Standortverlagerung der David-Hansemann-Schule ab Beginn des Schuljahres 2014/2015
FB 45/0380/WP16 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Ratsfrau Griepentrog, Sprecherin der Fraktion Die Grüne, stellt an die Schülerinnen und Schüler gerichtet und Bezug nehmend auf deren Ausführungen in der Bürgerfragstunde klar, dass es selbstverständlich nicht darum gehe, jemanden abzuschieben, sondern vielmehr darum, eine bedarfsgerechte Schullandschaft in der Stadt zu entwickeln. Gerade in dem Bewusstsein, dass Schule stets ein Stück Heimat ist, habe man im Schulausschuss das Thema sehr intensiv beraten. Fakt sei, dass man zu dem Ergebnis gekommen sei, dass ein Unterricht in einer Baustellensituation schlichtweg unmöglich und unzumutbar sei. Gerade weil man gegenüber den Schülern der auslaufenden Klassen eine gesteigerte Sorgfaltspflicht habe, habe man diverse Möglichkeiten eruiert und das Gebäude in der Eintrachtstraße als Alternative ins Auge gefasst. Hierzu sei zu sagen, dass der Umzug in dieses Gebäude durchaus viele Vorteile biete, seien es nun die fußläufig erreichbaren Naturwissenschaftsräume in der Hugo-Junkers-Realschule oder die neu ausgebaute Turnhalle in der Eintrachtstraße oder die Möglichkeit des Anschlusses an den Schulverband und den Übergang zum Gymnasium. Ein Schulalltag in zu engen Räumen und Fluren sei schlichtweg nicht tragbar, weshalb sie an die Schulen appellieren wolle, objektiv den Umzug in die Eintrachtstraße in die Überlegungen einzubeziehen.
Ratsherr Tillmanns, CDU- Fraktion, sieht keinen Sinn in einer heutigen Entscheidung. Die Schülerschaft habe deutlich ihren Unmut und das Gefühl zum Ausdruck gebracht, als Schüler zweiter Klasse zu gelten. Es sei daher vornehmstes Ziel von Verwaltung und Politik, das Gespräch anzubieten und die Betroffenen an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, auch wenn man sich seinerzeit im Schulausschuss für die Eintrachtstraße als vorrangiges Modell ausgesprochen habe. Sicherlich könne ein solches ergebnisoffenes Gespräch in der Erkenntnis münden, dass man erneut am gleichen Punkt stehe wie heute und letztendlich eine Entscheidung, basierend auf einem vorherigen Abwägungsverfahren, durch die Ratsvertreter zu treffen sei, bei der es Gewinner und Verlierer gebe. Er aber habe die Hoffnung, dass man sich auf beiden Seiten kompromissbereit zeigen und zu einer tragbaren Lösung für alle Beteiligten kommen werde. Klar sei, dass sich hierbei niemand als Schüler zweiter Klasse fühlen dürfe.
Ratsherr Krott, SPD-Fraktion, weist den in der Bürgerfragestunde gemachten Vorwurf des Herunterblickens entschieden zurück. Man habe einen durchweg respektvollen Umgang gepflegt und sich mit allen Anliegen ernsthaft auseinandergesetzt. Nichtsdestotrotz sei man in der Pflicht, für alle beteiligten Schüler gute Lern- und Unterrichtsbedingungen zu organisieren. Auch die SPD-Fraktion wolle natürlich nichts unversucht lassen, den Verbleib der David-Hansemann-Schule in den Gebäuden der Sandkaulstraße zu realisieren, sehe es aber ähnlich wie die Fraktion Die Grüne, wenn es um Lernen in einem Baustellenumfeld gehe. Bisher habe man auch keine anderslautenden Erkenntnisse seitens der Verwaltung erhalten. Sei also der Oberbürgermeister auf einem anderen Informationsstand als die Fachpolitik, sei er gebeten, diesen entsprechend zu präsentieren.
Seitens der SPD-Fraktion werde beantragt, einen Beschluss dahingehend zu fassen, dass alsbald eine Planungswerkstatt unter Beteiligung aller Betroffenen durchzuführen sei, mit dem Ziel, Lernbedingungen auszuarbeiten, die sowohl den Interessen der David-Hansemann-Schule als auch den der 4. Gesamtschule gerecht werden.
