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Umgestaltung Marktplatz Brand und Umgebunghier: Ausführungsbeschluss

FB 61/0310/WP17 · Entscheidungsvorlage

Umgestaltung Marktplatz Brand und Umgebunghier: Ausführungsbeschluss

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt Frau Poth vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen und Herrn Dr. Ruckert vom Fachbereich Umwelt.

Frau Poth verweist auf die Vorlage und teilt mit, dass Herr Dr. Ruckert den Bereich der Grünflächen vorstellen werde. Das Gesamtkonzept sei der Bezirksvertretung Brand bekannt, da zurückblickend seit dem Jahre 2009 die Thematik behandelt werde. Zwischenzeitlich sei ein Teilabschnitt der Maßnahme „Ausbau der Marktstraße und Marktplatz“ realisiert worden. Die vorliegende Planung baue auf 3 Achsen auf, die Sichtbeziehung zur Kirche, das Gastroband und das Aktivitätenband. Der Brander Marktplatz sei das Herzstück des Bezirks.

Um allen Anforderungen an diesen Marktplatz gerecht zu werden, sei unter Berücksichtigung der bautechnischen Anforderungen an die zukünftige Belastung geplant worden. Das ursprünglich geplante Natursteinpflaster sei verworfen worden, da eine lange Belastbarkeit angezweifelt werden müsse.

Mit dem Architekturbüro Hermanns sei die Verlegung eines hochwertigen Plattenbelags (36x12x14 cm) im Fischgrätverband vereinbart worden. Die Linde und der Brander Stier auf dem Marktplatz erhielten als markante Elemente neue Einfassungen. Ein Leitsystem für Blinde und sehbehinderte Menschen werde geschaffen. Als neue Attraktion werde ein Brunnen am Ende des Gastrobandes gebaut. Hier sei noch keine abschließende Absprache mit dem Gebäudemanagement über die Brunnentechnik erfolgt. Dies werde zeitnah nachgeholt; in die Ausschreibung werde zunächst die Brunnenkammer aufgenommen. Die veranschlagten Kosten seien gedeckt.

Der umlaufende Randbereich werde mit Betonplatten belegt, wie sie bereits am Platz in der Jesuitenstraße verwendet worden sind. Einschließlich Fahrbahn werde mit einer Bauzeit von 8 Monaten gerechnet. Die veranschlagten Baukosten beliefen sich auf 2.565.280 Millionen €.

Sobald der Mobilitätsausschuss den Ausführungsbeschluss gefasst habe, werde die Veröffentlichung im Dezember 2015 stattfinden, so dass im Januar 2016 ein Submissionstermin festgesetztwerden könne. Der Baubeginn stehe in Abhängigkeit zur Fertigstellung der Turnhalle (Anfang April 2016), da die Baustellenzufahrt zum Hochbau berücksichtigt werden müsse.

Herr Dr. Ruckert geht auf die Planungen der Grünflächen ein. Der vorhandene Baumbestand in der Parkanlage solle weitgehend erhalten bleiben. Um die Eschenallee neu aufzubauen würden lediglich die Bäume in diesem Bereich gefällt, von denen viele bereits jetzt abgängig oder in ihrer Vitalität rückläufig seien. Es würden in der Bilanz mehr Bäume gepflanzt als gefällt; bei 48 Fällungen würden 80 Bäume neu gepflanzt. Im westlichen Teil des Aktivitätenbandes an der neuen Turnhalle werde ein Platz mit verschiedenen Bewegungsgeräten entstehen. Ein Basketballfeld werde angelegt und Bänke würden gesetzt. Auf dem Kleinspielfeld könne Fußball und Volleyball gespielt werden.

Herr Dr. Ruckert geht noch weiter auf die Neupflanzungen, den Standplatz des Brander Stiers und den Spielplatz ein und erklärt abschließend, dass insgesamt die Grün- und Spielanlage durch die Umgestaltung mit dem künftigen Wegesystem, den Aufenthaltsbereichen, den Spiel- und Sportangeboten und den neuen Anpflanzungen einladender, nutzungsfreundlicher und in Verbindung mit dem neuen Marktplatz als zentraler öffentlicher Begegnungsraum für Brand deutlich aufgewertet werde.

