TOP 16Öffentlich

Pilotprojekt "Politikum"- Kommunalpolitik in die Schulen -

FB 45/0420/WP17 · Entscheidungsvorlage

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Nach Ansicht von Frau Griepentrog sei die kommunalpolitische Bildung von Schüler/innen zwar von großer Bedeutung, jedoch sei die Vermittlung dieser Inhalte durch die ausgebildeten Politiklehrkräfte als Teil des regulären Lehrplanes zu betrachten. Zudem regt sie an, solche Projekte nicht nur stadtweit sondern auf die gesamte StädteRegion Aachen ausgeweitet anzubieten.

Herr Tillmanns stimmt zu, dass die politische Bildung von Schüler/innen sehr wichtig sei, jedoch würden die Lehrpläne von der Landesregierung gestaltet und dabei fände die Kommunalpolitik wenig Beachtung. Er befürworte daher ein solches Projekt. Die Ausgestaltung des Projektes müsse vorab konkret geplant werden, beispielsweise ob die Kinder und Jugendlichen auch an den nichtöffentlichen Tagesordnungspunkten teilnehmen sollten. Grundsätzlich müssten die Themen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit geklärt werden. Hierzu könne eine entsprechende Beantwortung durch das Rechtsamt der Stadt Aachen interessant sein.

Herr Fischer befürworte ebenfalls das Projekt, insbesondere im Hinblick darauf, dass eine derart intensive Arbeit zu kommunalpolitischen Themen im regulären Unterricht nicht möglich sei. Kommunalpolitische Planspiele habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben, daher spreche er sich dafür aus, zunächst einen Pilotversuch des Projekts am Kaiser-Karls-Gymnasium durchzuführen und gegebenenfalls nach einer Evaluierung auszuweiten.

Herr Sahm bietet darüber hinaus an, bis zu vier Mentoren für das Projekt aus der Fraktion DIE PIRATEN zur Verfügung stellen zu können. Er bedauere die Absage der StädteRegion Aachen an einer Beteiligung an dem Projekt, möchte aber das weitere Engagement der Stadt Aachen unterstützen. Zudem schließe er sich den Bedenken von Herrn Tillmanns an, ob die Kinder und Jugendlichen auch an den nichtöffentlichen Tagesordnungspunkten teilnehmen sollten. Für seine Fraktion sehe er aufgrund des hohen Transparenzgrades keine Schwierigkeiten, er plädiere jedoch dafür, dass dies jede Fraktion für sich entscheiden solle.

Herr Brötz entgegnet, dass er im Vorfeld zur heutigen Sitzung mit dem Leiter des Bildungsbüros der StädteRegion Aachen telefoniert und dieser ihm versichert habe, dass die Absage ausschließlich aufgrund des derzeitigen Mangels an personellen und finanziellen Ressourcen erfolgt sei und nicht infolge mangelnden Interesses. Die operative Durchführung dieser Art von Beteiligungsprojekten obliege den Kommunen selbst.

Frau Drews betont darüber hinaus die fachliche Kompetenz des Anbieters „PERSPEKTIVEN“ und lobt den Umgang seinerseits mit den Kindern und Jugendlichen. Die vermittelten kommunalpolitischen Inhalte des Projekts würden über die regulären Inhalte des Politikunterrichts hinausgehen. Daher habe man sich bewusst für diesen Träger entschieden.

Herr Giancoli erkundigt sich daher im Sinne eines transparenten und gerechten Auswahlverfahrens, ob nicht eine Ausschreibung hätte stattfinden müssen, um auch anderen Träger die Möglichkeit zur Durchführung eines solchen Projekts zu geben.

Herr Brantin kommt auf die Aussage von Herrn Sahm zurück und entgegnet, dass die Fraktionen zur Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an nichtöffentlichen Tagesordnungspunkten der Fraktionssitzungen eine einheitliche Regelung entwickeln müssten.

Frau Griepentrog bemängelt, dass lediglich 27 Schüler/innen einer Schule an dem Projekt teilnehmen könnten und somit keine flächendeckende kommunalpolitische Bildung gewährleistet werden könne. Bei den derzeitigen Kosten für das Projekt befürchte sie bei dessen Ausweitung auf alle Schulen in Aachen eine enorme finanzielle Mehrbelastung.

Frau Scheidt führt an, dass bei der Zustimmung zur Durchführung des Projekts am Kaiser-Karls-Gymnasium neue Anträge von weiteren interessierten Schulen nicht abgelehnt werden könnten. Sie sehe jedoch ebenfalls keine Nachhaltigkeit in der Wissensvermittlung, insbesondere, da das Projekt nur auf drei Monate begrenzt sei. Sie spreche sich daher für eine verstärkte Integration der kommunalpolitischen Themen in den regulären Unterricht aus. Die Fraktion DIE GRÜNE werde daher den Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zustimmend zur Kenntnis nehmen.

Frau Opitz schließt sich den Ausführungen von Frau Scheidt an.

Herr Krott erinnert daran, dass das Projekt auf Antrag der Fraktion DIE PIRATEN von der Verwaltung aufgegriffen und daraufhin mit der Suche nach geeigneten Anbietern begonnen worden sei. Damals habe die Mehrheit des Kinder- und Jugendausschusses für die Durchführung eines solchen Projekts gestimmt. Es habe zwar mehrere verschiedene Träger zur Auswahl gegeben, jedoch sei die Entscheidung aufgrund der bereits genannten Kompetenz auf den Träger „PERSPEKTIVEN“ gefallen.

