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Gasfernleitung Zeelink I - Sachstandsbericht und Beschluss über das weitere Vorgehen

FB 61/0657/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Ihre Fraktion und auch die SPD-Fraktion werde die Verwaltung nachdrücklich auffordern, alle Möglichkeiten zu ergreifen, um die im Planungsverfahren vorgestellte Vorzugsvariante in der ersten Beurteilung abzulehnen, so Ratsfrau Lürken für die CDU-Fraktion. Man habe gehofft, dass die von der Stadt Aachen aufgezeigte Alternative zu der von Open Grid Europe vorgeschlagenen Trasse ein gangbarer Weg für die Bezirksregierung sei, die dies jedoch leider anders einschätze. Die von Open Grid Europa vorgetragenen Gründe, die Alternative an der Autobahn wäre technisch aufwendig, schwierig umsetzbar und wahrscheinlich zu teuer, seien kein Argument für die Stadt, die nicht verpflichtet sei, für die Bilanzen der Firma Sorge zu tragen.

Ratsherr Servos, Vorsitzender der SPD-Fraktion, wünscht im Namen seiner Fraktion der Bürgerinitiative in Brand viel Erfolg bei ihren Bemühungen klar zu machen, dass die Alternativ-Trasse am Ende entlang der Autobahn vielleicht doch die technisch gangbarere und preiswertere sei.

Ratsherr Rau, Grüne Fraktion, hält es für wichtig, dass der Rat und die Verwaltung sich in diesem Punkt einig seien. Er ist irritiert über die Einschätzung der Bezirksregierung, die ja nichts anderes sei als eine Außenstelle eines Ministeriums und an anderer Stelle dem Naturschutz die Vorfahrt gebe. Er bittet die Verwaltung, den aktuellen Sachstand in der nächsten Sitzung des Rates bzw. des Planungsausschusses mitzuteilen.

Ratsherr Blum ergänzt für die FDP-Fraktion, dass es sich bei dem betroffenen Naturschutzgebiet in Brand um das größte Naturschutzgebiet der Stadt Aachen handele. Auch wegen der in diesem Gebiet unzähligen unter Naturschutz stehenden Vogelarten sei für ihn ist die Einschätzung der Bezirksregierung nicht nachvollziehbar. Er könne die Verwaltung nur unterstützen, hier sämtliche Mittel und Wege auszuloten, um sich gemeinsam gegen dieses Vorhaben zu wehren.

Ratsherr Baal, Vorsitzender der CDU-Fraktion, weist darauf hin, dass die Stadt Aachen bei jedem auch nur ansatzweise kritischen Vorhaben eine sehr aufwendige Abwägung einzelner Schutzgüter mit dem Ziel mache. Diese Abwägung führe dann entweder zu Baurecht oder auch nicht. In diesem Fall habe eine solche Abwägung jedoch nicht stattgefunden, sondern man habe einfach gesagt, die Lösung geradeaus mitten durch den Wald sei billiger. Die Stadt müsse der Bezirksregierung, aber auch der Firma Open Grid Europe deutlich machen, dass die Verfahrensdauer geradeaus durch den Wald länger sei als an der Autobahn entlang.

Ratsherr Deumens, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, zeigt sich ebenfalls überrascht über die Einschätzung der Bezirksregierung. Seine Fraktion werde die Bürgerinitiative voll und ganz unterstützen.

Ratsherr Palm, Allianz für Aachen, ist erfreut über die große Einigkeit im Rat und verweist auf die artengeschützten Tiere, deren Ansiedlung Jahrzehnte gedauert habe und die jetzt mit einem Federstrich von der Landschaft verschwinden würden. Er sei der Bürgerinitiative beigetreten und diese werde alles Mögliche tun, um das Projekt zu verhindern.

Beschluss

Der Rat der Stadt nimmt den Sachstandbericht der Verwaltung und die Vorschläge zum weiteren Vorgehen zur Kenntnis. Der Rat der Stadt bestätigt einstimmig seinen Beschluss vom 29.06.2016 sowie die Vorschläge zum weiteren Vorgehen als Grundlage für die weiteren Abstimmungen mit der Bezirksregierung Köln und dem Projektträger.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt nimmt den Sachstandbericht der Verwaltung und die Vorschläge zum weiteren Vorgehen zur Kenntnis. Der Rat der Stadt bestätigt seinen Beschluss vom 29.06.2016 sowie die Vorschläge zum weiteren Vorgehen als Grundlage für die weiteren Abstimmungen mit der Bezirksregierung Köln und dem Projektträger.

Die Bezirksvertretung nimmt den Sachstandbericht der Verwaltung und den Beschluss des Rates der Stadt Aachen zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Die umfangreichen Antragsunterlagen des Raumordnungsverfahrens wurden 2016 von der Verwaltung geprüft und eine differenzierte Stellungnahme zur Beratung erarbeitet. Nach abschließender Beratung im Rat der Stadt Aachen am 29.06.2016 wurde diese fristgerecht an die Bezirksregierung Köln übermittelt.

Die Stadt Aachen fordert darin, vor dem Hintergrund der Vermeidung von Eingriffen in Natur und Landschaft, die „raumordnerische Beurteilung“ zur Mitteleuropäischen Transversale aus 2008 als Alternativtrasse entlang der BAB A44 zwischen Brand und Forst zu berücksichtigen und intensiv darauf hinzuwirken, dass diese Trassenführung auch für Zeelink I genutzt werden kann.

