Zukunftsfonds - Anträge 2017 (Ergänzung)
FB 45/0383/WP17-1 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Brötz erläutert, dass sich nach der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses in der vergangenen Woche noch offene Fragen ergeben haben und diese von der Verwaltung in der ausliegenden Tischvorlage aufbereitet wurden. Unter anderem haben sich Änderungen im Kostentableau ergeben. Daher müsse der Schulausschuss heute über die Tischvorlage beraten aber wie bereits zu Beginn der Sitzung vereinbart, wird der Antrag der KGS Passstraße herausgenommen und im September nochmals separat beraten.
Herr Krott berichtet, dass der Kinder- und Jugendausschuss in seiner Sitzung am 04.07.2017 die Vorlage befürwortet und lediglich inhaltliche Fragen zu den Anträgen der KGS Michaelsbergstraße und der KGS Hanbruch gestellt hat.
Frau Drews erläutert die vorgenommenen Änderungen in der ausliegenden Tischvorlage. Neben den bereits vorgestellten Kriterien ab dem Jahr 2016 wurden die im Mai 2015 beschlossenen Finanzkriterien nochmals aufgeführt. Außerdem wurde der kurzfristig eingegangene Antrag der KGS Passstraße ergänzt. Herr Deloie wies im Kinder- und Jugendausschuss darauf hin, dass es sich beim Antrag der KGS Hanbruch um den dritten Antrag handele und daher die Fördersumme auf 75 % abgesenkt werden solle. Frau Drews erklärt, dass jedoch der Antragsteller hier nun der Förderverein der Grundschule Hanbruch ist und nicht die Grundschule selbst. Daher wurde der Antrag zunächst als Erstantrag gewertet und für die Schule somit die volle Förderung vorgeschlagen. Jedoch könnte im Hinblick auf die Gleichbehandlung zu anderen Schulen hier auch eine Absenkung des Förderbetrages vertretbar sein. Zum Antrag der KGS Michaelsbergstraße erkundigte sich Frau Scheidt im Kinder- und Jugendausschuss, warum ein Besuch im Hospiz in Erkelenz und nicht etwa in Aachen durchgeführt wurde. Daraufhin erklärt Frau Drews, dass die Hospize Haus Hörn und am Iterbach „Häuser der Stille“ sind und daher für einen Besuch mit 32 Schulkindern nicht geeignet sind. Im Bezug auf die Kosten der Busfahrt teilt sie mit, dass hier keine günstigeren Angebote herangezogen werden konnten. Die Literaturkiste war ursprünglich als Leihgabe der Bibliothek gedacht. Da der Literaturbestand jedoch nun fortgeführt und für zukünftige Projekte ebenfalls genutzt werden soll, wurde diese Kiste erworben.
Frau Griepentrog beantragt, dass über die beiden Anträge separat abgestimmt werden sollte. Ihrer Meinung nach kann der Förderverein der KGS Hanbruch nicht als gesonderter Antragsteller gesehen werden, da die Musikinstrumente durch die Schule genutzt und der Antrag daher als Folgeantrag gewertet werden muss. Auch das Projekt „Leben und Tod“ an der KGS Michaelsbergstraße sieht sie bedenklich, da dieses Thema an anderen Schulen ebenfalls aufgearbeitet wird und hierfür keine zusätzlichen Zuschüsse durch die Stadt verwendet werden sollten. Das Thema „Leben und Tod“ sei im regulären Lehrplan an den Grundschulen verankert. Zudem sieht sie die Veröffentlichung des Bildmaterials als kritisch und zum Teil grenzwertig.
