Rad-Vorrang-Route Aachen 1 - Förderantrag der Stadt Aachen im Bundeswettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr"
FB 61/0563/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Dr. Langweg, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, umreißt kurz die bisherigen Schritte zum Förderantrag „Rad-Vorrang-Route-Aachen 1“ und teilt mit, dass die Verwaltung darüber informiert wurde dass die eingereichte Projektskizze positiv bewertet wurde. Aufgrund dessen ist die Vorhabenbeschreibung weiter konkretisiert worden und fristgerecht ein Förderantrag eingereicht worden. Mit einer Bewilligung des Antrages wird zum Jahresende 2016 gerechnet.
Herr Dr. Langweg stellt anhand der PowerPoint Präsentation die weitere Vorgehensweise vor und erläutert die 6 Arbeitspakete, die die zur Förderung eingereichten Maßnahmen umfasst.
Die Rad-Vorrang-Route-Aachen 1 stellt einen Teil des Konzeptes des Fahrrad-Vorrang-Netzes des Verkehrsentwicklungsplanes dar, um ein komfortables und sicheres Radfahren in Aachen zu ermöglichen. Zentrale Bausteine für Eilendorf sind dabei eine sichere und komfortable Radverkehrsführung vom Bahnhof Eilendorf zur Vennbahntrasse einschließlich einer komfortablen Querung der Von-Coels-Straße. Die Route soll entlang der Kehrbrückstraße und Brückstraße, entgegen der ursprünglichen Planung entlang der Hansmannstraße, zur Moritz-Braun-Straße und Marienstraße geführt werden. Die Kennzeichnung der Straßen sollen mit gut sichtbaren Piktogrammen erfolgen. Die Marienstraße als Fahrradstraße nach der StVO mit den Zeichen 244.1 und Zusatzzeichen soll geprüft werden. Die Vorfahrtsregelung für einen solchen Bereich muss noch abschließend geklärt werden, wobei seitens der Verwaltung nichts gegen die Beibehaltung der jetzigen Rechts- vor - Linksregelung spricht. Eine verkehrssichere Querung der Von-Coels-Straße in Richtung Kleebachstraße kann im 1. Halbjahr 2017 realisiert werden. Hier ist auch die Einrichtung einer Dauerzählstelle vorgesehen. Weiterhin ist geplant den jetzigen Vennbahnweg auf 3,5m zwischen der Zieglerstraße und der Philippstraße zu verbreitern. Darüber hinaus ist für Eilendorf ein Bedarf von 50 weiteren Fahrradbügeln in den Förderantrag mit aufgenommen worden.
Herr Dr. Langweg dankt Frau Bleimann-Emonts und der AG Fahrradfahren in Eilendorf für ihr Engagement und Mitwirkung zur Realisierung des Förderantrags und hofft auch weiterhin auf die Unterstützung durch die AG.
Die Bezirksbürgermeisterin und alle Fraktionen der Bezirksvertretung danken Herrn Dr. Langweg für seinen Vortrag.
Die CDU-Fraktion merkt an, dass sich das Verkehrsverhalten im Umbruch befindet. Der Ausbau von sicheren Fahrrad-Routen sei ein Schritt diesem auch Rechnung zu tragen. Es müssen optimale Kompromisse gefunden werden und die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr gestärkt werden. Man werde sich seitens der Fraktion und Bezirksvertretung gerne in die Workshops mit einbringen.
Auf die Frage, ob auch eine Dauerzählstelle das Industriegebiet Eilendorf erfasst, da viele Eilendorfer auch dorthin mit dem Fahrrad unterwegs seien, konnte Herr Dr. Langweg mitteilen, dass hier zu zurzeit noch keine Feststellungen getroffen worden sein.
Die SPD-Fraktion macht darauf aufmerksam, dass in Eilendorf die Tempo-30-Zonen vorrangig sind, so auch in der Marienstraße, so dass hier die Regelung des Rechts-vor links-Verkehrs herrsche. Hier müsse man eine vernünftige Lösung finden, bei der auch die Sicherheit nicht außer Acht gelassen werden dürfe.
