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Grünenthal - Sperrung der Straße Grünenthal für den DurchgangsverkehrAntrag der Fraktion B.90/die Grünen vom 26.02.2015

FB 61/0223/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksvertreter Brantin sieht für die CDU das Problem weniger in der Sperrung der Straße sondern mehr im Umgang damit. Das Gebiet Grünenthal sei reizvoll zum Spazieren und Joggen, es stelle jedoch auch eine wichtige Verbindung zwischen Grünenthal und Alt-Richterich dar. Er halte es für bedenklich, diese zu sperren. Herr Bezirksvertreter Brantin verweist auf eine ähnliche Situation im Hander Weg. Daher müsse man einen Weg finden, berechtigte Interessen zusammenzuführen. Die Lösung könne nicht die komplette Sperrung sein, vielmehr kämen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, z.B. Einführung Tempo 20, bauliche Maßnahmen und entsprechende Kontrollen in Betracht, um der Verantwortung, die schwächsten Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Kinder) zu schützen, gerecht zu werden.

Herr Bezirksvertreter Feil erläutert für Bündnis 90/Die Grünen den von ihm gestellten Antrag zur Sperrung der Straße Grünenthal. Es gehe nicht darum, jemanden auszuschließen. Er bedauere, wenn dieser Eindruck entstanden wäre.Die Verbindung zwischen Grünenthal und Alt-Richterich könne man auch mit dem Rad oder zu Fuß bewältigen. Für Fahrzeuge gehe es lt. Verwaltung um einen Umwegvon nur 2km.. Es handle sich um eine landschaftlich reizvolle Gegend in dem nach seiner Kenntnis einzigen Landschaftsschutzgebiet in Richterich. Die Straße „Grünenthal“ würde von verschiedenen Bevölkerungsgruppen genutzt: Schulkinder, Fußgänger, Fahrradfahrer, Hundehalter, Jogger, Walker und jungen Familien mit Kindern. Für diese habe er den Antrag gestellt. Nach Gesprächen mit Beteiligten schlage er in Abweichung zu seinem Antrag, die Straße mit Pollern zu sperren, vor, die Straße durch Beschilderung zu sperren und den landwirtschaftlichen Verkehr zu erlauben.

Herr Bezirksvertreter Kuckelkorn verweist für die SPD darauf, dass die Sperrung bereits vor Jahren Thema in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich v.a. wegen der Krötenwanderung war. Damals habe man einen guten Kompromiss gefunden. Er lehnt eine Abpollerung – auch mit fernbedienbaren versenkbaren Pollern - ab, da Grünenthal ein Teil von Richterichsei. Er stimmt den Kompromissvorschlägen von Herrn Bezirksvertreter Brantin zu und hält diese für wirkungsvoll.

Auch Herr Bezirksvertreter Dautzenberg spricht sich gegen eine Sperrung aus auch im Hinblick auf die Erfahrungen im Hander Weg. Er weist darauf hin, dass auch die Anwohner der Karl-Friedrich-Str. zum Teil Richtericher Bürger seien, die durch eine Verlagerung des Verkehrs aus Grünenthal zusätzlich zu den bereits dort bestehenden Problemen weiter belastet würden. Als Vertreter aller Richtericher Bürger könne er dies nicht unterstützen. Insofern unterstütze er die vorgeschlagenen Maßnahmen, man müsse jedoch hinsichtlich der Durchführbarkeit von Kontrollmaßnahmen realistisch bleiben und verweist auf die bekannten Probleme bei der einseitigen Sperrung in Uersfeld. Hier sei Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer gefragt.

Herr Bezirksvertreter Wernerschließt sich den Ausführungen seiner Vorredner an und lehnt ebenfalls eine Sperrung durch Poller ab. Er verweist auf das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme lt. Straßenverkehrsordnung. Die in der Einwohnerfragestunde erwähnten Probleme in der „Rushhour“ seien ihm nicht bekannt.