Ratsfrau Lürken von der CDU-BF berichtet, dass es bereits im Jahre 2007 einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Umgestaltung des Marktplatzes gegeben habe. Der seinerzeitige Fachbereichsleiter Herr Wingenfeld habe neben der Neugestaltung des Marktplatzes die Rahmenplanung vorgeschlagen. Im Februar 2008 sei die Rahmenplanung durch den Planungsausschuss und die Bezirksvertretung Brand auf den Weg gebracht worden. Sie persönlich halte den vorliegenden Entwurf mit den Aktivitätsangeboten, den neuen Bäumen etc. für sehr gelungen. Das Ergebnis sei nur durch die Mitwirkung vieler Personen möglich geworden. So gelte ihr Dank der ehemaligen Dezernentin Frau Nacken, der Projektleiterin Frau Hens, dem Architekten Herrn Hermanns, dem ehemaligen Bezirksbürgermeister Herrn Henn und der früheren Bezirksamtsleiterin Frau Krott. Die Brunnenanlage sei ein wesentliches Element der Erneuerung und solle in den Beschluss mit aufgenommen werden. Die kalkulierte Bauzeit von 8 Monaten solle eingehalten werden, damit möglichst schon der Weihnachtsmarkt 2016 eventuell im Rahmen der Eröffnung wieder auf dem Marktplatz stattfinden könne.

Ratsfrau Lürken bedankt sich bei Frau Poth und Herrn Dr. Ruckert für ihr Engagement.

Herr Müller von der SPD-BF bedankt sich im Namen seiner Partei ebenfalls bei Frau Poth und den zuvor von Ratsfrau Lürken genannten Personen.

Auf Nachfrage des Herrn Müller erklärt Frau Poth, dass die favorisierten Betonsteine für die Platzfläche 14 cm stark seien und lediglich die Bettung mit 4 cm eingeplant werde.

Herr Müller richtet die Frage an Herrn Dr. Ruckert, ob die im Park stehende Baumkreuzanlage wieder mit Birken ergänzt werden kann, um den früheren Zustand wieder herzustellen.

Herr Dr. Ruckert teilt mit, dass dieses Baumkreuz ein Relikt aus der früheren Friedhofsnutzung sei. Dieses Kreuz sei jedoch nicht nur ein Baumkreuz, sondern auch eine Wegebeziehung gewesen. Er plädiere dafür, nicht an alten Strukturen festzuhalten, sondern sich an neue Bedingungen anzupassen.

Herr Müller schlägt vor, den Taxistand am derzeitigen Standort in der Freunder Landstraße zu belassen und nicht an den Marktplatz zu verlegen. Anstelle des im Plan verzeichneten Taxistands solle eine zeitlich unbefristete Ladezone (eingeschränktes Halteverbot) beschildert werden, um Anhalte– und Lademöglichkeiten in der Nähe der Geschäfte zu schaffen. Außerdem sollten die beiden Poller, die die Einfahrt vom Paul–Küpper-Platz in die Eschenallee unterbinden, um 1-2 Meter zurück verlegt werden, um die Ausfahrt aus dem Parkplatz und das Wenden an dieser Stelle zu erleichtern. Zwischen dem Nebeneingang zum Schulhof Marktschule und dem Weg entlang des Aktivitätenbandes der Parkanlage Eschenallee sollte ein kleiner Verbindungsweg mit einfachen Mitteln geschaffen werden. Dies könne zum Beispiel mit Trittsteinen gemacht werden.

Auf Nachfrage des Herrn Müller bestätigt Frau Poth, dass die Finanzierung des Brunnens gesichert sei. In dem Betrag von 2,565 Millionen € sei die Finanzierung des Brunnens mit 46.747,00 € für Brunnentechnik incl. Wasserreservoir, Umweltfilter und Regeltechnik enthalten. Zusätzlich sei ein Betrag von 16.000,00 € für das oberirdische Betonelement einkalkuliert.

Herr Hußmann von der GRÜNE-BF erkundigt sich nach der Möglichkeit, zusätzliche Fahrradbügel aufzustellen und begrüßt die Neupflanzung von 80 Bäumen.

