10. Oktober 2017 um 17:00, Sitzungssaal Haus Löwenstein
TOP 4.3Öffentlich

Markenbildungsprozess für Aachen

FB 13/0003/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Büttgens erläutert Vorhaben und Ziel der Maßnahme. Er führt aus, dass insbesondere jüngere Menschen weniger mit der Stadt Aachen in Verbindung setzen könnten und kritisiert im Zuge der Vielfalt der Stadt Aachen das Fehlen eines klaren Bildes, das mithilfe eines Markenbildungsprozesses geschaffen werden solle. Die Initiierung eines solchen Prozesses sei auch Folge der Marketing-Strukturkommission. Inhalt könne etwa die für Aachen typische Verknüpfung von Historie und Wissenschaft bzw. Technologie sein.

Ratsherr Linden fragt, wie die voraussichtlichen Kosten von rund 70 T€ ermitteln wurden. Die zugrunde liegende externe Moderation könne möglicherweise mit eigenen Kräften kostengünstig ersetzt oder eingeschränkt werden.

Herr Büttgens antwortet, dass ein externer Markenspezialist unterstützend fungieren solle. Die Kosten seien auf Basis einer Abfrage aus dem Jahr 2010 ermittelt worden. Der Externe solle dabei nicht nur moderieren, sondern auch beraten. Hintergrund sei, dass eine unvoreingenommene Expertise von Nöten sei, die die eigenen Mitarbeiter, die auch als originär Beteiligte am Verfahren teilnähmen, nicht abdecken könnten. Dabei sei im Vergleich nicht die Qualifikation, sondern insbesondere die unvoreingenommene Sichtweise des Externen entscheidend.

Ratsherr Deumens erklärt, er werde der Vorlage nicht zustimmen. Ihm stelle sich die Frage, ob die Verwaltung nicht selbst ein klares Markenbild entwickeln könne und so die entstehenden Kosten in Höhe von 70 T€ eingespart werden könnten. Die Erfahrungen aus vergangenen Markenprozessen hätten aus seiner Sicht gezeigt, dass eine externe Moderation die Spezifika Aachens nicht aufgreife und damit nicht zum gewünschten Erfolg beitrage.

Schließlich gibt er zu bedenken, dass das Stadtmarketing nicht nur Touristen im Blick haben solle, sondern auch die Aachenerinnen und Aachener, die ihre Stadt kennen.

Herr Büttgens betont noch einmal, dass die Maßnahme erforderlich sei, da selbst viele Aachener Bürgerinnen und Bürger nicht genau wüssten, wofür die Stadt Aachen stehe. Dabei böten die Bewohner einer Stadt selber das beste Marketinginstrument. Aus diesem Grund trete er mit dem Appell heran, ein klares Bild von Aachen darzustellen, das sich in den Köpfen sowohl der Bürger als auch der Besucher einpräge.

Ratsherr Teuku schließt sich der Meinung von Ratsherrn Deumens an, nachder die vergangene Einschaltung von Experten die Spezifika Aachens nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die seinerzeitigen Experten hätten nicht wesentlich zur Lösung beigetragen, sondern lediglich eine Art „Schulung“ geboten.

Ratsherr Pilgram stimmt Herr Büttgens zu, dass der Prozess wichtig sei. Eine Stadt brauche eine Marke, die authentisch sei und auch gelebt werde.

Ratsfrau Plum weist darauf hin, dass man natürlich als Externer eine andere Sicht auf die Stadt Aachen habe als jemand, der aus der Stadt Aachen komme. Die Stadt Aachen sei vielfältig und innovativ, wie z.B. an der hiesigen Weiterentwicklung von Elektromobilität deutlich werde. Diese Aspekte seien sowohl den Alt-Aachenern als auch den Besuchern und Studenten zu verdeutlichen.