Ratsherr Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, erklärt, dass man schon häufig emotional belagerte Themen wie dieses habe entscheiden müssen. Hier gebe es keinen anderen Weg als den der intensiven Diskussion, der genauen Ausarbeitung aller Fakten durch die Verwaltung und eines darauf fußenden Beschlusses durch den Rat der Stadt. Diese Vorgehensweise halte er auch gegenüber den Schülerinnen und Schülern für die Beste. Hier aber werde zusätzliche Verunsicherung geschaffen, indem eine eigentlich schon gefundene Lösung aufgrund nachträglich öffentlich gemachter emotionaler Betroffenheit erneut diskutiert werde. Dabei sei es vor allem Aufgabe des Oberbürgermeisters, gemeinsam erarbeitete Lösungen öffentlich zu vertreten. Es sei schlichtweg nicht möglich, eine Lösung zu finden, bei der niemand einen zumindest subjektiv empfundenen Nachteil erleide.
Die Fraktion Die Linke halte die Lösung des Umzugs in die Eintrachtstraße auch nach erneuter gründlicher Diskussion nach wie vor für die objektiv bessere Lösung. Dies habe rein gar nichts damit zu tun, dass man auf jemanden herabschaue, sondern gebiete einfach der Realismus anzuerkennen, dass eine auslaufende Schule, die jetzt noch zwei Jahre existiere, eine besondere Herausforderung darstelle, ebenso wie eine wachsende Gesamtschule eine besondere Herausforderung darstelle. Insofern sei man skeptisch, dass beides nebeneinander in einem Gebäude reibungslos funktionieren werde.
Der Oberbürgermeister führt aus, dass Ende des Jahres 2012 Politik und Verwaltung gemeinsam beschlossen habe, die Umbaumaßnahme ohne Auslagerung durchzuführen. Danach habe sich die Fachpolitik mit der Frage beschäftigt, ob man der Schulkonferenz den Alternativstandort Eintrachtstraße empfehlen könne, was die Schulkonferenz kategorisch abgelehnt habe. Insofern könne die Situation nicht offener sein.
Ratsherr Baal, CDU-Fraktion, hält fest, dass man sich in den nächsten Wochen vorrangig der Frage zu widmen habe, wie man sicherstellen könne, dass die Schülerinnen und Schüler insbesondere der letzten Jahrgänge der David-Hansemann-Schule in die Lage versetzt werden, eine möglichst gute Ausbildung abzuschließen. Dem in der Bürgerfragestunde von Frau F. geschilderten Problem in der Lehrerversorgung bei einer Verringerung der Schülerzahlen stehe man an jedem Standort gegenüber.
Ausgangspunkt sei der im Jahr 2010 gefasste Beschluss gewesen, auf den Wurzeln einer Realschule eine 4. Gesamtschule zu gründen. Hierbei habe es sich um eine aus der Lehrerschaft, aus der Schülerschaft und auch aus der Elternschaft mit breiter Mehrheit getragene Idee gehandelt, weil man die Chance gesehen habe, einem bestehenden Bedarf nach einer 4. Gesamtschule gerecht zu werden und dennoch das Konzept und die Qualität der David-Hansemann-Schule zu erhalten und fortzuführen.
Inzwischen fühlten sich Lehrer wie Schüler fremd im eigenen Haus. Dies sei ein Gefühl, welches nicht Platz greifen dürfe. Deshalb wolle man seitens der CDU-Fraktion vorschlagen, heute keinen Beschluss zu fassen und einer offenen Diskussion am 29. April im Bürgerforum Platz zu machen, um so im Wege der Gemeinsamkeit eine Lösung im Sinne eines gemeinsamen Standortes zu finden. Dies bedeute aber auch, dass beiderseitig Belastungen in Kauf genommen werden müssen. An die Besucherinnen und Besucher gerichtet wolle er mit der Bitte schließen, nicht alle Vorschläge wegen des Standortes zu verteufeln, sondern sich auch der Möglichkeit zu öffnen, dass andere Vorschläge gut gemeint seien und dem gemeinsamen Ziel dienen können. Wenn jeder bereit sei, jede Lösung zu denken, komme am Ende ein Ergebnis heraus, welches dem gemeinsamen Ziel diene, nämlich, dass alle Schüler ihre Schule bestmöglich realisieren und dass die Schülerinnen und Schüler der David-Hansemann-Schule in den letzten zwei Jahrgängen, so wie die vielen Jahrgänge vorher, einen exzellenten Abschluss an einer exzellenten Schule machen können.