Herr Sahm erkundigt sich, warum der Zukunftsfonds lediglich mit 40.000 € im Haushaltsplan veranschlagt ist. Er befürwortet es, wenn Berührungsängste mit dem Thema Tod bei jungen Menschen abgebaut werden. Dieses Projekt sei hervorstechend, da es sich von den sonst eher „klassischen“ Projekten wie Streicherklassen abhebt. Jedoch sollte man sich über eine Anschlussfinanzierung Gedanken machen, falls das Projekt weitergeführt wird. Ebenfalls kritisch sieht er jedoch die stellvertretende Antragstellung des Fördervereins für die KGS Hanbruch. Außerdem wünscht er sich, dass auch elektronische Musikinstrumente mehr gefördert würden.
Frau Drews begründet die verhältnismäßig hohe Fördersumme damit, dass das Projekt „Leben und Tod“ an der KGS Michaelsbergstraße mehrere Wochen andauerte. Zum Antrag der KGS Hanbruch sagt sie, dass die Schulen hier als Institution agieren und der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule Schwierigkeiten bei den Auszahlungsformalitäten bekommen könnte. Auf Nachfrage von Frau Opitz, wie hoch die Fördersumme bei mehr als drei Anträgen ausfällt, erklärt Frau Drews, dass ab dem vierten Antrag keine Zuschüsse aus dem Zukunftsfonds ausgezahlt werden.
Frau Opitz kann das Projekt „Leben und Tod“ ebenfalls nicht unterstützen. Bei solch einem schwierigen Thema sollte vielmehr der Schwerpunkt auf die Fortbildung der Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter/innen an den Schulen gelegt werden, damit diese bei Bedarf eine angemessene Betreuung der betroffenen Kinder leisten können. Den Kontakt der Kinder selbst mit Särgen, Klangschalen, etc. hält sie nicht für angemessen. Die Finanzierung eines solchen Projektes mit öffentlichen Mitteln sollte daher nicht unterstützt werden. Das Thema sollte vielmehr im Religionsunterricht platziert werden.
Herr Müller legt dar, dass die Neugier der Kinder bei diesem Thema durchaus angebracht und vorhanden ist und daher sollten Projekte wie dieses auch finanziell unterstützt werden. Ohne einen entsprechenden Bedarf würde so ein Projekt schließlich nicht durchgeführt werden. Er hebt die hervorragende Arbeit der Schule hervor und wünscht sich eine weitere Unterstützung des Projektes beispielsweise auch in der Presse.
Herr Biesing äußert, dass Kinder durch das Thema „Leben und Tod“ schon in der Grundschule berührt werden und daher ist eine gewisse Offenheit nötig und das Projekt stellt einen mutigen und vernünftigen Schritt dar. Daher sollte das Projekt gefördert werden, jedoch kann über die Anträge seiner Meinung nach auch separat abgestimmt werden.
Herr Giancoli bemängelt, dass seinem Gefühl nach die Anträge manchmal erst nach Abschluss der Projekte im Ausschuss diskutiert werden. Der Ausschuss sei keine ethische Kommission sondern müsse auf Basus klarer und transparenter Kriterien entscheiden.
Herr Balthasar ist der Ansicht, dass der Umgang mit dem Tod zwar fester Bestandteil des Lehrplanes in der Sekundarstufe I und im Primarbereich ist, aber das vorgestellte Projekt über den üblichen Rahmen hinaus geht. Man könnte zu diesem Themenbereich auch passende Lehrmittel über das Euregionale Medienzentrum anschaffen lassen.
Es wird einstimmig über die beiden Anträge getrennt abgestimmt. Der Antrag der KGS Passstraße wird vertagt.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
1. Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
2. Der Schulausschuss beschließt die Bezuschussung der gestellten Anträge wie von der Verwaltung
unter Punkt 4 vorgeschlagen.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Mit Beschluss des Schulausschusses und des KJA vom 22.9.2009 wurde der Zukunftsfonds mit einer finanziellen Ausstattung in Höhe von 70.000 Euro eingerichtet. Für das Haushaltsjahr 2017 stehen aus haushälterischen Gründen Mittel in Höhe von 40.100 Euro zur Verfügung.
