Rad-Vorrang-Route Brand
FB 61/0899/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Weiser vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.
Herr Weiser erläutert anhand einer Präsentation die Historie der geplanten Rad-Vorrang-Route Brand. Der Luftreinhalteplan sei erstmals in 2015 erschienen. Im Masterplan stehe die Vision, dass im Jahr 2050 fast alle Aachener gerne, sicher und komfortabel Fahrrad fahren.
Bereits 1994 sei zuerst ein Routennetz erstellt worden, dann 2002 ein Radwegenetz NRW mit lokalen Routen, die auch den Stadtbezirk Brand betreffen. Zurzeit sehe die Mehrheit der Bevölkerung einen großen Handlungsbedarf. 20 % der Radfahrer in Aachen fühlten sich nicht sicher auf den Straßen, obwohl objektiv die Unfallzahlen stagnierten.
In 2016 habe der ADFC die Radverkehrsverhältnisse in verschiedenen Städten getestet. Die Stadt Aachen habe mit der Note 4,2 nur mäßig abgeschnitten und daraufhin das Ziel formuliert, durch sicheres und komfortables Radfahren im Gesamtraum Aachen im Jahr 2030 mit einer Gesamtnote von 3,0 abzuschneiden, um dadurch Berufspendler, Senioren und Kinder zu motivieren.
Herr Weiser macht auf eine starke Entwicklung von Pedelecs aufmerksam. In 30 Minuten Fahrzeit bewältige ein Pedelecfahrer eine Entfernung von durchschnittlich 11 km. Damit sei Brand von der Innenstadt aus gut zu erreichen. Nun gehe es darum, den Radverkehr auf geeigneten Routen sicher zu führen und die Radfahrer zu motivieren, nicht auf ein anderes Verkehrsmittel auszuweichen. Der Entwurf des Radwegenetzes sei bereits im Mobilitätsausschuss beschlossen und der Fachbereich mit der Planung und Umsetzung beauftragt worden. Beabsichtigt sei nun, die Routen durchgängig, auffällig und einheitlich zu markieren. Auch die Unterhaltung und der Winterdienst müssten gewährleistet werden. Nationale und internationale Beispiele würden für die anstehende Planung herangezogen. Die Finanzierung und Umsetzung der Routen erfolge dann sukzessiv. Innerorts sollten Fahrradstraßen ausgewiesen werden, außerorts separat geführte Radwege den Vorzug erhalten. Die größte Herausforderung stelle der vom Mobilitätsausschuss vorgesehene Radverteilerring am Grabenring dar.
Herr Weiser erklärt den geplanten Verlauf der Brander Route ausgehend vom Marktplatz Brand über die Marktstraße, die Straße Wolferskaul und Rombachstraße. Zwischen Rombachstraße und Herderstraße führe die Route über einen getrennten Geh-/Radweg. Abweichend vom bisherigen Vorschlag der Verwaltung solle aufgrund des Ergebnisses einer nochmaligen Befahrung zusammen mit der Projektwerkstatt und dem Arbeitskreis FahrRad in Brand die Route über die Altstraße, Clermontstraße und Krautmühlenweg geführt werden. Herr Weiser verspricht, dass bei gemütlicher Fahrt die Innenstand in 37 Minuten, bei durchschnittlicher Fahrgeschwindigkeit in ungefähr 30 Minuten und bei zügiger Fahrt oder mit dem Pedelec sogar in 20 Minuten erreicht werden könne.
Der Antrag zur Realisierung der Rad-Vorrang-Route für Brand der Projektwerkstatt Brand seibereits Anfang 2017 von der Bezirksvertretung Brand zur Kenntnis genommen worden. Darüber hinaus hätten sich die Teilnehmer der Projektwerkstatt und Vertreter zahlreicher Institutionen für die Rad-Vorrang-Route ausgesprochen. Im Dezember 2017 seien der Stadt Aachen Fördermittel in Aussicht gestellt worden. Im Zuge der weiteren Planung sei eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, deren Ergebnisse in Beratungen der Bezirksvertretungen und des Ausschusses einbezogen würden.