Ratsherr Schaffrath, FWG, kritisiert die Vorlage in ihrer Vollständigkeit. So sei die Alternative eines gemeinsamen Standortes gar nicht aufgeführt.
Dass die Schüler- und Lehrerschaft das Gefühl der Zurückstellung vorgetragen haben, halte er für gut und richtig. Es handele sich hierbei um ein sehr ernst zu nehmendes Signal, welches entsprechend aufzunehmen sei. Deshalb müsse auf Augenhöhe gemeinsam von Gesamtschule und David-Hansemann-Realschule nach einer Möglichkeit des Kompromisses gesucht werden. In Anbetracht des noch bleibenden Zeitrahmens wolle er sich dem Vorschlag der offenen Diskussion im Bürgerforum anschließen.
Ratsherr Başkaya, Piraten, beschreibt den vorliegenden Interessenskonflikt, der seines Erachtens schon früher hätte erkannt werden können. Auch scheine es, als habe man den unterschiedlichen Parteien in der Vergangenheit unterschiedliche Zugeständnisse gemacht. In Anbetracht des anstehenden Beratungsbedarfs sei ein heutiger Beschluss nicht sinngerecht, nichtsdestotrotz sei eine bis zur nächsten Sitzung stattfindende Diskussion auf Augenhöhe aller Beteiligten notwendig.
Ratsherr Schnitzler, UWG, weist darauf hin, dass das städtische Gebäudemanagement bereits vor 6 Monaten auf den jetzt diskutierten Missstand hingewiesen habe. Im Februar dann sei die Aussage getroffen worden, dass ein Verbleib in der Sandkaulstraße möglich sei. Sicherlich trage eine Ursachenforschung jetzt nicht zur Problemlösung bei, sei aber auf andere zukünftige Projekte blickend sicherlich sinnvoll.
In Anbetracht des doch sehr engen Zeitplans sei eine Einschätzung der Bauverwaltung hinsichtlich weiterer Alternativen sicherlich von Nutzen. Auch sei es wichtig, bereits morgen mit einer Planwerkstatt unter Beteiligung alles Betroffenen zu starten, um beim Bürgerforum bereits einen entsprechenden Wissensstand zu haben. Selbstverständlich seien die im Rahmen der Planungswerkstatt durchzuführenden Gespräche auf Augenhöhe zwischen beiden Schulen, denen niemand ihre Wichtigkeit abspreche, zu führen. Hier habe auch die Verwaltung eine Menge Arbeit zu leisten.
Ratsherr Haase, SPD-Fraktion, betont, dass sich die Situation einer auslaufenden Schule hier nicht zum ersten Mal ergebe und beschreibt, dass bisher stets der Weg gegangen worden sei, die auslaufenden Klassen an einer anderen Schule unterzubringen, um dem Problem der Lehrerversorgung entgegen zu wirken. Auch hier werde es Aufgabe sein, eine solche Lösung zu finden. Die SPD-Fraktion erwarte hierzu eine aussagekräftige Vorlage der Verwaltung, die nicht allein die Möglichkeiten erörtere, ohne eine eindeutige Aussage zu treffen.
Ratsfrau Opitz, FDP-Fraktion, weist darauf hin, dass den Eltern und Schülern der David-Hansemann-Schule der Verbleib zugesagt worden sei. Als Lehrerin wisse sie, welche Bedeutung der Standort der Schule habe und könne daher die hier gezeigte Vehemenz gut nachvollziehen.
Die FDP-Fraktion begrüße es, würde die Möglichkeit des Standortverbleibs gefunden werden. Hierfür sei es dringend notwendig, Gespräche zu führen, die von gegenseitiger Wertschätzung geprägt seien. Es sei klar, dass auf beiden Seiten Kompromisse gemacht werden müssen, wolle man den gemeinsamen Standort beibehalten. Sicherlich seien nicht alle Forderungen durchsetzbar, sicherlich aber der ein oder andere Abstrich tragbar.
