TOP 20Öffentlich

Sachstandsbericht zu Maßnahmen zur Rassismus- und Gewaltprävention

FB 45/0548/WP17 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Herr Fischer bedankt sich für die geleistete und gute Arbeit. Die Schulen hätten bereits über 120.000 Euro aus dem Fonds für ihre Projekte erhalten, an denen rund 5.000 Schülerinnen und Schüler im vergangenen Schuljahr beteiligt gewesen seien. Besonders die enge Verzahnung zwischen Offenen Türen und Schulen hebt er lobend hervor, beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen der Hauptschule Drimborn und der OT am Driescher Hof.

Herr Sahm ist der Ansicht, Angebot und Programm seien beeindruckend, allerdings fehle es ihm hier an einer aussagekräftigen Evaluation. Ihn interessierten beispielsweise die möglichen Auswirkungen der Projekte auf die Kriminalstatistik im Jugend- oder Schulbereich. Er frage sich, ob die Zielgruppe erreicht werde. Daher bittet er darum, für den nächsten Sachstandsbericht eine Stellungnahme der Polizei einzuholen. Hieraus könnten gegebenenfalls weitere Maßnahmen abgeleitet werden.

Frau Scheidt dankt allen Beteiligten. Sie plädiere allerdings dafür, die Angebote künftig weiterzuentwickeln, insbesondere vor den aktuellen Entwicklungen sowohl in Deutschland als auch in Europa. Als positives Beispiel hebt sie den Aachener Friedenslauf hervor. Ihrer Meinung nach sage die Polizeistatistik jedoch nichts über den Erfolg des Programms aus. Dieses sei sehr wertvoll und solle daher nicht infrage gestellt werden.

Herr Paul erkundigt sich danach, ob es in Kitas und Schulen nennenswerte Konfliktsituationen in den Bereichen Gewalt und Rassismus zwischen den pädagogischen Fach- und Lehrkräften und den Eltern gebe und ob hieraus in einem weiteren Schritt Bedarfe für entsprechende Schulungen und Fortbildungen abgeleitet werden könnten.

Frau Fischer berichtet von gelegentlichen Vorkommnissen im Zusammenhang mit Vollverschleierungen bzw. mit Gesichtsschleiern. In städtischen Einrichtungen gebe es jedoch die Regelung, diese auch zum Schutz der Kinder und zum Zusammenhalt nicht verschleiert zu betreten. Mit dieser Regelung seien bislang noch keine Schwierigkeiten aufgetreten.

Beschluss

Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis. Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

  1. Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.
  1. Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis.


Erläuterungen

Erläuterungen:

  1. Ausgangslage:

Der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, Team Jugendpflege, fördert die Angebote zur Prävention von Gewalt und Rassismus gem. § 11 und 14 Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII).

Im Jahr 2017 wurde das Budget ausgeschöpft.

Es konnten insgesamt 140 Projekte für 4.723 Teilnehmer mit 103.077,95 Eurodurchgeführt werden.Die Ausgaben pro Teilnehmer lagen durchschnittlich bei 22 Euro.

Im Jahr 2018 stehen hierfür aus dem

  • Fonds gegen Gewalt und Rassismus 75.700 Euro und für die
  • übergreifenden Maßnahmen zur Gewaltprävention 30.000 Euro bereit.

Laut KJA-Beschluss vom 19.6.2012 und SchulA – Beschluss vom 21.06.2012 besteht die Möglichkeit auf die Mittel des

  • Jugendfonds mit 20.300 Euro zurück zu greifen.

Insgesamt stehen somit 126.000 Euro für gewaltpräventive Maßnahmen zur Verfügung.

Es wurden 2018 bereits 118.097,45 Euro für insgesamt 170 geplanteund zum Teil schon durchgeführte Projektemit 4503 Teilnehmerngebundenbzw. ausgezahlt.

Die Fördermittel liegen voraussichtlich bei 26 Euro pro Teilnehmer im Durchschnitt.

  1. Landesprogramm

In diesem Jahr nahm FB 45 am Landesprogramm „Wertevermittlung und Prävention sexualisierter Gewalt in der und durch die Jugendhilfe“ teil. Über das Landesprogramm wurden neben moderierten Expertengesprächen und Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Fachkräfte auch direkte Maßnahmen mit jungen geflüchteten Menschen zur Wertevermittlung durch Wertedialog und Prävention sexualisierter Gewalt angeboten. Die direkten Maßnahmen bestehen z.B. aus interaktiven Theaterstücken wie „Jungfrau ohne Paradies“ oder dem Intensivangebot „Mannbilder & Frauenbilder“ als Tagesveranstaltung für Schulklassen.