Der Zukunftsfonds sieht ab 2016 die Unterstützung in folgenden Situationen vor:
- Zur Ermöglichung von gesellschaftlicher Teilhabe bei geringem Einkommen, sofern kein Anspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket besteht.
- Für die Beschaffung von Erstausstattung mit Babybekleidung bei jungen alleinerziehenden Müttern (soweit nicht die wirtschaftliche Jugendhilfe oder Sozialhilfe greifen).
- Für die Ausstattung mit Mobiliar bei der Verselbstständigung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
- 18.000 Euro werden für Einzelanträge und Klassenfahrten durch die Fachverwaltung zu Beginn des Jahres gebunden.
- Einzel- bzw. Gruppenanträge zur Beschaffung von Musikinstrumenten werden berücksichtigt. Die Finanzierung des Musikunterrichtes ist jedoch Bestandteil der schulischen Curricula bzw. einzubinden im Rahmen des Offenen Ganztags.
- Innovative Projekte (zum Beispiel generationsübergreifend; Projekte gegenseitiger Hilfe; Förderung der Vielfalt) werden einmalig nach entsprechender Prüfung, ob anderweitige Finanzierungsoptionen auszuschließen sind, gefördert.
- Anträge über eine Bezuschussung in Höhe von 2000 Euro werden einmalig jährlich in der letzten Sitzung vor den Sommerferien dem Schulausschuss nach vorheriger Prüfung und Empfehlung zur Entscheidung vorgelegt.
Laut Beschluss des Schulausschusses vom 19.05.2015 wird bei der Bezuschussung der Projekte im Rahmen des Zukunftsfonds wird vor dem Hintergrund, dass der Zukunftsfonds in der Vergangenheit zu 100 % ausgeschöpft wurde, folgende Berechnung angewendet:
- den 1. Antrag eines Antragstellers zu 100 % zu fördern
- den 2. und 3. Folgeantrag zu 75 % zu fördern
- ab dem 4. Antrag infolge auf 0 zu setzen.
Für den Fall, dass zum Ende eines Haushaltsjahres eine Restsumme im Fonds verbleibt, kann diese
auf die bisherigen Antragsteller entsprechend aufgeteilt werden.
1. Anträge unterschiedlicher Antragsteller unter 2.000 Euro:
Für Klassenfahrten und diverse Einzelanträge wird von der Verwaltung für das Jahr 2017 ein Betrag von 18.000 Euro vorgehalten. Davon wurde bislang ein Gesamtbetrag von 13.453,65 Euro verausgabt:
2017 | Diverse Antragsteller | Zuschüsse entsprechend o.g. Kriterien | 453,65 Euro |
2017 | Unterstützung bei Klassenfahrten | Einzelanträge | 13.000 Euro |
Aus dem vorgehaltenen Betrag verbleibt ein Betrag in Höhe von 4.546,35 Euro. Somit stehen dem Zukunftsfonds noch 22.100 Euro zur Verfügung.
2. Folgende Anträge über 2.000 Euro liegen vor:
Eingang | Antragsteller | Projekt | Beantragtes Finanzvolumen | Prozentualer Zuschuss |
11. 5. 2017 | KGS Michaelsbergstraße | Der Tod gehört zum Leben -1. Antrag | 3.900 Euro | |
20. 5. 2017 | Förderverein der KGS Hanbruch | Hanbrucher Streicherklasse –Streicherorchester – 1. Antrag | 7.969 Euro | 5976,75 Euro = 75 % |
12. 7. 2017 | Förderverein der KGS Passstraße | „Integrative Sprachförderung mit Orffinstrumentarium“-1. Antrag | 7081,50 Euro |
Alle eingereichten Konzepte entsprechen den Kriterien des Zukunftsfonds.
