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Sichere Fahrradabstellanlagen in Bewohnerparkzonen;hier: Antrag der Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Aachen vom 19.09.2016

FB 61/0913/WP17 · Kenntnisnahme

Sichere Fahrradabstellanlagen in Bewohnerparkzonen;hier: Antrag der Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Aachen vom 19.09.2016

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Klopstein begründet den Antrag der Fraktion Die Linke und kritisiert die Vorlage. Ziel sei es nicht unbedingt, „innovative“ Fahrradboxen aufzustellen. Es hätte ausgereicht, „normale“ Boxenzu prüfen.

Herr Müller entgegnet, die Verwaltung habe sich wie in der Vorlage beschrieben vor einiger Zeit große Mühe gegeben. Es sei ein Wettbewerb mit Studenten der FH durchgeführt worden. Man habe aber keine akzeptable bzw. preisgünstige Lösung gefunden, dies umzusetzen.

Frau Breuer betont, in der Koalition aus CDU und SPD sei man sich einig, dem Verwaltungsvorschlag zuzustimmen.

Herr Fischer erklärt, die Grünen hätten sich gewundert, weil die Vorlage sich darauf konzentriere, dass niemand den Siegerentwurf hätte umsetzen können. Immer mehr Menschen würden sich E-Bikes anschaffen. Vielleicht sollte man am Anfang eine Bedarfserhebung machen und möglicherweise zunächst Fahrradbügel aufstellen. In einem zweiten Schritt könne man schauen, wie man – auch aus städtebaulicher Sicht – die Aufstellung von Fahrradboxen umsetzen kann. Man sehe beim Südausgang Hauptbahnhof, dass dieser dann doch noch realisiert werden könne. Bei diesem Thema Fahrradabstellanlagen handele es sich um eine viel geringere Summe.

Frau Rhie findet beim Antrag die Beschränkung auf Bewohnerparkzonen unverständlich. Die Ausführungen in der Vorlage seien hingegen klar. Sie sei deshalb dafür, nun darüber abzustimmen.

Herr Klopstein stellt fest, es gebe Bewohnerparkzonen für PKW. Der Punkt sei nun, dass es etwas Entsprechendes für Fahrräder und Pedelecs geben sollte. Er beantragt schließlich, den Beschlussvorschlag der Verwaltung wie folgt zu ändern:

„Der Mobilitätsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, den Bedarf von Fahrradabstellanlagen in Bewohnerparkzonen zu prüfen.“

Der Vorsitzende lässt zunächst über den weitergehenden Antrag des Herrn Klopstein abstimmen.

Abstimmungsergebnis:

mehrheitlich abgelehnt bei 6 Zustimmungen

Danach erfolgt die Abstimmung über den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Der Ausschuss fasst folgenden

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Antrag der Fraktion Die Linke gilt als behandelt.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Mobilitätsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE gilt als behandelt.

Erläuterungen

Erläuterungen:


Anlass

Am 19. September 2016 hat die Fraktion DIE LINKE den Antrag gestellt, ein bedarfsgerechtes Konzept für die Bereitstellung und Vergabe von Fahrradboxen in Bewohnerparkzonen zu entwickeln und einzurichten. Die Notwendigkeit wird abgeleitet aus der zunehmenden Nutzung von Pedelecs, die auf Grund ihres Gewichtes nur noch schwer in Wohnungen oder Kellern abzustellen sind, sowie dem erhöhten Diebstahlrisiko dieser hochwertigen Räder (Anlage1).

Hintergrund zur Thematik

Vorhandene Fahrradboxen an Haltepunkten des ÖPNV/SPNV in Aachen

Die Schaffung sicher abschließbarer und wetterfester Abstellanlagen an Verknüpfungspunkten des ÖPNV/SPNV in Form von Fahrradboxen oder Radstationen ist eine wesentliche Möglichkeit zur Förderung der umweltfreundlichen Verkehrsmittelkombination Bus/Bahn – Rad. Zum Bike-and-Ride stehen deshalb im Umfeld des Hauptbahnhofs die Radstation der WABe e.V. in der Bahnhofstraße und am SPNV-Haltepunkt Aachen-Eilendorf acht Fahrradboxen zur Verfügung (Anlage 2, Bild 1). Ca. 30 weitere einheitlich gestaltete Boxen an den Schienen-Haltepunkten Schanz, Westbahnhof und Rothe Erde sind in Planung.

Zur Realisierung von Fahrradboxen an Haltepunkten und Bahnhöfen können generell Fördermittel in Höhe von maximal 1.000,-- Euro pro Box nach § 12 ÖPNVG NRW eingeholt werden. Sie nehmen ca. 2 m² pro Box an Fläche in Anspruch. Die Kosten für die Anschaffung, die Lieferung und den Aufbau einer Fahrradbox liegen bei rund 900,-- Euro. Kosten für eine tiefbautechnische Herstellung des Untergrundes müssen ggfs. aufgerechnet werden, sie können je nach der örtlichen Gegebenheit stark variieren und liegen im Mittel bei ca. 300,-- Euro pro Box. Ebenso müssen Kosten für die Beschriftung mit Informationen zur Anmietung und Handhabung der Boxen einkalkuliert werden. In Summe ist mit einem Betrag von ca. 1220,-- Euro pro Fahrradbox inklusive Mehrwertsteuer zu rechnen.

