12. April 2018 um 17:00, Verwaltungsgebäude Marschiertor
TOP 11Öffentlich

‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘: Entwicklung Aachens als Demonstrationslabor für autonomes Fahren

FB 02/0125/WP17 · Kenntnisnahme

‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘: Entwicklung Aachens als Demonstrationslabor für autonomes Fahren

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:geändert beschlossen

Beratung

Herr Müller führt in das Thema ein. Frau Pitre(FB 02) und Herr Pijls (Ford) halten einen Power Point gestützten Vortrag, der als Anlage eingestellt ist.

Herr Klopsteinfragt, wie die erste Stufe der Bürgerbeteiligung konkret aussehen soll. Im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren sei besonders auch das autonome Parkhaus interessant.

Frau Rhie dankt für den Vortrag, bei dem die Verwaltung dargelegt habe, wie vielfältig die Projekte sind.Man könnedie Vorlage auch überschreiben mit „Strategie Aachenszur Digitalisierung“. Sie fragt, wie oft die Probefahrten geplant sind, welcher Ablauf vorgesehen ist und welche Auswirkungen sie haben werden.

Herr Fischer sieht beim autonomen Fahren und Parken Chancen für die Stadt Aachen. Es müsse aber eine gesellschaftliche Debatte über die Digitalisierungmit den Akteuren geführt werden. Im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren können sich Diskussionen ergeben z. B. über Zu- oder Abnahme des Verkehrs, Chancen des ÖPNV, die Anbindung des ländlichen Raumes,das Sharing-Prinzip, d. h. inwieweit der individuelle Besitz eines Fahrzeugs notwendig ist.

Frau Breuer dankt den Vortragenden. Das Ziel sei klar das autonome Fahren, es werde kommen und teilweise jetzt schon praktiziert. Das Projekt sei eine gute Werbung für Aachen. Die Teststrecken müssten auf jeden Fall in Aachen liegen, wobei sich der Campus am besten eigne. Ein absolutes Muss sei die Einbindung der Bürger, denn es herrschten noch Ängste vor bei diesem Thema. Aus dem Scheitern der Campusbahn könne man lernen. Die Bürger müssten das Gefühl haben, mitgenommen zu werden. Man sollte sich vor dieser Technik nicht sperren, da sie nicht aufzuhalten sei. Aachen könne davon profitieren.

Herr Blum lobt den Vortrag, der viele Ideen beinhalte. Das Projekt sei ein großer Meilenstein und es sei gut, dass Aachen in dieser Lage ist. Die Entwicklung sei nicht aufzuhalten. Er denke, dass die Verwaltung den Ausschuss auf dem Laufenden halte und freue sich auf weitere Fortschritte.

Frau Pitre beantwortet zunächst Fragen.

Weiter führt sie aus, dass frühestens in Stufe 5, etwa 2030, ein Fahren ohne Fahrer denkbar wäre. Bis dahin werde immer noch eine Person im Fahrzeug sitzen, z. B. ein Mobilitätslotse. Es wird Sicherheitspersonal geben, z. B. abends, wenn Jugendliche unterwegs sind.

Herr Pijls erklärt, die Teststrecken würden zunächst auf dem Campusgebiet liegen und dann sukzessive erweitert. Eine wichtige Voraussetzung für die Auswahl des Gebietssei Regelmäßigkeit, d. h. es müsse ein Gebiet sein, wo ein stetiges Angebot vorhanden ist, z. B. für den ÖPNV, damit für das System Erfahrungen gesammelt werden können.

Bezugnehmend auf die Fragen der Frau Rhie erklärt Herr Müller, Voraussetzung sei die Schaffung von rechtlichen Grundlagen, dann das Installieren der Sensorik. Grundsätzlich sei die Nutzung des öffentlichen Raumes vorgesehen, ausnahmsweise das Labor. Deshalb mache es Sinn, die Systeme kompakt im Hochschulbereich auszutesten. Ein wichtiger Bereich sei die Sicherheit, die in die Digitalisierung integriert werden müsse.

Herr Achilles teilt mit, er freue sich, in Aachen autonom fahrende Fahrzeuge zu sehen. Bezüglich der Einbindung der Öffentlichkeit fragt er, ob es sich nur um Marketing und Öffentlichkeitsarbeit handelt oder tatsächlich Mitbestimmung vorgesehen ist.

Frau Pitre antwortet, die Stadtgesellschaft solle tatsächlich mitentscheiden. Man stehe da ganz am Anfang und müsse ausloten, welche Möglichkeiten der Partizipation es gibt. Das wolle man ernsthaft angehen.

Frau Rhie äußert den Wunsch, die Präsentation zur Einsicht zur Verfügung zu stellen.

