Neubau der einzügigen Grundschule KGS Bildchen, Reimser Straße- Durchführung eines Verhandlungsverfahrens mit vorgelagertem Planungswettbewerb-- Sachstandsbericht und Ergebnis des Planungswettbewerbes -
E 26/0125/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Schavan, technischer Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Aachen, stellt den Entwurf des ersten Preisträgers des Planungswettbewerbs zum Neubau der KGS Bildchenim Detail vor. Der Entwurf hätte das Preisgericht aufgrund seiner inneren und äußeren städtebaulichen Qualitäten sowie im Hinblick auf seine wirtschaftliche, nachhaltige und funktionale Gestaltung überzeugt. Er erläutert daraufhin die baulichen Besonderheiten anhand der vorliegenden Baupläne und Entwurfszeichnungen. So sei das Forum als „soziales Herz“ des Entwurfes hervorzuheben, sowie die barrierefreie und erweiterbare Bauweise dieser Empfangshalle. Der Preisträger habe jedoch für seinen Entwurf deutlich mehr Fläche verplant, als im Auslobungstext genannt worden sei. Dies habe das Preisgericht kritisch hinterfragt und werde dies in das Verhandlungsverfahren mit aufnehmen. Zudem müsse die Zweigeschossigkeit und Halboffenheit des Baukörpers im Hinblick auf die Verbundenheit der einzelnen Klassenräume mit dem Erdgeschoss einer näheren planerischen Betrachtung unterzogen werden. Die abschließenden Abstimmungstermine seien jedoch bis in den Oktober terminiert.
Frau Griepentrog merkt an, dass mit dem Neubau der Schule im Preuswald vor allem die Quartiersentwicklung vorangetrieben werden solle und die Schule daher eine zentrale Bedeutung haben müsse. Der Entwurf würde jedoch eine rein schulische Nutzung des Neubaus suggerieren und sei dafür sehr aufwendig gestaltet. Sie erinnere sich noch an die ähnliche Situation in Brand, wo die Schule ebenfalls ein großes Forum erhalten habe, welches aber unter anderem aufgrund von brandschutztechnischen Vorgaben für die Schule nicht sinnvoll nutzbar gewesen sei. Eine analoge Situation müsse daher im Preuswald vermieden werden.
Herr Schavan erläutert, dass bei dem Entwurf der Grundschule Bildchen die Aula als Versammlungsstätte direkt von Anfang an geplant werde und nicht wie in Brand erst nachträglich die Genehmigungsfähigkeit hergestellt werden müsse. Zudem sei in den Beteiligungsworkshops ein großes Forum besonders von der Stadtteilkonferenz ausdrücklich gewünscht worden. Es hätten diesbezüglich mehrere Termine mit verschiedenen Akteuren aus dem Bezirk stattgefunden zur Frage, welche Ausstattung eine Stadtteilschule benötigen würde.
Herr Sahm weist auf die Entscheidung der Bezirksvertretung Mitte bezüglich der Integration einer Bibliothek in das Schulgebäude hin. Er regt an hier einen tieferen Austausch mit dem Kulturausschuss anzuregen, da er ansonsten einen Konflikt sehe, wenn beispielsweise OGS-Räume benötigt würden. Die Bibliothek müsse dann gegebenenfalls weichen, was erhebliche Mehrkosten mit sich bringen könnte. Frau Schwier weist in diesem Zusammenhang auf eine Besprechung im nichtöffentlichen Teil der Sitzung hin.
Herr Krott sieht die Priorität des Ausschusses auf der schulischen Betrachtung des Entwurfs und plädiert bei einem so hohen Kostenvolumen, dass die Architektur in erster Linie der Pädagogik folgen solle. Seiner Meinung nach gebe es im Obergeschoss große Verkehrsflächen im Verhältnis zu eher traditionell gestalteten Klassenräumen. Hier könne gegebenenfalls eine Flächenreduzierung erreicht werden. Allgemein sehe er jedoch die Belange des Stadtteils durch das große Forum als Versammlungsstätte gut umgesetzt.