Die Fraktion B 90/Die Grünen freut sich, dass die Rad-Vorrang-Route Aachen 1 von Eilendorf aus losgeht. Dies habe eine große Bedeutung für den Bezirk.
Die FDP fragt an, ob seitens der Verwaltung eine eindeutige Verkehrsregelung auf den Vennbahnweg geplant oder ob hier ein gemeinsamer Rad-/Fußweg vorgesehen sei.
Herr Dr. Langweg erläutert, dass aufgrund der vorhandenen Vegetation ein 4 m breiter Fahrradweg und 2 m breiter Fußweg, nach den einschlägigen Vorschriften, nicht zu realisieren sei. Hier ist ein 3,5 m breiter gemeinsamer Rad-und Fußweg geplant, der miteinander genutzt werden soll und eine gegenseitige Rücksichtnahme zueinander voraussetzt.
Die Bezirksbürgermeisterin hofft darauf, dass die Stadt Aachen im Dezember einen positiven Bescheid zum Förderantrag erhält und sich die AG sowie Vertreter der Bezirksvertretung im nächsten Jahr in das Projekt mit einbringen können.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen Mitte nimmt die Maßnahmen des Förderantrages, die den Stadtbezirk Aachen Mitte betreffen, zustimmend zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Aachen Laurensberg nimmt die Maßnahmen des Förderantrages, die den Stadtbezirk Aachen Laurensberg betreffen, zustimmend zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Aachen Eilendorf nimmt die Maßnahmen des Förderantrages, die den Stadtbezirk Aachen Eilendorf betreffen, zustimmend zur Kenntnis.
Der Mobilitätsausschuss begrüßt die zur Förderung eingereichten Maßnahmen zur Realisierung der „Rad-Vorrang-Route Aachen 1“. Die Verwaltung wird gebeten, nach Eingang eines Förderbescheides zeitnah die einzelnen Maßnahmen zur Beschlussreife zu bringen. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt vorbehaltlich der Förderung sowie vorbehaltlich der rechtskräftigen Bereitstellung der erforderlichen Haushaltsmittel in den Haushaltsjahren 2017 und 2018.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Der Luftreinhalteplan 2015 für die Stadt Aachen beinhaltet in Maßnahme MR3 den Auftrag an die Verwaltung, im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung einen Vorschlag für ein Rad-Vorrang-Netz vorzulegen. Die Verwaltung hat sich für die Erarbeitung des Netzes und die Umsetzung einer ersten Route am Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ beteiligt. Ein Fördersatz von 70 % ist in Aussicht gestellt.
Fördervoraussetzungen sind u.a.:
- Das Projekt muss eine hohe bundesweite Ausstrahlung aufweisen.
- Die geförderten Maßnahmen sollen schnellstmöglich starten und in der Regel innerhalb von ein bis drei Jahren abgeschlossen werden.
- Der Radverkehr wird in einem definierten Gebiet durch investive Maßnahmen dauerhaft gestärkt, indem Straßenraum zugunsten des Radverkehrs (neu) gestaltet wird, zusätzliche Radverkehrseinrichtungen geschaffen oder lokale Radverkehrs-Dienstleistungen ermöglicht werden.
- Es sind spezifische, messbare, akzeptierte, realistische und terminierte Ziele darzustellen. Insbesondere muss das Projekt durch Treibhausgasminderungen zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung beitragen.
Über dieses Vorhaben wurde der Mobilitätsausschuss in der Sitzung am 17.03.2016 informiert. In den Sitzungen des Juni 2016 wurden der Mobilitätsausschuss und die Bezirksvertretungen Mitte, Laurensberg und Eilendorf über die Ideenskizze informiert.
Im Juli 2016 wurde die Verwaltung vom Projektträger Jülich darüber informiert, dass die Projektskizze positiv bewertet wurde. Daraufhin wurde bis zur Frist am 30.09.2016 die Vorhabenbeschreibung weiter konkretisiert und ein Förderantrag eingereicht.
