28. November 2017 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
TOP 7Öffentlich

Nutzungskonzept BarockfabrikAntrag der Fraktion FDP vom 12.06.2017, Antrag der Fraktion DIE LINKE vom 09.08.2017, Antrag der Fraktionen CDU und SPD vom 12.09.2017

E 49/0041/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Ratsfrau Reuß spricht der Verwaltung ihren persönlichen Dank aus. Sie bezeichnet die Vorlage als Basis für einen Start. Die festen Mieter bedeuten für das Haus eine gewisse Beständigkeit.
Ratsfrau Beslagic-Lohe kritisiert die Vorlage als nicht gelungen. Sie erklärt, dass die Darstellung kein Konzept sei, sondern hier eine einfache Raumverteilung vorgenommen wurde. Sie hätte sich mehr Qualität in Bezug auf die Vorlage gewünscht. Die Vorlage lasse weder ein Ziel noch einen Weg erkennen. Aus diesem Grund stimmt ihre Fraktion der Vorlage der Verwaltung nicht zu. Ratsfrau Epstein äußert sich ähnlich.
Auch Frau Crumbach-Trommler sieht die Vorlage der Verwaltung kritisch. Ziel sei ein Bürgerhaus gewesen. Aus diesem Grund stimmt auch ihre Fraktion nicht zu.
Auch Ratsherr von Hayn schließt sich der Kritik der Vorredner zum Teil an. Er stellt Fragen hinsichtlich der Theaterschule und fragt, aus welchem Grund die Volkshochschule hier Räume benötige. Darüber hinaus kritisiert er, dass laut Wirtschaftsplan kein Personal vorgesehen ist, die Mieten nicht kostendeckend seien.
Ratsherr Pilgram erklärt, dass die Vorlage eine reine Raumverteilung vorsieht. So sei z.B. die Arbeit des Aachener Ausschuss Karneval saisonbedingt. Seiner Meinung nach sei die Aufgabe seitens der Verwaltung nicht erfüllt worden.
Ratsherr Bruynswyck zeigt sich irritiert. Er stellt noch einmal klar, dass das Ziel gewesen sei, die Barockfabrik für die Kultur der Stadt Aachen zu erhalten. Er macht deutlich, dass das Haus nicht sehr viele Möglichkeiten biete. Es gibt nur einen großen Tanzsaal sowie wenige Nebenräume. Ratsherr Bryunswyck berichtet, dass die VHS stetig auf der Suche nach Räumen für Tanz etc. sei. Er macht nochmals deutlich, dass er entsetzt über die oben angeführten kritischen Beiträge sei. In Richtung Ratsherr Pilgram merkt er an, dass die Karnevalsarbeit nicht saisonbedingt sei, sondern es sich hierbei um ein Jahresgeschäft handelt. Abschließend bewertet er die vorgestellte Kulturvielfalt des Hauses Barockfabrik als gut.
Die Vorsitzende, Bürgermeisterin Dr. Schmeer, erklärt, dass man sich einig gewesen sei, dass das Haus nicht ideal für Kinder sei. Bei der Vorlage der Verwaltung handelt es sich um einen Mix von Mietern, der ihrer Ansicht nach, gelungen ist. Darüber hinaus berichtet sie über folgende Punkte:
Der AAK benötigt auch Tanzraum. Sie hebt die guten Kooperationen der Theaterschule hervor.
Die Bürgermeisterin, Dr. Schmeer, verweist u.a. auf die Vorstellung von ArtBewegt im Betriebsausschuss Kultur. Sie berichtet, dass die Volkshochschule ebenfalls Tanzraum benötigt und der Café-Raum für Lesungen geeignet sei.
Damit sei das Haus bereits voll besetzt. Die Vorsitzende, Bürgermeisterin Dr. Schmeer, hinterfragt unter Bezugnahme auf die o.a. Kritik, was hier für ein Konzept fehle.
Die Beigeordnete Frau Schwier, erklärt, dass man sich hinsichtlich der Begrifflichkeit Konzept sehr wohl streiten könne.
Sie berichtet, dass man sich seit dem Frühjahr sehr schnell um die Aktivitäten in der Barockfabrik bemüht habe. Sie betont, dass hier kein zusätzliches Personal zur Verfügung steht, d.h. es gibt keine Stelle on top.
Die Beigeordnete hebt hervor, dass das finanzielle Delta überschaubar ist und die Anzahl der Interessenten sehr begrenzt sei. Die Räume in der Barockfabrik sind nicht überdimensional groß.
Sie hebt hervor, dass Voraussetzung sei, dass die Mieter miteinander auskommen müssen. Sie hebt die Möglichkeit der Kooperationen positiv hervor und verweist auf z.B. eine Kooperation der Theaterschule mit der JVA. Abschließend erklärt sie, dass der Auftrag nicht als freies Konzept verstanden wurde, dass man mit dem Ergebnis der Verwaltung zufrieden sein kann, da hier schnell neue Mieter gefunden wurden.
Frau Tirtey hebt hervor, dass die Mieter schriftlich erklärt haben, miteinander zu arbeiten. Dies betrifft auch das Café Couleur. Frau Tirtey informiert, dass nur rund 1/3 von 1.600 m² nutzbar seien. Darüber hinaus gibt es ein sehr großes Problem mit dem Fluchtweg.
Für den Café/Tanzraum bleibt die Koordination beim Kulturbetrieb. Ein großer Kreativraum ist für die VHS vorgesehen. Die verbleibenden Räume sind überschaubar. Unter Bezugnahme auf die Anmerkung von Ratsherrn von Hayn erklärt sie, dass es in der Regel kein Haus gibt, das die kompletten Mieten wieder einspielt. Sie verweist darauf, dass E 49 die Mieten an das Gebäudemanagement zu zahlen hat.
Abschließend weist sie darauf hin, dass hier keine Gelder für größere Umbauten zur Verfügung stehen.
Auf Anfrage von Frau Crumbach-Trommler erklärt Frau Tirtey, dass hinsichtlich der Türöffnung bzw. des Zugangs zum Haus am Beispiel des Alten Kurhauses erkennbar sei, dass dies möglich ist.
Hinsichtlich der zweiten Frage von Frau Crumbach-Trommler erklärt Frau Tirtey, dass die Mietverträge des Gebäudemanagements grundsätzlich über 5 Jahre abgeschlossen werden. Hinsichtlich evtl. Schwierigkeiten ist nach Gesetzeslage, also BGB, zu handeln ist.
Auch Ratsfrau Reuß zeigt sich entsetzt hinsichtlich der o.a. Kritik. Auch sie hebt positiv hervor, dass das Haus für die Kultur gerettet werden kann und schlägt vor, mit den Arbeiten zu beginnen.
Hinsichtlich der Kritik erklärt Frau Tirtey:

