8. Mai 2018 um 17:02, Sitzungssaal im Fachbereich Umwelt
TOP 10Öffentlich

NABU Naturschutzstation Aachen - Sachstandbericht

FB 36/0241/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Dr. Manfred Aletsee (NABU-Naturschutzstation)berichtet im Rahmen einer Präsentation, die der Niederschrift beigefügt ist. Er stellt die NABU-Naturschutzstation vor und erläutert deren Aufgaben, Ziele, Wünsche und laufende Projekte.

Die Ausschussvorsitzende dankt der NABU-Naturschutzstation für den Vortrag und die geleistete Arbeit.

Herr Knörzer (Fraktion: Die Grüne) stellt es als positiv heraus, dass Aachen eine eigene NABU-Naturschutzstation habe.

Er fragt weiter nach, warum in Aachen viele Flächen an Wegrändern häufig gemäht würden und ob es eine Fachberatung durch die NABU-Naturschutzstation für Aachener Landwirte, Forstwirte und den Aachener Stadtbetrieb (E 18) gebe.

Mit den örtlichen Landwirten sei man laut Herrn Dr. Aletsee (NABU-Naturschutzstation) bereits in Kontakt. Erste Gespräche würden ebenfalls mit der Umweltverwaltung bezüglich einer gemeinsamen Beratung des Aachener Stadtbetriebes laufen. Den Stadtbetrieb würde man gerne beraten, da hier im Sinne des Naturschutzesohne großen Aufwand sinnvoll agiert werden könne.

Herr Hansen (FDP-Fraktion) dankt für den Vortrag und hinterfragt kritisch, ob im Flächennutzungsplan unbedingt mit der Planung bis an die Ränder der Naturschutzgebiete gegangen werden müsse. Ferner fragt er nach, ob es Bestrebungen gebe, die Naturschutzarbeit an der belgisch-niederländischen Grenze auszuweiten.

Herr Dr. Aletsee (NABU-Naturschutzstation) merkt an, dass die NABU-Naturschutzstationseit Jahren einen intensiven Austausch mit ausländischen Kommunen im Grenzgebiet betreibe.

Auf Nachfrage von Ratsfrau Dr. Wolf (SPD-Fraktion) antwortet Herr Dr. Aletsee (NABU-Naturschutzstation), dass die vom Land bewilligten Fördermittel ausschließlich für die Naturschutzstation Aachen vorgesehen wären.

Ratsfrau Lürken (CDU-Fraktion) dankt für den Vortrag und lobt die Projekte, die durch die NABU-Naturschutzstation durchgeführt würden.

Herr Dr. Aletsee verweist für weitere Fragen auf die Homepage der NABU-Naturschutzstation.

Auf Nachfrage der AfD-Fraktion teilt er mit, dass sich die NABU-Naturschutzstation momentan nicht mit der Thematik „Windkraftanlage Münsterwald“ befasse.

Herr Grooten (CDU-Fraktion) dankt ebenfalls für den Vortrag und ergänzt, dass Landwirte und Naturschützer keine Gegner seien, sondern ähnlich gelagerte Ziele verfolgen würden.Er fragt die Verwaltung weiter, warum Flächen an Regenrückhaltebecken, Schulen usw. oft regelmäßig gemäht würden. Er schlägt vor, diese Flächen als Blühwiesen zu gestalten oder mit Pflanzen zu versehen, die lediglich ein bis zweimal pro Jahr gemäht werden müssten.

Herr Meiners (FB 36/400) lobt die Kooperation zwischen NABU-Naturschutzstation und Verwaltung. Die Aachener Bürger/-innen würden sehr von der NABU-Naturschutzstation profitieren. Ferner dankt er dem Ausschuss für seine politische Unterstützung. Die Aufstellung des Flächennutzungsplanes würde durch die Fachbehörde eng begleitet. Anregungen durch die NABU-Naturschutzstation würden geprüft.

Weiterhin begrüße er den Vorschlag von Herrn Grooten (CDU-Fraktion) bezüglich der Rückhaltebecken, Schulen usw. und sicherte zu, mit dem Wasserverband und dem Aachener Stadtbetrieb über mögliche Änderungen zu sprechen.

Ratsfrau Griepentrog (Fraktion: Die Grünen) dankt Herrn Meiners für seine Ausführungen und Herrn Dr. Aletsee (NABU-Naturschutzstation) für seinen Vortrag. Sie äußert den Wunsch, im Ausschuss weiterhin über Fortschritte, Veränderungen und Neuigkeiten informiert zu werden.

Herr Lennartz (SPD Fraktion) verlässt die Ausschusssitzung.

Beschluss

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Die Bezirksvertretung Mitte nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Haaren nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Eilendorf nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Laurensberg nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die BezirksvertretungRichterich nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Die Bezirksvertretung Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.