Dazu fand im Vorfeld des Antrags ein interfraktionelles Gespräch statt, bei dem wesentliche Punkte abgestimmt wurden. Mit einer Bewilligung des Antrags wird zum Jahresende 2016 gerechnet.
Der Vorhabenbeschreibung ist in Kap. 5 eine umfangreiche Zielbeschreibung zu entnehmen. Wesentliche Effekte sollen eine deutliche Steigerung der Radverkehrsnutzer (mind. 25 % mehr nach einem Jahr) und eine Reduktion der verkehrsbedingten C02-Emissionen sein. Damit soll gleichzeitig eine Reduktion der NOx-Belastungen in der hoch belasteten Umweltzonenbereichen Wilhelmstraße und Adalbertsteinweg einher gehen.
Zur Förderung eingereichte Maßnahmen
Das Fördervorhaben zur „Rad-Vorrang-Route Aachen 1“ umfasst 6 Arbeitspakete.
1.) Konzeption eines Fahrrad-Vorrang-Netzes und der dabei geltenden Planungsprinzipien für ein komfortables und sicheres Radfahren, die für Abschnitte auf der Vorrangroute gelten. Dies wird im Dialog mit den Bürgern sowie Experten aus Verwaltung, Polizei und Initiativen erfolgen als Teil der Verkehrsentwicklungsplanung Aachen.
2.) Differenzierte Planung und Umsetzung der ersten Route, der 11 km langen Rad-Vorrang-Route Aachen 1 zwischen dem Stadtteil Aachen-Eilendorf im Osten Aachens und dem Hochschulerweiterungsgebiet Campus Melaten im Westen der Stadt mit einer möglichst durchgängigen Verbesserung für den Radverkehr und sehr gut wahrnehmbaren Kennzeichnung der Route in allen durchfahrenen Straßenräumen.
Zentrale Bausteine dabei sind:
- Herstellung einer sicheren und komfortablen Radverkehrsführung vom Bf Eilendorf zur Vennbahntrasse einschließlich einer komfortableren Querung der Von-Coels-Straße.
- Verbreiterung der Vennbahntrasse von 2,5 m auf 3,5 m zwischen Zieglerstraße und Philippstraße
- Bauliche Anpassungen in der Lothringer Straße sowie bei der Querung der Wilhelmstraße
- Austausch des Kleinpflasters in den Fußgängerzonen Wirichsbongardstraße und Schinkelstraße
- Ausbau der Wegeverbindung Kopernikusstraße/Ahornstraße
Verbunden sind die Arbeiten mit einer Klärung der Kennzeichnung/Gestaltung der Route in ihrem Gesamtverlauf und der Auswahl geeigneter Abschnitte zur Ausweisung als Fahrradstraße.
3.) Schaffung von 200 komfortablen und sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten und Pedelec-Lademöglichkeiten in Parkhäusern in der Innenstadt sowie an Freizeiteinrichtungen im Stadtteil Eilendorf
4.) Etablierung eines Monitorings für die Entwicklung des Radverkehrs durch die erstmalige Einrichtung von 8 Dauerzählstellen für den Radverkehr in Aachen
5.) Begleitende Maßnahmen: Unter anderem ein „Schlecht-Wetter-Ticket“ für eine vergünstigte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs bei schlechtem Wetter. Öffentlichkeitsarbeit für die Nutzung der Radvorrangroute und gegenseitige Rücksichtnahme und die Etablierung von 2 Leih-Lastenrädern.
6.) Erweiterung des Netzes des im Aufbau befindlichen Systems Velocity Aachen durch weitere 6 Pedelec-Verleihstationen entlang der Rad-Vorrang-Route Aachen 1.
Die Pakete 1 bis 5 werden von der Stadt Aachen zur Förderung beantragt. Parallel hat Velocity einen eigenen Förderantrag für 6 Pedelec-Verleihstationen eingereicht. Nähere Erläuterungen enthält die Vorhabenbeschreibung.
