Neuer KiTa-Standort für Brand Gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU und SPD vom 27.02.2015
FB 45/0095/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt Frau Pautsch und Herrn Mathar vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule.
Auf die Vorlage wird verwiesen.
Herr Auler von der CDU-BF bemängelt, dass die Vorlage eine Entscheidung letztendlich offen lasse. In der heutigen Sitzung würden 3 Bebauungspläne für Brand behandelt. Bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen für U3 und Ü3 Kinder befinde man sich unterhalb des angestrebten Solls. Mit dem Neubau des Kindergartens in Forst würden zwar insgesamt mehr Kinder versorgt, das Soll werde aber dennoch nicht erreicht. Seiner Meinung nach müsse frühzeitig gehandelt und die neue KiTa schnellstmöglich gebaut werden. Der gemeinsame Beschlussvorschlag der Fraktionen SPD und CDU laute deshalb wie folgt:
„Die Bezirksvertretung Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und verweist den Punkt zur weiteren Beratung an den Kinder- und Jugendausschuss mit der Empfehlung, entsprechende Planungsmittel für das Haushaltsjahr einzustellen und eine Planung zu erarbeiten.“
Frau Pauli von der SPD-BF bedankt sich für die umfangreiche Vorlage, die allerdings bei ihr einige Fragen aufwerfe. In Anbetracht der Zielversorgungsquote für die Gebiete Ost, Forst und Brand sei die Unterdeckung so massiv, dass praktisch für 5 Gruppen Kindergartenplätze fehlten. Demgegenüber sei bereits im Jahre 2013 in der Bezirksvertretung Brand ein KiTa-Neubau Im Kollenbruch vorgestellt und 2014 im Maßnahmenkatalog aufgenommen worden. Ein Teil der Versorgungslücke solle nun durch den Neubau in Forst abgedeckt werden. Ihrer Berechnung nach würden dort 82 Plätze für den U3 Bereich geschaffen. Sie bezweifele, dass damit auch andere Sozialräume mit abgedeckt werden könnten. Aktuell stellten sich die Fragen, was in Forst weiter geplant sei, wie mit der Einrichtung in der Jackstraße umgegangen werde und letztendlich wie viele neue Plätze in Brand geschaffen würden. Sie empfehle daher dringend, die KiTa Kollenbruch nicht erst im Jahre 2020 zu realisieren, da der Bedarf bereits früher bestehe.
Für die Verwaltung bestätigt Frau Pautsch, dass bereits im Jahre 2013 erstmalig über die KiTa Im Kollenbruch gesprochen worden sei. Der Bedarf bestehe, so wie in anderen Bereichen in der Stadt Aachen auch. Mit dem Ziel einer Versorgungsquote von 50 % habe die Verwaltung die Aufgabe, Maßnahmen zu entwickeln und vorzustellen. Es sei im Vorfeld eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen gebildet wurde, um nach Potentialflächen zu suchen. In einem Gespräch sei der Standort Im Kollenbruch vorgeschlagen und eine entsprechende Vorlage gefertigt worden. In diesem Zusammenhang seien als Aspekte zum einen der personelle Bedarf und zum anderen die Finanzierung zu berücksichtigen. Es könnten zwei Neubauprojekte pro Jahr geplant und realisiert werden. Forst habe im Vergleich die niedrigste Versorgungsquote, doch hätten Brand und das Ostviertel auch niedrige Quoten, so dass letztendlich alle Maßnahmen erforderlich seien. Das Projekt in Forst werde auch mit dem Ziel realisiert, den aktuellen Versorgungsbedarf in Brand abzudecken. Bei einer Vorlaufzeit von 2 – 2 ½ Jahren für ein Investorenprojekt könne im Jahre 2018 mit den Vorbereitungen für die KiTa Im Kollenbruch begonnen werden. Die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel sei für die Realisierung der Neubaumaßnahmen entscheidend, insoweit könne der veränderte Beschlussvorschlag der Brander Politik hier unterstützen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt würden in der KiTa in Forst auch Brander Kinder betreut. Es seien dort zudem Umwandlungen geplant mit dem Ziel, für alle Altersgruppen mehr Plätze anzubieten. In der Jackstraße sei grundsätzlich auch eine Umwandlung möglich, da die räumlichen Gegebenheiten vorhanden seien. Die KiTa in der Schagenstraße wäre von der Gruppenstruktur her eine Umwandlung denkbar, allerdings seien die räumlichen Gegebenheiten unpassend. Die Ü3-Versorgungsquote sei in Brand mit 92 % gerade noch ausreichend, es müsse jedoch vorgesorgt werden. Nach derzeitiger Beschlusslage seien Haushaltsmittel für die Anmietung Im Kollenbruch ab dem Jahre 2020 vorhanden. Wenn sich durch die Neubaugebiete im Bezirk Brand noch mehr Bedarf entwickeln würde, müsse neu überlegt und geplant werden.