  1. es gibt keine ermäßigten Mieten
  2. die Miete wurde vom Gebäudemanagement berechnet
  3. der rote Saal wird vom Öcher Schängchen bespielt
  4. aus baurechtlichen Gründen dürfen im Café-Raum max. 30 Personen anwesend sein

Beschluss

Beschluss 205/20/2017: Der Betriebsausschuss beschließt bei 6 Gegenstimmen mehrheitlich: Der Betriebsausschuss Kultur beschließt die Umsetzung der Neukonzeption gemäß Vorlage der Verwaltung.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Betriebsausschuss Kultur beschließt die Umsetzung der Neukonzeption gemäß Vorlage der Verwaltung.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Es wurden folgende Aufträge an die Stadt Aachen, Kulturbetrieb vergeben:

Antrag der Fraktion FDP vom 12.06.2017

Antrag der Fraktion Die LINKE vom 09.08.2017

Antrag der Fraktionen CDU und SPD vom 12.09.2017

Der letzte Antrag der Fraktionen CDU und SPD vom 12.09.2017 beauftragt die Verwaltung damit, ein neues Nutzungskonzept wie folgt zu erstellen:

Der Rat der Stadt Aachen beauftragt die Verwaltung ein Nutzungskonzept für das städtische Gebäude Barockfabrik zu erstellen. Ziel ist es, die Barockfabrik als Haus der kulturellen Vielfalt, Kooperation und Bildung zu entwickeln.

Potenzielle Mieter sollen an der Entwicklung beteiligt werden. Ein organisatorisches Konzept soll das Zusammenwirken von ehrenamtlichen und professionellen Kulturschaffenden möglich machen.

1. Geschichte

Die Stadt Aachen erwarb im Jahre 1975 ein Fabrikgebäude, in dem zuletzt eine Tuchfabrik untergebracht war. Ende 1977 gründete sich die Initiative „Barockfabrik“ - ein Zusammenschluss aus acht Künstlergruppen, die sich die Barockfabrik als Künstler – und Bürgerhaus wünschten.