3. Projektprüfungen
1. „Der Tod gehört zum Leben“ ist ein Projekt der Katholischen Grundschule Michaelsbergstraße, welches den Schülern/innen einen selbstverständlichen, natürlichen Umgang mit dem Tod und dem Sterben näher bringen soll. Während des Projektes lernen die Schüler/innen ein Bestattungsunternehmen kennen. Das Aufsuchen des Hospizzentrums Erkelenz ist geplant. Mit einem Teil des Lehrer-Kollegiums und verschiedenen Fachkräften begegnen die Kinder den existenziellen Fragen des Lebens.
Das Hospiz in Erkelenz wurde für einen Besuch mit den Kindern ausgewählt, weil diese Einrichtung ein „Haus des Lebens“ ist und hier die Möglichkeit besteht, dieses mit 32 Schulkindern anzuschauen.
Die beiden anderen Alternativen Haus Hörn und Hospiz am Iterbach wurden für einen Besuch der Schulklasse in Erwägung gezogen, jedoch handelt es sich hier um Häuser, die zwar ein ähnliches Konzept verfolgen, in denen jedoch Stille erwünscht ist.
Ein offenes Haus ist unter Berücksichtigung erhöhter Fahrtkosten für einen Besuch der Schulkinder vorzuziehen, da davon auszugehen ist, dass die Schüler hier eine bleibende Erinnerung behalten sollen und werden.
2. Der Förderverein der Katholischen Grundschule Hanbruch richtet zum laufenden Schuljahr eine weitere Streicherklasse für das Schuljahr 2017/2018 ein. Im Rahmen des Projektes „Hanbrucher Streicherklasse-Streicherorchester“ spielen die Streicherklassen der Grundschule auf dem „ Kulturfest West“ im Aachener Westpark. Zudem musizieren die Schüler bei verschiedenen Konzerten, wie
4 – Jahreszeiten-Konzerte und einem Weihnachtskonzert. Zugunsten eines Zirkus wird ein Benefizabend veranstaltet. Ziel der Schule ist es, sich als „Kulturschule“ weiterzuentwickeln.
3.Die Europaschule der „KGS Passstraße“ besuchen Kinder aus 33 Nationen. Davon haben 2/3 der Kinder Migrationshintergrund.Die DiKu- Klasse (Deutschintensivkurs) wird zurzeit von 14 Kindern ohne Deutschkenntnisse besucht. Ziel der Schule ist es „Kulturschule“ zu werden, daher werden alle Ressourcen in die musischen Fächer zur Motivation der Kinder investiert, um auf diese Weise ihre Sprache zu fördern. Wöchentlich sind zwei Stunden „Sprachförderung durch Musik“ im Schulportfolio vorgesehen.
4. Vorschlag der Verwaltung für die Förderung in 2017
Es wird empfohlen, die vorliegenden Anträge für das Jahr 2017 in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Höhe positiv zu bescheiden.
1. KGS Michaelsbergstraße „Der Tod gehört zum Leben“
2. Förderverein der KGS Hanbruch: Hanbrucher Streicherklasse
3. Förderverein der KGS Passstraße:Integrative Sprachförderung mit Orffinstrumentarium
Die verbleibende Restsumme in Höhe von 5141,75 Euro dient außergewöhnlichen Anfragen im Sinne der Kriterien des Zukunftsfonds.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
Produkt 4-030302-910-6 Sachkonto 52790000-4530 | ||||||||||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | ||||||||
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||||||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2017 | Fortgeschriebener Ansatz 2017 | Ansatz 2018 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2018 ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) | ||||||||
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Personal-/ Sachaufwand | 40.100 | 40.100 | 120.300 | 120.300 | 0 | 0 | ||||||||
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | -40.100 | -40.100 | -120.300 | -120.300 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | |||||||||||||
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 82096
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=82096
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2017-07-13 FB 45_0383_WP17-1 Zukunftsfonds - Antr SAO.pdf
20.11.2024
1.6 MB
Betroffene Straßen
Karte wird geladen…
Metadaten
- TOP
- Ö 6.1
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
- Gremium
- Schulausschuss
- Datum
- Do., 13.07.2017
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Februar 2026 um 10:09