Herr Hußmann von der GRÜNE-BF fragt nach den personellen Kapazitäten und den Haushaltsmitteln. Diese seien zunächst für das Jahr 2020 bereitgestellt; doch sei die Verwaltung personell dazu in der Lage, auch einen früheren Termin zu realisieren.
Frau Pautsch stellt klar, dass aus Kapazitätsgründen Prioritäten gesetzt werden müssten.
Herr Hellmann von der SPD-BF erklärt, dass aufgrund eines gemeinsamen Antrages der Fraktionen seinerzeit der KiTa-Standort Im Kollenbruch gewählt worden und heute der gemeinsame Beschlussantrag von Herrn Auler vorgetragen worden sei. Der Kinder- und Jugendausschuss solle eingebunden werden, um die Prioritätenliste entsprechend anzupassen. Die Voraussetzung dafür sei mit einem baureifen städt. Gelände gegeben.
Herr Müller von der SPD-BF erinnert, dass seinerzeit die Brander Politik durch die Verwaltung darauf hingewiesen wurde, dass dringend Handlungsbedarf für eine neue KiTa in Brand bestehe. Die Bezirksvertretung habe ursprünglich einen anderen Standort favorisiert sei dann aber auf den Standort Im Kollenbruch umgeschwenkt, um eine Änderung des Bebauungsplanes abzuwenden.
Ratsherr Palm hält die Planungen und Handlungen der Verwaltung für unseriös. Es drohe in diesem Jahr ein Nothaushalt.
Frau Pautsch bestätigt, dass die Planungen für den KiTa-Bereich schwierig seien. Es sei mit der Prüfung einzelner Sozialräume und Projekte begonnen worden. Hierbei seien unter den ersten der Sozialraum und das Projekt "KiTa Im Kollenbruch" betrachtet worden. Bei Erstellung des von der Politik geforderten Maßnahmenkatalogs zum U3 Ausbau in Bezug auf das gesamte Stadtgebiet hätten sich in der Bearbeitung Veränderungen in der Priorisierung von Maßnahmen ergeben.
Es sei aber immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt worden.
Frau Pauli von der SPD-BF teilt mit, dass heute Bebauungspläne für Neubaugebiete in Brand beschlossen würden. Sie fragt, was mit den Kindern geschehe, die nach Brand ziehen und keinen KiTa-Platz erhalten, und was mit der Container-KiTa am Standort in der Schagenstraße passiere.
Frau Pautsch sichert zu, die Fragen im Fachbereich abzuklären und hofft, dass eine akzeptable Lösung gefunden wird. Aus dem Maßnahmenkatalog ergebe sich, dass der Auslagerungsstandort Schagenstraße weiter erhalten bleiben solle, da in den kommenden Jahren weitere Umbaumaßnahmen/Erweiterungen städtischer KiTas geplant seien, und demnach auch Bedarf für Auslagerungen bestehe. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine Entscheidung darüber, welche Einrichtung in den Auslagerungsstandort Schagenstraße verlagert werde.
Herr Auler von der CDU-BF bittet darum, die den Bezirk Brand betreffenden Änderungen jeweils dem Bezirksamt mitzuteilen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Der gemeinsame Antrag von CDU und SPD vom 27.02.2015 gilt damit als erledigt.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Ausgangslage
Basierend auf einem Antrag der Fraktionen hat der Kinder- und Jugendausschusses in seiner Sitzung am 04.06.2013 den Beschluss gefasst, dass für die Stadt Aachen eine Zielversorgungsquote von50 % im U3 Bereich festgelegt wird.
Ausgehend von den KiTa-Plätzen des KiTa-Jahres 2013/2014 waren zu diesem Zeitpunkt gesamtstädtisch ca. 500 weitere U3 Plätze zu schaffen, um diese Quote zu erreichen.
Mit fortschreitendem U3 Ausbau zeigt sich, dass in einigen Sozialräumen bereits eine gute Versorgungsquote erreicht wird, während in anderen ein massiver Ausbaubedarf besteht.
Um die weitere Ausbauplanung mit Blick auf die verschiedenen Bedarfe sozialraumbezogen vornehmen zu können, wurde u.a. die AG KiTa-Standorte ins Leben gerufen, die sich aus Vertretern des FB 61 sowie des FB 45 zusammensetzt.
Bei den Treffen werden die einzelnen Sozialräume dahingehend überprüft, ob Bedarf an U3 Plätzen besteht und wo mögliche Potenzialflächen für KiTa-Neubauten vorhanden sind.
In Brand – Sozialraum 12 – wurde der Bedarf für eine 5-gruppige KiTa bestätigt. Gleichzeitig wurden von Seiten des FB 61 diverse Potenzialflächen vorgestellt.
Nach Priorisierung dieser Flächen wurden diese der Bezirksvertretung in Brand vorgestellt.
Im Februar 2014 haben sich die Mitglieder der Bezirksvertretung in einem interfraktionellen Gespräch auf den auch von Seiten des FB 45 favorisierten Standort Im Kollenbruch geeinigt.
