7. Juni 2016 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
TOP 3Öffentlich

Nutzungsplan BarockfabrikAntrag der Fraktion DIE LINKE vom 01.02.2016

E 49.5/0040/WP17-1 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Unter Bezugnahme auf die Erläuterungen, 4. Zeile, stellt Herr Olaf Müller richtig, dass es sich nicht um ein fraktionsübergreifendes Seminar, sondern um ein SGK-Seminar gehandelt hat.

Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Berichterstattung über die Arbeit der Barockfabrik durch Frau Lünskens. Diese präsentiert dem Betriebsausschuss eine PowerPoint sowie einen Videofilm.

Ratsfrau Reuß spricht Frau Lünskens und ihrem Team ihren Dank aus.

Sie beschreibt die Arbeit als außerordentlich wichtig.

Ratsherr Bruynswyck schließt sich diesem Dank an, er widerspricht jedoch den Ausführungen von Frau Lünskens, wonach die Arbeit des Teams der Barockfabrik in Frage gestellt würde.

Er rät Frau Lünskens, solche Äußerungen nicht in der Öffentlichkeit zu tätigen.

Auch Frau Epstein und Frau Crumbach-Trommler bewerten die Arbeit der Barockfabrik als wichtig und sprechen ihren Dank aus.

Ratsfrau Beslagic verweist auf den Antrag der Fraktion DIE LINKE und erklärt, dass die Bemerkung von Frau Lünskens, die Erstellung eines Raumkonzeptes für die Barockfabrik sei unsinnig, nicht zielführend sei.

Darüber hinaus schließt sie sich der Kritik von Ratsherrn Bruynswyck an.

Ratsfrau Beslagic kritisiert, dass seit drei Jahren hinsichtlich der Barockfabrik Beschlüsse gefasst wurden, diese jedoch bisher nicht umgesetzt wurden.

Ratsherr Pilgram ergänzt, dass es zum einen den damaligen Beschluss gibt und zum anderen den hier vorliegenden Antrag, der sich auf das Gebäude und nicht auf die inhaltliche Arbeit der Barockfabrik bezieht.

Es besteht ein Auftrag, ein Konzept für die Barockfabrik zu entwickeln; diesen Auftrag hat die Verwaltung bisher nicht gelöst.

Er führt weiterhin aus, dass in die Vorlage u.a. nachfolgende Punkte gehören:

  • Bauliche Situation
  • Nutzung welcher Räume
  • Brandschutz
  • Finanzieller Aufwand
  • Nutzerzahlen

Weiterhin sollten örtliche Alternativen zur Barockfabrik in Erwägung gezogen werden.

Die Vorsitzende, Bürgermeisterin Dr. Schmeer, erklärt, dass die inhaltliche Arbeit nicht kritisiert wird, die Vorlage beantwortet jedoch nicht den Antrag der Fraktion Die LINKE.

Herr Olaf Müller erklärt, dass bereits im Jahr 2007 kommuniziert wurde, dass als Schwerpunkt der Arbeit der Barockfabrik das Figurentheater sowie die Heranführung von Kindern und Jugendlichen an kulturelle Bildung waren. Er verweist des Weiteren auf die Vorlage und erklärt sich gerne bereit, auch die entsprechenden Räume darzustellen. Er verweist auf die Nutzungskonflikte der Vergangenheit, z.B. zwischen dem Tanzraum und dem Roten Saal, sowie die aktuelle Arbeit mit Kindern und Flüchtlingen.

Ratsfrau Reuß erklärt, dass die unterschwelligen Vorwürfe von Frau Lünskens hier nicht angebracht seien. Es gibt keinen vorliegenden Konzeptvorschlag.

Auch Frau Luczak bezeichnet den Hinweis von Frau Lünskens über die fehlende Wertschätzung der Verwaltung und des Betriebsausschusses Kultur als befremdlich.

Sie erklärt, dass hier offenbar zwei Dinge miteinander vermischt wurden:

Zum einen der Inhalt und zum anderen die Gebäudesituation.

Hier muss die Frage gestellt werden, ob die Inhalte im aktuellen Gebäude Barockfabrik weiterhin stattfinden können. Auch sie verweist bspw. auf das Depot Talstraße.

Ratsfrau Epstein erklärt, dass man das Depot nicht mit der Barockfabrik vergleichen könne.

