1. März 2018 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
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Tarifliche AngelegenheitenKonzept eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende (AVV-Beirat)

FB 61/0880/WP17 · Entscheidungsvorlage

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Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Geulen berichtet über das Konzept.

Er bejaht die Frage des Herrn Achilles, ob dafür die alten Auszubildenden-Tarife abgeschafft werden sollen.

Frau Rhie fragt bezugnehmend auf die Aussage in der Vorlage, die meisten Verkäufe würden in den Preisstufen 1C und 2 liegen, ob beim Preis von 62 € tatsächlich Kundendas Mehrangebot nutzen wollen.

Herr Geulen antwortet, er gehe davon aus, dass durch die Zentralisierung der Schulenweitere Wege zurückgelegt werden müssen. Auch die IHK befürworte das Konzept. Hiermit sollen auch viele Neukunden angesprochen werden. Wenn man mit den bisherigen Tarifen kalkuliert hätte, wären enorme Mindereinnahmen zu erwarten; diese wären die anderen Verkehrsunternehmen nicht bereit zu tragen.

Herr Fischer findet eine Preissteigerung von 16,70 sehr hoch. Bei dieser Änderung gebe es vielleicht auch Verlierer, aber die Mehrheit würde gewinnen. Gesamtziel sei eine einheitliche Regelung aller Verbünde.Eine Möglichkeit sei, eine Preiserhöhung in Etappen zu vollziehen, z. B. zum 01.08., dann ein Jahr später noch einmal.

Er verweist auf den Verkehrsverbund Rhein-Sieg, der ein Solidaritätsticket eingeführt habe.

Seine Fraktion werde dem Beschlussvorschlag zustimmen.

Herr Blum gibt zu bedenken, dass Auszubildende finanziell nicht so üppig ausgestattet seien, um diese Erhöhung so einfach hinnehmen zu können. Er bitte deshalb, den Preis noch einmal zu prüfen. Grundsätzlich sollte man das Ticket aber einführen. Auszubildende seien bisher benachteiligt gewesen. Für sie würden sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben, den ÖPNV zu nutzen. Deshalb werde er zustimmen.

Frau Rhie spricht das Ziel an, dieses verbundweite Ticket später in einem weiteren Schritt zu einem landesweiten Ticket zu erweitern. Ihr sei die Aussage in diesem Zusammenhang zu vage, dann sei mit einer nur geringen Erhöhung zu rechnen. Sie frage sich, ob man durch die Erhöhung von fast 17,00 € nicht Kunden verliert. Die von Herrn Blum angesprochene Benachteiligung sehe sie zwar auch. Das Azubi-Ticket gehe aber nicht so weit wie das Semesterticket, weshalb sich die Frage stelle, ob es attraktiv ist, wenn man damit z. B. nur bis Heinsberg fahren kann.

Auf eine Frage der Frau Conradt antwortet Herr Geulen, da das Ticket heute bis Dürengehe, würden viele Kunden Anschlusstickets für Nachbargemeinden kaufen. Im Koalitionsvertrag der Landesregierung sei festgehalten, die Bedingungen für Auszubildende zu verbessern, mit dem Auftrag eines gemeinsamen Tickets, ähnlich dem Semesterticket. Die anderen Verbünde würden aber finanziell keine Spielräume sehen. Wenn es politisch nicht gewollt sei, bleibe es in Aachen regional.

Frau Breuer sieht es zwiespältig. Für Auszubildende sei die Erhöhung u. U. viel Geld. Beim Semesterticket zeige sich aber, dass es sinnvoll sei. Der Vorschlag des Herrn Fischer, ein Solidaritätsticket wie im Rhein-Sieg-Kreis einzuführen, wirke sich nachteilig für die aus, die es nicht nutzen.

Das geplante Ticket verstehe sie als ersten Schritt zur Harmonisierung, damit in einem zweiten Schritt ein größerer Nutzen entstehen kann. Sie fragt, mit welcher Zeitspanne gerechnet werden muss, bis dieser Nutzen wirklich eintritt. Eine solche Erhöhung müsse man auch begründen können.

Herr Geulen berichtet, man sei in Gesprächen mit den anderen Verbünden. In zwei Monaten sei die nächste Zusammenkunft zum Thema eines NRW weiten Tickets geplant. Eine Einführung mache zu einem Schuljahreswechsel Sinn.

Er werde auch dem Hinweis zu dem im Rhein-Sieg-Kreis eingeführten Ticket nachgehen.

Herr Siepmann regt an, da die IHK anscheinend dahinter stehe, mit den Arbeitgebern Gespräche zu führen, damit diese Zuschüsse an Auszubildende zahlen.

Herr Fischer wirbt um Zustimmung. Der AVV dürfe nicht in die Rolle des Bremsers zurückfallen. Man solle jetzt einen 1. Schritt gehen. Das setze voraus, dass man die Zeit nutze, damit in einem 2. Schritt eine Lösung gefunden werde, möglicherweise in einer Abstufung oder mit der Einführung eines Solidartickets.

Frau Rhie sieht es als Belastung für die Verbünde, dass diese in Vorleistung gehen müssen, bevor die Landesregierung die Möglichkeit zu einer landesweiten Regelung sehe. Wenn die Tickets günstiger angeboten würden, belaste es allerdings die Kommune.

Frau Breuer erklärt, man wolle schweren Herzens zustimmen, weil es um das Ganze gehe.

Sie bittet Herrn Geulen, Mitte des Jahres über die weitere Entwicklung zu berichten. Dem Vorschlag des Herrn Fischer über eine stufenweise Erhöhung könne aus den zuvor genannten Gründen nicht zugestimmt werden.