- Weiterer U3 Ausbau
Der KiTa-Neubau am Standort Im Kollenbruch ist ein Projekt des Maßnahmenkatalogs zum weiteren U3 Ausbau, der dem Verwaltungsvorstand im Juli 2014 vorgestellt wurde.
Basierend auf diesem Maßnahmenkatalog sind in der mittelfristigen Haushaltsplanung 2015 ff Finanzmittel vorgesehen.
Bei der Priorisierung der Maßnahmen wurden diverse Kriterien herangezogen, u.a.
- Versorgungsquote innerhalb des Sozialraums
- Befristete bauordnungsrechtliche Genehmigungen von Bestandsgebäuden
- Zwingender Handlungsbedarf aufgrund des baulichen Zustands von Bestandsgebäuden
- Kombiniertes Bauprojekt => Realisierung abhängig vom Zeitplan für das gesamte Projekt
Mit den aktuell eingeplanten Finanzmitteln ist eine Realisierung von zwei Projekten pro Jahr angestrebt.
Die Planungen können nur im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel weiter vorangetrieben werden.
- Angrenzender Sozialraum 6 (Aachen Forst/ Driescher Hof)
Ein Teil der U3 Ausbaumaßnahmen, die primär in den nächsten Jahren realisiert werden sollen, sind Maßnahmen im Sozialraum 6, Aachen Forst.
Dies ist der Sozialraum mit der niedrigsten Versorgungsquote im U3 Bereich, so dass hier der dringendste Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig grenzt er unmittelbar an den Sozialraum 12, Aachen-Brand an.
Über die in Forst vorgesehenen Maßnahmen wird nach Fertigstellung eine Versorgungsquote von 41,47 % im U3 Bereich erreicht, so dass damit ein Teil der Versorgungslücke in Brand übergangsweise abgefangen werden kann, bis dort über den Neubau Im Kollenbruch neue Plätze geschaffen werden.
- Neubaugebiete in Brand
Die im Antrag benannten Neubaugebiete in Brand sind im Hinblick auf die Entwicklung weiterer Bedarfe an KiTa-Plätzen in den Blick zu nehmen.
Mit Inbetriebnahme der KiTa Im Kollenbruch in 2020 kann ab diesem Zeitpunkt auf die Bedarfe reagiert werden.
Um bereits vorher bestehenden Bedarfen an U3 Plätzen Rechnung zu tragen, wird von Seiten der Verwaltung eine konkrete Überprüfung der Umwandlungspotentiale in den Bestands-KiTas in Brand erfolgen.
Gleichzeitig wird es mit Blick auf die vielen Neubaugebiete wichtig sein, die Entwicklung der Bedarfe in Brand regelmäßig zu überprüfen, um bei Veränderungen reagieren zu können und die Ausbauplanung für diesen Sozialraum bei Bedarf weiter fortzuschreiben.
- Fazit
Mit Hilfe des angrenzenden Sozialraums Aachen-Forst, in dem aktuell bereits Maßnahmen zur Schaffung weiterer U3 Plätze geplant bzw. in der Umsetzung sind, kann voraussichtlich ein Teil der Bedarfe übergangsweise aufgefangen werden, bis der Neubau in Brand fertig gestellt ist.
Eine frühere Realisierung des Projekts am Standort Im Kollenbruch ist mit Blick auf das Planungsrecht grds. möglich. Eine Fertigstellung vor 2018 erscheint allerdings unter Berücksichtigung der Vorlaufzeiten sowie der Bauphase für einen KiTa-Neubau nicht möglich.
Gleichzeitig kann die Verwaltung ausschließlich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel agieren. Nach jetzigem Stand ist daher eine Finanzierung und Inbetriebnahme der KiTa Im Kollenbruch erst ab 2020 möglich.
Ein früherer Beginn wäre nur dann denkbar, wenn im Rahmen der Haushaltsberatungen 2016 ff die Mittel für die Anmietung der KiTa bereits zu einem früheren Zeitpunkt (ab 2018ff) eingeplant werden könnten.
Über die geplanten Neubaugebiete könnten sich darüber hinaus weitere Bedarfe ergeben.
Dies ist im weiteren Verlauf des U3 Ausbaus in den Blick zu nehmen und zu überprüfen.
Gerne steht der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule diesbezüglich im Laufe des nächsten Jahres für ein Gespräch zur Verfügung, um gemeinsam mit der Bezirksvertretung eine Einschätzung in Bezug auf die Neubaugebiete vorzunehmen und mögliche Handlungsbedarfe zu ermitteln.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen Es gibt keine finanziellen Auswirkungen, da es sich um eine Berichtsvorlage handelt. | ||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 70136
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=70136
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2015-04-15 FB 45_0095_WP17 Neuer KiTa-Standort SAO.pdf
22.11.2024
947.0 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Datum
- Mi., 02.09.2015
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 23. Februar 2026 um 09:58