26. Februar 2019 um 17:00, Verwaltungsgeb. Mozartstraße Zi.207
TOP 5Öffentlich

Wirtschaftsplan 2019/2020 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen

E 46/47/0100/WP17 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Der Ausschussvorsitzende, Herr Bruynswyck verliest den Tagesordnungspunkt und bittet um Wortmeldungen.

Frau Plum erklärt, dass der angegebene Kostendeckungsbeitrag eine gute Information und Diskussionsgrundlage für den Finanzausschuss sei. Unklar sei noch auf welchem Weg der Kostendeckungsbeitrag errechnet wurde und bittet diese Information für den Finanzausschuss nachzureichen. Sie verweist auf die Stellungnahme der Kämmerei, aus der hervorgehen würde, dass insgesamt nur schwer erkennbar sei, wie das Theater die Zielvorgaben zur Konsolidierung anstreben würde (Anlage: TA_Erläuterung Kostendeckungsbeitrag )

Herr Fischer erklärt, seiner Partei sei klar gewesen, dass durch die Ticketpreiserhöhungen keine Mehreinnahmen erzielt würden. Unverständnis äußert er gegenüber der Stellungnahme der Kämmerei. Diese würde auf das Theater unnötig Druck ausüben. Das Theater würde großartige Arbeit leisten und es sei deutlich zu erkennen, dass nach Lösungen gesucht würde.

Herr von Hayn sagt, er sei über die Stellungnahme der Kämmerei nicht glücklich, dennoch sei vieles unklar. Gemäß dem Wirtschaftsplan würde nach Abzug des Verlustes aus der Rücklage noch eine Finanzierung für eine Woche stehen. Dies sei zu wenig und das Vorgehen äußerst bedenklich.

Frau Reuß berichtet, sie habe mit Unverständnis die Stellungnahme der Kämmerei gelesen und sich mehr Kommunikation gewünscht. Bei der Entwicklung der Zielvereinbarung habe man hart gerungen und Probleme und Verzögerungen eingeplant. Das Theater sei zur Preiserhöhung gezwungen worden. Für Rentner seien Karten jetzt nur schwer zu bezahlen. Sie berichtet, dass im Theater Bonn wesentlich günstiger Karten zu kaufen seien. Sie lobt die Arbeit des Theaters und betont, das Theater bräuchte Rückendeckung durch den Betriebsausschuss.

Frau Beslagic-Lohe schließt sich an, es sei klar gewesen, dass die Zielvereinbarung nicht unmittelbar umgesetzt werden könne, daher sei auch über mögliche Anpassungen diskutiert worden.

Herr Schmitz-Aufterbeck berichtet von ausführlichen Abstimmungsgesprächen mit der städt. Finanzsteuerung und der Kämmerin, in denen vom Theater u.a. auch dargestellt worden sei, dass die von der Kämmerin aufgrund des geplanten Marketing-Projektes erwarteten Einsparungen beim Marketingbudget aus Sicht des Theaters nicht zu erwarten seien, da die bisher aus diesem Budget getätigten und auch weiterhin erforderlichen Marketingmaßnahmen keine gezielte Bewerbung der Abonnements umfassen würden, sondern sich ausschließlich auf das Programm und Sonderaktionen bezögen. In diesem Zusammenhang weist er auch darauf hin, dass die derzeit zwei Mitarbeiterinnen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Theaters mit ihren aktuellen Aufgaben mehr als ausgelastet seien.

Marketing im eigentlichen Sinne habe es im Theater noch nicht gegeben und sei dringend erforderlich. Unter der Intendanz von Herrn Prof. Ottenthal seien die Abos vollständig abgeschafft worden. Bislang habe das Theater nicht die Mittel für entsprechendes Marketing gehabt. Mit der Firma Stillart möchte das Theater wieder zu einer Abo-Struktur gelangen, die langfristig zu mehr Erlösen führen würde.

