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SWITCH – Full-Service-Agentur für Studienabbrecher/-innen

FB 02/0090/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Begaß erläutert vorab die neue Struktur sowie die personelle Situation des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa. Aus ehemals vier Abteilungen wurden nun drei gemacht. Derzeit sind acht Stellen unbesetzt, gleichwohl hofft Herr Begaß, alle Stellen noch in diesem Jahr besetzen zu können. Herr Schwartz regt an, dass das FB02-Organigramm mit Namen und Telefonnummern versehen zur Verfügung gestellt werden sollte.

Sodann stellt sich Herr Peter Gronostaj vor und vermittelt anhand einer Powerpoint-Präsentation einen Überblick über die favorisierten Projekte des Wissenschaftsbüros. Auf Frage von Herrn Neumann nach einer festen Zusammenarbeit mit den Hochschulen weist Herr Gronostaj darauf hin, dass es einen regelmäßigen und auch projektbezogenen Austausch mit RWTH und FH gibt. Herr Teuku möchte den Sachstand bzgl. der Finanzierung des Projektes Kinder-Computer (‘Calliope mini‘) mit ‘Schule 2020‘-Mitteln wissen. Herr Begaß erklärt, dass es einen Versuche gebe, das Projekt aus dem vorhandenen Budget zu finanzieren.

Zum Auftakt der Erläuterung des Projektes SWITCH verliest Herr Gronostaj das Dankesschreiben eines ehemaligen SWITCH-Teilnehmers, der inzwischen ein eigenes Unternehmen gegründet hat und selbst nun SWITCH-Teilnehmer ausbildet. Anhand dieses Beispiels möchte Herr Jokisch wissen, warum man kein intensiveres Marketing betreibt und auch auf die Instrumente von IHK, HWK u.a. verweist. Lt. Herrn Gronostaj will man einen Beratungs-Tourismus vermeiden und stattdessen mit dem in alle Richtungen vorhandenen KnowHow beraten. Herr Adenauer erklärt, dass man das Projekt wie vorgeschlagen degressiv fortführen lassen will. Im Hinblick auf das Einfließen von 5.000€ aus dem Wissenschaftsbüro-Budget fragt er nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten. Herr Begaß verweist auf die sehr begrenzten Mittel des FB 02, dennoch versuche man alles. Den Hinweis von Herrn Schultheis, dass bei den nächsten Haushaltsberatungen ggf. Kompensationsmöglichkeiten geprüft werden könnten, ergänzt Herr Fadavian, dass es wichtig sei, zu betonen, dass die Beträge gemessen am Erfolg durchaus angemessen seien. Auf die Frage von Herrn Neumann, ob eine Beteiligung von Betrieben und Partnern absehbar sei, führt Herr Gronostaj aus, dass dies durchaus realistisch sei; manche Unternehmen wollten inzwischen nur noch über SWITCH ausbilden. Die Frage von Herrn Herrn Barkawitz nach der Aufteilung zwischen TH und FH sowie nach der Informationsquelle über das Projekt SWITCH beantwortet Herr Gronostaj dahingehend, dass gut 50 % von der RWTH kommen, mehr als 20% von der FH, wobei es sich hier teilweise um Personen handelt die bereits das zweite Studium abbrechen, und über 10% Externe vorsprechen. Die Vernetzung mit den Hochschulen und Fachschaften sei zwar sehr hoch und diese bei Informationen sehr bemüht, dennoch würden über 50% der Abbrecher über das Internet auf das Projekt aufmerksam. Herr Schultheis ergänzt, dass die Aachener Hochschulen hier sehr sensibilisiert seien. Die FDP findet laut Herrn Schwartz das Projekt sehr gut; er möchte wissen, ob es Sinn mache, mit den Hochschulen bestimmte Selektionskriterien zu vereinbaren. Herr Gronostaj bestätigt, dass es dies in ähnlicher Form bereits gebe, dass es Aufgabe der Hochschulen sei, Zweifler zu identifizieren. Frau Feldmann möchte wissen, ob die IHK, die das Projekt intensiv bewerbe, auch sich auch finanziell einbringe; Herr Gronostaj bestätigt, dass die IHK Haupt-Projektpartner sei. Auf die Frage von Herrn Klüppel, ob es Erfahrungen oder Rückmeldungen aus den Berufskollegs bzgl. der ‘Konkurrenz‘ von normalen Azubis und SWITCH-Teilnehmern gebe, führt Herr Gronostaj aus, dass die SWITCH-Leute zusätzlich geschaffene Ausbildungsplätzen innehätten und auch nur diese statistisch erfasst würden; zudem gebe es für SWITCH oftmals Sonderklassen, die normale Azubis nicht tangierten. Sodann ergeht folgender