Herr Schavan erläutert, dass der Entwurf in der Tat von der Großzügigkeit der Flächen lebe aber auch die Schulleitung, welche Teil des Preisgerichtes sei, habe hier keine Konflikte gesehen. Es herrsche sogar große Zufriedenheit, obwohl jeder der ausgezeichneten Entwürfe noch Optimierungsmöglichkeiten beinhalte.
Herr Balthasar schätzt, dass das Verhältnis von Unterrichts- und Nebenräumen nicht optimal sei. Er zeige sich daher überrascht, da nach heutigem pädagogischen Standard eher von größeren Klassenräumen ausgegangen werden müsse. Zudem solle immer ein Teil des Klassenraums für individuelle Förderbedarfe abtrennbar sein, dies könne er jedoch auf den Plänen nicht erkennen.
Herr Brantin fragt, ob das nach oben offene Atrium Auswirkungen auf dem Schallschutz habe und wie der Architekt gedenkt, dieses Problem zu bewerkstelligen. Zudem erkundigt er sich nach anfallenden Mehrkosten die mit der Mehrfläche von knapp 200 qm einhergehen würden.
Herr Schavan erklärt, dass eine Flächenreduzierung auch eine Verkleinerung der Klassenräume mit sich führen könne und hier sei der Architekt an gesetzliche Vorgaben gebunden. Eine Flächenreduzierung müsse daher bei den Verkehrsflächen angestrebt werden. Die Kosten könne er jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht benennen, da es sich lediglich um das erste Ergebnis des Wettbewerbs zur Entwurfsplanung handele und erst im Rahmen einer tiefergehenden Planung ein Kostenrahmen genannt werden könne. Bezüglich des Verhältnisses von Unterrichts- und sonstigen Flächen sei eine genaue Definition von Unterrichtsräumen nötig und auch die Option der Abtrennung von einzelnen Bereichen zur individuellen Förderung sei noch nicht abschließend beraten worden. Hier befinde man sich jedoch in engem Austausch mit der Schulleitung. Bezüglich des Schallschutzes erläutert Herr Schavan, dass es zu Nutzerkonflikten kommen könne, wenn eine bauliche Öffnung des Schulgebäudes angestrebt werde. Hier müssten spezielle akustische Maßnahmen in die weiteren Planungen einfließen, denn eine „stille Schule“ könne nicht die Anforderung sein.
Frau Griepentrog und Frau Orthen bestärken die Forderung nach mehr Differenzierungsräumen, da dies bereits bei der Begehung der ehemaligen Schule kritisiert worden sei. Es gehöre daher zu einer zeitgemäßen Schulplanung, genügend Flächen für Differenzierung einzuplanen. Herr Schavan sagt zu, dass solche Hinweise sehr seriös behandelt und gerne in die weiteren Planungsschritte einbezogen würden.
Frau Schwier fasst abschließend zusammen, dass die pädagogische Seite des Entwurfs, insbesondere vor dem Hintergrund der Inklusion, noch einmal näher betrachtet werden müsse. Das Atrium solle gleichwohl von den Kindern der Schule als auch von den Anwohnern des Bezirks als Versammlungsstätte genutzt werden, damit es einen rechtmäßigen Zweck erfülle. Ebenfalls sei zu prüfen, wie Mensa und Atrium zusammengeführt werden könnten. Daher plädiere sie dafür, die heute genannten Überlegungen in die weiteren Planungsschritte einzubeziehen und den Ausschuss über die weiteren Schritte zu unterrichten.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschläge:
1.Beschlussvorschlag für den Schulausschuss:
Der Schulausschuss nimmt den Sachstandsbericht und das Ergebnis des dem Verhandlungsverfahren vorgelagerten Planungswettbewerbes zur Kenntnis.