Frau Poth hält die Montage von weiteren 10 Fahrradbügeln im Rahmen der Umbaumaßnahme für ausführbar. Ein gesonderter Beschluss hierzu sei nicht erforderlich, da die Bezirksvertretung offensichtlich diesen erfüllbaren Wunsch habe.

Auf die Frage des Herrn Hußmann nach der WC-Anlage geht Herr Sanders ein. Zu Beginn der Planungen sei eine Toilettenanlage der Fa. JC-Decaux im Gespräch gewesen. Da die fragliche Anlage aber nicht barrierefrei war, sei die Überlegung im weiteren Planungsprozess nicht mehr konkret verfolgt worden. Stattdessen sei über eine Ertüchtigung der vorhandenen Anlage gesprochen worden. Die jetzige WC-Anlage werde vom städt. Gebäudemanagement unterhalten. Sowohl Unterhaltungs- als auch Ertüchtigungskosten müssten demnach aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. Zwischenzeitlich gebe es einen neuen Vertrag zwischen der Stadt Aachen und einem Werbepartner über die hinterleuchtete Wirtschaftswerbung, der insgesamt 6 komfortable und behindertenfreundliche Toilettenanlagen für Aachen berücksichtige. 5 Anlagen seien für die Innenstadt verplant; 1 Anlage stehe zur Disposition. Da der Bedarf unzweifelhaft gegeben sei und die Stadt Aachen bei Verwendung der Vertragstoilette lediglich den Abriss der alten Anlage und die Vorbereitung der Fläche für die Neuinstallation übernehmen müsse, sei ein Beschluss im Sinne der Aufstellung einer Toilette durch den Werbevertragspartner die wirtschaftlich beste Lösung.

Ratsherr Blum von der FDP erinnert sich, wie seinerzeit die Rahmenplanung mit Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht wurde. Die Brander Bürgerinnen und Bürger könnten stolz auf die Planung sein, die seinerzeit vom Preisgericht und ihm favorisiert worden sei. Auf seine Frage, ob die abgebauten Spielgeräte wieder verwendet werden können, antwortet Herr Dr. Ruckert, dass die Spielgeräte teilweise aufgearbeitet wieder zum Einsatz kommen würden.

Herr Meyer von der CDU-BF verweist auf den Antrag der CDU-BF vom 14.01.2015 und fragt nach, ob interessierte Bürgerinnen und Bürger die zu entsorgenden Sträucher und Pflanzen abholen und weiter verwenden können.

Herr Dr. Ruckert sieht grundsätzlich hierin kein Problem; die Aktion sollte allerdings koordiniert werden. Er bittet um Beachtung der Brut- und Nistzeiten.

Herr Sanders berichtet über bereits mit dem Aachener Stadtbetrieb in dieser Sache geführteGespräche. Demnach sei zu bedenken, dass die Qualität der Sträucher auf die Jahre gesehen gelitten habe. Dennoch seien einzelne Gewächse weiterhin verwendbar. Der Gartenbauverein Brand sei grundsätzlich bereit, die Maßnahme zu unterstützen.

Frau Poth schlägt vor, eine Woche vor dem Baubeginn die Aktion im Rahmen eines Spatenstichs durchzuführen.

Frau Müller von der SPD-BF fragt nochmals nach dem Baumkreuz und ist der Meinung, dass hierdurch die Erinnerung an den damaligen Friedhof erhalten bleibt. Die nicht mehr benötigten Spielgeräte könnten zukünftig im Brander Feld im Bereich der Schagenstraße zur Verfügung gestellt werden.

Herr Dr. Ruckert ergänzt, dass über die im Baumbilanzplan dargestellten Fällungen keine weiteren Bäume entfernt werden sollen. Bei einem zukünftigen Wegfall eines Baumes könne eine Ersatzpflanzung erfolgen.

Ratsherr Palm ist erfreut über die Neugestaltung des Brander Marktplatzes auch im Hinblick darauf, dass die Haushaltslage der Stadt in den nächsten Jahren nicht besser werde. Da der Plattenbelag als größter Teil der Finanzierung zu sehen sei, geht seine Frage an Frau Poth, ob hierfür eine Ausschreibung erfolgen werde.