Aktuell sei er froh, dass das Theater in den nächsten Jahren eine halbe Million aus den Landesmitteln beziehen würde. Bei dem Entwicklungsprozess der Landesförderung sei er aktiv beteiligt gewesen, um dem Theater mehr Sicherheit zu verschaffen.

Frau Beigeordnete Schwier bestätigt, es habe viele Gespräche mit der Kämmerei gegeben und der Austausch verliefe gut. Aufgrund der vakanten Stelle der Verwaltungsdirektion sei es wichtig, keinen weiteren Druck auf das Theater auszuüben.

Herr Hotz erklärt unter Hinweis auf die Erläuterungen zur Sitzungsvorlage, die Planwerte für die Umsätze aus Ticketverkäufen seien auf Basis einer differenzierten und auch optimistischen Auslastungsplanung bezogen auf die konkret für die Spielzeit geplanten einzelnen Produktionen und unter Berücksichtigung realer Durchschnittspreise pro Sparte kalkuliert. Die Durchschnittspreise beinhalteten dabei eine auf Erfahrungswerten beruhende Ermäßigungsquote. Insofern sei der etwas zu optimistische Ansatz der Umsätze des vorläufigen Wirtschaftsplans 2019/20, dem keine differenzierte Detailplanung zu Grunde lag, entsprechend zu korrigieren gewesen. Mit Blick auf das voraussichtliche Ergebnis der Spielzeit 2017/18 erscheine dies zusätzlich geboten.

Die mit der differenzierten Detailplanung ermittelte nur mäßige Umsatzsteigerung im Vergleich zum lfd. Wirtschaftsplan 2018/19 von rd. 60 T€ bestätige gewissermaßen die bislang praktizierte Zielwertplanung – zumindest insoweit, als sich keine gravierend negative Differenz zeige.

Herr Lennartz bezieht sich auf die Kalkulationsbasis der Personalkosten und erklärt, dass absprachegemäß auf Grundlage der Ist-Werte des vorläufigen Jahresergebnisses des Wirtschaftsjahres 2017/18 gearbeitet worden sei. Eine Verschiebung zwischen den Kontengruppen 40 und 41 sollte vermieden werden, die üblicherweise entstünde, wenn feste Ensemblestellen im Wirtschaftsjahr vakant seien und durch Teilspielzeitbeschäftigte besetzt würden. Es sei einvernehmlich mit der Kämmerei vereinbart worden, dass der Stellenplan davon unberührt bliebe, mit der Folge, dass jederzeit die Möglichkeit gegeben sei, diese Planstellen im folgenden Wirtschaftsjahr wieder mit festem Personal zu besetzen.

So sei das Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2017/18 um Beträge zu korrigieren gewesen, auf die diese Verfahrensweise nicht zuträfe. Im Einzelnen handele es sich um zwei Abteilungsleiterstellen, eine unbesetzte Auszubildendenstelle, jährliche Gagenerhöhung der künstlerischen Beschäftigten, anstehende Höhergruppierungen und Ablauf von Arbeitszeitreduzierung. Dadurch sei die Planungsbasis um 270.000,00€ zu erhöhen.

Die Beigeordnete Frau Schwier sagt, sie weise noch einmal auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kämmerei hin und es werde auch weiterhin Gespräche zur Zielvereinbarung geben. Der Ausschussvorsitzende, Herr Bruynswyck verliest den Beschlussvorschlag und bittet um Abstimmung.

Beschluss

1. Der Betriebsausschuss Theater und Volkshochschule empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, den Wirtschaftsplan 2019/2020 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen festzustellen.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


1. Der Betriebsausschuss Theater und Volkshochschule empfiehlt dem Rat der Stadt Aachen, den Wirtschaftsplan 2019/2020 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen festzustellen.

2. Der Finanzausschuss der Stadt Aachen nimmt den Wirtschaftsplan 2019/2020 von Stadttheater und Musikdirektion Aachen zur Kenntnis.

3. Der Rat der Stadt Aachen stellt auf Empfehlung des Betriebsausschusses Theater und Volkshochschule den Wirtschaftsplan 2019/2020 fest.