Ratsherr Schnitzler, UWG, beantragt einen Beschluss zur kurzfristigen Durchführung einer Planwerkstatt unter Beteiligung aller Betroffenen.
Der Oberbürgermeister bestätigt, dass Eile geboten sei, bittet aber darum, die Form des Austauschs nicht in einem Beschluss festzulegen. Nichtsdestotrotz habe die Verwaltung den Auftrag entgegengenommen, schnellstmöglich Gespräche in Gang zu setzen und nach den Osterferien in großer Runde unter Beteiligung der Eltern, Lehrern, der beiden Schulen, der Politik und der Verwaltung fortzuführen.
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt
-die Verlagerung der letzten beiden Jahrgangstufen 9 und 10 der David-Hansemann-Schule ab Beginn des Schuljahres 2014/2015 in das Schulgebäude Eintrachtstraße. Die Unterbringung der Schule wird aus städtischer Sicht bis zur endgültigen Schließung der Schule mit Ablauf des Schuljahres 2015/2016 im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Schulgebäudes zugesichert.
oder:
-die Verlagerung der letzten beiden Jahrgangstufen 9 und 10 der David-Hansemann-Schule ab Beginn des Schuljahres 2014/2015 in den Pavillon Sandkaulstraße 75.Entsprechend dem Beschluss der Schulkonferenz vom 17.10.2013 wird im Schuljahr 2015/16 dann eine Angliederung der verbleibenden 3 Klassen der David-Hansemann-Schule an eine andere Aachener Realschule vorgesehen.
Erläuterungen
Erläuterungen:
1.Ausgangssituation
In den kommenden Sommerferien wird mit dem Umbau bzw. Neubau der 4. Aachener Gesamtschule am Standort Sandkaulstr. 75 begonnen.
Die Unterrichts-/ und Fachunterrichtsräume sowie die Verwaltungsräume stehen dann ebenso wie die Mensa für die Dauer der Bauzeit der 4. Gesamtschule nicht mehr zur Verfügung.
In der Folge fehlen dieser Schule ab Beginn des Schuljahres 2014/2015 12 Unterrichtsräume, zwei Verwaltungsräume und eine Mensa.
Die Mensa, in der im nächsten Schuljahr bis zu 480 Gesamtschüler/innen eine Übermittagsverpflegung erhalten, wird aus wirtschaftlichen und schulorganisatorischen Gründen in der Aula des Schulgebäudes der David-Hansemann-Schule, Sandkaulstr. 12 eingerichtet. Diese Lösung bietet als Perspektive die dauerhafte Schaffung eines Bistros für die künftigen Klassen 9 - 13 der 4. Aachener Gesamtschule.
Das ursprüngliche Unterbringungskonzept sah für die Dauer der Baumaßnahmen eine gemeinsame Nutzung des Gebäudes Sandkaulstr. 12 von der David-Hansemann-Schule und der 4. Aachener Gesamtschule sowie die Nutzung des Pavillons in der Sandkaulstr. 75 durch die 4. Aachener Gesamtschule vor.
Aufgrund der konkreten Bauausführungsplanung wurde deutlich, dass eine gemeinsame Unterbringung der David-Hansemann-Schule und der 4. Aachener Gesamtschule an beiden Standorten in der Sandkaulstraße 12 und 75 nicht möglich sein wird. Während der Bauzeit werden nicht mehr genügend Räume zur Verfügung stehen, da ein sukzessiver Ausbau der Gebäudeteile in der Sandkaulstraße 75 nicht realisierbar ist. Sollten beide Schulen an den Standorten Sandkaulstr. 12 und Sandkaulstr. 75 verbleiben, wäre die Umsetzung der ursprünglich abgestimmten Raumkonzeption nicht mehr realistisch. Zudem würde es bedeuten, dass täglich - zum Teil mehrfach - die Schülerinnen und Schüler die Sandkaulstraße überqueren müssten.
Die Schulkonferenz der David-Hansemann-Schule hatte sich am 17.10.2013 für eine weitere Unterbringung der Schule am derzeitigen Standort, Sandkaulstraße 12 im Schuljahr 2014/2015 ausgesprochen und eine Angliederung des letzten Jahrganges der Schule im Schuljahr 2015/2016 an einer anderen Realschule gewünscht.
