Strukturkommission Marketing
FB 02/0058/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Dr. Sicking erläutert kurz die Vorlage und geht auf alle Fragen ein.
Frau Kehren dankt allen für die konstruktive Zusammenarbeit und Diskussion und hebt besonders das Mitarbeiterteam von Prof. Dr. Sicking und Herrn Büttgens hervor. Zu Beginn wurde entschieden, keine externe Moderation hinzu zu nehmen, da dies von den Verwaltungsmitarbeitern in hervorragender Weise geleistet wurde. Wichtig ist Frau Kehren in dem Zusammenhang auf den Markenbildungsprozess hinzuweisen, der für 2017 angestrebt wird. In 2016 und auch im nächsten Jahr stehe noch das Thema Wissenschaft an vorderster Stelle, dann jedoch muss deutlich werden, wie sich Aachen zukünftig aufstellt.
In seinem Vortrag habe Herr Dr. Sicking für die Einrichtung eines Wissenschaftsbüros den Begriff ‘perspektivisch‘ verwendet. Sie bittet darum, zu klären, was genau darunter gemeint ist. Klar ist natürlich, dass die Einrichtung eines Büros nicht ohne die Hochschulen möglich ist, diese müssen jetzt gut eingebunden werden.
Herr Dr. Sicking berichtet, dass vergangener Woche 20 Hochschulbeauftragte aus ganz Deutschland in Aachen zu Gast waren. In Gesprächen mit ihnen wurde nochmal ganz deutlich, dass die Einrichtung eines Wissenschaftsbüros nur Sinn macht, wenn die Hochschulen das auch wollen. Die Initiative in Aachen ist stark politisch motiviert, das scheint eher ungewöhnlich. Perspektivisch bedeute für ihn ‘1 Jahr‘.
Herr Schutheis wirft ein, dass der Begriff im berufspolitischen Kontext eher mit ‘quasi nie‘ konnotiert ist.
Frau Kehren schlägt vor, dass die Stadt das Büro doch will, damit könne man es doch jetzt initiieren und die Hochschulen später mit ins Boot nehmen.
Herr Teuku ergänzt, dass er davon ausgehe, dass ein Wissenschaftsbüro über eine möglichst flache Hierarchie verfüge. Die Bürger müssen dort mit eingebunden werden. Darüber hinaus stellt Herr Teuku die Frage, wer genau in der Strategiekommission sitze?
Auch Herr Adenauer stößt sich an dem Begriff perspektivisch. Er schlägt die Formulierung kurz- und mittelfristig vor. Spätestens Ende 2017 sollte das Büro eingerichtet worden sein. Natürlich müssen die Hochschulen eingebunden werden, aber auch die Bürger. Herr Schultheis sieht eine frühe Abstimmung der Hochschulen als unumgänglich.
Frau Lang dankt allen Mitarbeitern der Kommission. Natürlich müssen alle Partner dabei sein. Auch in ihren Augen macht das Wissenschaftsbüro nur Sinn, wenn alle Hochschulen involviert sind. Herr Dr. Sicking weist darauf hin, dass er mit seinem Vortrag die Diskussion im Verwaltungsvorstand widergebe. Die informelle Kooperation mit den Hochschulen laufe derzeit recht gut. Man müsse aber bedenken, dass sie in der Strukturkommission nicht vertreten sind. Es sei jetzt eine gute Zeit sie einzubinden, allerdings dürfe man sie nicht überfallen, sondern Ihnen die Möglichkeit geben, an der Entwicklung teilzunehmen. Detailfragen zu den Inhalten und der genauen Hierarchie müssten noch geklärt werden.
Frau Kehren ergänzt, dass sie eine Abstimmung mit den Hochschulen begrüßt. Die Verwaltungskompetenz des Wissenschaftsbüros sollte zukünftig bei diesem Ausschuss liegen. Dem entgegnet Adenauer, dass er die Zuständigkeit derzeit noch nicht diskutieren wolle. Sodann ergeht folgender geänderter
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt Aachen nimmt den Bericht der Arbeitsgruppe zustimmend zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit
- der Einrichtung einer Marketingkonferenz,
- der perspektivischen Einrichtung eines Wissenschaftsbüros,
- der Durchführung eines Markenbildungsprozesses.