Erläuterungen

Erläuterungen:


Vorbemerkungen

• Der als Anlage beigefügte Entwurf des Wirtschaftsplans für die Spielzeit 2019/20 basiert

grundsätzlich auf der für das Wirtschaftsjahr 2018/19 erstellten Wirtschaftsplanung – jedoch weiterentwickelt um insbesondere die Erkenntnisse, die sich aus dem seitherigen Geschäftsverlauf sowie dem voraussichtlichen Jahresabschlussergebnis 2017/18 ergeben haben.

• Die Entwurfsunterlagen wurden FB 20 / Dezernat II entsprechend § 12 Betriebssatzung vorab zugeleitet und abgestimmt.

Insbesondere entspricht die Höhe des in der Wirtschaftsplanung des Theaters berücksichtigten städtischen Betriebskostenzuschusses

(BKZ) der Summe der hierfür in der städtischen Haushaltsplanung vorgesehenen Beträge.

• Nach dem aktuellen Stand der Jahresabschlussarbeiten für die Spielzeit 2017/18 (Buchungsstand 01.02.2019) wird die Allgemeine Rücklage zum 31.07.2018 voraussichtlich rund 225 TEuro betragen, so dass das nach dem vorliegenden Entwurf für die Spielzeit 2019/20 ausgewiesene Plan-Defizit von rund 160 TEuro voraussichtlich vollumfänglich von der Allgemeinen Rücklage gedeckt ist, sofern das für die laufende Spielzeit 2018/19 geplante Ergebnis (geplanter Überschuss von rd. 103TEuro) nicht wesentlich verfehlt wird.

Wesentliche Eckpunkte des Erfolgsplans 2019/20

Umsatzerlöse

Der geplante Umsatz aus Ticketverkauf basiert auf einer differenzierten und auch optimistischen Auslastungsplanung bezogen auf die für die Spielzeit 2019/20 konkret vorgesehenen Produktionen. Die hierbei zu Grunde gelegten Durchschnittspreise berücksichtigen sowohl die zu Beginn der Spielzeit 2018/19 vollzogene 10%-ige Preiserhöhung als auch differenzierte, auf Erfahrungswerten basierende Ermäßigungsquoten.

Neben den regelmäßig erzielten Umsatzerlösen aus bekannten Sonderveranstaltungen (z.B. Pferd & Sinfonie, Weihnachtskonzert u.ä.) wurden auch weitergehende Umsatzerlöse für neue Formate eingeplant.

Sonstige Erträge

Bei den sonstigen Erträgen ist gemäß der Ende 2018 mit dem Land NRW abgeschlossenen Fördervereinbarung eine jährliche Steigerung von rd. 157 TEuro aus der institutionellen Förderung der kommunalen Theater und Orchester berücksichtigt.

Weiterhin sind projektbezogene Fördermittel-Erträge für eine geplante Uraufführung in Höhe von 60 TEuro eingeplant, denen jedoch auch entsprechender Honoraraufwand bei KG 42 gegenüber steht. Die Erträge im Zusammenhang mit der Chorbiennale entfallen turnusmäßig die Erträge in der Spielzeit 2019/20, ebenso die entsprechenden Kosten (vgl. unten).

Personalaufwand

Der Aufwand für das feste Personal (KG 40) wurde auf Basis der Ist-Kosten 2017/18 sowie unter Berücksichtigung der lt.geltendem Tarifvertrag für die Zeit bis August 2020 vereinbarten Steigerungsraten kalkuliert. Im Zuge dessen wurde – den Vorgaben von Dez. II entsprechend – ein Betrag von 200 TEuro von Kontengruppe 40 (festes Personal) nach KG 41 (Teilspielzeitbeschäftigte)

bzw. KG 42 (Selbständige Gäste) verlagert. Hierdurch sollen die bei KG 41 bzw. 42 in der Vergangenheit regelmäßig aufgetretenen Planüberschreitungen künftig vermieden werden, die sich durch ersatzweise zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs erforderlich werdende Gastverpflichtungen als Folge von temporären Vakanzen oder längerfristiger Erkrankungen im Bereich der künstlerischen Festbeschäftigten ergeben.

