Sachstandsbericht des Sozialraumteams Eilendorf/Haren über die konkrete Arbeit im und für den Stadtteil Eilendorf
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Herr Ebbertz erläutert die Verwaltungsvorlage. Er verweist auf die Fallzahlen, die sich im Augenblick
auf einem hohen Niveau bewegen und um ca. 1/3 gegenüber 2002 zugenommen, sich jetzt aber
stabilisiert haben. Die hohen Fallzahlen kommen daher, weil mit anderen Organisationen (z.B. Polizei,
Schulen, Kindergärten) eine übergreifende Zusammenarbeit praktiziertwird, die es nunmehr
ermöglicht, frühzeitig auf sich anbahnende Probleme zu reagieren. Das Team sei derzeit arbeitsmäßig
stark belastet. Gegenwärtig werden 150 Familien in Eilendorf mit ca. 300 Kindern betreut.
Herr Beckers bedankt sich für den Bericht des Jugendsamtes. Seine Fraktion habe den Antrag
gestellt, weil die Situation der Jugendlichen in Eilendorf unbefriedigend sei. So habe man festgestellt,
dass sich Eilendorfer Jugendliche an diversen Stellen treffen und dort keinen Ansprechpartner haben.
Die KOT zieht nicht alle Jugendlichen an, vor dem Hintergrund der eingeschränkten Öffnungszeiten
und des Besucherklientels. Es wäre es aus seiner Sicht gut, wenn sich die Mitarbeiter des
Sozialraumteams (SRT)Eilendorf/Haaren/Aachen-Forst mehr in der Öffentlichkeit
darstellen würden. Er wünscht sich, dass Jugendliche, die sich in Eilendorf treffen, vom SRT betreut
werden. Auch kann er sich einen engeren Kontakt zum Bezirksamt Eilendorf, so wie in früheren Jahren
der Fall, als hilfreich in der Sache vorstellen. Dass wenig Jugendarbeit in Eilendorf betrieben wird,
kann man an den vielen Graffiti-Schmierereien, beispielsweise an der Weißen Schule feststellen.
Keine Sachbearbeiterin bzw. keine Sachbearbeiterin des SRT habe jemals die Gründe der
Farbschmierereien bei den Jugendlichen hinterfragt, keiner sie nach ihren Wünschen befragt. Wenn
aber schon Fachleute im Stadtbezirk ansässig seien, so müssen sich diese Leute auch in der
Öffentlichkeit präsentieren.
Herr Verheyen (CDU) schließt sich den Ausführungen von Herrn Beckers (SPD) an.Es sei im Grunde
genommen ein immer wiederkehrendes Problem, dass einige Jugendliche nur schwer zu greifen sind.
Das SRT soll verstärkt auf Jugendliche zugehen und ihnen Angeboteunterbreiten. Man hat sichvom
SRT mehr versprochen. Vorbildlich bezeichnet er den Laurens-Treff im Stadtbezirk
Aachen-Laurensberg, wo Jugendliche verstärkt in die Jugendarbeit eingebunden werden. Weiterhin
stellt er die Frage, was mit den bezirklichen Verfügungsmitteln geschehen ist, die für das Projekt
„Spielplatzbetreuung Hansmannstraße/Severinstraße“ der KOT aufgrund ihres Antrages vom
13.06.2001 zur Verfügung gestellt worden sind. Hierzu hat es trotz Wunsch der Bezirksvertretung
niemals einen Erfahrungsbericht gegeben.
Frau Eickholt-Schippers (Bündnis 90/Die Grünen) vermißtebenfalls die präventive Jugendarbeit in
Eilendorf. Sie fragt, warum es in 2004 in Eilendorfinsgesamt 14 Kinder-Inobhutnahmen gab? Warum
ist die Zahl der Fälle so hoch? Was ist vorbeugend geschehen?
Herr Römer (ABL) bemängelt, dass sich das SRT erst dann rührt, wenn das Kind in den Brunnen
gefallen ist. Er empfindet die Zahl der Fälle exorbitant hoch. Seiner Meinung nach ist der Bericht der
Verwaltung nicht konkret genug, um ausführlich darüber beraten zu können. Einen aussagekräftigeren
Bericht hätte er sich schon gewünscht.