2.Handlungsschritte der Verwaltung
Aufgrund der genannten geänderten Rahmenbedingungen wurden vom Schulbetrieb verschiedene Standortkonzepte unter Zugrundelegung, dass die 4. Aachener Gesamtschule ausschließlich im Gebäude Sandkaulstraße 12 unterzubringen ist, entwickelt und den Beteiligten beider Schulen sowie der Politik am 21.02.2014 in einer Informationsveranstaltung mit Werkstattcharakter vorgestellt.
2.1Am 21.02.2014 vorgestellte Varianten der Standortkonzepte
Variante 1:
Die David-Hansemann-Schule wird in den kommenden 2 Schuljahren im Pavillon in der Sandkaulstraße 75 untergebracht und nutzt gemeinsam mit der 4. Aachener Gesamtschule die Fachunterrichtsräume in der Sandkaulstraße 12.
Variante 1 alternativ:
Die Unterbringung erfolgt im Schuljahr 2014/2015 im Pavillon. Im Schuljahr 2015/2016 wird entweder
- die David-Hansemann-Schule in einem anderen Schulgebäude weitergeführt oder
- die verbleibenden Klassen der David-Hansemann-Schule werden einer anderen Realschule
angegliedert.
Variante 2:
Die David-Hansemann-Schule wird in ein freies Schulgebäude verlagert, gegebenenfalls erfolgt entsprechend des Beschlusses der Schulkonferenz eine Angliederung an eine andere Realschule im Schuljahr 2015/2016.
Variante 3:
Die David-Hansemann-Schule wird an einem anderen Schulstandort mit freien Raumkapazitäten weitergeführt und wird alternativ dazu bereits zum Schuljahr 2015/2016 einer anderen Realschule angegliedert.
Variante 3 alternativ:
Die David-Hansemann-Schule wird an zwei Schulstandorte mit freien Raumkapazitäten verlagert, getrennt nach den verbleibenden Jahrgangsstufen neun und zehn.
2.2Beteiligung der Schulen an den Standortkonzepten
Zur Informationsveranstaltung mit Werkstattcharakter wurden die Schulleitungen, Lehrer-, Eltern-, und Schülervertreter der David-Hansemann-Schule und der 4. Aachener Gesamtschule, die Schulaufsichtsbeamten, die schulpolitischen Sprecher der Fraktionen, sowie Vertreter von E 26 und FB 45/400 eingeladen. Die Moderation übernahmen die Schulentwicklungsbegleiter, Frau Licciardi und Herrn Kämmerling.
Da die Unterbringung für die 4. Aachener Gesamtschule ab dem kommenden Schuljahr nicht disponibel ist, nahmen die Vertreter der 4. Aachener Gesamtschule nur an der Vorstellung der Konzepte teil.
Den Vertretern der David-Hansemann-Schule wurde darüber hinaus Gelegenheit zur Beratung und Beurteilung der einzelnen Varianten gegeben.
Die Vertreter machten deutlich, dass angesichts der Beschlussfassung zur Errichtung der 4. Aachener Gesamtschule grundsätzlich Einsicht in die notwendige Standortverlagerung der David-Hansemann-Schule besteht. Sie sprachen sich dafür aus, ein Votum zur Verlagerung im Rahmen einer „Vollversammlung der Schule“ zu treffen und dazu in der Informationsveranstaltung vorbereitend Präferenzen für die einzelnen Varianten zu erarbeiten.
Es zeigte sich, dass die Frage des Zeitpunktes der endgültigen Schließung der David-Hansemann-Schule eine nachrangige Bedeutung bei der Standortfrage darstellt.
Zu den vorgestellten Standortkonzepten für die David-Hansemann-Schule ergab sich in der Informationsveranstaltung folgendes Meinungsbild:
Zu Variante 1 - Variante 1 alternativ:
Angesichts der zu erwartenden massiven Baubelastungen (Lärm, Staub, Reduzierung der Schulhoffläche) und des schlechten Zustandes des Pavillons findet sich für diese Lösungsmöglichkeit keine Präferenz.
Zu Variante 2:
Die Unterbringung in ein freies Schulgebäude wird in Erwägung gezogen. Es wird zu Bedenken gegeben, dass aus pädagogischen Gründen ein nochmaliger Umzug für die letzte verbleibende Jahrgangsstufe (drei Klassen) gegebenenfalls im Schuljahr 2015/2016 erforderlich wird.