Frau Poth bestätigt, dass gerade die zu verwendenden Materialien Bestandteil der Ausschreibung seien. Das Projekt werde nach Beschlussfassung insgesamt ausgeschrieben. Die Materialien seien somit Bestandteil des Wettbewerbs und unterlägen der Preisgestaltung.

Auf Nachfrage des Herrn Auler erklärt Frau Poth, dass auf eine Beschichtung des Pflastermaterials verzichtet werde, da diese nicht dauerhaft aber kostenträchtig sei. Wegen der Planung einer möglichen Eröffnungsveranstaltung und des Weihnachtsmarkts bittet Frau Poth um Informationen zu Zeitpunkt und möglichem Standort, da in der Ausschreibung durchaus ein Zwischentermin festgelegt werden könne.

Frau Pauli von der SPD-BF fragt nach, wo die Pflanzung der 39 Eschen geplant sei. Weiterhin habe ihre Fraktion seit langem für einen Fitnessparcour plädiert. Sie möchte wissen, ob die Art der Fitnessgeräte schon geplant sei oder ob man noch Elemente ergänzen oder ändern könne. Besonders junge Leute würden eine freiere Benutzung bevorzugen.

Herr Dr. Ruckert antwortet, dass der Großteil der Baumpflanzungen an der Eschenallee erfolgen solle. Es sei eine Eschenart gefunden worden, die robust und für den Standort geeignet sei. Im Bereich des Aktivitätenbandes werde der pflaumenblättrige Weißdorn und im Bereich des Gastrobandes würden Magnolien gepflanzt. Im weiteren Bereich der Parkanlage könnten noch andere Arten nach Wahl gepflanzt werden. Die schwerpunktmäßig auf Erwachsene abzielenden Bewegungsgeräte seien bereits festgelegt und in die Ausschreibung aufgenommen worden. Ergänzend dazu werde auf dem Spielplatz eine Reckstange mit verschiedenen Höhen vorgesehen.

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns hält fest, dass nun der Parkplatz zum Marktplatz umgewandelt werde und sich das Ergebnis sehen lassen könne. Er bedankt sich bei Frau Poth und Herrn Dr. Ruckert für den Vortrag und schließt sich dem Dank von Ratsfrau Lürken an alle Akteure an. Ergänzend solle noch eine Beleuchtung des Brander Stieres in den Beschluss aufgenommen werden. Sodann lässt er über den Beschlussvorschlag einschließlich der ergänzenden Anträge abstimmen.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand beschließt die Ausführung der Grün- und Spielanlage am Marktplatz Brand gemäß Plan Nr. 2015-026-L1a. Sie beauftragt die Verwaltung mit den notwendigen Vorbereitungen zur Aufstellung einer automatischen Toilettenanlage durch den Vertragspartner der Stadt Aachen für hinterleuchtete Wirtschaftswerbung an der Stelle der heutigen stadteigenen Bedürfnisanstalt. Die Bezirksvertretung Aachen-Brand empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, den Ausführungsbeschluss für die Umgestaltung des Marktplatzes gem. Plan Nr. 2015-026-L1b einschließlich der Brunnenanlage am Beginn des Gastrobandes gem. Plan Nr.: 10-097-5-D-Brunnen und einer indirekten Beleuchtung des Brander Stieres zu fassen. Abweichend von der vorliegenden Planung soll der Taxistand nicht zum Marktplatz verlegt werden, sondern am aktuellen Standort in der Freunder Landstraße verbleiben. Stattdessen soll eine zeitlich unbefristete Ladezone (eingeschränktes Haltverbot) am Marktplatz eingerichtet werden.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand empfiehlt dem Mobilitätsausschuss, den Ausführungsbeschluss für die Umgestaltung des Marktplatzes gem. Plan Nr. 2015-026-L1b zu fassen.

Der Mobilitätsausschuss beschließt die Ausführung der Umgestaltung Marktplatz gem. Plan Nr. 2015-026-L1b.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Am 30.04.2009 wurde im Planungsausschuss beschlossen, einen Wettbewerb zur Umgestaltung des Marktplatzes und seiner Umgebung als Element der Rahmenplanung Brand durchzuführen. Auf Antrag aller Bezirksfraktionen soll damit der zentrale Bereich in Brand gestärkt werden.