Die Förderung durch den LVR beträgt ca. 65.000 Euro der Eigenanteil der Stadt liegt bei 20% der Fördersumme. Für diesen Eigenanteil wurden 5.000 Euro aus Mitteln des Fonds gegen Gewalt und Rassismus für den Bereich der direkten Maßnahmen mit jungen geflüchteten Menschenzur Verfügung gestellt.

  1. Kommunale Angebote

Wie in den Vorjahren ist die Palette der Maßnahmen und der Antragsteller breit gefächert.

Verstärkt interessieren sich jetzt auch freie Träger der Jugendhilfe für diese Unterstützungsmöglichkeit und beantragen die Förderung gezielter Projekte zur Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Rassismus, Elternabende zum Thema Pubertät und Schulungen zur Gewaltprävention für junge ehrenamtliche Helfer.

Das Begleitprogramm zum Aachener Friedenslauf, das alljährlich vom Netzwerk Aachener Schulen und von Pax Christi angeboten wird, wird ebenfalls aus diesen Mitteln gefördert und steht den Schulen kostenfrei zur Verfügung.

In diesem Jahr wurden unter dem Motto: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ich würde mitmachen!“ allein 64 Projekte angeboten. Diese reichen von der Pantomime „ Körpersprache gegen Gewalt“ über einen Workshop zu Kinderrechten bis zu einem Theaterworkshop zum Thema Zuwanderung „Herr von Dort und Frau von Hier“.

Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.

Nach Berichten der Lehrer sind die Schüler solchen Projekten gegenüber aufgeschlossen und setzen sich ernsthaft mit den jeweiligen Themen auseinander. Die Sachberichte der Verwendungsnachweise sagen aus, dass die gewaltpräventiven Maßnahmen offenbar geeignetsind, um das Sozialverhalten zu trainieren und das Miteinander in den Klassen nachhaltig zu verbessern.

  1. Fazit:

Die Erhöhung der Fördermittel ab dem Jahr 2018 um 20.000 Euro machte es möglich, dass deutlich mehr Zuschüsse zu Projekten vergeben wurden. Auch die Eigenmittel für das o.g. Landesprogramm konnten gestellt werden. Durch das Landesprogramm wurde das Angebot zu Projekten aus dem gewaltpräventiven Spektrum erweitert.

Die positiven Rückmeldungen bestätigen, dass soziales Lernen sinnvoller Weise dort gefördert werden sollte, wo junge Menschen im Alltag aufeinandertreffen.

Vorrangig ist dies in der Schule der Fall. Dort sehen sich die Lehrkräfte zunehmend mit den vielfältigen Problemen ihrer Schüler konfrontiert, die auch den Unterricht negativ beeinflussen. Die Sozialtrainings und andere Maßnahmen zur Gewaltprävention sind ein geeignetes Mittel, die Basis für ein produktives Miteinander schaffen.

Die Absicht, gewaltpräventive Projekte auch im Freizeitbereich von jungen Menschen anzubieten, hat erste Früchte getragen. Verschiedene kreative Angebote wie z.B. das interaktive Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ in der OT D-Hof oder das Kochprojekt „Intergration geht durch den Magen“ in der OT Eilendorf haben Jugendliche zur Auseinandersetzung mit alltäglichen Formen von Gewalt und Rassismus angeregt.

Die Förderung derartiger Maßnahmen in Jugendfreizeiteinrichtungen soll weiter ausgebaut werden.

Die bislang nur vereinzelt angebotene offene Elternschulung, sollte im Hinblick auf die zunehmenden Schwierigkeiten, denen sich Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder und Jugendlichen ausgesetzt fühlen, weiter gefördert werden.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebe­ner Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2018

Fortgeschriebe­ner Ansatz 2018

Ansatz 2019 ff.

Fortgeschriebe-ner Ansatz 2019 ff.

Folgekos-ten (alt)

Folgekos-ten (neu)

Ertrag

1)75.700

2)30.000

3) 20.300

75.700

30.000

20.300

227.100

90.000

60.900

227.100

90.000

60.900

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben

Deckung ist gegeben

1)PSP-Element: 4-060201-915-2, Sachkonto: 53180000-4530, Fonds gegen Gewalt und Rassismus

2)PSP-Element: 4-060201-925-7, Sachkonto: 53390000-4530, übergreifende Maßnahmen zur Gewaltprävention

3)PSP-Element: 4-060201-914-4, Sachkonto: 53180000-4530, Jugendfonds

Abstimmungsergebnis

Zustimmung:Ablehnung:Enthaltung: Einstimmig.

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2018-10-05 FB 45_0548_WP17 Sachstandsbericht zu SAO.pdf

20.11.2024

189.4 KB

Metadaten

TOP
Ö 20
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses gemeinsam mit dem Schulausschuss
Gremium
Kinder- und Jugendausschuss
Datum
Di., 30.10.2018
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 45 - Fachbereich Kinder, Jugend und Schule
Geändert
19.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 23:40