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Gesamtschule Brand, aktuelle SituationMündlicher Bericht des Schulleiters Herrn Dr.Lux

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Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt Herrn Schulleiter Dr. Andreas Lux.

Herr Dr. Lux bedankt sich für die Einladung zur heutigen Sitzung und möchte gerne die Bezirksvertretung über die Gesamtschule Brand informieren. Folgende Themen wolle er behandeln:

-Schulprofil

-Stadtteilschule

-System

-Aktuelle Projekte

-Gebäudesituation

Die Gesamtschule habe in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert; die Schule sei etabliert und beliebt. Aufgrund dieser Beliebtheit müsse die Schule jährlich mit 80 – 100 Überhängen umgehen; in den Vorjahren seien sogar bis zu 200 Überhänge vorhanden gewesen. Entlastung sei durch die Gesamtschule Stolberg und die Gesamtschule 4 eingetreten. Der Begriff Chancengleichheit an einer Gesamtschule resultiere daraus, dass alle Kinder Chancen auf eine gute Schulbildung haben sollten. Da die Kinder aus verschiedenen und sozialschwachen Verhältnissen stammten, sei dies nicht immer einfach. Jedes Kind, im Rahmen der Inklusion auch ein behindertes Kind, könne die Schule besuchen.

Die Gesamtschule stehe für Vielfalt, Spaß am Lernen und Leben, Respekt, Wertschätzung, Offenheit und Teamgeist. Die Schule habe viele Zertifikate gesammelt die belegten, wie vielschichtig die Schule sei. Es lägen Zertifikate vor für individuelle Förderung, als Umweltschule, Schule gegen Rassismus, Euregio- und Kulturschule.

Aktuelles Ziel sei die Nationalparkschule und Schule der Zukunft als konsequente Fortführung der Agenda.

Die „Stadtteilschule“ sei auch durch seine Person geprägt worden. Denn er selbst sei in den Stadtteil hineingewachsen, am Stadtteilleben aktiv beteiligt und sehe Brand als seine Heimat an. Er sei seinerzeit als Umweltbeauftragter an der Gesamtschule Brand für den Agenda-Bereich eingetreten und für den Arbeitskreis Natur und Umwelt des Bürgervereins benannt worden. Zwischenzeitlich leite er diesen Arbeitskreis. Außerdem sei er im Förderverein der Schule und in der Stadtteilkonferenz Brander Feld aktiv und somit in Brand vernetzt.

Mit Umsetzung der Musikmuschel sei die Gesamtschule Stadtteilschule geworden. An und in der Musikmuschel habe es schon diverse Stadtteilfeste gegeben. Ein Sommerfest werde von dem VdK am 21.08.2016 auf dem Schulgelände organisiert und am 09. und 10.09.2016 werde das Stadtteilfest zusammen mit dem JuB veranstaltet. Die Institution Jugend und Begegnung (JuB) sei der stärkste Partner der Gesamtschule Brand. Gemeinsam würden verschiedene Projekte organisiert, wie z. B. den Brander Bandcontest. Außerdem gebe es Kontakte zum Mobile von St. Donatus, um sich im kulturellen Bereich zu vernetzen. Der Kontakt zu den Grundschulen bestehe über den Arbeitskreis Jugend, Bildung und Schule. Überdies würden alle Grundschulen einmal jährlich zur „Kulturkarawane“ eingeladen.

Mit St. Donatus und der Martin-Luther-Kirche werde seit 20 Jahren gemeinsam im Rahmen der Eineweltarbeit ein Partnerprojekt in Kolumbien betrieben. Die Gesamtschule kooperiere aber auch mit dem Gartenbauverein Brand. Die Gesamtschule unterstütze die Generationsbrücke im Marienheim und habe sich in der Flüchtlingsbetreuung engagiert. Er bedankt sich bei der Verwaltung für die Amtshilfe und Unterstützung und bei der Bezirksvertretung Brand für die finanzielle Unterstützung.

Trotz der Definition als Stadtteilschule werde auch Driescher Hof als ein originäres Einzugsgebiet angesehen, schließlich reiche das Einzugsgebiet der Schule bis nach Monschau. Er bedauert, dass aus diesem Grund nicht jedes Kind aus Brand aufgenommen werden könne

Aufgrund der Schülerzahl von 1.300 sei die Gesamtschule Brand eine der größten Schulen in der Stadt. Die Schule werde 6-zügig gefahren, d. h. in jedem Jahrgang mit 6 Klassen, also insgesamt 36 Klassen zuzügl. Oberstufe. Der gesamte Personalstamm umfasse 130 Personen; an der Schule würden außerdem viele Förderschüler unterrichtet. Um die Schule für die Schüler übersichtlich zu halten, sei sie in Teams unterteilt. Jeweils drei Klassen entsprächen einem Team, wobei den Teams in der Schule jeweils ein eigener Ort zugewiesen würde. Aktuell hätten sich einige Schüler zum Gymnasium abgemeldet, um ein besseres Abitur zu erreichen. Die Schule sei allerdings auch an die Grenze ihrer Kapazitäten gelangt; 100 Kinder würden gerne monatlich zur Gesamtschule wechseln. Der Druck sei besonders groß nach der 6. und der 8. Klasse. Aufgrund des Inklusionsangebots würden im Durchschnitt 27 Kinder pro Klasse unterrichtet, obwohl die Obergrenze bei 29 Kindern liege. Die hohe Quote an Förderschülern sehe er in der 20 Jahre langen Erfahrung begründet. Die Schule sei relativ gut mit Förderlehrern versorgt.