Herr Auler begrüßt für die CDU-BF ausdrücklich die Ausweisung einer sicheren Rad-Vorrang-Route. Sie biete einen Anreiz, auf das Auto zu verzichten und emissionsfrei mobil zu sein. Damit die Route auch benutzt werde, müssten die Menschen einen „gemeinsamen Geist“ finden. Die CDU-BF befürworte einen pragmatischen Ansatz, aber Fahrradstraßen und die damit verbundenen Verhaltensregeln seien den Verkehrsteilnehmern in Brand nicht bekannt. Schließlich gebe es nur einen kleinen Abschnitt in der Karl-Kuck-Straße, der als Fahrradstraße ausgeschildert sei. Daher müssten Anwohner und Geschäftsleute zunächst darüber informiert werden, welche Auswirkungen auf Vorfahrt oder das Parken mit der Fahrradstraße verbunden seien. Der 1. Brander Fahrradtag am 14.04.2018 sei ein guter Aufschlag, um für die Akzeptanz der Radvorrangroute zu werben.
Kritisch sei allerdings die Einbeziehung der erst kürzlich umgestalteten Marktstraße und des Marktplatzes, nicht zuletzt wegen der vorhanden Senkrechtparkplätze und des relativ hohen Verkehrsaufkommens. Außerdem habe die Stadt Aachen zur Umgestaltung der Marktstraße Städtebaufördermittel vom Land erhalten, die mit einer Veränderungssperre verbunden sei. Ein Beginn der Route im Kreuzungsbereich Marktstraße / Ringstraße / Wolferskaul sei eine Alternative. Eine zügige Umsetzung sei erwünscht, doch müssten zunächst die Auswirkungen für die Anwohner und die Auswirkungen auf den zweimal wöchentlich stattfindenden Wochenmarkt sowie den Einzelhandel geklärt werden.
Herr Hellmann spricht sich als Vertreter der SPD-BF positiv zur Rad-Vorrang-Route aus. Es habe bereits Diskussionen zu der Route gegeben, doch müsse das Gesamtkonzept betrachtet werden, da nur ein kleiner Abschnitt über das Brander Gebiet führe. Die Ausführungen des Herrn Dr. Lux, der in der Einwohnerfragestunde für einen sicheren Schulfahrradweg geworben habe, unterstütze er ausdrücklich. Allerdings könne der Verlust von PKW-Parkplätzen in Marktplatznähe auch Unmut wecken. Wichtig sei, dass die Fahrrad-Vorrang-Route auf den Weg gebracht werde. Einen Teil der Route in Brand vorzuziehen, sei denkbar, doch sehe er die Umsetzung in Aachen-Mitte als vorrangige Herausforderung, da dort weitaus problematischere Situationen zu bewältigen seien.
Herr Hellmann sichert die Unterstützung der SPD-BF zur Umsetzung der Rad-Vorrang-Route zu.
Ratsherr Blum von der FDP erklärt, dass das Konzept der Rad-Vorrang-Route im Mobilitätsausschuss einstimmig von allen Parteien angenommen worden sei. Allerdings sei die Brander Route nicht als Solitär zu sehen und mache nur in der Verknüpfung Sinn. Die Fachverwaltung sei beauftragt worden, ein gesamtstädtisches Konzept zu erarbeiten, auf dessen Grundlage die weitere Bürgerbeteiligung erfolgen müsse. Die Kritikpunkte müssten aufgenommen und im weiteren Verlauf Förderanträge gestellt werden, was in jedem Fall noch Zeit in Anspruch nehmen werde.
Herr Hußmann von der Grünen-BF vertritt die Meinung, dass bei der Diskussion über Parkplatzprobleme der Radverkehr als echte Alternative nicht zu gering bewertet werden dürfe. Da Radfahren attraktiver gemacht werden müsse, unterstütze seine Fraktion die Radvorrangroute. Was Fahrradverkehr leisten könne, sehe man in Holland oder Skandinavien. Ein besonderer Dank gelte der Initiative der Projektwerkstatt Fahrradfreundliches Brand.