Beschluss

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft stimmt der Verstetigung des Projektes SWITCH – Full-Service-Agentur für Studienabbrecher/-innen zu und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung des Verstetigungskonzeptes sowie der Anmeldung eines Haushaltsansatzes ab 2018.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft stimmt der Verstetigung des Projektes SWITCH – Full-Service-Agentur für Studienabbrecher/-innen zu und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung des Verstetigungskonzeptes sowie der Anmeldung eines Haushaltsansatzes ab 2018.

Erläuterungen

SWITCH – Full-Service-Agentur für Studienabbrecher/-innen

Projektname

SWITCH – Full-Service-AgenturfürStudienabbrecher/-innen

Projektleitung

Stadt Aachen

Projektpartner

IHK Aachen

FH Aachen

RWTH Aachen

Projektentwicklung und -ergebnisse

Vor sechs Jahren startete das von der Stadt Aachen initiierte und gemeinsam mit relevanten Partnern entwickelte Projekt SWITCH mit dem Ziel, Studienabbrecher/-innen aus den MINT-Fächern in eine verkürzte Berufsausbildung zu vermitteln. Aus dem Kleinprojekt wurde im Laufe von zwei Förderphasen eine Full-Service-Agentur, die Studienabbrecher/-innen aus allen Fachbereichen in diverse Berufsbilder vermittelt. Zahlreiche Auszeichnungen, dutzende Nachahmer-Projekte, über erfolgreiche 300 Vermittlungen und der Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel im April 2015 haben SWITCH zum bundesweit erfolgreichsten Projekt für Studienabbrecher/-innen gemacht. SWITCH hat sich zu einer Marke entwickelt, die nicht nur in NRW bekannt ist, sondern unter den Arbeitsmarktakteuren deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf genießt.

Mit SWITCH erhalten Studienabbrecher die Chance auf einen alternativen beruflichen Karriereweg. Die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten werden bei der Ausbildung berücksichtigt und können die Dauer der Ausbildung je nach Wissensstand auf bis zu 18 Monate verkürzen. Gleichzeitig stellen Studienabbrecher/-innen mit ihren Vorkenntnissen für Betriebe attraktive Auszubildende dar, da sie nach einer verkürzten Ausbildung zügig als vollwertige Fachkraft zur Verfügung stehen. Diese beiden Aspekte stärken wiederum den Wirtschaftsstandort Aachen, der mit dem Projekt ein Angebot gegen den Fachkräftemangel bereitstellt. So erzeugt SWITCH eine einmalige win-win-win-Situation.

Interessierte Bewerber/-innen durchlaufen im ersten Schritt ein Beratungsgespräch. Hier wird festgestellt, ob und welcher Ausbildungsberuf zum/zur Bewerber/-in passen könnte und welche bereits erworbenen Qualifikationen vorliegen. Im zweiten Schritt nimmt der/die Bewerber/-in an einem schriftlichen Test teil. Hier werden entsprechend des künftigen Ausbildungsberufs Grundkenntnisse und das allgemeine Verständnis der Thematik geprüft. Sofern der Test erfolgreich bestanden wurde, wird im dritten Schritt ein Bewerbungskurzprofil erstellt, das über entsprechende Verteiler passgenau an Unternehmen verschickt wird. Durch diese Vorgehensweise wird eine Vorauswahl getroffen und gleichzeitig sichergestellt, dass die teilnehmenden Ausbildungsbetriebe nur Bewerbervorschläge erhalten, die für eine verkürzte Berufsausbildung in Frage kommen. Mit Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags und der Anmeldung beim teilnehmenden Berufskolleg endet der Vermittlungsprozess.