Als erster Abschnitt wurden bereits die Marktstraße und der nördliche Bereich des Marktplatzes auf der Basis des Wettbewerbsergebnisses umgebaut. Nun folgt der 2. Bauabschnitt, der ebenso aus dem Wettbewerbsbeitrag entwickelt und konkretisiert wurde. Dabei wurden Hinweise aus der Bevölkerung und aus der vorangegangenen Beratung eingearbeitet.

Für die Grün- und Spielanlage wurde am 15.09.2010 in der Bezirksvertretung Aachen-Brand, am 23.09.2010 im Kinder- und Jugendausschuss, sowie am 02.11.2010 im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz die bauliche Umsetzung des Projekts beschlossen. Ein ergänzender Beschluss, u.a. zur Berücksichtigung des Standortes der geplanten Turnhalle der Marktschule, verbunden mit Umplanungen im Bereich des Aktivitätenbandes, wurde am 04.07.2012 durch die Bezirksvertretung Aachen-Brand gefasst.

Marktplatz

Der Marktplatz wird als große, freie Fläche ausgebildet und seine bisher sehr diffusen und unklaren Grenzen werden durch den Einsatz landschaftsarchitektonischer Mittel wieder eindeutig definiert. Auf dieser Fläche befinden sich weiterhin der „Brander Stier“ und die mächtige Linde. Diese beiden Elemente werden durch massive Sitzsockel aus dem Platz herausgehoben, wodurch reizvolle Möglichkeiten des Verweilens und Treffens entstehen. Unweit und in Blickrichtung des Stieres wird der „Marktteppich“, ebenerdig, entstehen. Eine Runde, eingefasste Fläche, in der der „Brander Stier“ seine Spuren hinterlassen hat, dessen Hufabdrücke in Bronze dauerhaft im Belag verankert werden.

Drei bandartigen Achsen der Rahmenplanung Brand werden in die Gestaltungskonzeption integriert. Eine der Achsen führt durch die Marktstraße und bindet den Marktplatz direkt an die Trierer Straße an. Die derzeit im Einmündungsbereich vorhandene Verkehrsinsel entfällt zugunsten eines ca. 10 m breiten Gehwegs und schafft damit einen klar definierten Platz für Außengastronomie. Ihren besonderen Charakter erhält dieses „Gastroband“ durch das Baumdach aus Baummagnolien und die großformatigen Platten. Am marktseitigen Ende der Achse wird eine neue Brunnenanlage in Form eines rechteckigen Wassertischs integriert.

Die zweite Achse erstreckt sich bis zur Kirche St. Donatus und wird durch mittig angelegte Stauden- und Heckenpflanzungen dargestellt, welche die Blickachse auf die Kirche betonen.

Die dritte Achse wird durch das „Aktivitätenband“ gebildet, welches verschiedene Sport- und Spielfunktionen bietet und den Park an der Eschenallee direkt an den Marktplatz anbindet.

Dort wird pflaumenblättriger Weissdorn angepflanzt.

Die Eschenallee wird als markante und gut etablierte Verbindungsachse beibehalten und

durch Eschenpflanzungen dreireihig neu aufgebaut. Zur Marktplatzseite werden die Rasenflächen durch Sitzelemente aus Betonfertigteilen eingefasst.

Parken

Für den Individualverkehr wurde bereits ein Parkplatz an der Marktstraße angelegt, von wo aus sowohl der Marktplatz als auch der Park gut zu erreichen sind.

Insgesamt können ca. 122 Parkplätze (bezogen auf den Entwurfsstand 2012, Bestandssituation = 129 Stk.), davon auch drei für Behinderte sowie Taxistände/ eine Ladezone an der nördlichen Platzkante nachgewiesen werden. Gleichzeitig wurden bereits 22 Fahrradbügel eingerichtet,14 weitere sind vorgesehen.

