Bildung eines Fachbereiches Wohnen und Soziales
FB 11/0043/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Servos weist vorweg darauf hin, dass die „Bildung eines Fachbereiches Wohnen und Soziales“ einen sehr sensiblen Punkt betrifft. Er betont, dass weder der Fachbereich Soziales und Integration (FB 50) noch der Fachbereich Wohnen (FB 64) aufgelöst werden. Im Gegenteil - beide Fachbereiche sollen, insbesondere auch im Hinblick auf mögliche Vernetzungen, gestärkt werden. Herr Servos merkt an, dass er die durch die Verwaltung vorgeschlagene weitere Vorgehensweise an drei Stellen präzisieren möchte. Zunächst einmal sollte zuerst ein „runder Tisch“ einberufen werden. Innerhalb dieser Arbeitstreffen ist sodann unter Einbeziehung der entsprechenden Fachbereiche gemeinsam ein Organigramm zu erarbeiten. Die zweite Anmerkung bezieht sich auf den Fachbereich Immobilienmanagement (FB 23); hier soll die Struktur unangetastet bleiben. Der letzte Punkt betrifft die Ausschreibung der Leitungsstelle. Hier wird von ihm eine Vorabbeteiligung dieses Ausschusses erbeten. In einem weiteren Schritt wäre dann über Form und Art der Ausschreibung zu sprechen.
Frau Begolli führt aus, dass bekannt ist, dass es große Schnittstellen innerhalb der beiden Bereiche gibt; mit welchen jedoch bereits jetzt schon „ aktiv gelebt“ wird. Die Sinnhaftigkeit einer Zusammenlegung sieht sie daher nicht. Aus diesem Grund wird sie die Vorlage nicht zustimmend zur Kenntnis nehmen.
Frau Moselage bittet um einen sorgsamen Gebrauch der Begrifflichkeiten: es handelt sich um eine Zusammenlegung und nicht um eine Auflösung der Fachbereiche.Die Länge der bisherigen Prozessdauer wird von ihr angemahnt. Gerichtet an die politische Mehrheit stellt sie die Frage, wie sich diese das weitere Prozedere in der Angelegenheit vorstellt.
Herr Baal erläutert, dass es nicht das Ansinnen der Fraktionen von SPD und CDU ist Ämter „zu zerschlagen“. Der Fachbereich Wohnen wird nicht aufgelöst. Natürlich pflegen die Mitarbeiter/innen beider Bereiche bereits jetzt schon einen intensiven Kontakt; bestehende Verfahren müssen jedoch geordnet werden. Es wird der Ansatz verfolgt, dass ausgehend von den bestehenden Bedürfnissen am runden Tisch ein Organigramm zu erarbeiten ist. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt sodann die Klärung der Personalie „Fachbereichsleitung“. Herr Baal bittet diesen Aspekt mit in den später zu fassenden Beschluss aufzunehmen.
Herr Servos fügt ergänzend hinzu, dass aus der Fusion ein neuer gestärkter Fachbereich Wohnen und Soziales hervorgehen soll. Es wird die Möglichkeit geschaffen, dass gewonnene Synergieeffekte
im Fachbereich verbleiben und für hinzukommende Aufgaben genutzt werden können.
Herr Dr. Barth merkt an, dass man bei dem anstehenden Prozess von einer Überleitung von Aufgaben in einen neuen Fachbereich sprechen kann. Er weist jedoch darauf hin, dass neben dem Personalrat ggf. auch der Fachbereich Immobilienmanagement (FB 23) und die Bezirksämter Teilnehmer des runden Tisches sein können, da bestimmte Themenfelder auch diese Bereiche betreffen. Abschließend richtet er die Bitte an die Mitglieder des Ausschusses, die Erarbeitung eines ersten Vorschlages (Organigramm) durch die Abteilung FB 11/500 -Organisationsmanagement-, wie auch in der Vorlage beschrieben, als Diskussionsgrundlage zu sehen. Letztendlich wird der Einwurf einer möglichen neuen Aufbauorganisation dann dem Personal- und Verwaltungsausschuss zur Entscheidung vorgelegt werden.