Ratsherr Bruynswyck beantragt, den Beschlussentwurf der Verwaltung dahingehend zu ergänzen, dass die Barockfabrik „derzeit“ für Kinder- und Jugendarbeit genutzt werde.

Ratsfrau Beslagic verweist auf die zwei Beschlüsse, die im Februar 2013 seitens des Betriebsausschusses Kultur beschlossen wurden und bis heute leider noch nicht umgesetzt wurden.

Herr Olaf Müller führt an, dass die gesamte Bildungsarbeit durch KUBIS der Städteregion geleistet wurde.

Darüber hinaus gab es Überlegungen, das Deutsch-Französische Kulturinstitut in der Barockfabrik zu plazieren; hier gab es jedoch eine Ablehnung seitens des Deutsch-Französischen Kulturinstituts. Die Arbeit der Barockfabrik für Kinder und Jugendliche wurde folglich fortgesetzt. Darüber hinaus müsse man hinterfragen, ob ein Umzug zum Depot Sinn macht.

Abschließend erklärt die Beigeordnete, Frau Schwier, dass es kein Problem sei, sowohl den Raum- als auch Zeitplan nachzuliefern.

Nachrichtlich erklärt sie, dass nicht unendlich viele Raume im Depot zur Verfügung stehen, da zeitnah diverse Mietverträge unterzeichnet werden.

Beschluss

Beschluss 106/12/2016: Der Betriebsausschuss Kultur beschließt einstimmig: Der Betriebsausschuss Kultur nimmt die Ausführung der Verwaltung, die Barockfabrik derzeit für Kinder- und Jungendarbeit zu nutzen, zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Kultur nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Das Nutzungskonzept zur Nutzung der Barockfabrik ist weiterhin die Nutzung des Hauses als Zentrum für Kinder- und Jugendkultur, da eine zwischenzeitlich angedachte anderweitige Nutzung durch Verlagerung des Institut Français nicht realisiert wurde. Aspekte zur Aktualisierung und Stärkung des derzeitigen Nutzungskonzeptes wurden am 9.4.2016 in einem fraktionsübergreifenden Seminar diskutiert und werden in die Diskussion um die Profilbildung noch eingebracht. Der Veranstaltungsplan und die Information zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten machen deutlich, dass der Schwerpunkt der Barockfabrik auf folgenden Gattungen liegt: Figurentheater, Literatur, aktivierende Kunst- und Kulturveranstaltungen. Besonders intensiv arbeiten die Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter seit Herbst 2015 mit Flüchtlingen zusammen, vor allem mit Kindern und Jugendlichen.

Die Formulierung im Antrag, dass der Theatersaal, gemeint ist der Rote Saal, „viele freie Termine“ erlaube und somit eine störungsfreie Nutzung des Tanzsaales möglich wäre, entspricht nicht den Fakten. Der Rote Saal der Barockfabrik ist einer der am meisten ausgelasteten Räume des Kulturbetriebs. 2015 war dieser Raum an 244 Tagen im Jahr wegen Veranstaltungen ausgebucht. Zeiten zur Umstuhlung noch nicht eingerechnet.

Fakten:

Veranstaltungsplan 2016

Dezember 2015 bis April 2016: Zweimal wöchentlich Mal- und Pantomimekurse in der Körnerkaserne je zweistündig

11. bis 15. Januar: Maria-Montessori-Gesamtschule Theatertage jeweils 8 bis 16 Uhr

15. bis 20. Februar: Theater Handgemenge Königs Weltreise 6 Aufführungen

4. und 5. März: 3 Aufführungen Theater Starter

11. bis 15. April: Kunstprojekt Kita Pusteblume

20. bis 24. Mai: 5 Aufführungen Figurentheater

23. Mai bis 4. Juni: Ausstellung African Kids HHG

29. und 30. Mai: 2 Aufführungen Theater Starter

31. Mai: Vortrag Innereuropäische Townships

2. Juni: Schullesung

6. und 7. Juni: 2 Aufführungen Theater Starter

9. Juni: Abendlesung

10. Juni: Schullesung

30. Juni: OpenAir Figurentheater Hof

1. Juli: Hofkonzert for families and friends

11. bis 22. Juli: Ferienspiele je Mo bis Fr 9 bis 14 Uhr

1. September: Gestaltung der Aula Carolina zur Verleihung des Friedenspreises mit Flüchtlingen

24/25. September: Lange Nacht der Jugendkultur

28. September bis 7. Oktober: Ausstellung Fluchterfahrung Galerie am Hof

6. bis 8. Oktober: Erzählfestival

31. Oktober bis 3. Dezember: 23. Aachener Kinder- und Jugendbuchwochen

Mitte Dezember (noch nicht genau terminiert): Weihnachtsstück für Kinder ab 3

31. Dezember: Friedliches Silvester mit Gästen nordafrikanischen Aussehens

Damit sind Budget und Stundenkontingent erschöpft.