Erläuterungen

Erläuterungen:

I.Einleitung: Naturschutz, Ehrenamt und Naturschutzstationen

Die Zusammenarbeit des behördlichen und ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschutzes zum Schutz und zur langfristigen Sicherung des Natur- und Landschaftsraumes hat in Aachen eine langjährige Tradition.

Nach einer Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG, § 3 Abs. 4) sollen die zuständigen Naturschutzbehörden hierfür auch mit den ehrenamtlich tätigen Umwelt- und Naturschutz-Organisationen kooperieren. Ehrenamtlicher Naturschutz trägt durch die Verankerung in der Gesellschaft ganz erheblich dazu bei, eines der wichtigsten strategischen Ziele des „Übereinkommens über die Biologische Vielfalt“ (Biodiversitätskonvention, 1992) und der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ (2007) umzusetzen[1].

Mit der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ werden die Trägervereine der Biologischen Stationen in NRW finanziell unterstützt. Das in Deutschland einzigartige Netz von Biologischen Stationen spielt eine große Rolle bei der Umsetzung der Naturschutzarbeit vor Ort, wobei Naturschutzfacharbeiten von landesweitem Interesse eine wesentliche Rolle spielen.

II.NABU-Naturschutzstation Aachen

Nach intensiven Gesprächen und Abstimmungen zwischen NABU Aachen e.V. und Stadt Aachen, Fachbereich Umwelt, hat der NABU Aachen e.V. im Jahr 2006 die NABU-Naturschutzstation Aachen eingerichtet. Auf der Basis fachspezifischer Projektaufträge (z. B. Bestandserfassungen streng geschützter Arten wie Steinkauz, Gelbbauchunke oder Schleiereule, Erhalt und Förderung alter und lokaler Streuobstsorten, Neophytenbekämpfung) entwickelte sich in den folgenden Jahren eine erfolgreiche und enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Umwelt und der Station.

Mit der Zielsetzung beim Land NRW eine Anerkennung der NABU-Naturschutzstation als landesgeförderte Biostation zu erwirken, gründeten Stadt Aachen und NABU Aachen e. V. im Herbst 2012 den Trägerverein „NABU- Naturschutzstation Aachen“. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Land und beiden Vereinsträgern wird die Station seit 2015 gemäß der „Förderrichtlinie Biologische Stationen NRW – FöBS“ durch das Land NRW gefördert. Damit konnte die Finanzierung der Station auf ein solides Fundament gestellt werden.

Die Aufgaben der Naturschutzstation reichen in unterschiedlichste Felder des integrierten Naturschutzes und der Kulturlandschaftspflege. Mit ihrer bisherigen, erfolgreichen Arbeit konnte die Naturschutzstation:

wichtige Impulse für den Artenschutz (u. a. Steinkauz, Schleiereule, Fledermäuse, Gelbbauchunke, Edelkrebse) setzen,

signifikant zur Optimierung der Schutzgebietsbetreuung beitragen (u. a. FFH–Gebiet Brander Wald, diverse Naturschutzgebiete in Aachen, Streuobst- und Magerwiesen),

das ehrenamtliche (bürgerschaftliche) Engagement für den Naturschutz erkennbar ausbauen (z.B. im Bereich der Biotoppflege, Neophyten-Bekämpfung, Kartierung geschützter Arten),

zur Vertrauensbildung zwischen Verwaltung, Umweltverbänden und Landwirtschaft beitragen,

über die Fachbetreuung des landwirtschaftlichen Betriebs des NABU Stadtverbandes die Betreuung städtischer und eigener Kulturlandschafts- und Biotopflächen verbessern und

durch eine beachtliche mediale Präsenz zur Sensibilisierung für Fragen des Natur- und Artenschutzes beitragen[2].

Die durch das Land NRW geförderte NABU-Naturschutzstation trägt den städtischen Interessen und dem Gedanken des Bundesnaturschutzgesetzes in hohem Maße Rechnung.

Über aktuell laufende und zukünftig geplante Projekte der Naturschutzstation wird der Geschäftsführer, Dr. Manfred Aletsee, im Rahmen einer Präsentation informieren.


[1]Nach wissenschaftlichen Studien stehen die Chancen gut, die Zahl der ehrenamtlich für den Naturschutz engagierten Bürger weiter zu steigern. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre in der Stadt Aachen bestätigen diesen Trend. Grundlegende Voraussetzung für ein aktives Engagement in den (Naturschutz-) Organisationen ist eine professionelle Betreuung der Aktivitäten. Gelingt dies, lässt sich der Natur- und Artenschutz weit über die Grenzen des behördlichen Wirkens befördern.

[2] Nähere Informationen sowie einzelne Projektberichte sind auch der offiziellen Homepage des NABU Aachen e.V. unter www.naturschutzstation-aachen.de zu entnehmen.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig (ohne Enthaltung) angenommen.

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2017-12-28 FB 36_0241_WP17 NABU Naturschutzstat SAO.pdf

7.11.2024

83.9 KB

Metadaten

TOP
Ö 10
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 08.05.2018
Uhrzeit
17:02
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 22:37

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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