30. Januar 2018 um 17:00, Sitzungssaal im Fachbereich Umwelt
TOP 3Öffentlich

Beschaffung von Textilien;hier: Antrag von Greenpeace; Behandlung im Bürgerforum am 12.09.2017Verweisung zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Umwelt und Klima sowie den Personal- und Verwaltungsausschuss

B 03/0102/WP17 · Kenntnisnahme

Beschaffung von Textilien;hier: Antrag von Greenpeace; Behandlung im Bürgerforum am 12.09.2017Verweisung zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Umwelt und Klima sowie den Personal- und Verwaltungsausschuss

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Herr Larosch (Bauverwaltung - B 03) erklärt, dieser Antrag sei bereits eingehend im Bürgerforum besprochen worden. Er erläutert die Komplexität des öffentlichen Vergaberechtes. Ansprechpartner für Fragen sei die zentrale Vergabestelle in Bonn. Mit dieser stände man in Kontakt.

Er teilt mit, die Stadt Bonn habe die Möglichkeit einer externen Beratung (subventioniert durch Fördergelder) in dieser Thematik bekommen und die Maßnahmen kostenneutral umsetzen können.

Bei der Stadt Aachen sei dies nur gegen Zahlung eines Honorars möglich.

Er betont, dass bei Schutzbekleidung höchste Priorität auf den Schutz der städtischen Mitarbeiter gelegt werden müsse. Bei der Anschaffung von Dienstkleidung sehe er eine einfachere Umsetzung der Anforderungen. Aus seiner Sicht solle daher zunächst bei „normaler“ Dienstkleidung ein Fokus auf diese Problematik gelegt werden. Ferner müsse ein rechtlich-sauberer Ablauf gewährleistet sein.

Ratsfrau Dr. Wolf (SPD-Fraktion) wiederholt, dass eine Trennung zwischen Dienst- und Schutzbekleidung für die städtischen Mitarbeiter stattfinden müsse. Aus ihrer Sicht sei es ratsam, den Ablauf in Bonn weiter zu beobachten und auf erste Ergebnisse von dort zu warten.

Sie bittet die Verwaltung, das Potential für Dienstkleidung und die damit verbundenen Tätigkeitsfelder für die Politik aufzulisten. Sie hielte es für eine gute Idee, erst in diesem Thema weiter vorzugehen, wenn erste Entscheidungen aus Bonn mitgeteilt würden.

Herr Larosch (B 03) beschreibt, dass der Markt bei solchen Ausschreibungen sehr eng sei. Es müsse die Frage gestellt werden, woher die jeweiligen Siegel in den Kleidungsstücken kämen. Ein gesundes Verhältnis zwischen Markt und Wettbewerb sei für jede Verwaltung wichtig.

Herr Stettner (Fraktion: Die Grünen) begrüßt die gute Vorlage der Verwaltung. Auch er betont, dass vorrangig ein Fokus auf Dienstkleidung und nicht auf Schutzbekleidung gelegt werden solle. Seiner Meinung nach müsse man weitere Erfahrungswerte/Informationen aus anderen Kommunen einholen. Auch er sei gespannt auf erste Ergebnisse der Stadt Bonn.

Herr Hofmann begrüßt ebenfalls die gute Vorlage. Er äußert die Frage, wann seitens der Verwaltung nächste Beschaffungen geplant seien.

Hierauf antwortet Herr Larosch, dass wahrscheinlich im Fachbereich Sicherheit und Ordnung in nächster Zeit weitere Beschaffungen von Dienstkleidung anstünden. Die dortigen Mitarbeiter würden den ganzen Tag (= jeden Tag) die Dienstkleidung tragen und somit müsse ein gewisser Tragekomfort uneingeschränkt gewährleistet sein. Er schlägt vor, mehrere Anbieter einzuladen und mögliche Kleidungsstücke vorstellen und ausprobieren zu lassen.

Er weist jedoch darauf hin, dass über die Dienstkleidung der Stadt Aachen eine Identifikation mit der Kommune und eine wichtige Außenwirkung erfolge.

Ratsfrau Lürken (CDU Fraktion) dankt Herrn Larosch für die Vorlage und seinen ausführlichen Vortrag im Bürgerforum. Sie interessiere, wie mit kleineren Schäden an Dienstkleidung verfahren werde. Auch sie äußerte im Namen ihrer Fraktion die klare Priorität bei der Schutzkleidung und ist gespannt, wie sich das Verfahren in Bonn weiter entwickele.

Ratsherr Neumann (Die Grünen) betont, es sei nicht nur wichtig, dass die Kleidungsstücke „fair“ behandelt, sondern auch aus „ökologischer Sicht“ nachhaltig produziert bzw. gehandelt würden.

Seiner Meinung nach gäbe es viele gute Anbieter für Dienst- und Schutzkleidung am Markt. Eine gute Entscheidung sei nicht selten lediglich eine Frage des Preises. Die Verwaltung müsse prüfen, wo die Kleidung hergestellt würde. Auch er begrüße die Vorlage der Verwaltung und rege an, nach der Vorgabe in Bonn dies erneut im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz zu thematisieren.

Herr Larosch (B 03) teilt mit, man könne nicht einfach bei dem Anbieter einkaufen, der das beste ökologische Siegel nachweisen würde. Dies sei vergaberechtlich nicht zulässig. Es müsse produktneutral ausgeschrieben werden und ein fairer, unvoreingenommener Wettbewerb müsse stets gewährleistet bleiben.

Ratsfrau Griepentrog (Fraktion: Die Grünen) bedauert, dass es viele (nicht eindeutige) Siegel für Kleidungsstücke gebe. Sie rege ebenfalls an, auf ein Ergebnis aus Bonn zu warten. Dadurch würde klarer, welche Siegel in einer Ausschreibung berücksichtigt werden könnten. Sie dankt Herrn Larosch für seine Ausführungen und regt eine erneute Aufnahme im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nach einer Entscheidung in Bonn an.