Oberflächen

Der Marktplatz wird im zentralen inneren Bereich mit dunklem basaltfarbenen Betonsteinpflaster,

Rasterformat L/B/H 36/12/14cm, im Fischgrät-Verband, belegt. Gerahmt wird diese Fläche von einem

umlaufenden Plattenband aus hell-beigen Betonsteinplatten im Rasterformat L/B/H 40/40/14cm. Ein etwa 5m breites Band aus betongrauem Betonsteinpflaster im Rasterformat L/B/H 40/20/12cm, Halbverband, fasst den zentralen Platzbereich ein. Das Gastronomieband wird mit basaltanthrazit-farbenen Betonsteinplatten im Rasterformat L/B/H 75/50/14cm im Reihenverband belegt. Alle Betonsteine für den Marktplatz sowie das Gastronomieband sind mit Natursteinvorsatz und gestrahlter und/ oder feingeschliffener Oberfläche versehen.

Aufgrund der lokalen Bodenverhältnisse wird eine Planumsdrainage vorgesehen. Neben einer Bodenverbesserung mit Grobschlag und Schotter ist eine Drainbetontragschicht vorgesehen.

Möblierung

Für die Möblierung der Flächen wird die Bankserie Verno der Fa. WesteifelWerke vorgeschlagen, die

bereits an anderer Stelle im Stadtgebiet verwendet wird. Durch den modularen Aufbau kann sie auf unterschiedliche Anforderungen und Standorte reagieren. Für das Aktivitätenband wird das Banksystem durch Modifikation auch als Jugendbank eingesetzt. Darüber hinaus ergibt sich die Sitzmöblierung in großen Teilen aus der vorgeschlagenen Ausstattung. In barrierefreien Abständen werden zahlreiche Sitzmauern, Sitzquader und Bänke angeboten.

Die übrige Möblierung (Poller, Abfallbehälter, Fahrradbügel etc.) erfolgt in schlichter, zeitloser Ausführung in Stahl, eisenglimmergrau.

Beleuchtung

Die Grundausleuchtung des Marktplatzes erfolgt mit Planflächenscheinwerfern, Modell Philips

Optiflood, Höhe 8m, vom Marktplatzrand her. Die Fußwegbereiche der angrenzenden Grünanlagen werden mit demselben Model, Höhe 4,5m, ausgeleuchtet. Besondere lichttechnische Inszenierungen werden sehr sparsam verwendet und sind für den „Brander Stier“ denkbar. Die Straßenräume der Marktstraße bzw. der Straße „Marktplatz“ sind bereits mit dem Standardmodell Philips Iridium ausgestattet..

Bäume

Der teilweise bemerkenswerte Baumbestand der Parkanlage wird, wie auch in den übrigen

Grünanlagen im Umfeld, weitestgehend erhalten. Die Planung wurde im Rahmen der Entwurfsphase

dahingehend modifiziert, dass innerhalb der Traufbereiche von besonders markanten Solitärbäumen keine Maßnahmen erfolgen werden. Insgesamt werden 48 Bäume gefällt und 80 Bäume gepflanzt.

Entwässerung

Aus topografischen Gründen erfolgt die Entwässerung der befestigten Flächen über zwei Schlitzrinnen DN100 im mittleren und unteren Bereich der Platzfläche, die über je zwei Sinkkästen an den bestehenden MW-Kanal angeschlossen werden. Wasser aus dem Randbereich des Platzes parallel zur Eschenallee wird zusätzlich durch Straßenabläufe gefasst. Zur Entwässerung des Planums werden revisionierbare Drainagestränge DN150 vorgesehen, die über Absetzschächte in den Kanal einleiten.

Ausbauelemente

RandzonePlatzfläche und GastronomiebandFahrbahn

12cmBetonstein 40/20/1214cm Betonstein3,5cm Deckschicht SMA

4cmBettung 4cm Bettung8,5cm Binder

20cmDrainbeton20cm Drainbeton14cmAsphalttragschicht

29cm Frostschutz 27cm Frostschutz39cm Frostschutz

30cm Bodenaustausch30cm Bodenaustausch30cm Bodenaustausch

95cm Gesamtstärke95cm Gesamtstärke95cm Gesamtstärke

Grün- und Spielanlage

In gestalterischer Verbindung mit dem neuen Marktplatz Brand wird auch die angrenzende Grün- und Spielanlage aufgewertet. Eine bessere räumliche Verknüpfung von Marktplatz und Grünanlage wird dabei insbesondere durch zwei unterschiedliche 'Achsen' erreicht.