Der Vorsitzende Herr Ferrari stellt Einvernehmen darüber fest, den letzten Spiegelstrich des Konzepts auf Seite 11 der Einladungsunterlagen wörtlich in den Beschluss aufzunehmen.

Der Ausschuss fasst sodann folgenden

Beschluss

Der regionale AVV-Beirat der Stadt Aachen beschließt die Einführung eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende zum 01.08.2018 im vorgestellten Umfang. Über die Einführung eines frei verkäuflichen Monatstickets zu einem Preis von 72,00 € soll ggfls. zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der regionale AVV-Beirat der Stadt Aachen

beschließt die Einführung eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende zum 01.08.2018 im vorgestellten Umfang.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Tarifliche Angelegenheiten

Konzept eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende

Anlass zur Entwicklung eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende im AVV

Aufgrund der Zentralisierung und Spezialisierung von Berufsschulstandorten ergeben sich für Auszubildende zunehmend längere Reiseweiten. Im Gegensatz zu den Gruppen der Schüler und Studierende, wo preislich attraktive, verbundweit gültige Ticketangebote existieren, basiert das Angebot für Auszubildende auf dem Relationsprinzip und ist preislich unattraktiver, insbesondere für weite Fahrstrecken.

Zudem zeigt sich, dass durch die Dreiecksbeziehung von Wohn-, Ausbildungs- und Schulstandort das derzeitige Tarifangebot im AVV nicht den Anforderungen der Auszubildenden entspricht und zu vertrieblichen und kommunikativen Schwierigkeiten führt. Auf Wunsch der Landesregierung soll aus den zuvor genannten Gründen ein landesweites Ergänzungsticket für Auszubildende (ähnlich dem SemesterTicket NRW) entstehen. Es wird jedoch nur dann von Seiten des Landes die Möglichkeit zur Einführung eines landesweiten Tickets gesehen, wenn zunächst innerhalb der einzelnen Verbünde verbundweite Abonnements für Auszubildende entwickelt werden.

Entwicklung in anderen Verbünden in NRW

Der VRS gibt seit dem 01.08.2017 das AzubiTicket als verbundweites Abonnement (erweitertes VRS-Netz) für Auszubildende aus. Erste Evaluierungen weisen darauf hin, dass durch das Angebot zahlreiche Neukunden angesprochen werden konnten.

Der VRR bietet seit dem 01.01.2018 das YoungTicketPLUS als verbundweites Angebot für Auszubildende sowohl als Abonnement als auch als Monatskarte an.

Der aktuelle Auszubildenden-Tarif im AVV

Die Verkäufe des Auszubildenden-Tarifs im AVV sind stark rückläufig. Während sich der Trend bei den Wochen- und Monatskarten bereits seit mehreren Jahren zeigt, weisen auch die Abonnement-Verkäufe seit 2014 einen Rückgang auf. Bisher konnten die rückläufigen Einnahmen zumindest zum Teil von Tariferhöhungen aufgefangen werden. Es ist jedoch zu befürchten, dass durch diese das Tarifangebot für die Zielgruppe zunehmend unattraktiv geworden ist. Rückläufe sind außerdem mit der sinkenden Anzahl an Auszubildenden zu erklären, was im Zusammenhang mit der veränderten Bevölkerungsstruktur sowie steigenden Verkäufen des AVV-Semester-Tickets zu sehen ist.

Die meisten Verkäufe im Auszubildenden-Tarif (v.a. beim Abonnement) liegen zurzeit in den Preisstufen 1C (Stadt Aachen) und 2 und fokussieren sich somit auf die kurzen Distanzen. Die Verkäufe werden zu 59,2% (Jan – Nov 2017) von der ASEAG getätigt, was auf eine starke Konzentration auf die StädteRegion Aachen hinweist.

Konzept des verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende im AVV

Die Verbundgesellschaft empfiehlt in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen die Einführung eines verbundweit gültigen Monatstickets für Auszubildende im AVV mit folgenden tariflichen Merkmalen:

Verbundweite Gültigkeit (AVV-Netz);

Abonnement zum monatlichen Preis von 62,00Euro; der Preis spiegelt die Erwartung wider, dass durch den
günstigen Preis Neukunden geworben werden können;

Berechtigtenkreis im Auszubildenden-Segment im AVV analog zu dem des VRS-AzubiTickets und VRS-
StarterTickets wie in tabellarischer Form in der Anlage aufgeführt;

das bisherige Tarifsortiment für Auszubildende ist folglich nicht mehr für Auszubildende erhältlich;

Job-Tickets für Auszubildende bleiben weiterhin erhältlich;

über die Einführung eines frei verkäuflichen Monatstickets zu einem Preis von 72,00€ soll ggf. zu einem
späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Ausblick

Bei positiver Beschlussfassung der Gremien wird sich die Verbundgesellschaft mit den Nachbarverbünden VRS und VRR in Verbindung setzen, um Inhabern der jeweiligen verbundweiten Abonnements für Auszubildende den gegenseitigen Erwerb zu ermöglichen. Ferner wird sich die AVV GmbH nach Beschlussfassung mit der Namensgebung befassen. Über die weiteren Entwicklungen wird zu gegebenem Zeitpunkt berichtet.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (1)

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Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2018-02-08 FB 61_0880_WP17 Tarifliche Angelegen SAO.pdf

20.11.2024

129.3 KB

Metadaten

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Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses und AVV-Beirates
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 01.03.2018
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Entscheidungsvorlage
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Entscheidungsvorlage
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 22:09