Von Kontengruppe 41 (Teilspielzeitbeschäftigte) wurden 30 TEuro nach KG 54 (Ge/Verbrauchsmaterial Bühne) verlagert, um dem über Jahre gewachsenen Preisanstieg beim Material für Bühnen- und Kostümbilder entgegenzuwirken und so den vom Publikum auf der Bühne erwarteten Standard auch künftig annähernd halten zu können.

Die Planwerte für die beim Theater beschäftigten Beamten (KG 43) enthalten lt. den Vorgaben von FB 20 / FB 11 die Kosten für die derzeit noch vakante Stelle der Verwaltungsdirektion. Die diesbezüglich im Vorläufigen Wirtschaftsplan 2019/20 bereits vorgenommene Verlagerung zu KG 40 wurde daher zurückgenommen.

Sachaufwand

Die Planwerte bei KG 50 und 51 wurden differenziert angepasst – sowohl an den Ist-Werten 2017/18 als auch an den tatsächlichen Entwicklungen orientiert. Die hier im Vergleich zum Vorjahr geplanten Steigerungen begründen sich insbes. mit steigenden Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen (KG 50) sowie mit einer deutlichen Verteuerung der Miete für die Konzerte im Eurogress bzw. der Nebenkosten für das angemietete Lager (KG 51).

Bei KG 54 (Ge-/Verbrauchsmaterial Bühne) wurde der Planwert durch Verlagerung von Kontengruppe 41 (Teilspielzeitbeschäftigte) um 30 TEuro erhöht, Begründung vgl. oben. Bei KG 57 entfallen turnusmäßig die Kosten – wie auch die Erträge– im Zusammenhang mit der Chorbiennale (vgl. auch schon oben).

Abschreibungen

Die Abschreibungen sinken aufgrund sinkenden Anlagevermögens in Folge stetig nur geringfügiger Investitionstätigkeit wegen fehlender Investitionsmittel.

Städt. Betriebskostenzuschuss (BKZ)

Die Höhe des in der Wirtschaftsplanung des Theaters berücksichtigten städtischen Betriebskostenzuschusses (BKZ) entspricht der Summe der hierfür in der städtischen Haushaltsplanung vorgesehenen Beträge.

Planergebnis nach städt. Zuschuss / Zielvereinbarung

Der vorliegende Planentwurf für die Spielzeit 2019/20 weist im Ergebnis nach städt. Zuschuss ein Defizit von rund 160 Teuro aus. Der daraus resultierende Kostendeckungsgrad im Sinne der bestehenden Zielvereinbarung zwischen dem Oberbürgermeister

und der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Stadttheater und Musikdirektion vom 30.01.2018 beträgt 14,66 % und liegt damit leicht über dem Soll-Wert (14,45 %) lt. Anlage 1 zur Zielvereinbarung.

Vermögensplan / Finanzplan 2019/20

• Die geplanten Investitionsmaßnahmen sind streng am betrieblichen Bedarf orientiert und priorisiert. Investitionszuschüsse sind nicht geplant. Zur Finanzierung der geplanten Investitionen ist gemäß Planungsvorgabe von FB 20 / Dez. II das Ergebnis der Finanzplanung des Vorjahres 2018/19 einzubeziehen, wonach sich eine Freie Liquidität von 102.882 Euro ergab.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen:

S. Erläuterung und Plan

Abstimmungsergebnis

Zustimmung:11 Ablehnung:0 Enthaltung:1

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

WiPlan_19-20_V20190201
195.5 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2019-02-04 E 46_47_0100_WP17 Wirtschaftsplan 2019 SAO.pdf

7.11.2024

272.7 KB

Metadaten

TOP
Ö 5
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses für das Theater und die VHS
Gremium
Betriebsausschuss Theater und VHS
Datum
Di., 26.02.2019
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 46/47 - Stadttheater und Musikdirektion
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 10:09

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

Öffnen