Die Vermietung der Fahrradboxen, deren Pflege und Wartung sowie die Ausgabe und Verwaltung der Schlüssel wird zurzeit von der WABe e.V. durchgeführt. Bei einer Mindestmietdauer von sechs Monaten beträgt der Preis pro Box und Monat 6,-- Euro. Kosten und Nutzen einer Ausstattung der Boxen mit elektronischen Schließsystemen werden aktuell geprüft. Handysysteme hätten den Vorteil, dass auch eine kurzfristige und kurzzeitige Anmietung der Boxen möglich wäre. Bislang hat sich jedoch die Technik noch nicht in der Praxis bewährt.

Frühere Planungen von Fahrradparkhäuschen im Innenstadtbereich Aachens

Bereits am 15.12.2011 und in Folge am 02.02.2012 sowie am 15.11.2012 hat sich der Mobilitätsausschuss mit der im Antrag beschriebenen Thematik auseinander gesetzt. Anlass war ein ähnlich formulierter Antrag der SPD-Fraktion vom 21.09.2011 "Aufstellung von Fahrrad- und Pedelec-Boxen“ sowie eine Initiative der Verwaltung, einen Maßnahmenplan zum Aufbau sogenannter „clever [e]-mobil-Stationen" zu erarbeiten. Auf die damaligen Vorlagen und die Diskussion zum Thema wird an dieser Stelle verwiesen.

Im Ergebnis war allgemeiner Konsens, dass in den innerstädtischen Quartieren weder die herkömmlichen Aachener Fahrradboxen (Anlage 2, Bild 1) noch die in anderen Kommunen verwendeten Modelle von Fahrradhäuschen (Anlage 2, Bild 2) geeignet sind. Zum einen aufgrund des hohen Platzbedarfs und zum anderen aus städtebaulichen Gründen. Die Verwaltung wurde deshalb auf Grundlage der ersten Projektskizze beauftragt, einen Gestaltungswettbewerb zu veranstalten und ein Betriebsmodell zu entwickeln. Im Folgenden wurde ein Förderantrag für die (E-) Fahrradparkhäuser eingereicht und ein studentischer Wettbewerb für eine ansprechende Gestaltung eines kompakten und einfach handhabbaren Modells an der FH Aachen durchgeführt. Das Siegermodell war ein hydraulikunterstütztes Vertikalparkersystem mit einem Einzelzugang zu jedem Abstellplatz (Anlage 2, Bild 3). Die Metallboxen waren mit einer Höhe von 2,10 m als Kreissegmente angelegt und konnten in Rundform von ca. 3,5 m Durchmesser eine geschlossene Einheit für 10 Räder bilden. Auch weitere Anordnungsprinzipien wären möglich gewesen.

Obwohl eine Förderzusage über 50 % der Kosten vorlag, gelang es der Verwaltung im Jahr 2013 trotz intensiver Bemühungen nicht, einengeeigneten Hersteller eines Prototyps nach dem Siegermodell oder ähnlicher Horizontalparksysteme zu finden, um in einer Erprobungsphase den Betrieb in Aachen zu testen. Es wurde seinerzeit mit den einschlägigen Firmen im Bereich von Fahrradabstellanlagen bundesweit aber auch mit Betrieben in Aachen verhandelt, doch alle Preise lagen um 50 – 100 % über den kalkulierten Kosten. Das lag vor allem am Mangel an guten und bezahlbaren Liftsystemen. Eine Umsetzung von 13 Standorten für ca. 200.000 Euro konnte nicht realisiert werden und die gewährten 100.000,-- Euro BMU-Fördermittel wurden nicht abgerufen.

Die Verwaltung hat am 10.04.2014 den Mobilitätsausschuss darüber in Kenntnis gesetzt. Auch aktuelle Recherchen heutiger Modellangebote führen zu keinem positiven Ergebnis.

Ausblick

Aktuell werden im Zusammenhang mit dem bewilligten Klimaschutzantrag zur Radvorrang-Route 1 Möglichkeiten der Nutzung von Parkraum in Parkhäusern bzw. die Nutzung leerstehender Ladenlokale untersucht. Über die Ergebnisse wird zu gegebener Zeit berichtet.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

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0

0

0

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

0

0

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0

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Personal-/

Sachaufwand

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Abschreibungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Abstimmungsergebnis

mehrheitlich bei 2 Gegenstimmen

Weitere Dokumente (2)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Anlage 1
157.4 KB · PDF
Anlage 2
582.2 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2018-03-14 FB 61_0913_WP17 Sichere Fahrradabste SAO.pdf

7.11.2024

839.2 KB

Betroffene Straßen

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Metadaten

TOP
Ö 9
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 12.04.2018
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 22:25