Evaluation der zum 01.01.2017 geänderten Öffnungszeiten und Entgelte der Museen
E 49.5/0113/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Bürgermeisterin Dr. Schmeer begrüßt Frau Dr. Göricke vom FB 13 sowie die Leiter der einzelnen
Häuser und die Leiterin der Museumspädagogik.
Die Beigeordnete Frau Schwier dankt zunächst dem Kulturservice für die Bereitstellung desguten und bis insDetail gehenden Zahlenwerkes, welches als Basis für di Entscheidungen des Betriebsausschuss dient.
Insgesamt gebe es gute Botschaften, es gebe mehr Besucher. Auch der freie Eintritt für Besucher
unter 21 Jahren habe hierzu beigetragen. Das Ticket „Six for Six“ werde sehr gut angenommen.
Durch die Veränderung der Öffnungszeiten habe es, soweit bisher ersichtlich, keine Einbußen an
Besucherzahlen gegeben.
Sowohl die Mottotage wie auch der Zentis-Tag im Ludwig Forum würden gut angenommen.
Frau Tirtey fügt an, dass sie dies etwas selbstkritisch in Bezug auf das Centre Charlemagne sehe, da
hier doch viele Veranstaltungen in direkter Umgebung seien, welche auch Einfluss auf den Museums-
besuch hätten (Beispiel: Weihnachtsmarkt). Hier sei zu überlegen, die Öffnungszeiten wieder auf
11-18 Uhr zu ändern, was allerdings unterjährig wenig Sinn mache..
Ratsfrau Reuß bedankt sich bei der Verwaltung für die akribische Auswertung, welche für die
Bewertung der Gesamtentwicklung wichtig sei. An bestimmten Orten seien aber Maßnahmen
notwendig, eventuell auch in Form von neuen Formaten.
Ratsfrau Epstein betont auch die gute Wirkung eines kostenfreien Tages in der Woche und zeigt sich
einverstanden mit den Vorschlägen der Verwaltung. Sie fragt nach der Auswirkung für die angeschlos-
senen Cafés.
Ratsherr Pilgram gibt zu bedenken, dass lediglich einige der angestrebten Ziele erreicht wurden und
eine Erhöhung der Attraktivität der Häuser nicht stattgefunden habe. Das Ludwigforum sei attraktiv,
vielfältig und ansprechend für jedes Alter. In seinen Augen sei das Suermondt-Ludwig-Museum das
Sorgenkind, da es weder in der Stadt noch bei auswärtigen Besuchern ankomme. Hier könnte ev. eine Kooperation mit dem Aquis-Plaza helfen. Außerdem müssten Angebote und Formate überdacht
werden.
Frau Tirtey hebt beim Ludwig Forum die Größe des Hauses, die Außenfläche und die damit
verbundenen dortigen Möglichkeiten hervor, die bei anderen Museen nicht gegeben seien.
Durch die Verkürzung der Öffnungszeiten habe es keinerlei, Kündigungen gegeben, allerdings seien
Partnerfirmen der Sicherheitsdienste betroffen.
Ratsherr Müller regt an, weitere Sponsoren zu suchen und zu gewinnen analog Zentis.
Frau Crumbach-Trommler würde eine bessere Sichtbarkeit des SLM begrüßen und in Bezug auf das
einseitige Ausstellungs-Programm müssten neue Wege eingeschlagen werden.
Ratsherr Bruynswyck wundert sich, warum die Bürgerliche Kunstkammer Wunderkammer nicht besser
angenommen werde und plädiert in Bezug auf das Centre Charlemagne wegen der zentralen Lage auf
eine Verlängerung der Öffnungszeit.
Ratsherr von Hayn erwähnt ebenfalls die schlechte Sichtbarkeit von IZM und SLM. Ratsherr Pilgram
schlägt die Installation von Bildschirmen im Fenster vor, welche die Aufmerksamkeit auf das jeweilige
Haus lenkten. Weiterhin fragt er nach den Vorschriften des Kassenpersonals hinsichtlich der
Taschenabgabe im Zeitungsmuseum.