Die erste erstreckt sich bis zur Kirche St. Donatus. Die Besonderheit dieser Achse liegt in der direkten Blickbeziehung zur Kirche, die durch mittig angelegte Zierbeete noch unterstrichen wird. Die vorhandene Treppenanlage zur Überbrückung des Höhenunterschieds zwischen Marktplatz und Hochstraße wird neu aufgebaut. Eine barrierefreie Verbindung zwischen den beiden Ebenen ist auf beiden Seiten in geringer Entfernung gegeben.

Die zweite Achse wird durch das 'Aktivitätenband' mit verschiedene Sport-, Bewegungs- und Spielangeboten gebildet. Dazu gehören ein Kleinspielfeld mit der Nutzungsmöglichkeit für Fußball und Volleyball, ein separates Basketballfeld und mehrere Geräte zur 'leichten' sportlichen Betätigung.

Das vorhandene öffentliche WC bleibt erhalten. Eine Sanierung wird als separate Maßnahme angestrebt.

Die gesamte Grünanlage erhält ein verbessertes Wegesystem, in den Bereichen westlich der Eschenallee ist dabei ein heller wassergebundener Belag vorgesehen. Die Wege am Spielplatz und auf dem 'Kirch-Band' werden mit dem gleichen Pflaster angelegt, wie auf dem Randstreifen des Marktplatzes. Die Eschenallee wird aufgrund des Längsgefälles und der damit verbundenen Gefahr von Ausspülungen neu asphaltiert. Der Platz vor dem Ehrenmal wird in Form einer Ellipse in das neue Wegesystem eingebunden und mit einer Oberfläche aus Basalt-Kleinpflaster angelegt.

Entlang der Wege und bei den Aufenthaltsbereichen werden in der Grün- und Spielanlage zahlreiche Sitzgelegenheiten angeboten.

Der bestehende Kinderspielplatz wird mit vielfältigen Angeboten zum Klettern, Rutschen, Balancieren, Sand-Spielen und Schaukeln neu gestaltet und mit ergänzenden Baumpflanzungen in die Parkanlage integriert. Dabei werden auch barrierefrei nutzbare Spielmöglichkeiten aufgenommen.

Insbesondere im Bereich des Kinderspielplatzes und der Sportfelder wird das Gelände angepasst, um möglichst ebene Flächen bzw. Wege mit geringem Gefälle zu schaffen. Für die Grünanlage im Bereich des ehemaligen Friedhofs wurde die Ausführungsplanung in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde mit dem Belegungsplan der Grabfelder überlagert, um Bodenarbeiten an ehemaligen Grabstellen zu vermeiden.

Die heute nur noch in Resten vorhandene Eschenallee wird als markante und attraktive Verbindung zwischen Marktstraße und Bezirksamt mit einer dreireihigen Eschenpflanzung vollständig neu angelegt. Der teilweise bemerkenswerte Baumbestand der Parkanlage am Marktplatz wird weitgehend erhalten. Dennoch sind im Zuge der Umgestaltung auch Fällungen erforderlich. Dies betrifft einige kleinere Bäume im Bereich des 'Aktivitätsbandes', die restlichen Eschen der früheren Allee, Eichen am heutigen und künftigen Spielplatz, sowie mehrere Linden und Ahorne auf und neben dem Marktplatz. Dabei wurde darauf geachtet, dass möglichst nur Bäume entfernt werden, die aufgrund ihres schlechten Zustands aus Gründen der Verkehrssicherung ohnehin zu fällen sind oder wiederkehrend so stark beschnitten werden müssen, dass dies aus fachlicher Sicht als nicht sinnvoll eingeschätzt wird.

Bei der Durchführung des Projekts werden 80 Bäume neu gepflanzt. 48 Bäume werden gefällt.

Insgesamt wird die Grün- und Spielanlage durch die Umgestaltung mit dem künftigen Wegesystem, den Aufenthaltsbereichen, den Spiel- und Sportangeboten und den neuen Anpflanzungen einladender, nutzungsfreundlicher und in Verbindung mit dem neuen Marktplatz als zentraler öffentlicher Begegnungsraum für Brand deutlich aufgewertet.