Zu Variante 3 – Variante 3 alternativ:
Die Vertreter der David-Hansemann-Schule sprechen sich mit erster Priorität für eine Unterbringung an einem anderen Schulstandort - konkret am Geschwister-Scholl-Gymnasium - auch angesichts der Kooperationsmöglichkeiten mit der Schule aus. Die Verwaltung wird um Prüfung gebeten, ob eine Unterbringung aller sieben Klassen der David-Hansemann-Schule ab dem Schuljahr 2014/2015 im Geschwister-Scholl-Gymnasium realisierbar ist.
Als Alternative hierzu wird die Unterbringung der Jahrgangsstufe 10 (vier Klassen) im Geschwister-Scholl-Gymnasium und der Jahrgangsstufe 9 (drei Klassen) in der Hugo-Junkers-Realschule vorgeschlagen.
3.Weitergehende Prüfung der Verwaltung
Auf Basis der Ergebnisse der Informationsveranstaltung erfolgte eine erneute Prüfung der vorgeschlagenen Konzepte durch die Verwaltung. Es ergab sich folgender Sachstand (siehe Vorlage zur Schulausschuss-Sitzung am 13.03.2014):
Variante 1:
Derzeit wird von E 26 geprüft, ob angesichts des ggf. bereits im Sommer 2014 nicht mehr benötigten Pavillons, Sandkaulstr. 75, das gesamte Bauvorhaben in einem Abschnitt durchgeführt werden kann und hierdurch Einsparungen möglich sind. Bei einem vorzeitigen Abriss ist von einer Kosteneinsparung aufgrund einer 5% Baukostenindexierung von ca. 150.000,00 Euro auszugehen. Zusätzliche Einsparungen durch Wegfall von Baustelleneinrichtungen und Sicherungsmaßnahmen werden auf bis zu 250.000,00 € geschätzt.
Darüber hinaus wird E 26 eine geänderte Bereitstellung der Haushaltsmittel prüfen.
Variante 2:
Eine Unterbringung ab Sommer 2014 nach Auszug der Musikschule in das freie Schulgebäude Franzstraße ist für ein Schuljahr möglich.
Variante 3:
Die Unterbringung in freien Räumlichkeiten in einer anderen Realschule in Aachen ist bedingt in der Hugo-Junkers-Realschule möglich. Hier können bis zu drei Klassen untergebracht werden. Verwaltungsräume stehen nicht zur Verfügung.
Im Geschwister-Scholl-Gymnasium können bis zu vier Klassen zusätzlich unterbracht werden. Eine Angliederung der Lehrkräfte dieser Klassen in dem Verwaltungsbereich ist ebenso gewährleistet wie der Einsatz der Schulsekretärinnen.
4.Weitere Entwicklungen
Da die aus Sicht der Verwaltung pädagogisch reizvolle Unterbringung der David-Hansemann-Schule mit je einem Jahrgang an der Hugo-Junkers-Realschule und am Geschwister-Scholl-Gymnasium angesichts der räumlichen Entfernung der beiden Schulen organisatorisch, insbesondere hinsichtlich des Lehrereinsatzes an 2 Schulorten schwer zu realisieren ist, hat die Verwaltung für die Vorlage des Schulausschusses am 13.03.2014 zusätzlich geprüft, ob weitere Unterbringungsmöglichkeiten in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Hugo-Junkers- Realschule möglich sind.
Neue Variante 1:
Nach Prüfung, in welchem Umfang die Nutzung von Unterrichtsräumen im ehemaligen Schulgebäude Eintrachtstraße möglich ist, hat ergeben, dass im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Gebäudes eine Unterbringung der David-Hansemann-Schule in den kommenden zwei Schuljahren realisierbar ist.
Zurzeit ist der Bereich der musikalischen Früherziehung der städtischen Musikschule hier untergebracht. Es wird in Abstimmung mit der Musikschule vorgeschlagen, diesen Bereich nach Fertigstellung der Räumlichkeiten im Gebäude Blücherplatz in den Sommerferien entsprechend zu verlagern.
Die Verlagerung des derzeit im Schulgebäude Franzstraße verorteten Teils der Musikschule wird in der Folge um ein weiteres Jahr verschoben.