Erläuterungen
Strukturkommission Marketing
Ausgangslage
Am 10. Juni 2015 wurde im AAWW die Einberufung einer ‘Strukturkommission Marketing‘ mehrheitlich beschlossen. Arbeitsauftrag: Im Rahmen von vier Arbeitssitzungensoll der Status quo der Aachener Marketingstrukturen kritisch reflektiert werden.Dabei soll die für Aachen optimale Organisationsform identifiziert werden,die es erlaubt, die Marketingziele der Stadt Aachen und der verschiedenen Marketingakteure effizient zu erreichen.
Die Ergebnisse, die in der letzten Kommissionssitzung (22.04.16) abschließend erarbeitet wurden, werden im Nachfolgenden vorgestellt und erläutert.
ADezentrale Organisation mit verbindlichen Regeln zur Zusammenarbeit
Zur Analyse der Aachener Marketingstrukturen wurden von der Strukturkommission zwei Arbeitsschritte vollzogen:
1. Im Rahmen der ersten beiden Termine (18.09.15, 06.11.15) wurden die Organisationsformen von
vier anderen Städten als Best Practice beleuchtet (Dezentrale Kooperation in Bonn, Kommunaler
Eigenbetriebin Münster,Beteiligungsgesellschaft in Mainz, Marketing GmbH in Bielefeld). Eine
Bewertung der verschiedenen Beispiele erfolgte dabei durch eine SWOT-Analyse (Stärken,
Schwächen, Chancen, Risiken).
2. Der dritte (29.01.16) Sitzungstermin diente einer vollständigen Bestandsaufnahme der Situation in
Aachen.Dabeiwurden von den vier Marketingakteuren (ats e.v., Eurogress, MAC und FB13)
Aufgaben und Ziele, Kapazitäten undBudgets sowie Resultate vorgestellt.Auch hierwurde zur
Bewertung des Gehörten eine SWOT Analyse durchgeführt.
Als Arbeitsergebnis wurde von der Kommission festgestellt, dass eine etablierte, dezentrale Organisation des Marketings in Aachen gut funktioniert. Durch sie können Aufgaben flexibel und zielgruppengerecht erledigt werden. Zudem garantiert sie eine flexible Zusammenarbeit verschiedener Akteure (Verwaltung, Politik, Bürger) und sorgt dafür, dass das interdisziplinäre Aufgabenfeld Marketing immer von jeweiligen Experten bearbeitet wird.
Was aus Sicht der Kommission optimiert werden sollte, ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Marketingakteure. Hier ist zukünftig ein höheres Maß an Verbindlichkeit notwendig. Als Konsequenz empfiehlt die Strukturkommissiondie Einrichtung einer „Marketingkonferenz“ (orientiert an der„Immobilienkonferenz“). Durch einen Jour fixe soll die Abstimmung bei thematischen Überschneidungen zwischen ats e.v., Eurogress, MAC und FB13 somit optimiert werden.
Um die Arbeitsgruppe handlungsfähig und in ihren Beschlüssen verbindlich zu machen, soll zusätzlich ein „Entscheider“ (Beigeordneter/OBM) an den Sitzungen teilnehmen. Ebenfalls können bei Bedarf Experten temporär zugeladen werden.Die „Marketingkonferenz“ soll ca. vier- bis sechsmal pro Jahr tagen.
