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Antrag der CDU Fraktion vom 09.11.2016, Nr. 36/ WP 17 in der Bezirksvertretung zur Darstellung der Brander Kaltluftschneisen

FB 36/0148/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt Herrn Peschel vom Fachbereich Umwelt.

Herr Peschel nimmt Bezug auf die Vorlage und teilt ergänzend mit, dass seit vielen Jahren die RWTH mit dem Fachbereich Umwelt zusammenarbeite, um eine zusammenfassende Darstellung der durch die Kaltluft beeinflussten Flächen im Stadtgebiet zu ermöglichen. Dabei seien der Stadtbezirk Brand mitberechnet und Ergebnisse erzielt worden. Diese Ergebnisse würden für die zukünftige Bauplanung in Brand wichtige Informationen in positiver oder negativer Hinsicht liefern. Die Ergebnisse der RWTH seien im Jahr 2016 im Umweltausschuss in Kürze vorgetragen wurden.

Ratsfrau Lürken von der CDU-BF bedankt sich bei Herrn Peschel für seinen Vortrag. Sie habe im Juni letzten Jahres im Umweltausschuss die Vorstellung der Kaltluftschneisen hören können. Der vorliegenden Karte könne man entnehmen, dass es in der umliegenden Umgebung von Brand erhebliche Kaltluftschneisen gebe. In der Vorlage seien bereits die neuen Baugebiete angesprochen worden und wie sich die Kaltluftschneisen hierauf auswirken. Gerade im Hinblick auf das entstehende Neubaugebiet auf dem Becker-Gelände sei es für die Brander Politik wichtig von der Verwaltung zu erfahren, wo sich die Kaltluftschneisen befinden.

Herr Hußmann von der GRÜNE-BF stellt anhand der Karte fest, dass die Kaltluftschneisen nordöstlich an Brand vorbeilaufen. Neben der Umweltbedeutung für die gesamte Stadt sei es auch für den Stadtbezirk Brand wichtig zu wissen, wo die Kaltluftschneisen verlaufen.

Herr Peschel berichtet, dass er sich mit der Beurteilung für Brand beschäftigt habe. Als wichtige Erkenntnis könne er festhalten, dass aus dem Indetal Kaltluft über die Talkesselgrenze hinweg über die Talsysteme von Haarbach und Horbach in den Aachener Talkessel abströmen könne. Vor allem die Kaltluftströmungsbereiche am westlichen Brander Ortsrand (Bereich Münsterstraße) und am östlichen Brander Siedlungsrand seien besonders empfindlich und insoweit besonders schützenswert.

Herr Hellmann von der SPD-BF bedankt sich bei Herrn Peschel und bittet ihn, anhand der Karte die Schwerpunkte für Brand anzuzeigen.

Ratsherr Palm fragt nach, ob Krauthausen im Bereich der Kaltluftschneise liege.

Herr Peschel antwortet, dass Krauthausen im Hangbereich liege und baulich dünn besiedelt sei.

Beschluss

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Sie empfiehlt, die Ergebnisse der Untersuchung zur lokalen Kaltluft im Aachener Talkessel, inkl. der zugehörigen Fachkarte, in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2030 einzubeziehen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Sie empfiehlt, die Ergebnisse der Untersuchung zur lokalen Kaltluft im Aachener Talkessel, inkl. der zugehörigen Fachkarte, in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2030 einzubeziehen.

Erläuterungen

Erläuterungen:

  1. Vorbemerkungen

Das Geographische Institut der RWTH Aachen,Arbeitsgruppe Klimatologie, Prof. Dr. C. Schneider und Dr. Gunnar Ketzler, arbeiten seit Jahren zusammen mit dem Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen daran, eine zusammenfassende Darstellung der Kaltluft beeinflussten Flächen im Stadtgebiet zu ermöglichen. Hierzu wurden aktuell neben zahlreichen meteorologischen Messungen auch umfangreiche Modell-Berechnungen unter Zuhilfenahme des Kaltluftmodells KLAM 21 des Deutschen Wetterdienstes durchgeführt.