Ratsfrau Lürken von der CDU-BF begrüßt ebenfalls das Projekt, welches sicher und schnell umgesetzt werden müsse. Solle allerdings die Marktstraße wieder aufgerissen werden müssen, müssen die seinerzeitigen Fördermittel an das Land zurückgezahlt werden. Hauptmerkmal sehe sie allerdings in der Umsetzung des Projektes.
Herr Hußmann von der Grünen-BF schlägt vor, die Reaktion der Verwaltung abwarten.
Herr Bezirksbürgermeister Tillmanns bedankt sich bei Herrn Weiser für seinen informativen Vortrag. Sodann verliest er folgenden Beschlussvorschlag und lässt positiv abstimmen:
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Brand nimmt das Konzept des Rad-Vorrang-Netzes zustimmend zur Kenntnis.
Die Bezirksvertretung Brand stimmt dem Verlauf der geplanten Rad-Vorrang-Route Brand auf den bezirklichen Straßen im Stadtbezirk Brand zu. Sie beauftragt die Verwaltung, mit der Erarbeitung der Planungen zur Umgestaltung der Abschnitte zu beginnen und Fördermittel für eine Finanzierung der dargestellten Maßnahmen einzuwerben.
Die Bezirksvertretung Brand empfiehlt der Bezirksvertretung Mitte und dem Mobilitätsausschuss, den Verlauf der Rad-Vorrang-Route Brand außerhalb der Bezirksgrenzen wie vorgestellt bei den weiteren Planungsschritten zugrunde zu legen.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Hintergrund der Idee
Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Modal-Split hat insbesondere bei täglichen Pendlerfahrten in die Innenstadt beträchtliches Steigerungspotential. Aus der repräsentativen Mobilitätserhebung 2011 ist bekannt, dass 11% aller Wege in Aachen mit dem Rad zurückgelegt werden. 27% des Verkehrsaufkommens stellen Wege zu / von der Arbeit dar: 55% der Aachener haben eine Weg zur Arbeit, der max. 6 km lang ist. Davon wurden 2011 20% mit dem Rad und 45% mit dem Pkw zurückgelegt. Die Steigerung dieses Anteils könnte einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion gesundheitsgefährdender Stickoxid-Emissionen leisten.
Der Luftreinhalteplan 2015 für die Stadt Aachen führt dazu als Maßnahme MR3 den Auftrag ein Rad-Vorrang-Netz vorzulegen auf. Darin heißt es im Einzelnen:
„Der Ausbau des Radwegenetzes ist eine zentrale Daueraufgabe der Verkehrsplanung in Aachen. Umsetzungsziel ist die Schaffung von mind. 8 km neuen Radverkehrsanlagen pro Jahr. Bis zum Jahr 2020 soll der Ausbau des Radwegenetzes schwerpunktmäßig über folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
•Umsetzung der noch ausstehenden Maßnahmen vom "Maßnahmenplan Radverkehr 2009" in den Jahren 2014 - 2017.
•Fortschreibung des "Maßnahmenplan Radverkehr 2009" im Jahr 2015; sukzessive Umsetzung ab 2017ff.
•Planung der regionalen Radwegeverbindungen Aachen-Herzogenrath/Heerlen und Aachen-Jülich weitestgehend abseits von Hauptverkehrsstraßen (Radschnellwege). Die Radschnellwege sollen das Oberzentrum Aachen auf direkten und komfortablen Radwegen ohne systembedingte Wartezeiten mit den umliegenden Gemeinden/Städten verbinden. Durch das attraktive Angebot wird eine echte Alternative zu teilweise überlasteten Straßen für den Kfz-Verkehr geschaffen; insbes. Berufspendler sollen damit zum Umstieg vom Pkw auf das Rad motiviert werden. Die Fertigstellung des Radschnellweges Aachen-Herzogenrath/Heerlen ist derzeit für 2018/2019 geplant. Die Umsetzung des Bahntrassenradweges Aachen-Jülich wird voraussichtlich 2016 erfolgen.