SWITCH ist für viele Unternehmen zu einem wichtigen Instrument bei der Gewinnung geeigneter Nachwuchskräfte geworden. Einige haben erst durch das Projekt SWITCH begonnen, erstmalig auszubilden. Gleichzeitig trägt SWITCH dazu bei, dass die Zahl der im Kammerbezirk eingetragenen Ausbildungsverhältnisse entgegen des bundesweiten Trends steigt. Neben den jährlichen 70-80 direkten Vermittlungen durch SWITCH hat die Auswertung der von der IHK Aachen neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse in der Altersgruppe der Ü23 im Zeitraum von 2010 (vor SWITCH) bis 2015 einen Anstieg von 37% ergeben. Darüber hinaus zieht das Projekt aufgrund der überregionalen Bekanntheit eine beachtliche Zahl an Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet an. In den letzten vier Jahren ist es gelungen, 40 auswertige Studienabbrecher/-innen in eine verkürzte Berufsausbildung zu vermitteln und damit langfristig an die Region Aachen zu binden. Anhand der dargelegten Aspekte wird der Stellenwert und der Nutzen des Projektes SWITCH für die Stadt Aachen, die Projektpartner und die Unternehmen deutlich.

Ein detaillierterer Blick auf die Projektergebnisse der letzten Jahre anhand der folgenden zwei Grafiken veranschaulicht den nachhaltigen Nutzen des Projektes:

Mit mittlerweile 320 Vermittlungen bei einer Vermittlungsquote von 71% im letzten Jahr gehört SWITCH inzwischen zu einem wichtigen Eckpfeiler bei der Vermittlung von leistungsstarken Auszubildenden. Die aktuelle Förderphase in Rahmen von JOBSTARTER plus, die vom BMBF finanziert wird, endet im Januar 2018. Nachdem das Projekt bereits zuvor von der Fachkräfteinitiative des Landes NRW eine Förderung erhalten hat, ist eine dritte Förderung nicht zu erwarten. Folglich haben alle am Projekt beteiligten Institutionen ihre Bereitschaft signalisiert, das einzigartige Erfolgsprojekt SWITCH zu verstetigen und als eine Regeldienstleistung im Bereich der Fachkräftesicherung zu verankern. Hierfür ist ein Finanzierungsplan notwendig, der ein eigenständiges SWITCH-Geschäftsmodell nachhaltig trägt. Angestrebt wird eine Mischfinanzierung, die aus Beiträgen der Projektpartner und Sponsoringbeiträgen der Unternehmen besteht. Insgesamt wird für die Fortführung einer abgespeckten Variante von SWITCH ab 2018 ein jährliches Budget von 125.000€ benötigt. Die Projektpartner haben bereits zugesagt, sich mit einem jährlichen Beitrag von 47.500€ zu beteiligen. Dies entspricht 38% des benötigten Budgets. Die Stadt Aachen kann sich als Initiator und Federführer des Angebots zur Fachkräftegewinnung von einer Mitfinanzierung nicht ausschließen. Gleichwohl sollen die Unternehmen in die Finanzierung des Projekts einbezogen werden. Daher wird empfohlen die erforderliche Restsumme von 77.500€ zwischen der Stadt und den Unternehmen hälftig aufzuteilen. Somit würde die Gesamtfinanzierung der 125.000€ Projektkosten von drei Säulen getragen werden, die sich wie folgt zusammensetzen: 47.500€ Projektpartner, 38.750€ Unternehmen und 38.750€ Stadt Aachen.

Da es sich bei SWITCH um eine Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft handelt, und die Stadt davon profitiert, handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt der Wissenschaftsstadt, mit dem die vermeintlichen „Verlierer“ des Wissenschaftsbetriebs eine neue Perspektive erhalten. Folglich könnten ab 2018 für die Kofinanzierung 5.000€ aus dem Etat des Wissenschaftsbüros bereitgestellt werden und weitere 5.000€ aus dem restlichen FB02-Budget. In den Haushaltsberatungen für 2018 ff. wäre demnach ein neuer Ansatz für den Restbetrag von 28.750€ einzubringen. Sofern wider Erwarten ein höherer Beitrag von der Wirtschaft erzielt werden kann, so würden sich entsprechend die Anteile der Stadt und der Projektpartner proportional verringern. Parallel schlägt die Verwaltung vor, die Förderung degressiv auslaufen zu lassen. Der neue Haushaltsansatz würde daher ab 2018 wie folgt aussehen:

2018

28.750€

2019

20.000€

2020

12.000€

2021

5.000€

2022

0€

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-04-07 FB 02_0090_WP17 SWITCH _ Full-Servic SAO.pdf

8.11.2024

1.2 MB

Metadaten

TOP
Ö 2
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Gremium
Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft
Datum
Mi., 28.06.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 09:56