Frau Moselage bleibt skeptisch. Da die beiden Bereiche doch bereits ineinem Dezernat geführt werden, sieht sie auch weiterhin keinen Grund für eine Zusammenlegung. Sie erkundigt sich nach der Besetzung des runden Tisches.
Herr Dr. Barth erläutert, dass an dem runden Tisch die Leitung des zuständigen Dezernats VI, die Leitungen des Fachbereichs Soziales und Integration und die Leitung des Fachbereichs Wohnen, temporär die Leitungen des Immobilienmanagements und der Bezirksämter, der Personalrat, das Gleichstellungsbüro, die Schwerbehindertenvertretung, die Leitung Organisationsmanagement des Fachbereichs Personal und Organisation sowie die Leitung des Fachbereichs Personal und Organisation und er selbst beteiligt sein werden. Da sowohl Herr Emonts -Leiter des Fachbereichs Soziales und Integration- als auch Herr Körfer -Leiter des Fachbereichs Wohnen- anwesend sind, erteilt Herr Dr. Barth ihnen das Wort.
Herr Emonts erläutert, dass die Bildung eines neuen Fachbereichs aus Sicht des Fachbereichs Soziales und Integration als Chance wahrgenommen wird. Es können hier jetzt die Weichen für Themenfelder der nächsten 10 Jahre gestellt werden. Weiter plädiert er für einen sehr kleinteiligen Prozess an dem frühzeitig alle Mitarbeiter/innen zu beteiligen sind; dies ist eine gute Maßnahme um den Mitarbeitern/innen vorab bestehende Ängste zu nehmen. Er wird bereits morgen seine Mitarbeiter/innen über die geplante weitere Vorgehensweise unterrichten. Abschließend warnt er davor, der Bildung eines neuen Fachbereichs nicht gebührend Zeit zu geben; eine Umsetzung bis Mitte 2015 hält er nicht für realistisch und machbar.
Herr Körfer bittet alle Anwesenden darum, den Blick für den gesamten Wohnungsmarkt nicht zu verlieren. Desweitern ist es ihm wichtig, dass die Beteiligung der Mitarbeiter/innen gewährleistet ist; Prozesse müssen jederzeit transparent bleiben.Zudem hält er eine produktorientierte Organisationsstruktur innerhalb und außerhalb der Verwaltung für unerlässlich.
Der Personal- und Verwaltungsausschuss beschließt mehrheitlich mit einer Gegenstimme den erweiterten Beschluss:
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Personal- und Verwaltungsausschuss der Stadt Aachen nimmt die Ausführungen der Verwaltung zum weiteren Vorgehen in dem Reorganisationsprozess zur Bildung des Fachbereiches Wohnen und Soziales zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Die Fraktionen von CDU und SPD im Rat der Stadt Aachen haben mit Schreiben vom 27.10.2014 beantragt, die „Bildung eines Fachbereiches Wohnen und Soziales“ auf die Tagesordnung für die nächste Sitzung des Personal- und Verwaltungsausschusses zu setzen. Der entsprechende Ratsantrag vom 30.09.2014 wurde in die Sitzung des Rates am 22.10.2014 eingebracht:
„ Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung, einen neuen Fachbereich Wohnen und Soziales zu bilden. Der neue Fachbereich führt unter anderem die Aufgaben der bestehenden Fachbereiche Wohnen (FB 64) sowie Soziales und Integration (FB 50) zusammen. Die Bildung des Fachbereiches soll 2014 beginnen und bis spätestens Mitte 2015 abgeschlossen werden.“
Der Ratsantrag wird wie folgt begründet:
„Die Aufgaben der Fachbereiche Wohnen sowie Soziales und Integration haben in den letzten Jahren eine starke Wechselwirkung entwickelt. Das gilt insb. Für die Themen Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, geförderter Wohnungsbau und Unterbringung von Flüchtlingen.