Mit dieser innovativen Untersuchungsmethode der RWTH konnten die grundlegenden Erkenntnisse zu abendlicher / nächtlicher Kaltluftbildung und deren Wirksamkeit vor allem im klimatisch-lufthygienisch besonders belasteten Aachener Talkessel vertieft und eine flächig anwendbare Kartengrundlage entwickelt werden. Für die Umwelt- und Stadtplanung ermöglicht die neue Karte eine erheblich verbesserte und wissenschaftlich abgesicherte Bewertung künftiger Bau- und Planungsprojekte.

  1. Fachliche Erläuterung

Abendliche und nächtliche Kaltluftbildung und deren Abflüsse stellen bei austauscharmen Wetterlagen (30-40 % der Abende bzw. Nächte pro Jahr im langjährigen Mittel) einen wichtigen Klimaprozess dar; sie kann bei sommerlichen Strahlungswetterlagen für klimatisch-lufthygienisch belastete Stadtbereiche erhebliche Abkühlungsleistungen erbringen sowie für Frischluft sorgen. In Aachen liegen besonders günstige Bedingungen für Kaltluftbildung und Kaltluftabflüsse im kleinräumig gegliederten Relief vor. Gleichzeitig können die Talkessellage, die z.T. sehr dichte Bebauung und erhöhte Luftschadstoffbelastungen durch Verkehr und Hausbrand zeitweise starke klimatisch-lufthygienische Belastungssituationen hervorrufen (siehe auch Luftreinhalteplan Aachen).

Während der Erstellung des Gesamtstädtischen Klimagutachtens, 2000, standen noch keine zuverlässig anwendbaren Kaltluftmodelle zur Verfügung, so dass sich die Bearbeitung im Wesentlichen an umfangreichen, aber letztlich doch nur punktuell vorhandenen Messdaten orientierte.

  1. Modelldaten für die Karte „Lokale Kaltluft im Aachener Talkessel“

Die KLAM21-Modellergebnisse (Computermodell des Deutschen Wetterdienstes -DWD) bestehen aus folgenden Rasterdatensätzen:

der mittleren horizontalen Geschwindigkeitskomponenten,

der Kaltlufthöhe und

des Kälteinhalts (DWD, Sievers, 2008).

DieseDatensätze wurden für die Bearbeitung in ein geographisches Informationssystem (GIS) umgewandelt und daraus zusätzlich die Kaltluftströmungsgeschwindigkeit, /–richtung und die Abkühlung berechnet. Außerdem wurde das im Vorfeld der Studie in Aachen messtechnisch festgestellte Phänomen von gebietsweise über die Talgrenzen hinweg strömender Kaltluft (Kaltlufttransfluenzen) anhand einer gesonderten Modellrechnung untersucht und in die Auswertung mit einbezogen.

Die Auswertung der Modellergebnisse im Geographischen Informationssystem (GIS) ermöglicht Aussagen über die kommunale Klimavorsorge zu drei zentralen Kriterien der maßgeblichen VDI-Richtlinie (VDI 3787, Blatt 5, Umweltmeteorologie - Lokale Kaltluft):

die Eindringtiefe der Kaltluft in die Bebauung,

die Klassifizierung der Kaltluftströmungstypen,

die kartographische Darstellung der Kaltluftbahnen (insb. Bachtäler).

Im Vergleich zu den bisherigen Untersuchungen ermöglicht die neue Karte „Lokale Kaltluft im Aachener Talkessel“, stadtklimatische Konfliktpotentiale zwischen bestehenden oder geplanten Nutzungen (insb. Neubebauung) deutlich früher zu erkennen und zielkonforme (planerische) Lösungsstrategien zu entwerfen.

  1. Prognose zur Kaltluftsituation für 2030

Für das Aachener Klimafolgenanpassungskonzept (2013/14) wurde eine ergänzende Modellrechnung mit dem o.g. Computermodell durchgeführt. Dadurch konnten die Auswirkungen zusätzlicher Bebauung auf nächtliche Kaltluftströme und die damit verbundenen Belüftungsfunktionen sowie die Nachttemperaturen bei austauscharmen Strahlungswetterlagen (Schönwetterlagen) ermittelt werden.

