Quartiersprojekt Panneschopp – Gemeinsam Nachbarschaft gestalten
FB 56/0066/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Huppenbauer von der Fauna e.V.stellt das „Quartiersprojekt Panneschopp – Gemeinsam Nachbarschaft gestalten“ vor.
Träger des Projektes, das von der Stiftung Wohlfahrtspflege für 3 Jahre gefördert wird, ist die Fauna e.V..Das Projekt hat 3 Schwerpunkte:
- Aufbau des von der gewoge in der Wohnanlage gegenüber der Yunus-Emre-Moschee zur Verfügung
gestellten Gemeinschaftsraumes als Ort der Begegnung und der Nachbarschaftshilfe.
- Aufbau und Entwicklung von Unterstützungsangeboten für (ältere) Menschen mit Behinderungen und
Pflegebedarf.
-Einrichtung einer Anlaufstelle für Fragen rund um die Pflege sowie Unterstützung und Versorgung mit
besonderer Berücksichtigung von Menschen mit Migrationsgeschichte.
Neben der Beratung rund um das Thema Pflege sind auch Informationsveranstaltungen geplant.
Im Quartier Panneschopp leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere türkische Migrantinnen und Migranten. Der Bedarf für eine Beratungsstelle wurde während der Projektentwicklung von verschieden Akteuren aus dem Viertel, u.a. der türkischen Gemeinde, geltend gemacht. Die Abfragen seit dem Projektbeginn zeigen einen hohen Informationsbedarf zu Fragen der Pflege, Pflegeversicherung, Vorsorgevollmachten, Hilfsmittel und vieles mehr. Hierbei ist der Eindruck entstanden, dass die Menschen gravierende Informationslücken haben, aber bestehende Beratungsangebote nicht ausnutzen.
Frau Huppenbauer richtet verschiedene Fragen an den Integrationsrat als Expertengruppe:
- Welche Bedarfe sind vorhanden und wie kann man die Hemmschwellen umgehen, damit die
Migrantinnen und Migranten das Beratungsangebot annehmen?
- Fehlt es „nur“ an Informationen? Warum kommen die Leute dann nicht zu entsprechenden Angeboten?
- Gibt es andere Schwierigkeiten oder Hemmschwellen,eine Beratungsstelle zu nutzen? Zum Beispiel
sprachliche Probleme?
- Gibt es kulturelle Unterschiede in der Art der Kommunikation und an das Herangehen an die Themen
Gesundheit und Pflege?
- Gibt es Hindernisse, die Beratungsstelle selber aufzusuchen zu müssen? Ist ggf. eine aufsuchende
Beratung besser?
- Ist eine Beratung in der Muttersprache wichtig?
- Bleiben die betroffenen Menschen mit ihrem Problem lieber in der Anonymität wegen des sozialen
Drucks – darf man Pflege in andere Hände geben?
Frau Fröhlich äußert sich dahingehend, dass das Thema Pflege ein schwieriges Thema ist. Sie macht den Vorschlag, dass die Fauna e.V. eine Informationsveranstaltung in der Nadelfabrik durchführt.
Frau Höller-Radtke bedankt sich für den Vortrag und möchte wissen, ob es eine Kooperation mit der Yunus-Emre-Moschee gibt und wie lange das Projekt von der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert wird.
Frau Huppenbauer berichtet, dassder Versuch, Kontakt aufzunehmen, bislang erfolglos war.Sie hofft, dass sie demnächst über die Stadtteilkonferenz mit den Verantwortlichen der Moschee in Kontakt treten kann.
Zur Dauer der Projektförderung erläutert Frau Huppenbauer, dass das Projekt 3 Jahre gefördert wird. Wie es danach weiter geht, kann jetzt noch nicht abgesehen werden. Es wird auf jeden Fall versucht, eine Verlängerung der Förderung zu erreichen.
Frau Höller-Radtke bittet darum, Doppelstrukturen im Stadtviertel zu vermeiden und fragt, ob ggf. die Krankenkassen das Projekt bezuschussen.
Frau Huppenbauer entgegnet, dass derzeit mit der AOK über eine Bezuschussung verhandelt wird.
Herr Georgiadis fragt nach, ob er aus dem Vortrag von Frau Huppenbauer richtig verstanden hat, dassGastarbeiter früher pflegebedürftig werden.
Frau Huppenbauer bestätigt ihre Aussage aus dem Vortrag. Die früher eintretende Pflegebedürftigkeit ist nach statistischen Angaben auf die schwere körperliche Arbeit, die die Gastarbeiter zu verrichten hatten, zurückzuführen.