Aus ihrer Sicht seien die Kosten in Höhe von 70 T€ für eine unvoreingenommene Expertise gerechtfertigt. Sie stimme allerdings zu, dass dann nicht nur eine „Schulung“, sondern ein Ergebnis am Ende des Markenbildungsprozesses stehen müsse.

Ratsherr Teuku ergänzt die Ausführungen dahingehend, dass eine Identifikation der Studenten mit der Stadt Aachen stärker erfolgen müsse, damit diese die Stadt nach dem Studium nicht wieder verließen.

Beschluss

Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat mehrheitlich mit einer Gegenstimme, im Haushaltsjahr 2017 außerplanmäßige konsumtive Mittel in Höhe von 70.000 Euro im Produkt 01.07.01 – Presse und Marketing bereitzustellen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Finanzausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt, im Haushaltsjahr 2017 außerplanmäßige konsumtive Mittel in Höhe von 70.000 Euro im Produkt 01.07.01 – Presse und Marketing bereitzustellen.

Der Rat der Stadt beschließt, im Haushaltsjahr 2017 außerplanmäßige konsumtive Mittel in Höhe von 70.000 Euro im Produkt 01.07.01 – Presse und Marketing bereitzustellen.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Die Marketingstrukturkommission und im Anschluss der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft haben die Verwaltung 2016 dazu aufgefordert, einen Markenbildungsprozess anzustoßen. Hintergrund: die dezentralen Marketingstrukturen in Aachen machen es erforderlich, die zahlreich vorhandenen Markenbausteine zu prüfen, zu bewerten und eine Priorisierung vorzunehmen, die bei Bewohnern, Besucher, Unternehmen und Fachkräften ein klares Bild der Stadt erzeugt. Ziel muss sein, aus der Bündelung und Gewichtung der Markenbausteine eine verbindliche Systematik abzuleiten und eine stringente Markenkommunikation aller Marketingakteure der Stadt zu erreichen. Aachen soll von vergleichbar großen Städten deutlicher unterscheidbar werden und gleichzeitig als hoch attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten erkannt werden.

Warum das notwendig ist: Studierende kommen wegen der RWTH nach Aachen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was Aachen ausmacht. Touristen kommen wegen des Doms nach Aachen, ohne die Bedeutung der Wissenschaft zu kennen. Fernsehzuschauer erleben CHIO oder Karlspreis losgelöst von einer Vorstellung davon, was die Stadt sonst ausmacht: Obwohl Aachen über zahlreiche starke Markenbausteine verfügt, existiert bei vielen Menschen außerhalb Aachens kein klares Bild der Stadt. Innerhalb der Stadt ist es nicht einfacher. Bei vielen Aachenerinnen und Aachenern hält sich hartnäckig der längst aufgegebene Slogan „Sprudelnde Vielfalt“. Da ist Aachen je nach Interessen wechselweise Pferdestadt, Domstadt, Stadt Karls des Großen, Stadt der heißen Quellen, Europastadt, Printenstadt oder Umweltstadt. Das ist im Einzelnen korrekt und auch markentechnisch brauchbar. Doch der Sammelbegriff „Vielfalt“ ist in der Kommunikation nicht geeignet, ein Gemeinplatz, der keine Bilder erzeugt.

Der Brandmeyer Stadtmarken-Monitor von 2015 bestätigt den Bedarf eines Markenbildungsprozesses: Das Markenbild für Aachen ist bei den 5.000 Befragten unterdurchschnittlich ausgeprägt. Und das obwohl die einzelnen Bausteine in der Mehrzahl überdurchschnittlich abschneiden. Die Markenstärke ist im Vergleich zum Monitor von 2010 im Gesamtranking der 50 Städte um sechs Punkte gestiegen, das Markenbild dahinter zurückgeblieben. Am wenigsten Vorstellungen mit Aachen verbinden Menschen bis zum Alter von 29 Jahren, eine Klientel, die für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung ist. Insgesamt zeigt die Auswertung, dass das Bild von Aachen desto unklarer ist, je jünger die Befragten sind.