Am 04.11.2016 hat bei der Bezirksregierung Köln der im Rahmen des Raumordnungsverfahrens vorgesehene Erörterungstermin stattgefunden. Der Erörterungstermin gab den Verfahrensbeteiligten und dem Antragsteller die Möglichkeit Ihre Positionen zu erläutern. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Open Grid zwar am ihrem Vorzugskorridor festhält, sich aber bemühen wird, die von der Stadt Aachen geforderte Variante entlang der A 44 technisch zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Aachen das Versorgungsbedürfnis zwar anerkannt, aber deutlich gemacht, dass die Erwiderungen des Vorhabenträgers auf die Stellungnahme der Stadt Aachen nicht akzeptiert werden und sie daher ihre Bedenken gegen den Vorzugskorridor und den Variantenkorridor aufrechterhält und auf der Variante entlang der A 44 besteht.

Zur Bedeutung der "raumordnerischen Beurteilung" erläuterte die Bezirksregierung, dass diese nach Abschluss des Verfahrens die Qualität eines landesplanerischen Grundsatzes hat. Damit ist sie nicht verbindlich wie ein landesplanerisches Ziel, sondern unterliegt der Abwägung im späteren Planfeststellungsverfahren. Damit können sich bei der Trassenführung im späteren Planfeststellungsverfahren Abweichungen vom Raumordnungskorridor ergeben, wenn dies fundiert begründet wird.

Vor dem Hintergrund des engen Zeitplanes für die Umsetzung des Fernleitungsprojektes hat, trotz ausstehender Entscheidung der Bezirksregierung, am 25.01.2017 bei der Stadtverwaltung Aachen eine Besprechung mit dem Betreiber Open Grid stattgefunden. Zu Ihrer Information sind als Anlage1 Auszüge der vorgestellten Unterlagen beigefügt, aus der ein Trassenverlauf in Parallelführung zur A 44 ersichtlich ist.

Die Open Grid bestätigte ihr Bestreben, die von der Stadt Aachen geforderte Variante entlang der A44 weiter zu prüfen um diese technisch zu ermöglichen. Die Ernsthaftigkeit dieser Aussage wird dadurch gestützt, dass Gegenstand der Besprechung alleinig die durchgeplante Variante entlang der A44 war. Angesichts einiger Herausforderungen bat Open Grid um Unterstützung bei der Umsetzung.

Nach aktuellen Kenntnissen verfolgt Open Grid derzeit beide Möglichkeiten (Trassenführung parallel A 44 sowie Vorzugskorridor) zeitgleich und prüft deren technische Realisierbarkeit und die Kosten. Noch steht nicht fest, mit welcher dieser Möglichkeiten das Planfeststellungsverfahren beantragt wird.

Die Antragsunterlagen für die Planfeststellung wird Open Grid fertigstellen und bei der Bezirksregierung Köln, als zuständige Planfeststellungsbehörde für den Abschnitt Aachen, einreichen. Voraussichtlich im September/Oktober 2017 findet dann die Offenlage der Planunterlagen statt. Nach deren Auswertung ist der Erörterungstermin für März 2018 angedacht, so dass mit dem Planfeststellungsbeschluss im September 2018 zu rechnen ist.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (außerhalb des Planfeststellungsverfahrens) plant Open Grid weitere "Dialogmärkte". Für Aachen ist ein solcher für den 20. März angedacht.

Mit Schreiben vom 20.02.2017 teilt die Bezirksregierung die Entscheidung im Raumordnungsverfahren und die abschließende "raumordnerische Beurteilung" mit. Demnach wird die von der Stadt Aachen geforderte „Variante A44“ nicht favorisiert, sondern der Vorzugskorridor südlich des Stadtteils Brand wird als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens festgestellt (Anlage 2).

Die Bezirksregierung ist damit den im Raumordnungsverfahren vorgebrachten Bedenken der Stadt Aachen nicht nur nicht gefolgt, sondern hat ihre kritische Haltung umfänglich dargelegt. Außerdem ist die aus Aachener Sicht positive Beurteilung der raumordnerischen Abstimmung der Variante A 44 nach derzeitigem Stand spätestens ab 2019 unwirksam. Insofern ist intensiv zu beratschlagen welche Schritte unternommen werden können, doch die geforderte „Variante A 44“ zu realisieren.

Am 09.03.2017 hat die Verwaltung den Planungsausschuss über die aktuelle Entwicklung Informiert. Der Planungsausschuss hat hierzu einstimmig folgenden Beschluss gefasst:

„Der Planungsausschuss bekräftigt seinen Beschluss vom 16.06.2016 und beauftragt die Verwaltung erneut gegenüber der Bezirksregierung und der Open Grid die ablehnende Haltung der Stadt Aachen gegenüber der Führung der Gasfernleitung Zeelink I über die Vorzugsvariante deutlich zu machen.

Der Ausschuss fordert die Verwaltung darüber hinaus auf, in der Ratssitzung am 22.03.2017 den aktuellen Sachstand und konkrete Vorschläge für das weitere Vorgehen in der Sache darzustellen.“

Der Vorschlag der Verwaltung zur weiteren Vorgehensweise wird derzeit erarbeitet und mündlich in der Sitzung vorgestellt.

Zwischenzeitlich liegen zu dieser Thematik folgende Anträge vor, die als Anlage beigefügt sind:

- Antrag der Grünen-Fraktion zur Tagesordnung des Rates am 23.03.2017

- Antrag der SPD-Fraktion für die Sitzung der Bezirksvertretung Eilendorf am 29.03.2017

Weitere Dokumente (4)

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anlage 1
315.6 KB · PDF
anlage 2
1.7 MB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-03-14 FB 61_0657_WP17 Gasfernleitung Zeeli SAO.pdf

20.11.2024

2.5 MB

Metadaten

TOP
Ö 24
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Rates der Stadt Aachen
Gremium
Rat der Stadt Aachen
Datum
Mi., 22.03.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 09:15