Spezielle Fragestellungen, wie zum Beispiel die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an nichtöffentlichen Tagesordnungspunkten von Fraktionssitzungen, müssten noch geklärt werden.

Herr Sahm regt abschließend an, das Projekt als Pilotprojekt zu betrachten, verbunden mit der möglichen Perspektive, in Zukunft auch weitere Träger hierfür gewinnen zu können.

Frau Scheidt beantragt, den Zusatz „zustimmend“ aus dem Beschlussvorschlag zu streichen. Diesem Vorschlag wird jedoch mehrheitlich nicht gefolgt.

Beschluss

Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

  1. Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.
  1. Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

  1. Ausgangslage

Die Piratenfraktion im Rat der Stadt Aachen hat am 17.08.2015 beantragt, die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Konzepts „zur Steigerung des Interesses junger Menschen an der Kommunalpolitik“ zu beauftragen. Hierbei wurde auf das Projekt „KidS“ der Stadt Osnabrück verwiesen.

Der Kinder- und Jugendförderplan sieht Projekte im Rahmen politischer Bildung nicht vor, es stehen hierfür weder finanzielle noch personelle Ressourcen zur Verfügung.

Das zur gemeinsamen Sitzung des KJA und des SchuA am 17.03.2016 vorgelegte Konzept der VHS wurde abgelehnt. Ein wesentlicher Grund waren die hohen Kosten, die vom Zukunftsfonds getragen werden sollten. Die Fachverwaltung wurde gebeten, auch andere Träger einzubeziehen.

Das Bildungsbüro der Städteregion sah sich nicht in der Lage, ein entsprechendes Projekt allein für die Stadt Aachen durchzuführen. Das im Sommer 2016 durch das Bildungsbüro durchgeführte Projekt „JUST“, wurde für alle Schüler der Städteregion und der Stadt Aachen angeboten. Es nahmen jedoch trotz intensiver Vorbereitung lediglich 11 Jugendliche teil.

Im Rahmen der Ferienspiele für ältere Jugendliche wurde durch die Jugendeinrichtung „Das Netz“ des Vereins Jugend und Begegnung im Brander Feld e.V.eine „politische Woche“ angeboten, die wegen mangelnder Anmeldezahlen abgesagt werden musste.

  1. Vorstellung des Konzeptes „Politikum“

Die Fachverwaltung bietet nun einen Workshop zur politischen Bildung an Schulen als Veranstaltung der Jugendpflege an.

Der Anbieter ist die Praxis „ Perspektiven“, die bereits mehrere Jugendhilfeprojekte für den Fachbereich 45 erfolgreich durchgeführt hat und dessen Konzept „Politikum“ als Anlage beigefügt ist. Dabei sollen in vier Arbeitseinheiten die Jugendlichen an kommunalpolitische Arbeit herangeführt werden. In der 3. Einheit begleiten die Schüler die Politiker in einem Zeitraum von 4 Wochen bei mindestens drei repräsentativen Arbeitsprozessen. Die Begleitung wird mit den Schülern vor und nachbereitet.

Die Maßnahme ist als Pilotprojekt zu verstehen, dessen Modalitäten bei Folgeveranstaltungen angepasst werden können.

Um eine höhere Effektivität als z.B. beim o.g. Projekt zu erzielen, hat sich die Fachverwaltung zunächst zu einer Kooperation Jugendhilfe / Schule entschieden. Der Workshop soll mit einer konkreten Schulklasse im Rahmen des Unterrichts durchgeführt werden.

Voraussichtlich wird in diesem Jahr das Kaiser-Karls-Gymnasium teilnehmen, erste Gespräche finden bereits statt.

Die Kosten bei Durchführung betragen rund 2.000 Euro bis 2.300 Euro. Diese werden dem PSK „übergreifende Maßnahmen zur Gewaltprävention“ entnommen.

Interessierte Politiker, die als Mentoren zur Verfügung stehen möchten, werden gebeten, sich an die Jugendpflegerin der Stadt Aachen, Frau Vera Schröder, vera.schroeder@mail.aachen.de. zu wenden.

Frau Schröder wird die Kontaktdaten entsprechend weiterleiten.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

PSP-Element: 4-060201-925-7, Sachkonto: 53390000-4530, übergreifende Maßnahmen zur Gewaltprävention

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2018

Fortgeschriebe­ner Ansatz 2018

Ansatz 2019 ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 2019 ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

30.000

30.000

90.000

90.000

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Abstimmungsergebnis

Für den Kinder- und Jugendausschuss: Zustimmung: 7Ablehnung: 4Enthaltung: 4 Mehrheitlich. Für den Schulausschuss: Zustimmung: 11Ablehnung: 4Enthaltung: 2

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-09-25 FB 45_0420_WP17 Pilotprojekt _Politi SAO.pdf

9.11.2024

611.9 KB

Betroffene Straßen

Karte wird geladen…

Metadaten

TOP
Ö 16
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses gemeinsam mit dem Schulausschuss
Gremium
Kinder- und Jugendausschuss
Datum
Di., 17.10.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 10:38