Beschluss

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Umwelt und Klima nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Personal- und Verwaltungsausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Sollte es zu personalwirtschaftlichen Konsequenzen kommen, ergeht hierzu eine gesonderte Vorlage.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Auf die Vorlage B03/0088/WP17 wird Bezug genommen. Die Vorlage ist nochmals als Anlage beigefügt.

Greenpeace hat im Bürgerforum beantragt,dass

1. dass die Stadt Aachen bei der Beschaffung von Textilien künftig die beiden

Anforderungen fair gehandelt und ökologisch produziert gleichwertig berücksichtigt,

2. dass sich die Verantwortlichen für den Einkauf an den bisher besten ökologischen

Siegeln (z.B. IVNBest und GOTS) orientieren und dass diese Siegel in den

Beschaffungskatalog aufgenommen werden,

3. dass auch nach der Nutzung von Textilien diese ökologisch vertretbar behandelt

werden (Rücknahme, Recycling, sachgemäße Entsorgung).

Die Verwaltung hat in ihrer Vorlage vom 05.09.2017 für das Bürgerforum aufgrund der Komplexität der bestehenden Regularien in der öffentlichen Beschaffung vorgeschlagen, dem Antrag nicht vollinhaltlich zu folgen. Insbesondere sollten Erfahrungen anderer Kommunen abgefragt und über das Ergebnis in den beiden Fachausschüssen berichtet werden.

Die Stadt hat im Rahmen ihrer interkommunalen Zusammenarbeit das Thema in zwei Terminen mit der Stadt Bonn besprochen. Als Ergebnis kann folgendes mitgeteilt werden:

Die Stadt Bonn wurde von Anbeginn durch eine NGO sowie juristische Beratung begleitet. Eine zweite Ausschreibung wurde gerade mit geänderten Vergabebedingungen der Bewertung von ökologischen Aspekten veröffentlicht. Diese Ausschreibung befindet sich noch in der Angebotsfrist. Mit der Auswertung dieser Ausschreibung kann Anfang März gerechnet werden. Zusätzlich wurde der zentralen Vergabestelle personalwirtschaftlich eine halbe Funktion für nachhaltige Beschaffung zur Verfügung gestellt.

Akut steht bei der Stadt Aachen derzeit keine Beschaffung von Dienstkleidung an.

Aus Sicht der zentralen Vergabestelle wird insbesondere die Frage der Vergleichbarkeit von Siegeln und Zertifikaten in Bezug auf ökologische und soziale Kriterien als besonders schwierig eingestuft mit der Folge, dass eine rechtliche Angreifbarkeit der Vergabeentscheidung als besonders hoch eingeschätzt wird.


Die Verwaltung empfiehlt daher, das Vergabeverfahren der Stadt Bonn abzuwarten und das Ergebnis in den weiteren Prozess einfließen zu lassen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Stadt Aachen sich im Rahmen der öffentlichen Beschaffung schon äußerst vorbildlich unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsgedanken verhält.

So wurden bereits in den letzten Jahren Aspekte zur Nachhaltigkeit bei folgenden Beschaffungen berücksichtigt:

-Holzprodukte der Emissionsklasse1, bzw. „Blauer Engel“, sowie FSC oder PEFC zertifiziert,

-Recyclingpapier für Drucker und Kopierer für die Gesamtverwaltung (FSC, PEFC, Blauer Engel),

-Recyclingpapier für die Briefumschläge für die Gesamtverwaltung (FSC, PEFC, Blauer Engel),

-unlackierte Bleistifte und Bürobedarfsprodukte aus Polypropylen statt aus PVC für die Gesamtverwaltung, Faserschreiber, Textmarker, Klebstoff nachfüllbar ,

-Tonerkartuschen für die Gesamtverwaltung sind recyclebar ,

-die Beschaffung der Literatur per telefonische Bestellung durch die einzelnen Dienststellen bei einer zentralen Buchhandlung spart Papier, Zeit und Energie,

-Kopierer mit Standard des Blauen Engels und Energy Star für die Gesamtverwaltung werden auf 5 Jahre gemietet und sind für doppelseitiges Drucken voreingestellt,

-bei Möbeln, Gesamtverwaltung und offene Ganztagsschulen, wird auf Schadstoff Freiheit und umweltfreundliche Lacke und Beizen, sowie umweltverträgliche Treibmittel für Schaumstoffe geachtet,

-das Hygienpapier für die Stadt Aachen entspricht den Anforderungen des EG Umweltzeichens für Hygienepapier,

-Einsatz von umweltverträglichen Reinigungsmitteln bei der Gebäudereinigung und Lieferung von Reinigungsmaterial (Anbieterfragebogen zur Umweltverträglichkeit und Datenblätter).

Fahrzeuge werden durch den Aachener Stadtbetrieb unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten beschafft.

Neubauten städt. Objekte werden mit höheren Anforderungen als der aktuell gültigen ENEV errichtet.

Nicht unerwähnt bleiben darf allerdings, dass bei einer politischen Entscheidung für die vorgeschlagene Form der Beschaffung hierfür zusätzliche, derzeit nicht etatisierte Personal- und Sachmittel (für externe Beratung) erforderlich werden.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig zur Kenntnis genommen.

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

B03.0088.WP17
151.3 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2018-01-03 B 03_0102_WP17 Beschaffung von Text SAO.pdf

14.11.2024

240.0 KB

Metadaten

TOP
Ö 3
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 30.01.2018
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 60 - Vertrags-, Vergabe- und Fördermittelmanagement
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 21:59