Unterstützung für Drogenkranke. Sachstand DrogenkonsumraumAntrag zur Tagesordnung der Fraktion DIE LINKE vom 09.02.2017
FB 56/0035/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Höller-Radtke bedankt sich bei der Verwaltung für die ausführliche Vorlage.
Herr Deumens erläutert, dass das Thema in den Aufgabenbereich der StädteRegion Aachen fällt, der Kaiserplatz sich aber in der Stadt Aachen befindet. Der Drogenkonsumraum wurde 2011 geschlossen.
Wie einem Bericht in der Aachener Presse in der letzten Woche zu entnehmen war, führt der Drogenkonsum weg vom Heroin zum Kokain. Des Weiteren berichtet Herr Deumens, dass die Öffnungszeiten des Drogenkonsumraums vor der Schließung reduziert wurden. In anderen Städten in NRW gibt es Drogenkonsumräume mit langen Öffnungszeiten und medizinischer Versorgung.
Herr Deumens hält einen Drogenkonsumraum für sinnvoll und richtig. Die Suche nach einer Räumlichkeit
ist leider gescheitert. Der Drogenkonsumraum sollte wieder geöffnet werden.
Herr Demmer stimmt Herrn Deumens nicht zu und weist auf die Zuständigkeit der StädteRegion Aachen hin. Es wurden niedrigschwellige Beratungsangebote für Abhängige geschaffen, die effektiver sind als ein Drogenkonsumraum. Konsumenten von Ecstasy oder anderen Drogen nutzen einen Drogenkonsumraum nicht.
Frau Dr. Lassay führt aus, dass in der Vergangenheit sehr umfangreich über den Drogenkonsumraum diskutiert wurde. Es wurde festgestellt, dass die Anzahl der Betroffenen verschwindend gering ist, die
auf einen Drogenkonsumraum angewiesen sind. Die Schließung des Drogenkonsumraumes war richtig, da ein solcher Raum in Aachen nicht benötigt wird. Die Anzahl der Menschen, die sich Drogen intravenös verabreichen, ist stark zurückgegangen. Wichtiger sind umfangreiche Beratungszeiten für Abhängige und die Arbeit der Streetworker.
Herr Deumens weist auf die Konzepte der Städte Troisdorf und Bottrop hin. Er richtet die Frage an die Verwaltung, ob die medizinische Basisversorgung in Aachen gesichert ist.
Herr Frankenberger kann dazu keine Auskunft erteilen und verweist auf die Zuständigkeit der StädteRegion Aachen.
Frau Jelich erläutert, dass es in Aachen eine medizinische Grundversorgung gibt. Die medizinische Ambulanz am Kaiserplatz ist an 5 Tagen in der Woche geöffnet. Ein Arzt und eine Krankenschwester sind vor Ort. In 2016 hat es keine Drogennotfälle mehr gegeben. Des Weiteren berichtet Frau Jelich, dass die 4 Spritzensammler immer weniger Spritzbestecke in der Öffentlichkeit finden. Dies ist eine gute Entwicklung. Der Konsum von Drogen findet mehr im privaten als im öffentlichen Bereich statt.
Die medizinisch ambulante Versorgung an verschiedenen Standorten in der StädteRegion wurde nicht realisiert, da das normale Gesundheitssystem zur Versorgung ausreicht.
Frau van der Meulen erkundigt sich, ob man die Betroffenen befragt hat, ob sie einen Drogenkonsumraum wünschen und ein Bedarf vorhanden ist.
Frau Höller-Radtke erklärt, dass es Fachberatungsstellen gibt, an die sich die Betroffenen wenden können. An die Politik wurde kein Wusch für einen Drogenkonsumraum gerichtet.
Frau Jelich berichtet, dass ein Student aus Maastricht eine Umfrage unter Konsumenten gemacht hat.
Ergebnis ist, dass ein Drogenkonsumraum für die Betroffenen nicht wichtig ist. Wichtiger und gewünscht sind Freizeitangebote, Betreutes Wohnen und geschlechterspezifische Angebote.
Frau Höller-Radtke bedankt sich bei Frau Jelich für die umfangreichen Informationen.
Der Beschluss erfolgt einstimmig.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Durch Gründung der StädteRegion Aachen und Übergang des Gesundheitsamtes der Stadt Aachen in die Verwaltung der StädteRegion Aachen ist die Zuständigkeit für die Suchthilfeplanung der Stadt Aachen in den Verantwortungsbereich der StädteRegion verlagert worden. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel der StädteRegion Aachen hat nach Gründung der StädteRegion der kommunalen Gesundheitskonferenz den Auftrag gegeben, einen Suchthilfeplan für die StädteRegion zu erarbeiten.
Die kommunale Gesundheitskonferenz hat einen Arbeitskreis Suchthilfeplanung gegründet, in dem Beteiligte aller Segmente des Suchthilfesystems vertreten waren und auf Basis der durch das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den Fachleuten der freien Träger erarbeiteten Bestandsbeschreibung den Suchthilfeplan erstellthaben. Dieser Suchthilfeplan wurde im Juli 2011 veröffentlicht.
Aus dem Suchthilfeplan ergab sich u.a. die Handlungsempfehlung, den so genannten Drogenkonsumraum zu schließen unter Berücksichtigung verschiedener flankierender Maßnahmen.
Aufgrund eines Antrages der SPD-Fraktion vom 13.01.2016 wurde das Thema „Suchthilfeplanung in der StädteRegion Aachen“ in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischer Wandel der StädteRegion Aachen am 10.02.2016 beraten.Aus der Vorlage ist folgender Sachstand zum Thema „Drogenkonsumraum“ zu entnehmen:
- Schließung des Drogenkonsumraumes
Die im Suchthilfeplan der StädteRegion empfohlene Schließung des Drogenkonsumraums am Kaiserplatz erfolgte zeitnah nach der Verabschiedung des Suchthilfeplans (Ende 2011).
- Stärkung der niederschwelligen Beratungsangebote
Als Ausgleich für die Schließung des Drogenkonsumraums wurden die niederschwelligen Hilfsangebote am Kaiserplatz in der Form gestärkt, dass dieÖffnungszeiten des Kontakt-Cafés ebenso wie die PräsenzzeitenderStreetworker erweitert wurden. Außerdem wurden in diesen Bereichenspezielle inhaltliche Angebote installiert und ein Beschäftigungsprojekt, im Rahmen der niederschwelligen Hilfe für einige Klienten, aufgebaut.
- Der Versuch, ein entsprechendes aufsuchendes Angebot im Bereich der medizinischen Basisversorgung zu installieren, ließ sich nicht realisieren, da die von Seiten der Ärztekammer bestehenden Auflagen und Qualitätskriterien nicht erfüllt werden konnten.
- Die Suche nach einem neuen Standort für die niederschwelligen Angebote am Kaiserplatz konnte nicht realisiert werden.
Es wurden seitens der Stadt Aachen verschiedene Möglichkeiten geprüft, einen anderen Standort für die niederschwelligen Angebote am Kaiserplatz zu finden.Die Suche nach einem neuen Standort für diese Hilfseinrichtungen war bisher erfolglos.
Frau Jelich von der Suchthilfe Aachen wird in der Sitzung über den aktuellen Sachstand berichten.
Auswirkungen
finanzielle Auswirkungen | ||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||
Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 79910
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=79910
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2017-02-17 FB 56_0035_WP17 Unterstuetzung fuer Dr SAO.pdf
25.11.2024
143.2 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
- Gremium
- Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
- Datum
- Do., 02.03.2017
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Februar 2026 um 09:06