•Einbringung eines Vorschlags für ein „Rad-Vorrang-Routen-Netz“ im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes bis 2016. Das Netz soll den Bedürfnissen von Pendlern nach einer schnellen Verbindung zwischen den Außenbezirken und der Innenstadt gerecht werden und die Ansprüche von Pedelec- und E-Bike-Fahrern mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h erfüllen. Merkmale der Rad-Vorrang-Routen sind eine besonders gute Qualität der Wegeoberfläche und wenig Verzögerungen durch einen möglichst durchgängigen "Vorrang" gegenüber querenden Verkehren. Dies soll primär durch eine Linienführung in Tempo 30-Zonen mit Vorfahrt für den Radverkehr (Fahrradstraßen), durch breite Radwege oder Radfahrstreifen an Hauptverkehrsstraßen und durch auf den Radverkehr abgestimmte Ampelschaltungen erreicht werden. Anknüpfungspunkte bilden die vorhandene Vennbahntrasse bzw. die o.a. geplanten regionalen Radverbindungen (Radschnellwege).“
Warum ein Rad-Vorrang-Netz?
Bestehende und geplante hochwertige regionale Routen sollen eine ansprechende Fortsetzung bis ins Stadtzentrum hinein finden. Diese Möglichkeiten einer sicheren und bequemen Verbindung sollen aus allen Stadtteilen geschaffen werden.
Das Rad-Vorrang-Netz soll Teile des bestehenden Radnetzes in ein priorisiertes Hauptnetz mit Schwerpunkt auf der Verbindungsfunktion aufwerten. Das Rad-Vorrang-Netz ergänzt dabei die bisher bestehenden bzw. in Planung befindlichen Vorrangnetze für den Kraftfahrzeugverkehr, den ÖPNV sowie den Fußgänger-Premiumwegen.
Im Masterplan Aachen 2030 ist das Ziel „Radverkehrsangebote an allen Hauptverkehrsstraßen“ zu schaffen formuliert. Damit sollen auf den Hauptverkehrsstraßen direkte und sichere Führungen für geübte Radfahrer angeboten werden. Aus vielen Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern ist bekannt, dass sich viele Menschen auf Hauptverkehrsstraßen nicht sicher fühlen und darum selten oder gar nicht mit dem Fahrrad fahren. Das Rad-Vorrang-Netz soll daher in allererster Linie diese Menschen ansprechen. Hierzu zählen insbesondere auch Senioren, die neu Radfahren wollen, Familien mit Kindern, die Schonraum suchen und generell die zunehmende Zahl von Einwohnern, die versucht, möglichst viele Wege ohne Auto zurückzulegen. Dies lässt sich am besten auf Straßen mit wenig Autoverkehr erreichen.
Die Routen sollen als durchgängig geführte und durchgängig erkennbare Routen gestaltet werden, auf denen Radfahrer als primäre Nutzergruppen fahren. Die Routen werden möglichst direkt geführt, wo möglich soll Vorfahrt für die Vorrangroute zur Vermeidung von Wartezeiten gewährt werden. Sie sollen einen komfortabel befahrbaren Belag aufweisen und mit besonderer Beachtung gepflegt und unterhalten werden.
Vorschlag der Verwaltung
Bereits im Radverkehrsplan von 1994 wurde ein sternförmiges auf die Stadtmitte ausgerichtetes Radroutennetz entwickelt und große Teile mit wegweisender Beschilderung ausgestattet. Dabei wurde weitestgehend auf Ausbaumaßnahmen verzichtet. Auf dieser Grundlage hat die Verwaltung einen ersten Entwurf für ein Rad-Vorrang-Netz erstellt (s. Anlage 1), der zur Diskussion gestellt werden soll. Dabei hat die Verwaltung berücksichtigt, dass aus allen Stadtteilen eine Rad-Vorrang-Route in die Innenstadt entsteht. In der Innenstadt soll der Grabenring als Verteilerring der Rad-Vorrang-Routen dienen.
Führung der bisher entworfenen Routen:
- Die Verwaltung hat sich für die Umsetzung einer ersten Route von Eilendorf über die Innenstadt zum Campus Melaten („Radvorrangroute Aachen 1“) am Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ beteiligt und Fördermittel in einem Umfang von 1,00 Mio € eingeworben. Eine Überführung des geplanten Trambaan-Radweges nach Maastricht am Rabental in das Rad-Vorrang-Netz ist möglich.
