Besuchernachfrage und Personalsituation im Bezirksamt Brand
BA 1/0137/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr BBM Tillmanns macht auf die von der Bezirksvertretung erbeteneVorlage aufmerksam.
Herr Sanders bestätigt, dass die Bezirksämter als städtische Dienststellen in vielen Angelegenheiten allen Aachener Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Dies sei vor einiger Zeit auch öffentlich propagiert worden und habe zu einer spürbaren Verlagerung der Besucherströme geführt. Ausweislich der vorliegenden Besucherstatistik kämen mittlerweile ca. 40 % der Besucher des Bezirksamts Brand für Melde- und Passangelegenheiten aus Aachen-Mitte. Insgesamt seien die Besucherzahlen in Brand deutlich gestiegen. Nur aufgrund der Einrichtung einer zusätzlichen halben Sachbearbeiterstelle, einer optimalen Ausnutzung der personellen Ressourcen und einer hohen Motivation der Mitarbeiterinnen habe man diese Herausforderung stemmen können.
Zurzeit werdedie Installation einer zusammenhängenden Aufrufanlage in den sechs Bezirksämtern und den beiden Standorten des Bürgeramtes vorbereitet. Es handele sich um ein vernetztes System, das nicht nur das Aufrufen der Kunden, sondern auch den Abruf von Wartezeiten und Terminvereinbarungen über das Internet ermöglichen soll. Daraus könne eine weitere Mehrbelastung für die Bezirksämter entstehen. Die Bezirksämter bieten deutlich mehr Dienstleistungen als der Bürgerservice an und unterscheiden sich organisatorisch in Bezug auf die Größe und die Struktur. So würden die Dienstleistungen im Bezirksamt überwiegend an Mischarbeitsplätzen erbracht und während der Öffnungszeit Tätigkeiten im Backoffice zurückgestellt, um Wartezeiten möglichst gering zu halten. Der Einsatz mit laufendem Publikumsverkehr sei für die Mitarbeiterinnen sehr anstrengend und stelle besonders mittwochs wegen des großen Andrangs am späten Nachmittag eine große Herausforderung dar.Zurzeit sei ein effektives Arbeiten in Brand noch möglich.Insofern sei er dankbar für das stets bürgernahe Engagement derhoch motivierten Mitarbeiterinnen im Hause.
Ratsfrau Lürken von der CDU-BF bestätigt, dass die Besonderheiten und die Bedeutung des eigenständigen Bezirksamtes bekannt seien. Die statistischen Zahlen und deren Steigerungen sprächen für das Bezirksamt Brand und die Mitarbeiter des Hauses. Dies gelte auch bei Gegenüberstellung der Einwohnerzahlen von Innenstadt und Bezirk.Dass die Mehrbelastung in Brand ohne schlechte Presse und mit erträglichen Wartezeiten gestemmt worden sei, sei den Mitarbeitern des Bezirksamtes zu verdanken. Die Bürger würden nach ihrer Erfahrung gerne nach Brand kommen und würden die Gelegenheit auch zum Einkauf nutzen. Sie wolle die weitere Entwicklung nach Einführung der neuen Aufrufanlage im Auge behalten. Ratsfrau Lürken möchte wissen, obdie neu eingerichtete ½ Stelle langfristig ausreiche.
Herr Sanders erläutert, dass neben dem Einwohnermeldeamt noch viele andere Tätigkeiten in den Bezirksämtern,wie z. B. Gewerbe-, Friedhofs-und Wohngeldangelegenheiten, angeboten werden. Wie sich die vernetzte Aufrufanlage auswirke, bleibe abzuwarten. Den persönlichen Kundenkontakt könne sie in keinem Fall ersetzen.
Herr Hellmann von der SPD-BF stimmt Ratsfrau Lürken zu und bittet Herrn Sanders, den Dank seiner Fraktion an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hause weiterzugeben.Er befürchte, dass durch eine Überlastung das Qualitätsniveau sinken werde. Bislang werde man im Bezirksamt immer freundlich und schnell bedient. Das Bezirksamt sei ein wichtiger Faktor für Brand und er freue sich, wenn Forster oder Bewohner der Innenstadt nach Brand kommen und hier die Geschäftswelt stärken. Herr Hellmann möchte wissen, ob und wie die Bezirksvertretung das Bezirksamt, vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen, helfend unterstützen könne.
Herr Auler von der CDU-BF sieht die Terminsprechzeiten als sinnvolle Ergänzung der offenen Sprechzeiten. Nicht alles sei planbar und daher die direkte Ansprechbarkeit in der Dienststelle erforderlich. Die neue Aufrufanlage sorgezwar für vergleichbare Zahlen, doch seien die Aufgabenzuschnitte von Bürgeramt und den Bezirksämtern unterschiedlich. Während die Mitarbeiter im Bürgerservice die Möglichkeit hätten, zwischen Front- und Backoffice zu tauschen, sei dies schon allein aufgrund des räumlichen Aspektes im Bezirksamt nicht möglich.
Herr Müller von der SPD-BF schlägt vor, einen konkreten Beschluss in Bezug auf die personelle Ausstattung des Bezirksamtes zu fassen.
Herr Auler rät dazu, die Personalkosten erst einmal in die Haushaltsberatungen mitzunehmen.