Im Jahr 2000 hatte die Stadt Aachen erstmals das Leitbild 2020 formuliert. Es fokussierte sich auf die drei für Aachen spezifisch herausgearbeiteten Themenfelder „Aachen. Europa wächst von hier“, „Aachen. Wissen schafft Zukunft“, „Lebensqualität. Aachen hat sie“ und definierte dazu Handlungsfelder. Seither sind 16 Jahre vergangen. Es ist an der Zeit, die Visionen von damals mit den Fakten von heute abzugleichen. Ebenso sollte geprüft werden, inwieweit die Inhalte des Leitbildes auf ein Markenbild übertragbar bzw. als solches kommunizierbar sind. Seit dem erfolgreichen Karlsjahr 2014 und der Wissenschaftsinitiative „Future Lab Aachen“ hat sich die Wahrnehmung stärker in eine Richtung fokussiert, die die bedeutende Historie und das hohe Innovationspotenzial als Themenfelder im Vordergrund sehen.

Um ein klares Bild von Aachen vermitteln zu können, muss es unter den Multiplikatoren der Stadt eine Verständigung darauf geben, wie die Stadt nach außen dargestellt wird. Diese Bild muss, auf den Punkt gebracht, einfach kommunizierbar und in jedem Zusammenhang anwendbar sei, egal ob die Hochschule, ein Unternehmen oder ein Hotel für Aachen werben.

Ein klar definiertes Markenbild erhöht die Wahrnehmungsrate, führt zu einem höheren Bekanntheitsgrad. Der Markenprozess soll dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Aachen zu stärken. Aachen soll bei unter 50jährigen bekannter werden, mehr Fachkräfte und Besucher anziehen, die Zahl der Studierenden auf dem heutigen Level erhalten und die Bewohner der Stadt, darunter vor allem Familien, binden bzw. die Bindung auf- und ausbauen.

Ein externer Markenspezialist soll ausgehend von seiner Einschätzung der Ausgangslage eine Strategie vorschlagen, die Kommunikation zwischen den Partnern moderieren, Workshops durchführen und die Ergebnisse formulieren. Weiterer Baustein des Gesamtprozesses soll eine Befragung sein, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen lässt, um Entwicklungen zu erkennen und darauf reagieren zu können.

Partner/Zielgruppen im Prozess sind neben Multiplikatoren Vertreterinnen und Vertreter von Bürgerschaft, Vereinen, Verbänden, Politik, Unternehmen, Hochschulen/Studierende, Kultur/Szene, aachen tourist service e.V. sowie intern Vertretungen von u.a. Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Kulturbetrieb und Eurogress.

Innerhalb Aachens soll es eine breite Zustimmung zum erarbeiteten Markenbild geben und damit auch eine einheitliche Kommunikation nach außen möglich werden.

Laufzeit:

Ca. 15 Monat

Finanzielle Auswirkungen für Gestaltung und Moderation des Prozesses:

70.000 ,- €

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

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Auszahlungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2017

Fortgeschriebe­ner Ansatz 2017

Ansatz 2018 ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 2018 ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

0

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Personal-/

Sachaufwand

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70.000

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Abschreibungen

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Ergebnis

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-70.000

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

-70.000

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Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Die Mittel werden bei dem PSP-Element 4-010701-911-4 „Markenbildung Aachen“ und der Kostenart 52790000 „Besondere Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen“ bereitgestellt und durch Mehrerträge bei dem PSP-Element 1-160102-900-4 „Gemeindesteuern, Steueranteile“ und der Kostenart 40120000 „Grundsteuer B“ gedeckt.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-09-22 FB 13_0003_WP17 Markenbildungsprozes SAO.pdf

8.11.2024

106.5 KB

Metadaten

TOP
Ö 4.3
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanzausschusses
Gremium
Finanzausschuss
Datum
Di., 10.10.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 13 - Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 10:35