- Der geplante Radschnellweg Euregio nach Herzogenrath / Kerkrade / Heerlen ist auf dem Stadtgebiet Aachen als „Route Richterich“ eingeplant, die Laurensberg und Richterich erschließt. Die Anbindung des Radschnellweges an den Campus Melaten ist eingeplant, der genaue Verlauf aber noch unklar.
- Eine weitere Route nach Norden wird durch die Soers nach Berensberg (mit Weiterführung nach Kohlscheid) vorgeschlagen.
- Die Radroute im Zuge der ehemaligen Bahntrasse „Aachen-Jülich“ ist derzeit als Anbindung über den Grünen Weg berücksichtigt und erschließt einen großen Arbeitsplatzstandort.
- Haaren soll über den Rehmplatz und den Wurm-Radweg angebunden werden; eine Anbindung nach Verlautenheide ist über die Haarener Gracht vorgesehen.
- Die Rad-Vorrang-Route Brand soll über das bestehende lokale Radverkehrsnetz verlaufen, die Route ertüchtigt werden. Hierzu hat die Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ im November 2016 einen Antrag zur Realisierung der Rad-Vorrang-Route Aachen-Brand – Innenstadt gestellt (s. Anlage 2)
- Kornelimünster soll über den Kornelimünsterweg angebunden werden, so wie bisher im NRW-Radverkehrsnetz ausgeschildert. Die Weiterführung nach Walheim über die Aachener Straße bindet auch Oberforstbach und Schleckheim an. Die Strecken sollen aufgewertet werden.
- Die Rad-Vorrang-Route nach Preuswald soll über die Lütticher Straße geführt werden. Der am besten für eine Ertüchtigung geeignete Routenverlauf zw. Waldschenke und Mozartstraße ist noch offen.
- Vaalserquartier (und Vaals) soll bisher über die Vaalser Straße und den Westpark angebunden werden.
Bis auf den Radschnellweg nach Herzogenrath (und Teilabschnitte auf dem Bahntrassenradweg „Aachen-Jülich“) sind dabei keine gegenüber dem heutigen Zustand komplett neuen Trassenverläufe eingeplant. Auf allen Routen sind unterschiedliche Aufwertungen erforderlich, damit die mit Ihnen verbundenen verkehrlichen Ziele erreicht werden können.
Der Entwurf für das Rad-Vorrang-Netz umfasst rd. 60 km. Führungen durch Grünanlagen sind noch Gegenstand weiterer Diskussionen.
Es erscheint aus Gründen der Kosten- und Flächeneffizienz sinnvoll, innerorts das verkehrsrechtliche Instrument der Fahrradstraße in erheblichem Maße zu nutzen. Hierzu wird ein stadtweiter Standard erarbeitet. Außerorts können die Ansprüche an eine als sicher empfundene Führung mit baulich getrennten Radwegen am besten realisiert werden.
Beratungsstand
Der Mobilitätsausschuss hat das dargestellte Konzept am 27.04.2017 einstimmig zustimmend zur Kenntnis genommen. Dabei wurde vereinbart, dass das Konzept und die Linienverläufe unter Beteiligung von Verbänden, Bürgerinnen und Bürgern und Bezirksvertretungen beraten werden sollen.
Beratungsgegenstand der Bezirksvertretung Aachen-Brand
Für eine Rad-Vorrang-Route von Brand in die Innenstadt liegt ein von Bürgerinnen und Bürgern erarbeiteter Antrag der Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ vor, der am 01.02.2017 von der Bezirksvertretung Aachen-Brand zur Kenntnis genommen wurde. Die Teilnehmer der Projektwerkstatt haben zahlreiche Institutionen entlang der Rad-Vorrang-Route Brand angesprochen; 14 haben sich in einem Schreiben für die Unterstützung des Projektes ausgesprochen (s. Anlage4).