Herr Sanders erklärt, dass die Effektivität des Bezirksamtes durch organisatorische Maßnahmen optimiert worden sei, zu Spitzenzeiten aber trotzdem mit längeren Wartezeiten gerechnet werden müsse. Insbesondere der Mittwochnachmittag sei für die Mitarbeiterinnen im Hause belastend, da während der offenen Sprechzeit das Publikumsaufkommen nicht gesteuert werden könne, offensichtlich aber ein großer Bedarf an dem Angebot am Spätnachmittag bestehe. Insofern sei eine Abstimmung über die jeweiligen Öffnungszeiten aller betroffenen städtischen Dienststellen erforderlich.Sollte die neue Aufrufanlage noch mehr Publikum in die Bezirke bringen, wäre dies in Brand nicht mehr mit dem vorhandenen Personal zu stemmen.
Ratsfrau Lürken von der CDU-BF verweist auf den Vergleich zwischen den Dienststellen in den Bezirken und der Innenstadt. Die Vorlage diene vornehmlich als Information im Hinblick auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen.
Herr Hußmann bekräftigt die Unterstützung des Bezirksamtes durch die Grüne-BF.
Herr BBM Tillmanns folgert, dass das Problem nicht im Finanziellen liege, sondern durch die unterschiedlichen Strukturen begünstigt werde. Er bittet um weitere Beobachtung der Situation, da esschwierig sei, die unterschiedlichen Strukturen miteinander in Einklang zu ringen. Er empfiehlt, die Vorlage lediglich zur Kenntnis zu nehmen und keinen inhaltlichen Beschluss zu fassen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Brand nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
In der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand am 04.07.2018 hat Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns angekündigt, einen Tagesordnungspunkt „Besuchernachfrage und Personalsituation im Bezirkssamt Brand“ für die nächste Sitzung vorzusehen, um auf der Grundlage einer Vorlage zu beraten. Ausgangspunkt dafür war die offensichtlich starke Besucherfrequenz im Bezirksamt und die damit verbundenen langen Wartezeiten vor Beginn der Sommerferien.
Bereits mit Antrag der CDU-BF vom 04.05.2016 wurde die Situation im Bezirksamt aufgegriffen und in der Bezirksvertretungssitzung am 01.06.2016 beraten. Seinerzeit wurde bei Referenzerhebungen eine durchschnittliche Wartezeit von 14 Minuten ermittelt. Um die Entwicklung der Besucherströme zu verfolgen, werden seit Juni 2016 entsprechende Aufzeichnungen geführt. Der aktuelle Stand ist als Anlage beigefügt. Die Angaben beziehen sich auf Vorsprachen, die dem Aufgabenspektrum des Bürgerservice im Bürgeramt (FB 12) zugeordnet werden können.
Deutlich erkennbar ist eine kontinuierliche Steigerung der Besucherzahlen, die offensichtlich auch saisonalen Schwankungen, z.B. vor und während der Schulferien, unterworfen ist. Dabei hat sich der Anteil der in Aachen-Mittewohnenden Personen von ursprünglich 31,8 % auf mittlerweile um die 40% erhöht. Die gestiegene Anzahl der ausgegebenen Ausweispapiere korrespondiert mit dieser Entwicklung und belegt, dass das Bezirksamt Brand deutlich mehr Besucher anzieht als alle anderen Bezirksämter.
Die Wartezeiten sind zwischenzeitlich länger geworden. Bei Referenzerhebungen im Juli 2018 ist eine durchschnittliche Wartezeit von 33 Minuten für das Bezirksamt Brand ermittelt worden, insbesondere mittwochsnachmittags sind die Wartezeiten besonders lang, da die offene Sprechzeit am Nachmittag bei Eltern mit schulpflichtigen Kindern besonders beliebt ist. Die Bearbeitungszeiten während der Vorsprache haben sich hingegen nicht verändert und sind bei allen Bezirksämtern mit durchschnittlich ca. 9 Minuten je Vorsprache nahezu gleich.
Zwischenzeitlich sind alle Sachbearbeiterstellen im Bezirksamt Brand besetzt, so dass zu den offenen Sprechzeiten bis zu vier Plätze zeitgleich in diesem Aufgabengebiet besetzt werden können. Zu Engpässen kommt es daher eher bei krankheitsbedingten Ausfällen, da diese nicht so wie die Urlaubszeiten eingeplant werden können. Die Tätigkeit im laufenden Publikumsbetrieb erfordert hohe Konzentration und Einsatzbereitschaft. Aufgrund der zahlreichen Kundenkontakte tragen die in diesem Arbeitsbereich eingesetzten Mitarbeiterinnen erheblich zum positiven Bild der Stadtverwaltung bei.
Aufgrund eines Beschlusses des Personal- und Verwaltungsausschusses werden alle Bezirksämter und der Bürgerservice mit einer vernetzten Aufrufanlage ausgestattet, die eine automatisierte statistische Auswertung ermöglicht. Außerdem sollen die Wartezeiten der jeweiligen online verfügbar gemacht werden, um Besucherströme zu lenken. Ein entsprechendes Projekt ist bereits fortgeschritten und soll schon Ende dieses Jahres in die Ausführungsphase kommen.
Auswirkungen
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 89658
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=89658
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2018-09-11 BA 1_0137_WP17 Besuchernachfrage un SAO.pdf
20.11.2024
129.1 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 8
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Brand
- Datum
- Mi., 31.10.2018
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- B 1 - Bezirksamt Aachen-Brand
- Geändert
- 19.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 23:42