Die Bildung eines neuen, gestärkten Fachbereiches Wohnen und Soziales soll helfen, alle wohnraumrelevanten Aufgaben der Stadt zu bündeln und dadurch bessere Einflussmöglichkeiten der Stadt auf die Wohnraumentwicklung zu erlangen. Darüber hinaus wird der neu gebildete Fachbereich mit Aufgaben der aktiven Sozialpolitik, der Integration in den Arbeitsmarkt und der Stadtteilerneuerung beauftragt. Das hilft den betroffenen Menschen in der Stadt und hilft der Stadt, Ressourcen zu schonen.“
Die Verwaltung schlägt nachstehend das weitere Vorgehen vor:
Die Fusionierung der Fachbereiche FB 50 und FB 64 ist immer mal wieder auch Thema in der Verwaltung gewesen. Aufgrund des politischen Auftrags wird die Verwaltung nunmehr einen ergebnisoffenen Entwurf einer möglichen neuen Aufbauorganisation erarbeiten, um in eine konkrete Realisierung einzusteigen.
Hierzu werden unter Federführung der Dezernate VI –Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen- und V –Personal und Organisation- die Fachbereichsleitungen 50 und 64 sowie 23 –Immobilienmanagement- gemeinsam mit dem Fachbereich 11 -Personal und Organisation- Arbeitstreffen organisieren. Zu diesen wird eine Vertretung des Personalrates der allgemeinen Verwaltung eingeladen.
Die Abteilung FB 11/500 –Organisationsmanagement- erstellt hierzu einen ersten Vorschlag als Diskussionsgrundlage (Organigramm). Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt wird eine zumindest kostenneutrale Lösung angestrebt, mögliche Synergieeffekte der Bündelung aufgabenverwandter Funktionen der beiden Fachbereiche 50 und 64 sollen selbstverständlich identifiziert werden. Mit dem Ergebnisvorschlag aus den Arbeitstreffen wird sich zunächst der Verwaltungsvorstand befassen und sodann den Abstimmungsprozess mit der Politik betreiben. Auf dieser konsensualen Basis könnte die neue Fachbereichsleitung via Stellenausschreibung und AC-Verfahren ausgewählt werden. Damit wird für diese die Möglichkeit geschaffen, von Beginn an die Neuorganisationen des Fachbereiches Wohnen und Soziales mit verantwortlich umzusetzen.
Falls zum Startzeitpunkt des Fachbereiches und damit Dienstantritt der neuen Fachbereichsleitung einzelne Schnittstellenbetrachtungen noch offen sind, können diese produkt- und geschäftsprozessorientiert analysiert und einer organisatorischen Optimierung zugeführt werden. Die Übernahme solcher etwaigen Punkte im Abstimmungsprozess zwischen Politik und Verwaltung in den Arbeitsspeicher für die Reorganisation hilft, einerseits den Fachbereich Wohnen und Soziales in seiner wesentlichen Struktur frühmöglich wirksam zu bilden und andererseits an Sicherheit in der „richtigen“ Organisationsentscheidung zu gewinnen.
Der Personalrat der allgemeinen Verwaltung wird zeitgleich mit dieser Vorlage im Rahmen seines prozessbegleitenden Informationsrechtes gem. § 65 LPVG NRW über das Vorhaben informiert. Gleiche Post haben die beteiligten Fachbereichsleitungen 23, 50 und 64 mit der Bitte erhalten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in geeigneter Form zu informieren. Ebenso sind das Gleichstellungsbüro und die Schwerbehindertenvertretung einbezogen.
Weitere Dokumente (2)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 66328
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=66328
Hauptdokument
Hauptdokument
Vorlage.pdf
Metadaten
- TOP
- Ö 14
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Personal- und Verwaltungsausschusses
- Gremium
- Personal- und Verwaltungsausschuss
- Datum
- Do., 20.11.2014
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 11 - Fachbereich Personal, Organisation
- Zusätze
- hier: Antrag der CDU- Fraktion und der SPD-Fraktion vom 30.09.2014
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 18:26