Der Vorschlag für den Linienverlauf der Stadt Aachen orientiert sich am bestehenden ausgeschilderten lokalen Radnetz und führt vom Brander Marktplatz bis zur Bismarckstraße und von dort aus weiter gemeinsam mit der Rad-Vorrang-Route Eilendorf bis zum Kapuzinergraben. Varianten der Linienführung sind im Bereich Forst zwischen der Altstraße und der Drimbornstraße denkbar. So erscheint neben der heute ausgeschilderten Führung über den Kupferofen und der Oberen Drimbornstraße auch die Ausweisung der Schönrathstraße oder der Clermontstraße und des Krautmühlenweges als Rad-Vorrang-Route geeignet (s. Anlage 3).
Die Rad-Vorrang-Route verläuft in Brand auf den Straßen Marktplatz, Marktstraße, Wolferskaul und Rombachstraße sowie dem getrennten Geh- und Radweg zwischen der Parkplatzzufahrt der Gesamtschule Brand und der Autobahnunterführung am Brander Wall, die alle in der Zuständigkeit der Bezirksvertretung Brand liegen.
Zum jetzigen Planungsstand erscheinen folgende Maßnahmen auf diesen Straßen denkbar:
-Durchgängige Kennzeichnung der Rad-Vorrang-Route über ihren gesamten Verlauf
-Umgestaltung der Straßen Marktstraße, Wolferskaul und Rombachstraße als Fahrradstraße
-Verbesserung der Radverkehrsführung im Übergang Rombachstraße und getrennter Geh- und Radweg (Autobahnunterführung)
-Verbreiterung und Verbesserung der Oberflächenqualität des getrennten Geh- und Radweges (Autobahnunterführung)
-Einrichtung einer Dauerzählstelle
-Hinweistafel zur Rad-Vorrang-Route Brand auf dem Markplatz Brand
-Öffentlichkeitsarbeit zur RVR Brand
Die Kosten für diese Maßnahmen sind im Verlauf der weiteren Planung zu ermitteln.
Die anstehenden Planungsschritte werden innerhalb der Verwaltung, ohne externe Beauftragungen, umgesetzt.
Nach Konkretisierung der Umsetzungskosten und des zeitlichen Ablaufs der Maßnahme werden die notwendigen Haushaltsmittel mit der zukünftigen Haushaltsplanung in den Haushalt eingeplant.
Aufgrund der Vorarbeiten der Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ ist die Umsetzung der Rad-Vorrang-Route Brand bereits 2017 als Bestandteil der Projektskizze #AachenMoove im Wettbewerb „Emissionsfreie Innenstadt“ des Landes NRW integriert worden. Im Dezember 2017 wurde der Wettbewerbsbeitrag der Stadt Aachen vom Land NRW zur Förderung ausgewählt. Die Bewilligung von Fördermitteln für eine Umsetzung der Rad-Vorrang-Route Brand in den Jahren 2019 - 2021 ist sehr wahrscheinlich.
Weitere Schritte
Im April 2018 soll ein Förderantrag für die Rad-Vorrang-Route Brand eingereicht werden. Im Zuge der Klärung der Bewilligung soll dann eine Bürgerbeteiligung stattfinden, bei der die geplanten Maßnahmen vorgestellt und diskutiert werden sollen.
Beratungen über die Rad-Vorrang-Routen finden in allen Bezirken statt. Abschließend berät die Bezirksvertretung Aachen-Mitte, in der alle Routen aus den Außenbezirken zusammenlaufen, sowie der Mobilitätsauschuss.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
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Investive Auswirkungen | Ansatz 2017 | Fortgeschriebener Ansatz 2017 | Ansatz 2018 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2018 ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | ||||||||
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | |||||||||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 2017 | Fortgeschriebener Ansatz 2017 | Ansatz 2018 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 2018 ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) | ||||||||
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | |||||||||||||
Die Einplanung der zur Umsetzung der Maßnahme notwendigen Mittel erfolgt nach Konkretisierung der Kosten und des zeitlichen Ablaufs der Maßnahme sowie der Fördermöglichkeiten mit der zukünftigen Haushaltsplanung
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (4)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 86196
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=86196
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2018-03-01 FB 61_0899_WP17 Rad-Vorrang-Route Br SAO.pdf
20.11.2024
12.9 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Datum
- Mi., 21.03.2018
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Zusätze
- Die Vorlage wird nachgereicht.
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 22:18