Hier bittet Olaf Müller um Verständnis, dass sowohl die festen Kräfte wie auch die Kräfte aus dem Pool diesbezüglich keinen eigenen Ermessensspielraum hätten.
Frau Bürgermeisterin Schmeer stellt nochmals klar, dass das Suermondt-Ludwig-Museum kein
Publikumsmagnet sei und der Besucherzuspruch hier sehr themenabhängig sei. Dieses Besucherrisiko beiwenig gut besuchten Wechselausstellungen müsse mitgetragen werden.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Betriebsausschuss Kultur nimmt die Vorlage der Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt sie mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Empfehlungen (Ziffer IX).
Erläuterungen
Erläuterungen:
In seiner Sitzung am 15.11.2016 hat der Betriebsausschuss Kultur folgenden Beschluss gefasst:
Der Betriebsausschuss Kultur beschließt die Umsetzung der Variante 6:
- Die Öffnungszeiten werden von Dienstag bis Sonntag auf 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr festgelegt.
-Der Grundpreis für Dauerausstellungen beträgt 6,00 €,
ermäßigt 3,00 €.
-Sog. „Herausragende Ausstellungen“ können einen variablen Eintrittspreis von
7,00 € - 15,00 € erhalten.
-Es wird die Museumscard „six for six“ für 14,00 €/10,00 € eingeführt.
-Die Möglichkeit, Veranstaltungen in den Abendstunden durchzuführen, wird eingeräumt.
Eine entsprechende Veränderung der Entgeltordnung wurde vorgelegt.
Der Betriebsausschuss Kultur erwartet eine Berichterstattung der Verwaltung nach Einführung der neuen Entgelte und Öffnungszeiten nach sechs Monaten.
Aufgrund dessen hat der Kulturbetrieb Auswertungen für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2017 vorgenommen, die:
a) Besucherzahlen und Entgelte,
b)die veränderten Öffnungszeiten
betreffen.
Dies erfolgt im Vergleich mit dem Zeitraum 01.01. bis 30.06.2015 sowie 01.01. bis 30.06.2016, jeweils bezogen auf die Mittelwerte aus den Jahren 2015 und 2016. Hierbeiwerden die Häuser
erstens) I. insgesamt und zweitens) II. – IV.im Einzelnen betrachtet.
- Gesamtbetrachtung (Route Charlemagne mit Centre Charlemagne, Couven-Museum und Internationalem Zeitungsmuseum; Suermondt-Ludwig-Museum und Ludwig Forum für Internationale Kunst)
Besucherzahlen
Wie aus Anlage I.1) ersichtlich, sind die Besucherzahlen um 1,65 % gestiegen. Hiervon entfallen auf Vollzahler – 5,35 %, auf ermäßigte Zahler 4,91%.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt eine Steigerung von 266 % zu den Vorjahren im Vergleich zu den sog. Kombikarten. Die Einführung des freien Eintritts bis 21 Jahre erzielte eine prozentuale Steigerung von ca. 60 %.
Allerdings wurden keine Erträge erzielt, so dass sich hier ein finanzielles Deltain Höhe von 9.693,00 € ergibt.
Die Besucherzahlender Abendveranstaltungen und der sog. Mottotage ergeben sich aus Anlage I.2).
Nachrichtlich wurde das Projekt: „Pay what you want“ zahlenmäßig erfasst (siehe Anlage I.3).
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt um 17:00 Uhr, also eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind insgesamt leicht gestiegen. Die Spitzen des Besucheraufkommens befinden sich zeitlich zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr, in den Vorjahren zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr.
Centre Charlemagne
Besucherzahlen
Wie aus Anlage II.1), Centre Charlemagne ersichtlich, sind die Besucherzahlen um 24,02 % rückläufig. Hiervon entfallen auf Vollzahler-28,18 %, auf ermäßigte Zahler -5,09 %.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt eine Steigerung von 175% zu den Vorjahren im Vergleich zu den sog. Kombikarten.
