Externe Vergaben des Aachener Stadtbetriebes - Sachstandsbericht
E 18/0128/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Klopstein sagt, dass er aufgrund der Vorlage und den Ausführungen nicht erkennen kann, was sinnvoll und notwendig ist und was nicht.
Ratsfrau Parting sagt, dass der 1. Entwurf gut und informativ sei, aber eine Kostenaufteilung nicht vorhanden sei. Eine individuelle Aufteilung nach internen und extern Aufgaben wäre wünschenswert. Auch sollte die Entwicklung der Verhältnisse zwischen internen und externen Aufgaben aufgezeigt werden.
Ratsherr Neumann regt an, die verschiedenen Gründe für externe Ausschreibungen ebenfalls darzulegen. Zusätzlich regt er eine Aufstellung über Aufteilung und Inhalt der externen Vergaben an.
Ratsherr Corsten regt ebenfalls eine detailliertere Aufteilung und Information an. Darüber hinaus spricht er sich für weitere Informationen über alle Kosten für Grünleistungen (E 26, Friedhof, etc.) aus.
Ebenfalls sagt er, dass die Kosten für den Vergabeapparat ebenfalls aufgezeigt werden sollen. Eine differenzierte Aufteilung der Vergaben und der Kosten soll das Ziel sein.
Herr Schmitz-Reiber erinnert nochmals an die letzte Sitzung des Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb, in der bereits festgestellt wurde, dass die Kosten schwer kalkulierbar und darstellbar sind.
Ratsherr Servos sagt ebenfalls, dass die Kosten nur schwer darstellbar seien.
Darüber hinaus muss das Gesamtpaket beurteilt werden.Er regt an, Pakete zu schnüren und größere Punkte zusammenzunehmen um damit Geld sparen zu können.
Der Kaufmännische Betriebsleiter Herr Thalau fragt nach der konkreten Zielsetzung der Politik, um die einzelfallbezogenen Argumente für die Vergaben besser darzustellen.
Der Ausschussvorsitzende, Ratsherr Servos antwortet und sagt, dass der Aachener Stadtbetrieb die Aufgaben selber erledigen soll, solange diese finanziell darstellbar und machbar seien.
Der Beigeordnete, Dr. Kremer sagt, dass der Verwaltungsvorstand dies genauso sehe wie Ratsherr Servos. Es soll keine pauschalen Lösungen geben. Man müsse sich konkrete Aufgaben anschauen und dann bewerten.
Ratsherr Corsten begrüßt den Ansatz von Dr. Kremer und des Verwaltungsvorstandes. Er sagt auch, dass die Aufgaben im Aachener Stadtbetrieb erledigt werden sollen, wenn das entsprechende Personal und die Maschinen dazu vorhanden sind.
Er regt an, nochmals die Eigentumsverhältnisse und damit die Aufgabenerledigung zwischen E 26 und dem Aachener Stadtbetrieb zu klären um dort auch eine transparente Sichtweise zu erhalten. Dies muss allerdings politisch geklärt werden und nicht durch den Aachener Stadtbetrieb.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb nimmt die Ausführungen der Betriebsleitung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Einleitung
Mit nahezu 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einem Umsatz von ca. 60 Mio. EUR erbringt der Aachener Stadtbetrieb eine Vielzahl von Leistungen im Rahmen der Daseinsvorsorge zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger wie auch Besucher der Stadt Aachen.
Hierzu sind sowohl im administrativen wie gewerblichen Bereich unterschiedliche Qualifikationen und Personalstärken notwendig. Auch bedingen die Leistungen ein breites Spektrum an Fahrzeugen und technischem Gerät, welches durch den Betrieb vorzuhalten und zu warten ist.
Neben der reinen Aufgabenerledigung ist es Aufgabe einer Kommunalverwaltung, auch soziale, ökologische, wirtschaftliche und politische Anforderungen angemessen zu berücksichtigen. Beispielhaft seien ein Arbeitsmarktangebot für leistungsgewandelte Menschen, der vermehrte Einsatz elektrischer Antriebe, die Beschaffung nachhaltiger und fairer Waren oder die Einhaltung der Haushaltsansätze genannt.