Herr Ebbertz führt die hohe Zahl der Inobhutnahmen darauf zurück, dass seit 2004 eine neue
Dienstanweisungmit ausführlicherenKriterien zugrunde gelegt wird. Bis dahin hätte jeder
Sachbearbeiter selbst entscheiden können. Die neuen Standardsbeinhalteten auch die frühzeitige
Kontaktaufnahme mit den Eltern des Kindes. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen seien die Fälle eher
gering. DerEinsatz auch fallübergreifend im Sozialraum tätig zu werden sei wünschenswert, aber mit
derzeit zwei Sachbearbeiterinnen nicht zu verwirklichen. Beide sind voll mit Pflichtaufgaben
ausgelastet und haben keinen Freiraum für zusätzliche Jugendarbeit vor Ort.Im Augenblick kann
auch keine Sozialraumkonferenz (SRK) abgehalten werden, weil die zuständigen Sachbearbeiterinnen
in ein anderes Sachgebiet gewechselt und die Stellen vakant sind. Die Wiederbesetzung der Stellen
sei angestrebt.
Für Herrn Schäfer (SPD) bleibt nach wie vor eine Frage ungeklärt. Ihm ist schleierhaft, warum die
Verwaltung vor Jahren den Stadtbereichin SRT aufgeteilt hat. Die Idee des SRT ist für ihn
gescheitert, da die Aufgabenteilung nicht nötig gewesen sei. Die Bürokratie habe entgegen den
Erwartungen eher zugenommen. Er habe sich damals die Arbeit des SRT so wie in den Niederlanden
praktiziert vorgestellt. Dort sei in jedem Stadtbereich ein Jugendbetreuer tätig. Seine Fraktion hätte
gerne vom Jugendamt ein Konzept, wie man zukünftig sozialräumlich weiterarbeiten will.
Frau Eickholt-Schippers (Bündnis 90/ Die Grünen) liegt die präventive Jugendarbeit am Herzen. Sie
findet den Vorschlag von Herrn Verheyen (CDU) überlegenswert, auch in Eilendorf einen Jugendtreff
wie in Laurensberg zu schaffen. Es sollte in jedem Falle nach weiteren Lösungen gesucht werden.
Herr Verheyen (CDU)wirft ein, dass in der Stadtteilkonferenz überwiegend Probleme des
StadtbereichsAachen-Rothe Erde behandelt werden. Eilendorfer Probleme kämen nur am Rande vor
und bringenden Stadtbezirk Eilendorf nicht weiter. Er schlägt die Einrichtung einer eigenständigen
Stadtteilkonferenz für Eilendorf vor, wo ausschließlich Eilendorfer Themen angesprochen werden.
Herr Ebbertz erwähnt, dass es bereits die Sozialraumkonferenz Eilendorfals Instrument der
Jugendhilfeplanung seit 2002 gibt. Hier seien Vertreter aus Schulen, Kindergärten, Polizei, Jugendamt,
Offene Tür, Vereine etc. vertreten.
Herr Beckers (SPD)fragt nach, welche Probleme bei der Sozialraumkonferenz vorgetragen unddiskutiert werden. Gibt es eine Berichtspflicht zum Bezirksamt?Auch er stellt das Konzept des SRT in Frage bzw. betrachtet es als gescheitert und wünscht sich eine andere Regelung.
Herr Ebbertz erklärt, dass die Sozialräumlichkeit nicht in Frage gestellt ist und die Protokolle der Sozialraumkonferenzen (letzte Konferenz am 27.05.2004) allen zugänglich sind.
Herr Römer (ABL)bemängelt, dass die Sozialraumkonferenz schon wegen Fehlens einer Mitarbeiterinnicht mehr stattfindet. Auch er betrachtet das Konzept des SRT als gescheitert.
Frau Eickholt-Schippers (Bündnis90/Die Grünen) möchte konkret wissen, welche präventiven Maßnahmen das Jugendamt in Eilendorf künftig plant.
Herr Ebbertz könnte sich ein Konzept vorstellen, welches in der Sozialraumkonferenz (nur Eilendorfer Organisationen und Vereine) erarbeitet wird.
Frau Eschweiler (CDU) räumt den Einsatz von Streetworkern in Eilendorf oberste Priorität ein. Diese könnten augenblicklich tätig werden.
Herrn Schäfer (SPD) geht es noch um etwas ganz anderes. Die personelle Unterbesetzung des SRTist nicht der einzige Kritikpunkt. Nach der Aufteilung des Stadtgebietes in Sozialraumteams vermißter den nächsten Schritt. Die Integration des SRT in den einzelnen Stadtteilen habe nicht stattgefunden. Es sei ein Stillstand in der Entwicklung eingetreten. Es müssen jetzt konzeptionelle, räumliche und sachliche Veränderungen geschehen, um die Jugendarbeit zu optimieren.
Herr Römer (ABL) schlägt vor, das Jugendamt soll bis zur Sitzung am 13.12.005 hierzu berichten.
Beschluss
Technische Details
ID: 6719
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=6719
Grunddaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Datum
- Di., 06.09.2005
- Uhrzeit
- 18:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Status
- gemischt