B Perspektivische Einrichtung einesWissenschaftsbüros
Als vorgestellte Best Practice Beispiele besitzen die Wissenschaftsstädte Münsterund Bielefeld ein sog. Wissenschaftsbüro. Ausgehendvon dieser Erkenntnis wurde auch innerhalb der Strukturkommission die Frage diskutiert, ob die Weiterentwicklung Aachens zu einer Wissenschaftsstadt zukünftig in einem Wissenschaftsbüro (WB) organisiert werden soll. Um der Strukturkommission weitergehende Informationen zu geben, wurden ihr in der letzten Sitzung Strukturen, Aufgaben und Ziele kommunaler WBs in anderen Städten präsentiert.
Als Arbeitsergebnis wurde von den Teilnehmern festgehalten, dass die Hochschulen und die Wissenschaft prioritäre Themen für Aachen darstellen. Dementsprechend steht eine weitergehende Profilschärfung Aachens als Wissenschaftsstadt außer Frage.
Um diese Profilschärfung nachhaltig zu erreichen, ist aus Sicht der Politik sowohl eine Weiterentwicklung von entsprechenden Inhalten als auch deren gezielte Vermarktung nach innen und außen notwendig. Die primäre Zuständigkeit hierfür wird von der Strukturkommission bei den Fachbereichen 02 und 13 gesehen. Beide sind für die Planung und Umsetzung von Inhalten, die Aachen als Wissenschaftsstadt weiterentwickeln, zentral zuständig.
Mittel- bis langfristig wird von der Politik die Zielperspektive ausgegeben, über die Einrichtung eines Wissenschaftsbüros diese Managementaufgabe in einer zentralen Einheit zu bündeln. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass eine solche Neustrukturierung gegenüber Kooperationspartnern, beispielsweise den Hochschulen, nur funktioniert, wenn für sie ein Mehrwert erkennbar ist. Dieser entsteht, wenn sowohl Bedürfnisse der Stadt, als auch der Hochschulen erkannt und befriedigt werden. Somit muss die Arbeit eines Wissenschaftsbüros und das Ziel einer Wissenschaftsstadt Aachen auf dem Ansatz eines Nachfrage-Angebot-Services aufbauen. Gemeinsame Aufgabe der Fachbereiche 02 und 13 ist es, bis Mitte kommenden Jahres eine solche tragfähige Servicestruktur mit entsprechenden Inhalten zu entwickeln.
Mit Blick auf die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung Aachens zu einer Wissenschaftsstadt soll in Abhängigkeit von Zuständigkeiten und Aufgabenschwerpunkten die Verlagerung von vorhandenen Mitteln erfolgen. Auch die Einwerbung von Drittmitteln muss für dieses Ziel forciert werden. Als finanzielle Basis sind die bestehenden Personal- und Projektressourcen nachhaltig zu verwenden.
C Markenbildung/Markenbausteine
Mit Blick auf die Markenbildung für Aachen wird von der Kommission beschlossen, dass nicht mehr als vier Marketingschwerpunkte entwickelt werden. In Anlehnung an das Leitbild „Aachen 2020“sollten die zentralen Bausteine auch zukünftig ‘Tradition‘ und ‘Innovation‘ sein, durch die ein reizvolles Spannungsfeld erzeugt werden kann. Zu klären bleibt, ob ‘Europa‘ in die Felder ‘Tradition‘ und ‘Innovation‘ integriert wird oder als Alleinstellungsmerkmal zu einem eigenen Baustein wird. Deutlich fällt die Meinung bei dem Motto ‘lebens- und liebenswert‘ aus. Dieses soll keinen Fortbestand haben, da mit diesen Eigenschaften alle Städte werben.
2017 wird federführend durch den FB 13 ein breit aufgestellter Markenbildungsprozess aufgesetzt, in den diese Beschlüsse sowie die Vertreter der zu gründenden ‘Marketingkonferenz‘ eingebunden werden.
Technische Details
ID: 75908
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=75908
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2016-06-01 FB 02_0058_WP17 Strukturkommission M SAO.pdf
15.11.2024
106.0 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Gremium
- Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
- Datum
- Mi., 15.06.2016
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
- Geändert
- 22.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 22. Februar 2026 um 22:55