Unterbringung von Flüchtlingen - Sachstandsbericht der Verwaltung
FB 50/0017/WP17-1 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Emonts weist darauf hin, dass die Verwaltung per Nachtrag noch Erläuterungen zu dem Thema nachgereicht hat. Die Zahl der seit August 2014 aufzunehmenden Flüchtlinge ist enorm angestiegen. Bis Montag nächster Woche sind weitere 50 Neuaufnahmen zu erwarten. Die Unterbringungskapazitäten sind erschöpft. Die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe sind auch mit Flüchtlingen belegt worden.Mit der gewoge wurde eine Vereinbarung getroffen, dass der FB 50 direkten Zugriff auf alle freiwerdenden Wohnungen erhält. In Abstimmung mit der gewoge wird eine Prioritätensetzung erfolgen. Als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit wird eine ehemalige Altentagesstätte angemietet und hergerichtet.
Herr Hansen fragt nach, wie viele Hotels in Anspruch genommen werden. Herr Emonts erläutert, dass die Hotelunterbringung nur die letzte Wahl ist. Abgesehen davon, dass Hotels selten Kapazitäten haben und sehr teuer sind, ist eine Unterbringung in Hotels für Familien sehr problematisch, da keine Möglichkeit der Essenszubereitung besteht.
Herr Brantin schlägt vor, nochmals Kontakt zur Kirche aufzunehmen. Er ist gerne bereit, den Kontakt herzustellen und kann sich eine Unterstützung durch die Kirche sehr gut vorstellen.
Herr Dr. Sicking teilt mit, dass er geprüft habe, ob eine Nutzung von Bundeswehrstandorten möglich ist. Diese Möglichkeit besteht aus nachvollziehbaren Gründen jedoch nicht. Eine nochmalige Kontaktaufnahme zur Kirche ist bereits für die nächste Woche geplant.
Die Fraktionen bedanken sich bei der Verwaltung für die gute und engagierte Arbeit. Es besteht Einigkeit, dass der Ausschuss die Verwaltung mit allen Möglichkeiten unterstützen möchte und sich in jeder Sitzung mit dem Thema befassen muss.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt den Sachstandsbericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Weitere Steigerung der Fallzahlen
Seit dem letzten Sachstandsbericht in der Ratssitzung am 02.07.2014 ist die Anzahl der untergebrachten Flüchtlinge deutlich gestiegen (von 562 am 30.04.2014 auf 650 am 31.08.2014). Während sich die Lage im Frühsommer durch wenige Aufnahmen und eine Vielzahl von Auszügen zunächst entspannt gestaltete, sind seit Anfang August bereits mehr als 150 Personen aufgenommen worden. Zweimal sind Zuweisungen von 20 alleinstehenden Personen an einem Tag erfolgt, zuletzt mit einem Vorlauf von nur zwei Tagen. Im gleichen Zeitraum sind weniger als 30 Personen abgemeldet worden.
Sowohl seitens des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge als auch des Ministeriums für Inneres und Kommunales Nordrhein Westfalen werden weiterhin steigende Zahlen bei den Asylantragstellern prognostiziert. Neben den zugewiesenen Personen ist in Aachen eine Vielzahl syrischer Flüchtlinge aus den Bundesprogrammen aufzunehmen. Hinzu kommt der regelmäßig beobachtete verstärkte Zulauf von unerlaubt eingereisten Flüchtlingen in den Herbst- und Wintermonaten und die ansteigenden Anzahl der unbegleitet eingereisten minderjährigen Flüchtlinge in Aachen. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. mit Auslauf der Jugendhilfe sind diese Menschen durch den FB 50 unterzubringen.
Sachstand der Unterbringungskapazitäten
Im Flüchtlingsbereich stehen derzeit rund 620 Plätze zur Verfügung. Zur adäquaten Unterbringung der in den letzten Wochen aufzunehmenden Personen war ein erneuter Rückgriff auf Plätze im Obdachlosenbereich erforderlich.
Neu geschaffene Plätze in den von der gewoge zur Verfügung gestellten Wohnungen werden unmittelbar nach Fertigstellung belegt. Reserven in den städtischen Übergangsheimen gibt es derzeit nicht mehr.
Mit Hochdruck wird in derProjektgruppe zur Beschaffung von Wohnraum für Flüchtlinge an der Umsetzung der in der Ratsvorlage dargestellten Optionen gearbeitet. Hierzu ergibt sich folgender Sachstand:
1. Städtisches Wohneigentum und Eigentum der gewoge
Konkret konnten aufgrund der durch den VV beschlossenen Verschiebung der geplanten Sanierung einer städtischen Wohnanlage von der gewoge mittlerweile 10 im Rahmen der Fluktuation freigewordene Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Erste Wohnungen sind bereits belegt. Weitere Wohnungen werden zurzeit hergerichtet.
Die übrigen Maßnahmen sind in Arbeit (Herrichtung und Nutzung von weiterem Leerstand, Anmietung städtischen Wohnraums im Rahmen der Fluktuation, Herrichtung von zwei städtischen Häusern, Prüfung eines Schulstandortes).
Herr Hübner hat für die gewoge signalisiert, dass er bereit ist, den FB 50 bei der Schaffung von Plätzen intensiv zu unterstützen. Derzeit werden alle Leerstände systematisch auf ihre Nutzungsmöglichkeit für Flüchtlinge untersucht.
2. Anmietung von Gewerberäumen
Die geplante Anmietung eines Gewerbeobjektes kann nicht umgesetzt werden. Die Eigentümerin hat zwischenzeitlich Abstand von ihrem Angebot genommen.
Die zweite Option wird weiter verfolgt. Seitens des Eigentümers wurde zwischenzeitlich eine Bauvoranfrage zur Erstellung von Apartments gestellt.
3. Neubau eines oder mehrerer Wohngebäude
Die Verhandlungen mit der gewoge und einem privaten Investor dauern an.
4. Erwerb eines Mehrfamilienhauses
Mittel für den Kauf eines Mehrfamilienhauses wurden in den Haushalt 2015 eingeplant.
5. Schaffung einer Interimslösung
Der BLB hat sich zu der erbetenen interimsweisen Anmietung eines Bürogebäudes bislang nicht abschließend geäußert.
Zur Überbrückung des Zeitraums bis zur Herrichtung weiterer Wohnungen wurden von der gewoge am 11.09.2014 zwei Flächen für die Aufnahme von jeweils 10 bzw. 20 Personen angeboten. Die Flächen sind kurzfristig herzurichten.
Technische Details
ID: 65491
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=65491
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 7.1
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
- Gremium
- Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
- Datum
- Do., 25.09.2014
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- Fachbereich Soziales und Integration
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 18:06