16. Februar 2017 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
TOP 6Öffentlich

Aquis Plaza: Evaluierung der Verkehrssituation

FB 61/0624/WP17 · Kenntnisnahme

Aquis Plaza: Evaluierung der Verkehrssituation

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Zu diesem TOP liegt eine Tischvorlage vor; sie enthält einen Beschluss der Kommission Barrierefreies Bauen, sowie eine Mitteilung der Verwaltung mit Stellungnahmen und Plan, die als Anlage eingestellt sind.

Herr Müller trägt vor mit Hilfe eines projizierten Ausbauplans.

Herr Küthe merkt zur Vorlage an, der Radfahrer stehe hier als behinderndes Element. Es fehle die Gefährdung der Radfahrer durch den ÖPNV und es fehle irgendwie die Gleichberechtigung. Er könne aus der Evaluation keine Lösungsvorschläge erkennen.

Herr Blum erklärt sich mit den Ausführungen der Verwaltung soweit einverstanden bis auf einen Punkt, der kritisch sei:der Fußgängerstrom vom Kaiserplatz zum Aquis Plaza Eingang. Zurzeit würden die Fußgänger nicht den vorgesehenen Weg nehmen, weil er einen Umweg darstelle, also nicht der Realität entspreche. Die Grünen würden seiner Meinung nach Klientelpolitik betreiben. Der Ausschuss müsse aber die Interessen aller Verkehrsteilnehmer beachten. Das könne im Einzelfall auch zum Nachteil für Einzelne gereichen, z. B. Radfahrer. Die Politik müsse insbesondere auch den ÖPNV fördern.

Herr Müller teilt mit, die Verwaltung werde sich bemühen, die Fußgängerwege noch besser auszuschildern. Den von den Fußgängern häufig genutzten Weg wolle man verbessern; eine Teilfläche auf der Dreiecksinsel solle durch das Einbringen von Schotter begehbar gemacht werden.

Zum Vorwurf des Herrn Blum erklärt Herr Fischer, ja, die Grünen würden Klientelpolitik betreiben, für Radfahrer und Fußgänger, weil diese die Einzigen seien, die durch die neuen Regelungen Nachteile und sogar Gefährdungen erleiden müssten, vor allem an den Knoten. Das vermisse er in der Evaluation. Split an einem Dreieck aufzubringen, damit es nicht matschig ist, sei keine verkehrliche Lösung. An dem projizierten Plan würden sich einige Schwachstellen für Fußgänger und Radfahrer zeigen. Der PKW- und ÖPN-Verkehrhingegen fließe, wobei er nicht den Eindruck habe, dass durch die Bustrasse tatsächlich ein Fahrzeitengewinn eingetreten sei. Er bitte, das alles noch einmal zu überdenken.

Frau Breuer erklärt, die CDU Fraktion werde der Verwaltungsvorlage zustimmen, also diese zur Kenntnis nehmen. Die Politik dürfe keine Klientelpolitik betreiben, sondern müsse versuchen, allen gerecht zu werden.

Herr Müller stellt klar, grundsätzlich nehme die Verwaltung alle Anmerkungen auf. Die Fahrzeiten der Busse habe die Verwaltung zusammen mit der ASEAG seriös ermittelt.

Für Frau Rhie ist der Ton entscheidend. Man könne Vorschläge machen, aber nicht Dinge unterstellen, die nicht den Fakten entsprechen. Die Verwaltung werde nicht Fakten außer Acht lassen. Des Weiteren sei die Sache schon vor einem Jahr beschlossen bzw. zur Kenntnis genommen worden, die heute teilweise vielleicht anders gesehen werde. Fundamentalkritik wolle sie so nicht gelten lassen.

Herr Fischer möchte sich entschuldigen, falls er sich im Ton vergriffen habe; er betreibe aber keine Fundamentalkritik, sondern wolle lediglich Anregungen geben, wo noch Verbesserungen nötig sind.

Der Ausschuss fasst folgenden

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Mobilitätsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Bei der Beschlussfassung zum Ausbau der Bustrasse Stiftstraße in der Sitzung des Mobilitätsausschusses am 21.01.2016 wurde eine Evaluierung der Verkehrssituation am Kaiserplatz beschlossen. Zuletzt wurde im Mobilitätsausschuss am 19.05.2016 über die Verkehrssituation berichtet.

MIV

Es wurde geprüft, ob aus Sicherheitsgründen eine Signalisierung der Linksabbieger vom Kaiserplatz in die Stiftstraße erforderlich ist. Da in der Unfallstatistik der Polizei bisher keine Unfälle erfasst sind, die durch eine Signalisierung verhindert worden wären, wurde beschlossen, auf eine Signalisierung zu verzichten.