Zu den Projekten berichtet Herr Dr. Lux ausführlich.

Die Gesamtschule werde als logische Konsequenz Kulturschule. Den Grundstein hierfür sei mit der alljährlichen Karnevalsveranstaltung gesetzt worden, die als einzige Veranstaltung dieser Art in Aachen gelte.

Weiterhin seien die Bereiche Darstellung und Gestalt sowie Theater gemeinsam mit außerschulischen Partnern wie z. B. Theaterpädagogen, Graffitisprayern usw. entwickelt worden. Die Schüler seien verpflichtet, bestimmte Angebote anzunehmen, d. h. 30 Stunden pro Jahr sollen mit kultureller Arbeit belegt werden.

Das Grundproblem sei die Finanzierung, wobei das Land auf die vorhandenen Fördermittel des Bundes verweise. Leider fielen aber nicht alle Projekte der Schule hierunter, da die Fördermittel der Wahlfreiheit unterliegen. Der Kontakt zur Bürgerstiftung und der Initiative „Menschen brauchen Menschen“ sei deshalb eine wichtige Unterstützung.

Im Hinblick auf das Mobilitätsprojekt spricht Herr Dr. Lux die schwierige und gefährliche Verkehrssituation im Bereich der Kreuzung Rombachstraße/Ecke Schagenstraße an. Geplant sei in Zukunft der Bau des Vennbahncenters mit Vollsortimenter. Frau Dr. Küpper von der Stadt Aachen habe den Prozess begleitet und die Schüler aktiv eingebunden. So seien das Busprojekt, das Fahrradprojekt und das Projekt Verkaufsraumgestaltung durchgeführt worden.

Bei dem Busprojekt hätten die Schüler mit der ASEAG darüber diskutiert, die Busverbindungen zu verändern bzw. zu verbessern und hierzu konkrete Vorstellungen unterbreitet. Das Fahrradprojekt sei mit einem Aktionsmonat gestartet. Im weiteren Verlauf seien die Fahrradständer an der Schule erneuert worden. Beim Stadtradeln habe man 12.000 km beigetragen. Im Rahmen einer dreitägigen Aktion sei ein Schulradwegplan entwickelt worden, um die sichersten Wege von und zur Schule zu ermitteln.

Auch sei das Projekt Verkehrsraumgestaltung auf großes Interesse gestoßen. An der bereits genannten Kreuzung Rombachstraße/Ecke Schagenstraße sei die Bushaltestelle seinerzeit vor den Zebrastreifen gelegt worden, wodurch die Schüler durch die Busse verdeckt seien. Nach zähen Verhandlungen mit dem Fachbereich habe erreicht werden können, dass der Zebrastreifen vorgezogen und die Busspur selbst verkürzt werde. Langfristig werde angestrebt, die Bushaltestelle zu verlegen.

Durch neue Elternhaltestellen in der Heuss- und der Rombachstraße sei die Erreichbarkeit verbessert und der Verkehr in Schulnähe entzerrt worden.

Der Außenbereich der Schule sei ebenfalls riesig und dementsprechend pflegeaufwändig. Die Gestaltung werde überwiegend von den Schülern und dem Förderverein durchgeführt, wobei der schönste Teil der Schulgarten sei. Der Bereich zwischen Turnhalle und Schule sei noch nicht fertiggestellt. Auf dem Schulhof stünden immer noch die Wasch- und Toilettencontainer aus der Zeit, als die Flüchtlinge in der Turnhalle untergebracht waren. Er bittet darum, diese Container abholen zu lassen.

Bezüglich der Flüchtlingsunterbringung in den Sporthallen berichtet Herr Dr. Lux, dass dies für alle Beteiligten eine schwierige Zeit gewesen sei. Dennoch sei die Problematik im Stadtbezirk gut gelöst worden.

Die Gesamtschule besitze aktuell keine internationale Förderklasse, weil kein Schulraum mehr zur Verfügung stehe. Es fehlten überhaupt Räume für die Schüler und das Personal.

Ein weiteres Defizit bestehe bei der Sauberkeit, Ordnung und Pflege des Außengeländes. Dies führe er auch auf die schwierige Hausmeistersituation zurück. Auch in Hinsicht auf das Fest des Vdk sei dringend Abhilfe geboten.