So gilt es unter Berücksichtigung verschiedenster Faktoren abzuwägen, ob eine Leistung durch den Aachener Stadtbetrieb selbst erbracht oder durch die Vergabe an externe Dritte unterstützt wird. Beide Möglichkeiten haben dabei individuelle Vor- und Nachteile. Exemplarisch seien genannt:
- Eigenleistung Pro
- Schaffung attraktiver Arbeitsplätze
- Zeitliche und inhaltliche Flexibilität der Leistungserbringung
- Durchgehende Steuerungsmöglichkeit
- Tariftreue und Berücksichtigung sozialer Faktoren
- Eigenleistung Contra
- Platzbedarf für Personal und technische Ressourcen
- Vorhalten von Ausrüstung und Fachwissen selten benötigter oder hochspezialisierter Anforderungen
- Auslastung und Folgekosten bei Saisonarbeiten
- Fremdleistung Pro
- Vergaberecht soll für Wettbewerb und wirtschaftliche Preise sorgen
- Stärkung der Wirtschaft durch öffentliche Aufträge
- Flexibilität durch befristete Laufzeiten
- Fremdleistungen Contra
- Bürokratischer Aufwand des Vergabeverfahrens schreckt Bieter ab
- Überregionale Konkurrenz für lokale Anbieter
- Interner Aufwand zur Durchführung des Vergabeprozesses sowie bei der Kontrolle und Abnahme der Fremdleistungen
- Erweiterung des Auftragsgegenstandes oftmals mit deutlicher Kostensteigerung verbunden
- Anteil Fremdleistungen am Gesamtaufwand des Aachener Stadtbetriebs
Die Kostenstruktur des Aachener Stadtbetriebes unterteilt sich grob in Personalkosten, Materialaufwand, handelsrechtliche Abschreibungen, Fremdleistungen und sonstigen Betriebsaufwand. Da die thermische Behandlung von Abfällen aus privaten Haushalten einen signifikanten Kostenblock darstellt, sind diese in der nachstehenden Grafik separat ausgewiesen (Basis Wirtschaftsjahr 2016):
Der Gesamtaufwand des Aachener Stadtbetriebs beläuft sich im Jahr 2016 auf knapp 65 Mio. Euro. Der überwiegende Anteil entfällt mit 52,4% (~ 34,06 Mio. EUR) auf den Personalaufwand. Im Vergleich dazu beträgt der Anteil der Fremdleistungen am Gesamtaufwand rund 8% (~ 5,33 Mio. EUR).
Wird lediglich das Verhältnis der Personalkosten zu den Fremdleistungen betrachtet, liegt dies bei gerundet 86% zu 14%.
- Fremdleistungen nach Geschäftsbereich
Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre verzeichnen die Geschäftsbereiche Grün- und Freiflächenpflege (~ 1,6 Mio. EUR), Abfallwirtschaft (~ 1,23 Mio. EUR) sowie Straßenunterhaltung/Brückenbau (~1,36 Mio. EUR) den größten Anteil an Fremdleistungen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit ist der Anteil für die thermische Behandlung von Abfällen (~ 13,2 Mio. EUR) nicht berücksichtigt.
- Abfallwirtschaft
Die Vergabe zur Behandlung von Holzabfällen beträgt ca. 540 TEUR. Für die Betreuung des Recyclinghofes Camp Pirotte sowie die mobile Grünschnittsammlung inklusive der benötigten Containermieten beläuft sich die Vergabesumme auf ca. 323 TEUR. Hinzu kommt die Containermiete und Abfuhr für die übrigen dort angenommenen Abfallfraktionen (~ 198 TEUR). Die Kosten zur Verwertung des Altpapiers betragen für Umladestation und Weitertransport ca. 140 TEUR.
- Grün- und Freiflächenpflege
Die wesentlichen Vergabepositionen im Bereich dieses Geschäftsbereichs betreffen die Schreiner-, Schlosser- und Gartenbauarbeiten auf öffentlichen Spielplätzen (~ 395 TEUR), die Auswechslung des Spielsandes (~ 166 TEUR), die gärtnerische Pflege des Straßenbegleitgrüns (~ 274 TEUR), Baumarbeiten (~ 204 TEUR), Miete und Abfuhr von Containern auf Bauhöfen (~ 121 TEUR) sowie eine Vielzahl von Reinigungs-, Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten an Anlagen, Einrichtungen und Bauhöfen (~ 440 TEUR).
Exkurs:
In diesen Aufwendungen nicht enthalten sind die Vergabeleistungen für die gärtnerische Unterhaltung städtischer bebauter Liegenschaften im Auftrag des E 26, welche vom E 18 an externe Dritte beauftragt werden. Diese belaufen sich auf ca. 475 TEUR.
- Straßenunterhaltung und Brückenbau
Die Ausschreibungen für Asphaltarbeiten (~ 640 TEUR) und Straßenbauarbeiten (~ 256 TEUR) umfassen den wesentlichen Teil der Fremdvergaben. Hinzu kommt die jährliche Kostenpauschale (~ 145 TEUR) an die Stawag für die Reinigung der Rinneneinläufe. Die Aufwendungen für Markierungsarbeiten und die Beseitigung gefährlicher Verunreinigungen betragen ca. 271 TEUR. Zudem werden Metallbau-Arbeiten zur Instandhaltung von Geländern (z. B. an Brücken und Überwegen) an externe Dritte vergeben (~ 55 TEUR).
- Fazit
Im Vergleich zu den an externe Dritte vergebenen Leistungen überwiegt der Umfang der Eigenleistungen deutlich (Verhältnis 86:14). Beide Varianten weisen spezifische Vor- und Nachteile auf, welche je nach Einsatzgebiet und Leistungsanforderungen in Anspruch genommen werden sollten. Zwischen Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Steuerungsmöglichkeit sind entsprechende Prioritäten festzulegen, um im Einzelfall eine „make-or-buy“ Entscheidung zu treffen.
Nach Zielsetzung und vorliegenden Voraussetzungen kann daher das Verhältnis von externen Vergaben und Eigenleistungen angepasst werden.
Technische Details
ID: 87629
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=87629
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2018-05-23 E 18_0128_WP17 Externe Vergaben des SAO.pdf
20.11.2024
134.8 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 6
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses für den Aachener Stadtbetrieb
- Gremium
- Betriebsausschuss Aachener Stadtbetrieb
- Datum
- Di., 12.06.2018
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 18 - Aachener Stadtbetrieb
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 22:50
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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