Der Vorsitzende Herr Ferrari berichtet, der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft habe am Vortag einen geänderten Beschluss gefasst:

Hinter den Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde folgender Halbsatz angefügt:

„insbesondere im Hinblick auf das Memorandum of Understanding, die geplanten Arbeitspakete sowie das zugrunde liegende Partizipationskonzept.“

Er lässt über diesen geänderten Beschlussvorschlag abstimmen. Der Ausschuss fasst sodann folgenden

Beschluss

Der Mobilitätsausschuss nimmt die Entwicklung der ‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘ zustimmend zur Kenntnis. Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Entwicklungen dem Ausschuss vorzustellen, insbesondere im Hinblick auf das Memorandum of Understanding, die geplanten Arbeitspakete sowie das zugrunde liegende Partizipationskonzept.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

  1. Der Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft nimmt die Entwicklung der ‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘ zustimmend zur Kenntnis. Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Entwicklungen dem Ausschuss vorzustellen.
  1. Der Mobilitätsausschuss nimmt die Entwicklung der ‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘ zustimmend zur Kenntnis. Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Entwicklungen dem Ausschuss vorzustellen.


Erläuterungen

‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘: Entwicklung Aachens als Demonstrationslabor für autonomes Fahren

Neue Mobilitätslösungen für den Stadtverkehr der Zukunft entwickeln sich in rasantem Tempo und Aachen gehört mit seinen Forschungs- und Entwicklungstreibern im Bereich autonomer E-Fahrzeuge bereits heute zu den Vorreitern. Aus einem von FB02 organisierten Austausch zwischen den Firmen e.GO Mobile, Streetscooter, Ford Forschungszentrum Aachen, FEV, Lumileds/Philips, Ericsson und PEM ist eine vielversprechende und von den Unternehmen überaus motiviert geführte Initiative zur Weiterentwicklung Aachens als Demonstrationsstandort für neue Formen der Mobilität in der intelligenten Stadt von Morgen entstanden.

Die ‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘ soll als Plattform und Experimentallabor für alle Teilnehmer etabliert werden, um sowohl im Verbund wie auch eigenständig Technologien in den Themenfeldern automatisiertes Fahren sowie Smart City praxisnah im öffentlichen Raum zu erproben. Die erste Streckenführung ist auf dem Campus Melaten geplant. Anfang Februar 2018 einigten sich die Partner auf eine gemeinsame Projektbeschreibung mit verschiedenen Arbeitspaketen – von Infrastruktur über internationale Gremienarbeit und Fördermittelakquise bis zu konkreten Anwendungsfällen, in dessen Rahmen sich die Zusammenarbeit der Partner zukünftig bewegen soll. Die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding ist für Anfang Mai dieses Jahres geplant. Neben FB02 und FB61 ist ebenfalls FB01 eingebunden.

Als ausgewiesene Wissenschaftsstadt ergibt sich hier für Aachen die einmalige Chance, durch eine Bündelung der zahlreichen lokalen Kompetenzen eine Initiative mit überregionaler Strahlkraft mit anzustoßen zur Entwicklung Aachens als Modellstandort für autonomes Fahren. Zusätzlich kann Aachen durch die Anwendungsfälle erheblich profitieren, da diese speziell auf die Bedürfnisse der Stadt Aachen zugeschnitten werden um später als Best-Practice-Beispiele für Unternehmen und andere Kommunen zu dienen. Die miteinander verzahnten Use Cases, u.a. im Bereich der Citylogistik, der intelligenten Verkehrssteuerung oder des Smart Parking, werden mit und für die Stadt Aachen entwickelt und erprobt und sind allesamt höchstinnovative Lösungen für die urbane Mobilität von Morgen.

Neben der städtischen Sicht, die Aachen als Partner in den Anwendungsfällen einbringt, wird die Verwaltung Bürgerinnen und Bürger im Rahmen eines partizipativen Prozesses aktiv einbinden und Interesse wecken für die neue Mobilität “made in Aachen“. Denn die Entwicklungen der hiesigen Innovationsschmieden werden zuerst in Aachen präsentiert und geben Aachenern die Möglichkeit, das vor Ort Entwickelte zu sehen und zu erfahren. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von den Rückmeldungen der zukünftigen Nutzer. Einen weiteren Schwerpunkt legt die Verwaltung in die aktive Einbindung des Einzelhandels und der Tourismuswirtschaft, die durch die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle von den neuen Mobilitätslösungen nachhaltig profitieren können.

Die Bedeutung des lokalen Faktors als das wichtige Alleinstellungsmerkmal der ‘Erlebniswelt Mobilität Aachen‘ begünstigt gleichzeitig eine starke und nachhaltige Verzahnung der kooperierenden Unternehmen mit dem Standort und lässt zudem positive Effekte für die zukünftige Akquise von Fachkräften, Drittmitteln und Investoren erwarten.

Das Konzept der Erlebniswelt Mobilität Aachen wird im Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft sowie im Mobilitätsausschuss von Firmen und städtischen Vertretern mündlich vorgestellt.

Abstimmungsergebnis

einstimmig

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2018-03-23 FB 02_0125_WP17 _Erlebniswelt Mobili SAO.pdf

8.11.2024

71.6 KB

Metadaten

TOP
Ö 11
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Mobilitätsausschusses
Gremium
Mobilitätsausschuss
Datum
Do., 12.04.2018
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 02 - Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 22:25

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

Öffnen