Kosten

Die Kostenberechnung ergibt Baukosten in Höhe von insgesamt 2.565.280€, davon 1.701.786€ für den Marktplatz und 863.494€ für die Grünflächen. Die Differenz i.H.v. 90.000€ zu den im Ansatz „Finanzielle Auswirkungen“ genannten Kosten i.H.v. 2.655.280€ wird für Restarbeiten wie zum Beispiel zusätzlicher Beleuchtung, Ingenieurhonorar, Baumfällarbeiten benötigt. Die Gesamtkosten einschließlich der Nebenkosten betragen 2.865.280€, wovon Planungskosten in Höhe von 210.000€ bereits beauftragt und vorbelastet sind. .

Maßnahmenbezogene Einnahmen

Zuwendungen gem. Städtebauförderungsgesetz sind bewilligt. Außerdem werden Beiträge nach §8 KAG erhoben

Beitragsrechtliche Beurteilung

Die Baumaßnahme stellt eine Verbesserung/Erneuerung im Sinne des §8 KAG dar. Sie löst eine Beitragspflicht aus, sodass hierfür Anliegerbeiträge zu erheben sind.

Weiterer Ablauf

Mit den Bauarbeiten soll im April 2016 begonnen werden. Die Bauzeit ist mit 8 Monaten angesetzt

Auswirkungen

finanzielle Auswirkungen

PSP-Element 5-120102-100-00200-300-1 Brand Ortskern, Umgestaltung

PSP-Element 4-120102-101-4 Brand Ortskern, Umgestaltung

Investive Auswirkungen

Ansatz

2015

Fortgeschriebe­ner Ansatz 2015

Ansatz 2016 ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 2016 ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

709.000

709.000

700.000

700.000

1.409.000

1.409.000

Auszahlungen

2.797.250

2.797.250

1.002.500

1.002.500

3.799.750

3.799.750

Ergebnis

-2.088.250

-2.088.250

-302.500

-302.500

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2015

Fortgeschriebe­ner Ansatz 2015

Ansatz 2016 ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 2016 ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

29.500

29.500

29.300

29.300

0

0

Personal-/

Sachaufwand

75.045

75.045

41.800

41.800

0

0

Abschreibungen

129.104

129.104

52.000

52.000

0

0

Ergebnis

-174.649

-174.649

-64.500

-64.500

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

Für die Umsetzung der Maßnahme wird mit Kosten in Höhe von 2.655.280€ gerechnet.

Die Maßnahme ist im Haushaltsjahr 2015 unter dem investiven PSP-Element 5-120 102 -100-00200-300-1 „Brand Ortskern, Umgestaltung“ mit Mitteln in Höhe von 2.797.250€ eingeplant. Davon sind nach Abrechnung der Marktstraße und Vorbelastung der externen Ingenieurleistungen noch 1.800.000€ verfügbar.

Im Haushaltsjahr 2016 sind weitere Mittel in Höhe von 1.002.500€ eingeplant.

Der Mehraufwand der Pflege- und Reinigungsleistungen beläuft sich nach Angabe des Aachener Stadtbetriebs auf 36.000€ jährlich. Der erhöhte Unterhaltungsbedarf resultiert u. a. auf dem leicht gesteigerten Pflegeaufwand bei Zierpflanzungen und Gehölzen, aus den neuen Baumstandorten in der Marktstraße und aus der größeren Platzfläche (Marktplatz und Gastronomieband) mit aufwändiger zu reinigenden Belagsmaterialien.

Der Mehraufwand der jährlichen Unterhaltungskosten für die Beleuchtung der Straßen, des Platzes und der Grünanlagen beläuft sich nach Angaben der STAWAG auf 3.750€ jährlich.

Mehrkosten im Bereich der baulichen Straßenunterhaltung entstehen nicht.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (4)

2015_026_L1a
1.9 MB · PDF
2015_026_L1b
4.2 MB · PDF
2015_026_RQ
530.3 KB · PDF
2015_026_Baumbilanz
1.4 MB · PDF

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2015-11-11 FB 61_0310_WP17 Umgestaltung Marktpl SAO.pdf

17.11.2024

8.2 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 02.12.2015
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
23.2.2026
Inhalt abgerufen
23. Februar 2026 um 10:41

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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