Weitere Leistungen der Mitarbeiterinnen und des Mitarbeiters der Barockfabrik:

Samstägliche Beratung zur arbeitsrechtlichen Situation von Flüchtlingen: ehrenamtlich

Finanzierung Gitarrenstunden für afghanische Jugendliche: privat

Einkauf für Blumenschmuck Offenes Atelier: privat

Gitarrenstunden für irakische Jugendliche: ehrenamtlich

Begleitung Stadtspaziergänge: ehrenamtlich

Liste beliebig erweiterbar

Das Team der Barockfabrik besteht nach Stellenplan aus zwei Vollzeit-Mitarbeiterinnen. Eine Mitarbeiterin ist gerade in Elternzeit und wird durch zwei Personen vertreten, die sich die Stelle teilen. Das heißt, es arbeiten drei Personen im Zentrum für Kinder- und Jugendkultur. Stundenumfang 78 Stunden pro Woche.

Stundenaufteilung:

30 Stunden:Betreuung Offenes Atelier jeden Samstag 11 bis 17 Uhr geöffnet

24 Stunden:Servicezeit (Management, Planung, Finanzen, Verwaltung, Marketing)

6 Stunden:Teambesprechung

3 Stunden:Begleitung, Organisation Deutschkurse afghanische Frauen, Vorlesecafé Arabisch

Bleiben pro Person 5 Stunden pro Woche für weitere Veranstaltungen


Anlage: - Dank-Mail des Vorsitzenden der GdP Aachen zur Arbeit mit Flüchtlingen in der Barockfabrik an Dezernat IV

>>> "gdp-kgaachen@t-online.de" <gdp-kgaachen@t-online.de> 03.05.2016 14:17 >>>

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einiger Zeit interessiere ich mich auch für die Situation der Flüchtlinge in Aachen.

Wir als Gewerkschaft der Polizei in Aachen sind der Auffassung, dass die Beste Kriminalprävention eine gelungene Integration sein wird.

Dies ist sicherlich etwas polemisch dargestellt, im Kern denke ich aber durchaus zutreffend.

Vor einigen Tagen war ich in Berlin und habe dort an einem mehrtägigen Symposium zu diesem Thema teilgenommen.

Tenor u. a.: Ohne das überdurchschnittliche Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen im den Kommunalverwaltungen in Kombination mit der Hilfe vieler Ehrenamtler, würden wir diese Aufgabe kaum bewältigen können.

Seit einigen Wochen bin ich über persönliche Bekanntschaften auf die Arbeit von Ehrenamtlern u. a, in der Barockfabrik aufmerksam geworden und habe dort mittlerweile einige Veranstaltungen besucht.

Diese fand ich als überaus gelungen in Sachen gelebte Integration.

Wir werden nach Möglichkeiten suchen, diese Helfer bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Wir möchten einfach einmal auf diesem Wege, einmal aus einer ganz anderen Perspektive, mitteilen, dass wir diese Arbeit als sehr kompetent und engagiert empfinden und können nur dafür werben, diese Ehrenamtler weiterhin zu unterstützen.

In diesem Sinne,

mit freundlichen Grüßen

Arno Keusch

Vorsitzender

Abstimmungsergebnis

Dieses Dokument wurde von einem anderen Benutzer gerade erstellt und noch nicht auf dem Server gespeichert.

Weitere Dokumente (1)

Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2016-05-18 E 49.5_0040_wp17-1 nutzungsplan barockf sao

26.11.2024

83.8 KB

Metadaten

TOP
Ö 3
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Kultur
Gremium
Betriebsausschuss Kultur
Datum
Di., 07.06.2016
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Geändert
22.2.2026
Inhalt abgerufen
22. Februar 2026 um 22:47

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

Öffnen