NABU Naturschutzstation Aachen - Sachstandbericht
FB 36/0241/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Dr. Aletsee, Geschäftsführer der Naturschutzstation, erläutert das Konzept der Naturschutzstationen in NRW anhand einer Präsentation, die der Niederschrift als Anlage beigefügt ist.
Für den Stadtbezirk sind drei Projekte als nennenswert zu bezeichnen. Dies sind der Edelkrebsschutz in Inde und Iter, der Schutz der Mauereidechsen in Kornelimünster und der Biotopverbund im Westen – der Westwall.
Die CDU-BF bedankt sich für die Ausführungen, die sie für den Stadtbezirk als sehr erfolgreich ansieht und wünscht, dass hierfür auch junge Menschen gewonnen werden können.
Auch die SPD-BF bedankt sích für die vielfältige Arbeit hier im Südraum und auch über dessen Grenzen hinaus.
Nachdem sich auch die Grüne-BF für den Bericht bedankt, beantwortet Herr Dr. Aletsee deren Fragen nach der spürbaren Klimaveränderung, die weitere Zusammenarbeit mit den Landschaftswarten und die flächige Ausbreitung der Wildschweine im Indetal und Münsterwald, die für den Naturschutz aber kein Problem darstellen. Für die Naturschutzbildung an Schulen fehlen leider die personellen Ressourcen. Naturschutz wird allerdings auch als eine gesellschaftliche Aufgabe angesehen. Der Wolf wird sich auch allmählich wieder ansiedeln; es ergibt sich hieraus die Frage, wie die Menschen künftig damit umgehen werden.
Auf Nachfrage von der SPD-BF erläutert Herr Dr. Aletsee, dass das Aufkommen fremder Tierarten wie Kanada- und Nilgänse keinen negativen Einfluss auf die Natur hat.
Nachdem sich Frau Opitz für den Bericht bedankt, ergeht folgender
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Haaren nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Eilendorf nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Laurensberg nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die BezirksvertretungRichterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
I.Einleitung: Naturschutz, Ehrenamt und Naturschutzstationen
Die Zusammenarbeit des behördlichen und ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschutzes zum Schutz und zur langfristigen Sicherung des Natur- und Landschaftsraumes hat in Aachen eine langjährige Tradition.
Nach einer Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG, § 3 Abs. 4) sollen die zuständigen Naturschutzbehörden hierfür auch mit den ehrenamtlich tätigen Umwelt- und Naturschutz-Organisationen kooperieren. Ehrenamtlicher Naturschutz trägt durch die Verankerung in der Gesellschaft ganz erheblich dazu bei, eines der wichtigsten strategischen Ziele des „Übereinkommens über die Biologische Vielfalt“ (Biodiversitätskonvention, 1992) und der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ (2007) umzusetzen[1].
Mit der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ werden die Trägervereine der Biologischen Stationen in NRW finanziell unterstützt. Das in Deutschland einzigartige Netz von Biologischen Stationen spielt eine große Rolle bei der Umsetzung der Naturschutzarbeit vor Ort, wobei Naturschutzfacharbeiten von landesweitem Interesse eine wesentliche Rolle spielen.
II.NABU-Naturschutzstation Aachen
Nach intensiven Gesprächen und Abstimmungen zwischen NABU Aachen e.V. und Stadt Aachen, Fachbereich Umwelt, hat der NABU Aachen e.V. im Jahr 2006 die NABU-Naturschutzstation Aachen eingerichtet. Auf der Basis fachspezifischer Projektaufträge (z. B. Bestandserfassungen streng geschützter Arten wie Steinkauz, Gelbbauchunke oder Schleiereule, Erhalt und Förderung alter und lokaler Streuobstsorten, Neophytenbekämpfung) entwickelte sich in den folgenden Jahren eine erfolgreiche und enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Umwelt und der Station.
Mit der Zielsetzung beim Land NRW eine Anerkennung der NABU-Naturschutzstation als landesgeförderte Biostation zu erwirken, gründeten Stadt Aachen und NABU Aachen e. V. im Herbst 2012 den Trägerverein „NABU- Naturschutzstation Aachen“. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Land und beiden Vereinsträgern wird die Station seit 2015 gemäß der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ durch das Land NRW gefördert. Damit konnte die Finanzierung der Station auf ein solides Fundament gestellt werden.
Die Aufgaben der Naturschutzstation reichen in unterschiedlichste Felder des integrierten Naturschutzes und der Kulturlandschaftspflege. Mit ihrer bisherigen, erfolgreichen Arbeit konnte die Naturschutzstation:
wichtige Impulse für den Artenschutz (u. a. Steinkauz, Schleiereule, Fledermäuse, Gelbbauchunke, Edelkrebse) setzen,
signifikant zur Optimierung der Schutzgebietsbetreuung beitragen (u. a. FFH–Gebiet Brander Wald, diverse Naturschutzgebiete in Aachen, Streuobst- und Magerwiesen),
das ehrenamtliche (bürgerschaftliche) Engagement für den Naturschutz erkennbar ausbauen (z.B. im Bereich der Biotoppflege, Neophyten-Bekämpfung, Kartierung geschützter Arten),
zur Vertrauensbildung zwischen Verwaltung, Umweltverbänden und Landwirtschaft beitragen,
über die Fachbetreuung des landwirtschaftlichen Betriebs des NABU Stadtverbandes die Betreuung städtischer und eigener Kulturlandschafts- und Biotopflächen verbessern und
durch eine beachtliche mediale Präsenz zur Sensibilisierung für Fragen des Natur- und Artenschutzes beitragen[2].
Die durch das Land NRW geförderte NABU-Naturschutzstation trägt den städtischen Interessen und dem Gedanken des Bundesnaturschutzgesetzes in hohem Maße Rechnung.
Über aktuell laufende und zukünftig geplante Projekte der Naturschutzstation wird der Geschäftsführer, Dr. Manfred Aletsee, im Rahmen einer Präsentation informieren.
[1]Nach wissenschaftlichen Studien stehen die Chancen gut, die Zahl der ehrenamtlich für den Naturschutz engagierten Bürger weiter zu steigern. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre in der Stadt Aachen bestätigen diesen Trend. Grundlegende Voraussetzung für ein aktives Engagement in den (Naturschutz-) Organisationen ist eine professionelle Betreuung der Aktivitäten. Gelingt dies, lässt sich der Natur- und Artenschutz weit über die Grenzen des behördlichen Wirkens befördern.
[2] Nähere Informationen sowie einzelne Projektberichte sind auch der offiziellen Homepage des NABU Aachen e.V. unter www.naturschutzstation-aachen.de zu entnehmen.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 85286
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=85286
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2017-12-28 FB 36_0241_WP17 NABU Naturschutzstat SAO.pdf
7.11.2024
83.9 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster / Walheim
- Datum
- Mi., 31.01.2018
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 22:00
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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