2. Juni 2015 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
TOP 5Öffentlich

Antrag der juwi Energieprojekte GmbH zur Errichtung und Betrieb von sieben Windenergieanlagen im MünsterwaldErgebnisbericht zur Brutvogelkartierung im Jahr 2014

FB 36/0049/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Christoph Ulrich von der juwi Energieprojekte GmbH stellt sich kurz vor und gibt das Wort an Herrn Lars Gaedicke von der Fa. ecoda Umweltgutachten. Dieser gibt bekannt, dass im Auftrag der juwi Energieprojekte GmbH im Jahr 2014 eine weitere Vogelbrutkartierung durchgeführt worden sei, um die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zu überprüfen und ggfls. neue Erkenntnisse zum Vorkommen von Brutvögeln im Umfeld der geplanten WEA zu erhalten. Herr Gaedicke präsentiert das erstellte Gutachten anhand eines Power-Point-Vortrages.

Herr Dr. Aletsee zeigt sich irritiert und fragt nach, aus welchem Grunde bereits bekannte Daten nicht mit in die vorliegende Untersuchung miteinbezogen worden seien. Seiner Meinung nach sei dies nicht zielorientiert.

Er selber habe einen anderen, nicht wissenschaftlichen, Fachbeitrag erarbeitet, welcher auf einer kurzfristigen Zusammenstellung zufälliger Beobachtungen unterschiedlicher Personen basiere.

Es sei festgestellt worden, dass das Plangebiet in der Brutzeit regelmäßig vom Schwarzstorch überflogen werde und zur Nahrungssuche aufgesucht werde. Aufgrund der Häufung sei von Brutvögeln auszugehen. Zur Ermittlung des Horststandortes sei jedoch eine fachliche qualifizierte Untersuchung und Raumnutzungsanalyse notwendig.

Darüber hinaus wurde nach Angaben von Herrn Dr. Aletsee ein Horststandort des Rotmilans in unmittelbarer Nähe des Plangebietes (in knapp 1000 Meter Entfernung und somit eindeutig unterhalb des im neuen Helgoländer Papier von 2015 geforderten Mindestabstandes von 1500 Meter zur Anlage) festgestellt. Ein weiterer Horst befinde sich seit mehreren Jahren in größerer Entfernung zum Plangebiet. Jedoch seien auch hier ein fachlich qualifizierte Untersuchung und eine Raumnutzungsanalyse erforderlich.

Herr Dr. Aletsee empfiehlt auch, die Daten von 2011/12 nochmals zu überprüfen.

Herr Meiners fügt an, dass mit dem erneuten Gutachten Rechtssicherheit geschaffen werden sollte.

Herr von Frantzius verweist ebenfalls auf das „Neue Helgoländer Papier“.

Er selber habe auch festgestellt, dass der Rotmilan das Gebiet nicht nur überfliege. Er habe ihn auch mit Beute beobachtenkönnen, was für ihn ein Indiz dafür darstelle, dass dort auch gebrütet werde.

Beschluss

Der Landschaftsbeirat nimmt den Ergebnisbericht zur Brutvogelkartierung im Jahr 2014 bei 5 Enthaltungen einstimmig ablehnend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Landschaftsbeirat nimmt den Ergebnisbericht zur Brutvogelkartierung im Jahr 2014 zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Im Rahmen der geplanten Errichtung und Betrieb von 7 Windenenergieanlagen im Aachener Münsterwald hat die ecoda UMWELTGUTACHTEN Dr. Bergen § Fritz GbR, Ruinenstraße 33, 44287 Dortmund, im Auftrag der juwi Energieprojekte GmbH, Energie-Allee 1, 55286 Wörrstadt, im Jahr 2014 eine weitere Brutvogelkartierung durchgeführt, um die Ergebnisse der bisherigen umfangreichen avifaunistischen Untersuchungen zu überprüfen und ggf. neue Erkenntnisse zu Brutvogelvorkommen im Umfeld der geplanten Windenergieanlagen zu erhalten.

Nach diesem Ergebnisbericht, der dem Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen seit dem 11.05.2015 offiziell vorliegt, wurden insgesamt 81 Vogelarten im Umkreis von 2000 m (UR2000)um die geplanten Windkraftanlagen festgestellt sowie 59 Arten im Umkreis von 1000 m (Ur1000) registriert. Von diesen 59 Arten nutzten 45 den UR1000 zur Brut, weitere 14 Arten traten als Gastvögel auf.

Insgesamt wurden im UR2000 25 planungsrelevante Vogelarten nachgewiesen, von denen 6 Arten (Graureiher, Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke, Schwarzstorch und Kiebitz) nach dem „Leitfaden Umsetzung des Arten- und Habitatschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen“ (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen und Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, 2013) als Windkaft-empfindlich eingestuft werden.

Detaillierte Ergebnisse und Inhalte des Berichtes zur Brutvogelkartierung im Jahr 2014 werden durch einen Vertreter der ecoda UMWELTGUTACHTEN Dr. Bergen § Fritz GbR in der Sitzung des Landschaftsbeirats am 2. Juni 2015 vorgestellt.

Weitere Dokumente (1)

Ergebnisbericht
31.1 MB · PDF

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2015-05-18 FB 36_0049_WP17 Antrag der juwi Ener SAO.pdf

22.11.2024

31.3 MB

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Landschaftsbeirates
Gremium
Naturschutzbeirat
Datum
Di., 02.06.2015
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 09:34