Für die David-Hansemann-Schule werden somit 10 Unterrichtsräume, in denen neben den Klassenräumen ein PC-Raum und ein provisorischer NW-Raum eingerichtet werden können, sowie 3 Verwaltungsräume und 1 Lehrmittelraum im Gebäude Eintrachtstraße zur Verfügung stehen. An dem Standort befindet sich ebenfalls eine Turnhalle. Eine pädagogisch angezeigte Nutzung der naturwissenschaftlichen Fachräume in der Hugo-Junkers-Realschule ist durch eine entsprechende Unterrichtsorganisation beider Schulen möglich.
Die David-Hansemann-Schule könnte mit den verbleibenden 7 Klassen bzw. 3 Klassen für die letzten 2 Schuljahre, vorbehaltlich der von der Schulaufsicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellten Lehrkräften, bestehen bleiben.
Die Schulaufsicht hatte in der Informationsveranstaltung die Aufrechterhaltung des ordnungsgemäßen Unterrichts bis zur endgültigen Schließung der Schule zugesichert.
Durch die enge Anbindung an die Hugo-Junkers-Realschule, die ab dem kommenden Schuljahr von der jetzigen Leiterin der David-Hansemann-Schule (mit-)geleitet wird, ist darüber hinaus eine Kooperation im Schulverband Aachen-Ost mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium möglich und bietet Perspektiven für den Übergang der Realschüler/innen in die gymnasiale Oberstufe.
Der Schulausschuss hat in der Sitzung am 13.03.2014 wie folgt beschlossen:
Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung einstimmig zustimmend zur Kenntnis und empfiehlt der Schulkonferenz, dem Verwaltungsvorschlag „Umzug in das Schulgebäude Eintrachtstraße“ zu folgen.
Am 31.03.2014 hat eine Vollversammlung der David-Hansemann-Schule stattgefunden.
Die Vertreter/innen der Versammlung zeigten sich mit dem Verwaltungsvorschlag nicht einverstanden. Sie bemängelten insbesondere die fehlende Beteiligung bei der Entscheidungsfindung der Verlagerung der David-Hansemann-Schule in das Schulgebäude Eintrachtstraße.
Aus diesem Grund wird weiterhin durch die Verwaltung die Variante „Umzug in den Pavillon Sandkaulstraße 75“ aufrechterhalten.
In diesem Gebäude befinden sich 16 allgemeine Unterrichtsräume und 5 Verwaltungs- bzw. Nebenräume. Die Fachräume für den Informatikunterricht sowie für die Fächer Biologie, Physik und Chemie sind gemeinsam von der David-Hansemann-Schule und der 4. Aachener Gesamtschule im Gebäude Sandkaulstraße 12 zu nutzen. Am Standort Sandkaulstraße 75 befindet sich zusätzlich eine Turnhalle.
Entsprechend dem o.a. Beschluss der Schulkonferenz vom 17.10.2013 wird im Schuljahr 2015/16 dann eine Angliederung der verbleibenden 3 Klassen der David-Hansemann-Schule an eine andere Aachener Realschule vorgesehen.
5.Schulkonferenzbeschluss der David-Hansemann-Schule zur Standortfrage :
Die Schulkonferenz der David-Hansemann- Schule hat in ihrer Sitzung am 03.04.2014 einstimmig beschlossen, dass die Schule an ihrem jetzigen Standort Sandkaulstraße 12 verbleiben soll.
6.Beteiligung des Schulausschusses
Die Mitglieder des Schulausschusses werden über diese Ratsvorlage am 07.04.2014 per Mail in kenntnisgesetzt.
7.Vorschlag der Verwaltung
Der Schulbetrieb empfiehlt aufgrund des sich nunmehr ergebenden Sachverhalts eine alternative Beschlussfassung für eine Standortverlagerung der David-Hansemann-Schule in das Schulgebäude Eintrachtstraße oder in den Pavillon Sandkaulstraße 75.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen | ||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
Erforderlich werdende Mittel zur notwendigen Ertüchtigung der beiden Etagen können im Rahmen des Schulreparaturprogramms zur Verfügung gestellt werden.
Technische Details
ID: 63311
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=63311
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 19
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Aachen
- Gremium
- Rat der Stadt Aachen
- Datum
- Mi., 09.04.2014
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 17:13