Da es u.a. um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen gehe, schlägt Herr Bezirksvertreter Poth vor, Maßnahmen in den Schulen im Schulzentrum Laurensberg zu initiieren, um die Schüler und Eltern auf die Problematik hinzuweisen. Die gegenseitige Rücksichtnahme im Sinne der Straßenverkehrsordnung sei unbedingt einzuhalten, jedoch funktioniere dies erfahrungsgemäß ohne Kontrollen und ggfls. eine gewisse Bestrafung meist nicht. Die Aufstellung von Schildern ohne Kontrolle habe seiner Meinung nach nur eine temporäre Wirkung. Darüber hinaus sei auch von den Anwohnern in diesem Bereich angepasstes Verhalten zu erwarten.

Frau Bezirksbürgermeisterin Köhne lässt zunächst über den weitergehenden Antrag von Bündnis 90/Die Grünen abstimmen:

„Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Sie bewertet hier jedoch den Anspruch von Radfahrern und Fußgängern auf einen sicheren Schulweg sowie auf ungestörte Erholung im Naturraum höher als den Anspruch von Kfz-Fahrern auf die kürzeste Wegverbindung. Sie bittet daher die Verwaltung, die Straße „Im Grünenthal“ zwischen dem Zehnthof und der Siedlung Grünenthal mittels geeigneter Beschilderung für den Durchgangsverkehr zu sperren. Der landwirtschaftliche Verkehr soll frei bleiben.“

Der Antrag wird bei zwei Ja-Stimmenmehrheitlich abgelehnt.

Anschließend lässt Frau Bezirksbürgermeisterin Köhne über folgenden Beschlussentwurf abstimmen:

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis. Sie beschließt im Bereich der Anliegerstraße „Im Grünenthal“ Tempo 20 einzuführen. Sie beauftragt die Verwaltung a) die mobile Geschwindigkeitsanzeige zweitweise in diesem Bereich aufzustellen b) die Polizei zu bitten, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen c) bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu prüfen. Der Antrag gilt damit als behandelt.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung, wonach eine Änderung der Verkehrssituation aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht erforderlich ist, zur Kenntnis. Der Antrag gilt damit als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich hat sich in den letzten Jahren mehrfach mit der Verkehrsführung in der Straße Grünenthal beschäftigt. Die Anträge kamen dabei zumeist aus den Reihen der Anwohner, wobei anzumerken ist, dass sowohl Anträge auf Abpollerung als auch Anträge auf Öffnung der Straße für den Fahrzeugverkehr gestellt wurden.

Als Hauptgrund für eine dauerhafte Sperrung wurden Konflikte zwischen Kraftfahrzeugen und Spaziergängern bzw. Radfahrern genannt.

Die Befürworter einer Öffnung der Straße für den Kraftfahrzeugverkehr führten zumeist die Umwegefahrten über Laurensberg bzw. Vetschau für die unmittelbaren Anwohner der Straße Grünenthal und die „Abkoppelung“ der Siedlung von Alt-Richterich an.

Auch liegen verschiedene Ziele, wie z.B. der Hundeübungsplatz, der Angelteich und landwirtschaftlich genutzte Flächen im überwiegend unbebauten Bereich, die jetzt aus beiden Richtungen angefahren werden können.

Die jetzige Regelung sieht vor, dass die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Ausgenommen von der Regelung sind Radfahrer und Anlieger, die ein Anliegen im gesperrten Teilstück haben. Hiermit ist sichergestellt, dass die genannten Ziele erreichbar sind und auch die landwirtschaftlichen Flächen aus beiden Richtungen angefahren werden können. Darüber hinaus wird im Frühjahr die Straße während der Amphibienwanderzeit mittels Sperrpfosten zwischen dem Zehnthof und Haus 34 gesperrt.

Die Fraktion B.90/die Grünen in der Bezirksvertretung Richterich beantragt eine neuerliche Bewertung der Verkehrssituation, da es erneute Beschwerden von Anwohnern über nächtliche Lärmbelästigung durch unzulässiges Befahren gebe. Sie schlägt vor, den Bereich ganzjährig wirkungsvoll so zu sperren, dass außerhalb der Amphibienwanderzeit die Zufahrt zum Angelteich aus einer Richtung möglich bleibe.