In dieser Analyse wurde eine zusätzliche Bebauung (Wohnen, Gewerbe) im Umfang der Prüfflächen mit Stand des Vorentwurfes zum Flächennutzungsplan Aachen 2030 angenommen. Das Ergebnis der Prognose verdeutlicht, dass mit der Umsetzung geplanter Neubauflächen gebietsweiseeine deutlich reduzierte nächtliche Abkühlung einhergeht.

Die kartographische Darstellung der Veränderungen 2030 gegenüber 2010 verdeutlicht, dass eine signifikante Reduzierung der für das Wohlbefinden und die Gesundheit so wichtigen nächtlichen Abkühlung vor allem:

am südlichen und westlichen Innenstadtrand sowie

am Rand des Burtscheider Kernbereichs,

stellenweise in den Ortsteilen Brand, Forst, Eilendorf, Haaren, Laurensberg und Richterich

sowie

im Bereich der Gewerbe- und Industriegebiete anzunehmen ist.

Weitere Informationen hierzu sind dem Aachener Klimafolgenanpassungskonzept 2013 (BKR, Aachen et al., 2013) zu entnehmen.

  1. Wichtige Erkenntnisse für den Ortsteil Brand

Für den Ortsteil Brand, der außerhalb des Talkessels überwiegend in gut durchlüfteter Kuppenlage liegt, ergeben sich aus den aktuellen Kaltluftuntersuchungen der RWTH nur wenige Planungsempfehlungen bezüglich zukünftiger Bauentwicklungen.

Eine wichtige Erkenntnis war jedoch, dass aus dem Indetal Kaltluft über die Talkesselgrenze hinweg über die Talsysteme von Haarbach und Beverbach in den Aachener Talkessel abströmen kann. Dieses Phänomen bezeichnet man als Kaltlufttransfluenz. Vor allem die Kaltluftüberströmungsbereiche am westlichen Brander Ortsrand (Bereich Münsterstraße) und am östlichen Brander Siedlungsrand (GE-Erweiterung Brand-Nord) sind daher besonders empfindlich und insoweit besonders schützenswert.

Dagegen bestehen gegen eine weitere angedachte Siedlungsentwicklung im westlichen Brander Feld, im Bereich der Karl-Kuck-Straße (ehem. Sportgelände im Ortszentrum) und auch am südlichen Siedlungsrand (westlich der Triererstraße / Rollefstraße) und auf dem Gelände der ehem. Tuchfabrik Becker aus klimatischer Sicht keine Bedenken, soweit auch ein nennenswerter bzw. klimatisch wirksamer Durchgrünungsgrad berücksichtigt wird.

  1. Fazit

Mit den vorliegenden Ergebnissen aus der Untersuchung zum Modellprojekt „Lokale Kaltluft im Aachener Talkessel“ (Fertigstellung Oktober 2015) liegen jetzt wissenschaftlich abgesicherte und flächendeckende sowie quantifizierbare Informationen zu Kaltluftbildung und Kaltluftabflüssen im klimatisch-lufthygienisch besonders belasteten Talkessel Aachen vor. Die Randbereiche außerhalb des Talkessels, wie z.B. der Ortsteil Aachen-Brand, fanden dabei Eingang in die Untersuchung. Die neuen klimatischen Informationen dienen u.a. als eine weitere fachliche Grundlage für die FNP-Neuaufstellung.

Auswirkungen

finanzielle Auswirkungen

Investive Auswirkungen

Ansatz

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Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

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Auszahlungen

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- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

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Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Folgekos-ten (alt)

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Ertrag

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Sachaufwand

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Abschreibungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Es sind keine zusätzlichen finanziellen Auswirkungen erkennbar.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig

Weitere Dokumente (3)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-01-10 FB 36_0148_WP17 Antrag der CDU Frakt SAO.pdf

26.11.2024

4.8 MB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Gremium
Bezirksvertretung Aachen-Brand
Datum
Mi., 01.02.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 08:55