushaltsjahr 2014 (01.01. - 10.03.2014)
FB 45/0375/WP16 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Drews erläutert die in der Vorlage angegebenen Kennwerte. Einem um knapp 2,7 Mio. € erhöhten Ist-Aufwand in der Gesamtsumme steht ein Minderaufwand von ca. 2,8 Mio € im Bereich der klassischen Hilfen zur Erziehung ggü. Der Ansatz von 2,020 Mio. € im Arbeitsfeld UmF = Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei einem Ist-Aufwand von 7,52 Mio. € war nicht auskömmlich angesetzt.
In der bis 28.02.2014 entstandenen vorjährigen Fallzahlensumme von 3.710 ist eine Gesamtsumme von 517 UmF enthalten.
Ob der Umzug der Bundespolizei nach Eschweiler einhergeht mit einer Entlastung des Aachener Jugendamtes in Sachen UmF bleibt abzuwarten. Die Kooperation mit dem städteregionalen Ausländeramt gestaltet sich fortlaufend gut. Weitere Einrichtungen von Internationalen Förderklassen (IFK) sind durch Aufstockungen des Lehrpersonals (je eine halbe Lehrkraft pro IFK mehr) landesseitig zugesagt. Das neue zuständige SRT VIII konnte bisher noch nicht die vorgesehenen Räumlichkeiten in der Habsburger-Allee beziehen.
Frau Scheidt interpretiert die stabilisierten Fallzahlen als Erfolg des städtischen Präventionskonzeptes und schlägt in Zusammenhang mit den UmF´s einen städteregionalen Runden Tisch nach der Sommerpause vor. Das wurde lt. Frau Drews schon in der Amtsleiterrunde der Städteregion thematisiert.
Der von Herrn Unger angefragte Sachstand zum Transfer von UmF in andere Städte wird von Frau Drews insofern beantwortet, daß dies bereits praktiziert wird, insbesondere bzgl. der entstehenden Folgekosten in den aufnehmenden Kommunen besteht dort eine nachvollziehbare dezente Zurückhaltung.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Die Verwaltung hat die beigefügten dezidierten Anlagen zu der Fallzahlen- und Kostenentwicklung erstellt. Erstmals ist eine gesonderte Anlage für den Bereich UMF beigefügt.
Der aktuelle Daten- und Erkenntnisstand weist für 2014 eine Gesamtvormerkungssumme von nahezu
41 Mio. Euro aus. Bei einer Realisierungsquote von 94 % würde dies einen Ist-Aufwand von 38,5 Mio. Euro bedeuten. Zur Verfügung stehen in diesem Jahr 35,829 Mio. Euro.
1. Ausgabenentwicklung
Von dem Betrag entfallen auf den „klassischen“ HzE-Bereich rund 33 Mio. Euro. Dies ergibt einen Ist-Aufwand von 31,020 Mio. Euro, dem Haushaltsmittel von 33,819 Mio. Euro gegenüberstehen.
Von dem Betrag von 41 Mio. Euro entfallen allein auf den Bereich UMF rund 8 Mio. Euro.
Dies ergibt einen Ist-Aufwand von 7,52 Mio. Euro bei zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von 2,020 Mio. Euro.
Ob und in welcher Höhe sich die Beträge für das gesamte Jahr bestätigen, bleibt abzuwarten.
Mit dem nächsten Quartalsbericht wird der Mehrbedarf für 2014 konkretisiert.
Da davon ausgegangen werden kann, dass für die UMFs hier eine – zwar zeitversetzte – Erstattung erfolgt, kann mit mehr Ertrag als vorgesehen gerechnet werden. Dieser Mehrertrag ist die Deckung für den Mehraufwand.
2. Fallzahlenentwicklung
In der Zeit vom 28.02.2013 bis zum 28.02.2014 wurden insgesamt 3710 Hilfen zur Erziehung/Eingliederungshilfen durch die Sozialraumteams bearbeitet. In diesem Jahr kam es zu 418 Wechseln innerhalb der Hilfen (Anlage 1 a). Hierin enthalten sind auch 517 unbegleiteten minderjährige Flüchtlinge.
Vom 01.01.2014 bis zum 28.02.2014 waren 2449 Hilfen zur Erziehung/Eingliederungshilfen in Bearbeitung (Anlage 1 b).
Bei 66 Hilfen kam es zu Hilfeartwechseln.
In 2014 wurden bis zum 28.02. insgesamt 292 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen von Inobhutnahmen und Hilfen zur Erziehung betreut. In den beiden ersten Monaten kam es zu 74 Zugängen, aber auch zu 73 Abgängen (Anlage 1 c).
3. Ursachen der Ausgaben- und Fallzahlenentwicklung
Wie auch in den Quartalsberichten des Vorjahres beschrieben, ist die Fallzahlen- sowie Kostenentwicklung ausschließlich im Bereich der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu sehen. Hier verweise ich auf die ausführliche Situationsbeschreibung der vergangenen Berichte.
Zzt. zeichnet sich keine deutliche Reduzierung der Flüchtlingssituation für die Stadt Aachen ab. Eher ist auch nach Gesprächen mit der Bundespolizei davon auszugehen, dass die Anzahl unbegleiteter junger Menschen, die in Deutschland/Aachen aufgegriffen werden, ungemindert anhält bzw. sich erhöhen wird.
Bei allen anderen Hilfeverläufen für Aachener Kinder, jungen Menschen und deren Familien, sind sowohl die Fallzahlen wie auch Ausgaben weiter stabil.
4. Auswirkungen auf das Jugendhilfeangebot
Im vergangenen Jahr wurden auf Initiative des FB 45 und in enger Kooperation mit den Aachener Jugendhilfeträgern innerhalb und außerhalb der Stadt Aachen als auch durch freie Träger innerhalb der Städteregion über 110 neue stationäre Plätze eingerichtet. Dennoch sind derzeit ca. 40 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Pensionen oder Hotels untergebracht, wobei der Anspruch besteht, jedem Jugendlichen ein adäquates Jugendhilfeangebot zu ermöglichen.
Im weiteren besteht eine Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum hinsichtlich der erforderlichen Beschulung der jungen Menschen. Dies schlägt sich durch den Ausbau der internationalen Förderklassen nieder. Auch hier muss weitergehenden Bedarfen sukzessive Rechnung getragen werden.
5. Personalsituation
Zwischenzeitlich wurde - zunächst für die Dauer von zwei Jahren - das Sozialraumteam VIII eingerichtet, welches sich ausschließlich mit der Thematik der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge beschäftigt.
6. Ausblick
Vor dem Hintergrund der bekannten Gesamtsituation bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen | |||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2014 | Fortgeschriebener Ansatz 2014 | Ansatz 2015 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2015 ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) | |
Ertrag | 5.569.100 | 5.569.100 | 16.828.300 | 16.828.300 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 35.829.000 | 35.829.000 | 106.658.000 | 106.658.000 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 30.259.900 | 30.259.900 | 89.829.700 | 89.829.700 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
* Ergebnis aus Ertrag 1-060301- 900-6 und 4-060301-916-5
** Ergebnis aus 1-060301-900-6 KS 53310000, 53320000, 53390000
plus 4-060301-916-5 KA 53320000
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (6)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 63181
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=63181
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sondersitzung des Kinder- und Jugendausschusses
- Gremium
- Kinder- und Jugendausschuss
- Datum
- Di., 08.04.2014
- Uhrzeit
- 16:30
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 17:12