Die Einführung des freien Eintritts bis 21 Jahreergibt, bezogen auf diese Personengruppen, (Zielgruppe) eine Steigerung von 65 %.
Allerdings wurden hier keinerlei Erträge mehr erzielt, so dass ein finanzielles Delta in Höhe von 3.882,00 € entsteht.
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt um 17:00 Uhr, also eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind rückläufig (absolut 2017: 15.684 Besucher; Ertragsrückgang 20 %).
Die Spitzen der Besucher befinden sich zeitlich zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr, in den Vorjahren zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr.
Dies lässt darauf schließen, dass die veränderten Öffnungszeiten nicht der Grund für die rückläufigen Besucherzahlen sind.
Internationales Zeitungsmuseum
Besucherzahlen
Wie aus Anlage III.1) Internationales Zeitungsmuseum ersichtlich, sind die Besucherzahlen um
17,3 % rückläufig. Hiervon Vollzahler -19,46 % , ermäßigte Zahler -17 %.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt eine erhebliche Steigerung zu den Vorjahren bei den sog. Kombikarten.
Die Einführung des freien Eintritts bis 21 Jahre ergibt eine Steigerung um 8,79 %.
Allerdingsentstehtauf Grund der fehlenden Eintritte hier ein Delta(777,00 €).
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind rückläufig.
Die durchschnittliche Besucherzahl liegt bei 40 Personen pro Tag.
Die bestbesuchten Tage sind der Samstag und der Sonntag.
Hier werden Besucherzahlen von 400-500 Personen erreicht.
Eingerechnet sind hier die s.g. Mottotage.
- Ludwig Forum für Internationale Kunst
Besucherzahlen
Wie aus Anlage IV.1) Ludwig Forum für Internationale Kunst ersichtlich, sind die Besucherzahlen um 151 % gestiegen. Hiervon entfallen auf Vollzahler 113,37 %, auf ermäßigte Zahler 64,04 %.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt eine Steigerung von mehr als 100 % zu den Vorjahren im Vergleich zu den sog. Kombikarten.
Die Ertragsverringerung beläuft sich bzgl. dieser Zielgruppe auf 2.727,- Euro.
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind deutlich gestiegen.
Die Spitzen der Besucherzahlen befinden sich zeitlich zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr.
Donnerstags wurden längere Öffnungszeiten eingeführt (s.g. Zentis-Tag).
Hier sind erhebliche Besuchersteigerungen zu verzeichnen (was darauf schließen lässt, dass ein Markt für längere Öffnungszeiten allerdings zum freien Eintritt vorhanden ist).
- Suermondt-Ludwig-Museum
Besucherzahlen
Wie aus Anlage V.1) Suermondt-Ludwig-Museum ersichtlich, sind die Besucherzahlen um 20 % rückläufig. Hiervon entfallen auf Vollzahler-31,49 %, auf ermäßigte Zahler -0,33 %.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt auch hier eine erhebliche Steigerung zu den Vorjahren bei den sog. Kombikarten. Trotz Einführung des freien Eintritts bis 21 Jahre, sind auch in dieser Altersgruppe die Zahlen rückläufig (-16,05 %).
Des Weiteren wurdenbei dieser Zielgruppe keine Erträge erzielt, so dass hier ein finanzielles Delta(669,00 €) entsteht und ebenso keine Besucherzahlensteigerung erzielt wurde.
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind rückläufig.
Die Spitzen der Besucher befinden sich zeitlich zwischen 10:00 Uhr und 15:00 Uhr, in den Vorjahren zwischen 12:00 Uhr und 16:00 Uhr.
Dies lässt darauf schließen, dass die veränderten Öffnungszeiten nicht der Grund für die rückläufigen Besucherzahlen sind.