Die Gründergruppen waren die Interessengemeinschaft Bildender Künstler (IBK),

die Kinderbühne Aachen, Lina (Literaturinitiative Aachen), die 1. Aachener Musikkooperative, Blaustich (die Aachener Film- und Happeninggruppe), die Videowerkstatt Aachen, die Aachener Tanzwerkstatt und die Gruppe Sozialpädagogen.

Anfang 1978 schlossen sich noch die Gruppen „Film der Jugend Aachen“ und das Pantomimentheater Cobold & Co. an. Anschließend wurde sechs Jahre lang über die Nutzung verhandelt, bis es zu einem politischen Kompromiss der beiden Parteien kam.

Das Haus wurde der Initiative Barockfabrik zugesprochen; die obersten zwei Etagen wurden aber ausschließlich dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt, welches die beiden Etagen als Archivräume nutzte.

Am 14. September 1993 beschloss der Kulturausschuss der Stadt Aachen ein neues Nutzungskonzept für die Barockfabrik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendkultur.

Bereits ansässige Gruppen sollten in der Nutzung bevorzugt werden.

Hieraus entstand im Jahr 2007 das „Zentrum für Kinder- und Jugendkultur“ in städtischer Trägerschaft bis Juli 2017.

Aktuell ansässig sind weiterhin die Stadtpuppenbühne Öcher Schängchen und das Café Couleur.

Die Archivalien des Stadtarchivs wurden nach Gründung der Nadelfabrik im Jahre 2013 dorthin verlagert.

2.Neukonzeption

Auf der Grundlage der vorliegenden politischen Anträge wurde im Rahmen einer Neukonzeption zum „Haus der kulturellen Vielfalt“ Gespräche mit verschiedenen Initiativen geführt:

dem AAK (Ausschuss Aachener Karneval), Art bewegt e.V., der Volkshochschule, dem Öcher Schängchen, derTheaterschule Aachen e.V.

Gemäß Auftrag ist das Ziel, ein Haus der kulturellen Vielfalt, Kooperation und Bildung zu entwickeln.

Die verschiedenen Initiativen zeigten sich sehr interessiert an diesem Konzept.

Ein erster Raumnutzungsplan ist der Anlage beigefügt. Herauskristallisiert haben sich drei feste, regelmäßig wiederkehrende und temporäre Mieter.

Zu erwähnen ist, dass die Barockfabrik als Gebäude in städtischer Trägerschaft, sprich beim Kulturbetrieb bleibt.

Die Kulturverwaltung geht davon aus, dass das Haus in einer sog. „Mischnutzung“ verwaltet wird.

Dies bedeutet, dass einige Räume fest vermietet werden, während andere Räume nur temporär vermietet werden sollen. Der sog. Caféraum, der Tanzraum, der Rote Saal, der prioritär vom Öcher Schängchen genutzt wird, und die Gemeinschaftsküche sollen temporär vermietet werden.

3. Mieten

Der Quadratmeterpreis wird wie folgt festgelegt:

6,73 €/brutto Kaltmiete pro Monat

1,45 €/brutto Betriebskosten pro Monat

Die Mieten für die temporäre Nutzung orientieren sich an den allgemeinen Richtlinien der Vermietungen innerhalb des Kulturbetriebs: Basismiete; private Nutzung; gewerbliche Nutzung.

4.Weitere Schritte

1. Herrichtung des Hauses mit eigenen Kräften im Dezember 2017/Januar 2018

2.Erstellung der temporären und festen Mietverträge

3. Gemeinsame Koordination mit den Mietern des Hauses im Sinne eines Hauses der kulturellen Vielfalt, Kooperation und Bildung, sowie Erstellung einer Marketingkonzeption für das Hausund Initiierung gemeinsamer Formate

Weitere Dokumente (4)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-11-07 E 49_0041_WP17 Nutzungskonzept Baro SAO.pdf

20.11.2024

1.1 MB

Metadaten

TOP
Ö 7
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses Kultur
Gremium
Betriebsausschuss Kultur
Datum
Di., 28.11.2017
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
E 49 - Kulturbetrieb
Zusätze
Unterlagen werden nachgereicht.
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
19. Februar 2026 um 10:53