Frau Scheidt bedankt sich bei Frau Huppenbauer für den Vortrag und dafür, dass sie die Probleme klar und deutlich angesprochen hat. Des Weiteren hebt Frau Scheidt hervor, dass eine Verbindung zum Pflegestützpunkt, eine Zusammenarbeit mit der Moschee und eine Teilnahme an der Stadtteilkonferenz sehr wichtig sind. Frau Scheidt fragt, ob es im Ostviertel einen Pflegedienst gibt, der Migrantinnen und Migranten in der Muttersprache betreut oder ob ein solches Angebot angedacht ist.
Frau Huppenbeuer berichtet, dass es einen Pflegedienst für russische Migrantinnen und Migranten gibt.
Wenn sich der Bedarf für einen muttersprachlichen Pflegedienst ergibt, wird die Fauna e.V. ggf. auf diesen Bedarf eingehen. Viele Pflegedienste haben jedoch derzeit das Problem, dass ein akuter Personalmangel herrscht. Zusätzliches Personal mit muttersprachlichen Kenntnissen zu bekommen, ist deshalb sehr schwer.
Herr Pivovarov bedankt sich für den Vortrag. Er schlägt vor, dass im Rahmen des Projektes eine Beratung für Menschen mit Behinderungen angeboten werden soll, da viele Klienten von Pflegediensten keine qualifizierten Auskünfte von den Diensten erhalten.Die Menschen haben oft Fragen zur Rente, insbesondere wenn die Rente aus dem Heimatland gezahlt wird. Des Weiteren gibt es oft Schwierigkeiten mit den Krankenkassen oder Behörden.
Frau Huppenbauer stellt klar, dass die Anlaufstelle keine rechtliche Beratung vornimmt. Zu sonstigen Beschwerden werden gerne Informationen erteilt.
Herr Iscan schlägt vor, dass Seminare und andere Informationsveranstaltungen in einem neutralen Raum, z.B. in der Nadelfabrik stattfinden sollen.
Herr Karaduman, der dem Vorstandder Moschee angehört, teilt mit, dass er nichts von einem
Kontaktwunsch gehört hat, aber gerne mit Frau Huppenbauer in Kontakt treten möchte.
Frau Huppenbauer berichtet, dass der Geschäftsführer der Fauna e.V. die Moschee angeschrieben hat.
Von dort wurde mitgeteilt, dass ein Kontakt aus zeitlichen Gründen derzeit nicht möglich ist.
Frau Brammertz bedankt sich für den Vortrag. Sie hat den Vortrag von Frau Huppenbauer schon in der Stadtteilkonferenz Aachen-Ost gehört und wünscht dem Projekt einen guten Start.
Der Beschluss erfolgt einstimmig.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Integrationsrat nimmt die Ausführungen zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Quartier Panneschopp, gegenüber der neuen Yunus-Emre-Moschee, hat die gewoge Aachen eine Wohnanlage mit 77 Wohnungen errichtet. Seit Anfang 2017 sind viele Wohnungen bezogen worden. Zu dem Wohnprojekt gehört ein großer Gemeinschaftsraum, den die gewoge den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnanlage kostenfrei zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stellt.
Im Rahmen eines Projektes mit einer vorläufigen Laufzeit von drei Jahren soll derGemeinschaftsraum zu einem Ort der Begegnung und der Nachbarschaftshilfe werden.
Für (ältere) Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf sollen Unterstützungsangebote entwickelt und aufgebaut werden. Zuständig für die Umsetzung des Projektes ist der Pflegedienst fauna e.V., gefördert wird es von der Stiftung Wohlfahrtspflege.
Zusätzliche Aufgabe des Projektes ist die Einrichtung einer Anlaufstelle für Fragen rund um Gesundheit und Pflege, insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund - dies auf ausdrücklichen Wunsch von verschiedenen Akteuren im Viertel.
Frau Huppenbauer von der fauna e.V., die mit der Einrichtung dieser Anlaufstelle beauftragt ist, stellt das Projekt in der Sitzung vor.
Technische Details
ID: 81601
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=81601
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2017-06-06 FB 56_0066_WP17 Quartiersprojekt Pan SAO.pdf
1.1.2025
70.5 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 3
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Integrationsrates
- Gremium
- Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
- Datum
- Mi., 21.06.2017
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Februar 2026 um 09:50