Die in der Straße Grünenthal liegenden Ziele müssen mindestens aus einer Richtung durch den motorisierten Verkehr erreichbar sein. Dies bedingt, dass nur ein Teilbereich gesperrt werden könnte. Da vermutlich der Angelteich und auch der Hundesportverein häufiger aus Richtung Alt-Richterich als aus Richtung Laurensberg angefahren werden, wäre der Sperrung des Bereichs zwischen Haus 34 und Zufahrt Angelteich/Hundesportverein der Vorzug zu geben.

Da über die gesamte Länge des zu sperrenden Bereichs landwirtschaftliche Flächen angrenzen, müsste für die Landwirte die Möglichkeit geschaffen werden, alle Flächen zu erreichen. Dies könnte über herausnehmbare rot-weiße Sperrpfosten realisiert werden, so dass sich der Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich meist ohne Kraftfahrzeugverkehr bewegen könnte. Der Bereich zwischen Zufahrt Angelteich/Hundesportverein würde weiterhin befahren. Die Anzahl der Fahrten würden aber voraussichtlich geringer werden.

Die Anwohner der Häuser Grünenthal 1 bis 43 könnten Ziele in Alt-Richterich und Richterich nur noch über den Umweg über Vetschau oder Laurensberg erreichen. Dies würden Umwegefahrten von mind. 2 km pro Fahrt bedeuten (gemessen an der Wegstrecke zwischen Grünenthal 10 und Kreuzung Grünenthaler Straße/Grünenthal).

Für die Landwirte bedeutet das Entfernen und wieder Einsetzen der Sperrpfosten einen zeitlichen Mehraufwand. Vergleichbare Situationen haben in der Vergangenheit aber gezeigt, dass vielfach die Sperrpfosten nicht wieder eingesetzt werden und mit der Zeit verschwinden, was zu erhöhten Unterhaltungskosten führt.

Zudem sind die notwendigen Dreikanntschlüssel zum Bedienen der Sperrpfosten frei im Handel erhältlich. Auch eine zusätzliche Absicherung mittels Vorhängeschlössern schützt nicht davor, dass die Sperrpfosten durch Unbefugte herausgenommen werden können. Außerdem birgt diese zusätzliche Absicherung das Risiko, dass gerade deshalb keine ordnungsgemäße Bedienung durch die Landwirte erfolgt.

Die vorgetragenen Lärmbelästigungen könnten ebenfalls nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da eine Teilweise Befahrung nach wie vor möglich wäre.

An die Fachverwaltung wurden in den letzten Jahren keine Beschwerden von Anwohnern herangetragen. Weder wurden Lärmbelästigungen gemeldet, noch wurden Konflikte mit Fußgängern gemeldet. Verkehrsunfälle wurden in diesem Bereich durch die Polizei nicht aufgenommen.

Die Kreisbauernschaft Aachen E.V. hat sich gegen eine Teilsperrung der Straße ausgesprochen. Sie gibt an, dass bereits durch die bisherige Sperrung zum Schutz der Amphibien die Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen erheblich erschwert wird. Weiterhin führt sie an, dass die dauernde Bedienung des Sperrpfostens besonders im Ernteeinsatz mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden sei.

Aus verkehrlicher Sicht bestehen keine Bedenken gegen die gleichzeitige Nutzung der Wegebeziehung durch Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger. Die Verkehrsmengen sind so gering, dass bei gegenseitiger Rücksichtnahme keine das normale Maß übersteigende Gefährdung eines Verkehrsteilnehmers entsteht. Nach Abwägung aller vorliegenden verkehrlichen Aspekte empfiehlt die Verwaltung daher, die jetzige Regelung beizubehalten.

Abstimmungsergebnis

einstimmig bei 2 Enthaltungen

Weitere Dokumente (1)

SKMBT_C364e15070814300
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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2015-07-20 FB 61_0223_WP17 Gruenenthal - Sperrun SAO.pdf

21.11.2024

426.9 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Richterich
Datum
Mi., 28.10.2015
Uhrzeit
18:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Status
öffentlich
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Zusätze
Es wird auf die mit der Einladung zur Sitzung am 09.09.2015 versandten Unterlagen verwiesen.
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 10:21