In der Blondelstraße wurde vor Hausnummer 11 ein zusätzlicher Schwerbehindertenparkplatz eingerichtet. Aufgrund des Umbaus der Stiftstraße waren zwei Behindertenparkplätze zur Heinrichsallee verlegt worden, so dass in der Blondelstraße kein ausreichendes Angebot mehr bestand.

ÖPNV

Seit Juli 2016 fahren die Busse der Linien 23, 43 und 73 im Beidrichtungsverkehr durch die Stiftsumfahrt. Es sind keine gravierenden Behinderungen des Busverkehrs bekannt. Die Reisezeitersparnis zwischen Haltestelle Scheibenstraße und Haltestelle Bushof gegenüber der früheren Linienführung über den Hansemannplatz beträgt durchschnittlich 90 Sekunden.

Radverkehr

Mit dem Umbau wurde die Bushaltestelle Kaiserplatz bis in den Aufstellbereich vor der Signalanlage Stiftsumfahrt/Wilhelmstraße/Adalbertsteinweg vorgezogenen. Wegen des Konfliktes mit geradeausfahrenden Bussen wurde das Rechtsabbiegen aus der Stiftsumfahrt in die Wilhelmstraße untersagt. Dies gilt bisher auch für den Radverkehr.

Zur Behebung der Probleme durch kreuzende Verkehre von Bussen und Radfahrern bei der Weiterfahrt in den Adalbertsteinweg wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert. Die Markierung einer vorgezogenen Aufstellfläche in der Stiftsumfahrt, die es Radfahrern ermöglichen würde, sich vor den haltenden Bussen aufzustellen, wurde verworfen.

Bei Anwesenheit von Radfahrern würde das knapp bemessene Grünfenster, welches den Bussen für die Weiterfahrt in Richtung Adalbertsteinweg zur Verfügung steht, nicht mehr ausreichen, um den Busverkehr ohne Zeitverluste abzuwickeln. Eine Verlängerung der Grünzeit für die Stiftsumfahrt ist aus Leistungsfähigkeitsgründen nicht möglich. Die Behinderung der Busse durch Radfahrer würde somit zusätzliche Wartezeiten für den Linienverkehr vor der Signalanlageverursachen. Wenn das erste Grünfenster nicht genutzt werden kann, verzögert sich die Abfahrt um ca. 80 Sekunden.

Daher wurde beschlossen, die Nutzung des Gehweges an der Ecke Kaiserplatz/Wilhelmstraße für Radfahrer freizugeben. Radfahrer können nun die Wilhelmstraße im Zuge der signalisierten Furt überqueren und ihre Fahrt am rechten Fahrbahnrand des Adalbertsteinweges fortsetzen. Auch rechtsabbiegende Radfahrer können den Schutzstreifen entlang der Wilhelmstraße erreichen.

Die Fahrradabstellanlagen im öffentlichen Straßenraum sind mittlerweile vollständig eingerichtet.

Fußverkehr

Auch 15 Monate nach der Eröffnung von Aquis Plaza wählt nur ein Teil der Fußgänger die barrierefreien mit Umwegen behafteten Wege:

Bei der Nutzung des Wegs entlang des Adalbertstifts muss zunächst die Stiftstraße und Zu- und Abfahrt zum Parkhaus gequert werden, um anschließend vor dem Aquis Plaza die Umfahrt zu queren.

Bei der Wegewahl über den Denkmalplatz führt der durch Bordsteinabsenkungen barrierefreie Weg über die Nebenfahrbahn und Querung des Gasborn zur Querung der Stiftstraße.

Genutzt wird nach wie vor sehr häufig der direkte Weg vom Denkmalplatz auf die Aquis-Plaza-Seite, wobei die große Asphaltfläche zwischen Gasborn, Stiftstraße und Stiftsumfahrt zu überqueren ist.

Um den ursprünglich zwar nicht vorgesehenen aber in der Realität häufig genutzten Weg zu verbessern, soll spätestens im März eine Teilfläche im Bereich des Baumbeetes auf der Dreiecksinsel durch Einbringen von Schotter begehbar gemacht werden.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (3)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-01-24 FB 61_0624_WP17 Aquis Plaza_ Evaluie SAO.pdf

22.11.2024

76.1 KB

Betroffene Straßen

Karte wird geladen…

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 16.02.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 09:03

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

Öffnen