Couven-Museum
Besucherzahlen
Wie aus Anlage VI.1) Couven-Museum ersichtlich, sind die Besucherzahlen im Vergleich zu den Mittelwerten der Vorjahre 2015/2016 um 24 % rückläufig.
Die Anzahl der Vollzahler ist um 52 % gestiegen, während die Anzahl der ermäßigten Zahler um 19 % gesunken ist.
Die Auswertung der Museumscard „six for six“ ergibt eine Steigerung von 190% zu den Vorjahren im Vergleich zu den sog. Kombikarten.
Durch die Einführung des freien Eintrittsfür die Personengruppe bis 21 Jahre sinddiese um
45 % gestiegen.
Durch den freien Eintritt ergibt sich allerdings ein Einnahmeverlust in Höhe von 1.575,00
Öffnungszeiten
Die Schließzeit erfolgt eine Stunde früher als in den Vorjahren.
Die Besucherzahlen sind rückläufig.
Die Spitzen der Besucher befinden sich zeitlich zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr, in den Vorjahren zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr (keine Veränderung).
- Herkunft der Besucherinnen und Besucher
Eine Auswertung der Postleitzahlen ergibt, dass der Großteil der Besucherinnen und Besucher aus Nordrhein-Westfalen kommt (40 % - 50 %).
Hiervon wiederum kommen 50 % - 60 % in der Regel aus der Stadt Aachen und der Städteregion.
Somit bildet die Stadt Aachen und die Städteregion den größten Teil des Besucheraufkommens.
Auf Position zwei folgt die Niederlande,
Position drei Belgien,
Position vier Frankreich,
Position fünf Großbritannien.
Im Centre Charlemagne liegt Frankreich auf Position drei, gefolgt von Belgien. - Finanzielle Auswirkungen:
Die Vorlage für den November 2016 beinhaltete ebenfalls eine Hochrechnung in Bezug auf zu erzielende Eintrittsentgelte und hiermit verbundene Kosten bei den Kassenkräften.
In 2016 belief sich der Fehlbetrag auf ca. 100.000,- €.
Demgegenüber steht ein Fehlbetrag von ca. 47.000,- € in 2017. Insofern konnte eine Verringerung des Fehlbetrags um ca. 50 % erreicht werden.
Faktisch konnte die Gesamtertragslage um ca. 16.000,- € verbessert werden.
(Erträge 2016: ca. 290.000,- €, 2017: ca. 306.000,- €)
(siehe Anlage VIII 1/2) - Empfehlung:
1.) Die Kombicard „six for six“ sollte weiter ausgebaut werden.
2.) Die Mottotage sollten weiter ausgebaut werden.
3.) Die Öffnungszeiten10:00 bis 17:00 Uhr solltenzunächst beigehalten werden. Eine erneute Evaluation erfolgt durch den Kulturbetrieb im Januar 2018.
4.) Konzeption, Ansprache und Marketing sind verstärkt auf die Zielgruppe Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auszulegen.
5.) Das Marketing ist zu verbessern, insbesondere im Bereich des Social Media.
6.) Das Internationale Zeitungsmuseum ist eintrittsfrei zu stellen. Eine Kooperation mit dem Café „Kaffeesatz“ im Internationalen Zeitungsmuseum ist im Hinblick auf den Einlass anzustreben.
7.) Im Suermondt-Ludwig-Museum wird angestrebt, einen freien Tag/pro Woche – analog zum Ludwig Forum für internationale Kunst – anzubieten.
Die Finanzierung sollte mit Hilfe eines Sponsors erfolgen.
8.) Für die öffentlichen Führungen (insgesamt derzeit 600) sollte, zusätzlich zum Museumseintritt, ein Entgelt erhoben werden.
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.
Technische Details
ID: 83010
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=83010
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2017-07-25 E 49.5_0113_wp17 evaluation der zum sao
8.11.2024
2.1 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 8
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Kultur
- Gremium
- Betriebsausschuss Kultur
- Datum
- Di., 26.09.2017
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- Kulturservice
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 19. Februar 2026 um 10:29