Geplante Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung
Die Entwicklung des Vorrangnetzes und der Maßnahmen entlang der 1. Rad-Vorrang-Route soll unter Beteiligung von Verbänden und interessierten Radfahren und Bürgern in Vor-Ort-Terminen und Befahrungen stattfinden.
Zu Umsetzungsmaßnahmen entlang der Route und sind Informations- und Beteiligungsangebote geplant .
Die Haushalte im Umfeld der neuen velocity-Stationen erhalten Schnupperangebote für den Einstieg in das Verleihsystem.
Für den Umstieg vom Pkw auf das Pedelec ggf. in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie die Wahrnehmung der Route in den betroffenen Straßen werden Befragungen durchgeführt.
Alle Elemente werden der Politik zur abschließenden Entscheidung vorgelegt.
Kosten und Finanzierung
Der Förderantrag sieht Ausgaben in Höhe von 1.519.600 € in den Jahren 2017 und 2018 bei einer Förderquote von 70% vor. Bei Bewilligung des Vorhabens entfällt somit auf die Stadt Aachen ein Eigenanteil von 455.880 €.
Bislang wurden die in der folgenden Tabelle aufgeführten Mittel gemäß der ursprünglichen Projektskizze zum Haushaltsplan 2017 angemeldet:
PSP-Element 5-120102-900-08100-300-1 | Haushaltsjahr 2017 | Haushaltsjahr 2018 |
Kostenart 78520000 | 290.000 € | 290.000 € |
Kostenart 78310000 | 242.000 € | 50.000 € |
Kostenart 78350000 | 30.000 € | 30.000 € |
Kostenart 68110000 | -393.400 € | -259.000 € |
Eigenanteil | 168.600 € | 111.000 € |
PSP-Element 4-120102969-8 | Haushaltsjahr 2017 | Haushaltsjahr 2018 |
Kostenart 52560000 | 30.000 € | 30.000 € |
Kostenart 52910000 | 30.000 € | 40.000 € |
Kostenart 53180000 | 270.000 € | 80.000 € |
Kostenart 41410000 | -231.000 € | -105.000 € |
Eigenanteil | 99.000 € | 45.000 € |
Die darüber hinaus noch benötigten Mittel und die erforderlichen Verschiebungen zwischen den Kostenarten werden über die Veränderungsnachweisung haushaltsneutral seitens FB 61 angemeldet.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen PSP-Element 5-120102-900-08100-300-1 – Radvorrangroute1 | ||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 2016 | Fortgeschriebener Ansatz 2016 | Ansatz 2017 ff.* | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2017 ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 652.400 | 967.120 | 0 | 0 |
Auszahlungen | 0 | 0 | 932.000 | 1.381.600 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 279.600 | 414.480 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | -134.880 | ||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben** | |||||
PSP-Element 4-120201-969-8 – Radvorrangroute1 | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2016 | Fortgeschriebener Ansatz 2016 | Ansatz 2017 ff.* | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2017 ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) |
Ertrag | 0 | 0 | 336.000 | 96.600 | 0 | 0 |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 480.000 | 138.000 | 0 | 0 |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 144.000 | 41.400 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 102.600 | ||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben** | |||||
* Ansatz gem. Haushaltsplanentwurf 2017
** Deckung erfolgt durch haushaltsneutrale Einplanung im Rahmen der Veränderungsnachweisung
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Die Dokumente werden direkt vom Ratsinformationssystem der Stadt Aachen abgerufen und nicht von uns gespeichert oder gehostet.
Technische Details
ID: 77820
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=77820
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2016-10-10 FB 61_0563_WP17 Rad-Vorrang-Route Aa SAO.pdf
20.11.2024
3.7 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Eilendorf
- Datum
- Mi., 02.11.2016
- Uhrzeit
- 18:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Zusätze
- Die Unterlagen werden nachgereicht.
- Geändert
- 23.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 22. Februar 2026 um 23:44
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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