Die Einrichtung der Mensa und das neue Lehrercafé seien gute Investitionen. Zwischenzeitlich habe eine Sanierung der Fenster und der Schulküchen stattgefunden und seit Herbst besitze die Schule einen tollen Fahrstuhl. Aktuell laufe die Deckensanierung; Probleme bereite weiterhin die Heizung. Er bedankt sich bei der Bezirksvertretung für ihre Aufmerksamkeit.

Ratsfrau Lürken von der CDU-BF bedankt sich für den informativen Vortrag.Da Herr Dr. Lux als Schulleiter bislang noch nicht in der Bezirksvertretung Brand gewesen sei, sei es wichtig, aktuell den Bericht über die Situation an der Gesamtschule von ihm zu erhalten. Es werde deutlich, dass Herr Dr. Lux viel Herzblut und Leidenschaft in die Schule investiere. Weiterhin sehe man an den Anmeldeüberhängen, dass viele Kinder diese Schule besuchen möchten. Dies spreche nicht nur für die Gesamtschule sondern auch für die Führung dieser Schule. Über die Problematik mit dem Hausmeister sei ihre Fraktion schon teilweise informiert gewesen; genauso über die Schulhofsituation. Daher habe es aus der Bezirksvertretung Brand einen Antrag gegeben, der die Pflege der Schulhöfe beinhaltete. Dies betreffe allerdings auch andere Schulen. Sie schlage deshalb vor, den Aachener Stadtbetrieb, den Fachbereich Kinder, Jugend und Schule sowie den Fachbereich Gebäudemanagement in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Brand einzuladen und die Entwicklung mit der Fachverwaltung zu erörtern.

Herr Hellmann von der SPD-BF bedankt sich ebenfalls bei Herrn Dr. Lux für seinen Vortrag. Einer seiner ersten Handlungen vor 25 Jahren in der Bezirksvertretung sei der Beschluss gewesen, das Schulzentrum zur Gesamtschule zu etablieren. Die Brander Gesamtschule sei die 2. Gesamtschule in Aachen; die 1. Gesamtschule habe einige Jahre vorher in der Sandkaulstraße angefangen und sei dann nach Laurensberg umgesiedelt worden. Trotz großer Widerstände habe sich seinerzeit Rotgrün dazu entschlossen, die Gesamtschule in Brand einzurichten, obwohl bereits die Vorgängerschule an dieser Stelle durch Qualität überzeugt habe. Das heutige Ergebnis sei eine blühende Schule, die eine hohe Zahl von Anmeldungen vorweisen könne, mit einem großen Programm und vielen Aufgaben sowie einer engen Verzahnung. Er wünscht Herrn Dr. Lux weiterhin Erfolg an seiner Schule.

Herr Hußmann von der GRÜNE-BF schließt sich seinen Vorrednern an und bedankt sich für seine Partei bei Herrn Dr. Lux. Er fragt nach, wie sich die Mensazeiten zwischen Schülern der Gesamtschule und der Grundschule vereinbaren lassen.

Herr Dr. Lux antwortet, dass die Mensa von einem eigenständigen Verein getragen werde. Grundsätzlich könnten die Grundschulkinder versorgt werden; problematisch seien lediglich die Zeiten. Für die 1.300 Gesamtschüler beginne die Mittagspause um 12:30 Uhr und dauere bis 13:15 Uhr. Man sei daher leider zeitlich nicht flexibel. Danach könnten die Grundschulkinder gut in der Mensa mit eigener Küche ihr Essen einnehmen. Dies habe jetzt 1 Jahr gut funktioniert.

Herr Blum von der FDP bedankt sich ebenfalls bei Herrn Dr. Lux. Er spricht ihm ein Kompliment aus für diese gute funktionierende Schule. Es sei seinerzeit in der Bezirksvertretung kritisch gesehen worden und er ist erfreut, wie die Schule sich in Brand integriert habe. Das Ansehen sei gewachsen und die Gesamtschule habe einen hohen Stellenwert.

Frau Reiber von der GRÜNE-BF schließt sich dem Dank ihrer Vorredner an. Man merke bei der Leitung der Schule, dass Herr Dr. Lux Brander sei und das Brander Wir-Gefühl auch in der Schule gepflegt werde. Auch die Kooperation mit dem JuB halte sie für eine gute Angelegenheit. Sie habe festgestellt, dass der Rasen frisch gemäht worden sei und frage sich, warum dies nicht erst in 5 Wochen geschehe, wenn die Schule wieder beginne.

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns bedankt sich bei Herrn Dr. Lux für seinen Vortrag, die Arbeit an der Schule und die gute Vernetzung in den Stadtbezirk hinein. Er könne aus eigener Erfahrung sagen, dass die Schüler gerne die Gesamtschule besuchen. Die Gesamtschule in Brand sei ein Erfolgsmodell.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt den Bericht des Schulleiters zustimmend zu Kenntnis und bittet die Verwaltung darum, bezüglich der Hausmeistersituation und der Grünpflege in einer der nächsten Sitzungen der Bezirksvertretung Brand zu berichten.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.

Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 06.07.2016
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Status
gemischt