2.Beschlussvorschlag für die Bezirksvertretung Aachen - Mitte
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt den Sachstandsbericht und das Ergebnis des dem Verhandlungsverfahren vorgelagerten Planungswettbewerbes zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Der Schulausschuss hat in seiner Sitzung am 16.06.2016 das Planungskonzept und den Kostenrahmen/ die Programmkosten für den Ersatzbau der KGS Bildchen zur Kenntnis genommen und den vorgestellten Raumbedarf anerkannt. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Konzept zur Beschlussfassung im Schul-und Planungsausschuss bis zur Planungstiefe Vorentwurf umzusetzen.
Der Planungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 18.01.2018 das Gebäudemanagement mit der Durchführung eines Verhandlungsverfahrens (VgV) mit einem vorgelagerten, nicht-offenen und einphasigen Planungswettbewerbs beauftragt.
Es sollten gemäß der Auslobung Architektenteams ausgewählt werden, die die Leistungen zur Objektplanung und Freianlagenplanung gem. HOAI 2013 Teil 3 LP 2-5 erbringen.
Ergebnis des vorgelagerten Planungswettbewerbes:
Das Preisgericht tagte am 13.07.2018 in der Nadelfabrik in Aachen. Nach zwei Wertungsrundgängen verblieben 4 Arbeiten in der engeren Wahl. Diese Arbeiten werden von Teams aus Fach- und Sachpreisrichtern eingehend analysiert und gemäß den Kriterien der Auslobung schriftlich beurteilt.
Das Preisgericht diskutierte die Qualitäten der vorliegenden und schriftlich beurteilten Beiträge, nach der Abstimmung stellte sich die abschließende Rangfolge wie folgt dar:
Preise und Anerkennungen:
1. Preis: | NEW Architekten GbR Keuthen Weichler Schulz und Schulz, Dortmund mit wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum |
2. Preis: | mvm+starke architekten PartG mbM., Köln mit GREENBOX LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PartG mbB, Köln |
3. Preis: | Hausmann Architekten GmbH, Aachen mit club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln |
Anerkennung: | Heiermann Architekten, Köln mit urbanegestalt PartGmbB, Köln |
Weiteres Vorgehen:
Im Anschluss an die Preisgerichtssitzung wird gemäß § 80 VgV unter Würdigung der Entscheidung des Preisgerichts ein nachgeschaltetes Verhandlungsverfahren mit den Preisträgern durchgeführt. Das Preisgericht hat dafür Empfehlungen unter der Berücksichtigung aller Hinweise und Anmerkungen ausgesprochen, die durch die Jury in der Beurteilung und durch die Vorprüfung im Bericht der Vorprüfung verfasst wurden.
Diese Empfehlungen und Hinweise seitens des Preisgerichtes und seitens des Bauherrn/ Nutzers werden den weiteren Verhandlungen mit den Preisträgern zugrunde gelegt.
Ende September finden die Verhandlungsgespräche statt. Ende Oktober/ Anfang November wird nach Überarbeitung der Entwürfe aufgrund festgelegter Kriterien der Zuschlag auf die Fortführung der weiteren Planungsleistungen erteilt. Erst danach steht fest, welcher Entwurf weiterverfolgt wird.
Weitere Erläuterungen können in der Sitzung gegeben werden.
Finanzielle Auswirkungen lfd. Haushaltsjahr/Wirtschaftsjahr
-vorerst keine-
Finanzielle Auswirkungen in den Folgejahren/Folgekosten
Finanzielle Auswirkungen für die Folgejahre sind noch nicht bekannt.
Jährliche Folgekosten ergeben sich derzeit nicht.
Maßnahmenbezogene Einnahmen
Maßnahmenbezogene Einnahmen sind nicht zu erwarten.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (5)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 88860
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=88860
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2018-08-09 E 26_0125_WP17 Neubau der einzuegige SAO.pdf
20.11.2024
166.4 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
- Gremium
- Schulausschuss
- Datum
- Do., 13.09.2018
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- E 26 - Gebäudemanagement
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 23:25