Flächennutzungsplanänderung Nr. 131, -Richtericher Dell-, Bebauungsplan Nr. 955 - Richtericher Dell/ Haupterschließung Ortsumgehung im Bereich Richtericher Dellhier: Tagesordnungsantrag Nr. 78 der CDU-Fraktion, Sachstandsbericht zur Haupterschließung/ Ortsumgehung Richterich
FB 61/1169/WP17 · Kenntnisnahme
Flächennutzungsplanänderung Nr. 131, -Richtericher Dell-, Bebauungsplan Nr. 955 - Richtericher Dell/ Haupterschließung Ortsumgehung im Bereich Richtericher Dellhier: Tagesordnungsantrag Nr. 78 der CDU-Fraktion, Sachstandsbericht zur Haupterschließung/ Ortsumgehung Richterich
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Frau Bezirksbürgermeisterin Köhne begrüßt Frau Prenger-Berninghoff und Herrn Schaffert, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Frau Prenger-Berninghoff stellt anhand einer Präsentation den Sachstand zur Trassenlage Rahmenplanung Richtericher Dell und die vorgeschlagene Verlegung der Straßenführung vor.
Diese ist in Allris als Anlage beigefügt. Die Verlegung der Straßenführung hat keine Auswirkungen auf die Anbindung an die Horbacher Straße und die Unterquerung der Bahn, nur im Bereich der Anbindung an die Banker-Feld-Straße gibt es Abweichungen. Wohnbebauung ist in allen Fällen betroffen.
Bei der Verlagerung in die Mittellage reduziert sich der Abstimmungsbedarf mit den Grundstückseigentümern um 1/3, was die Umsetzung beschleunigen würde.
Frau Prenger-Berninghoff gehtim Weiteren auf Fragen aus der Einwohnerfragestunde ein.
Herr Bezirksvertreter Brantin kritisiert für die CDU-Fraktion mit Nachdruck die Verzögerungen bei der Planung der Umgehungsstraße. Aus seiner Sicht sei der Verkauf der Grundstücke als auch die Planung der Ortsumgehung von der Verwaltung nur halbherzig verfolgt worden. Es sei unverständlich, dass die Variante „Brücke über die Bahnlinie“ über einen Zeitraum von einem Jahr von der Verwaltung verfolgt wurde. Die Vorgaben der Politik seien eindeutig. Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum trotz anderer Vorgaben nun die Mittellage der Straße vorgeschlagen werde.
Die Umgehungsstraße sei unabhängig von der Entwicklung des Baugebietes Richtericher Dell notwendig, auch im Hinblick auf den drohenden Brückenabriss Horbacher Straße. Die Bezirksvertretung habe dies parteiübergreifend vehement verfolgt. Stattdessen verzögere sich die Planung weiter.
Herr Bezirksvertreter Brantin richtet einen deutlichen Appell an die Verwaltung, die klaren Vorgaben der Politik hinsichtlich der Lage und Umsetzung der Umgehungsstraße mit allen Kräften umzusetzen.
Herr Bezirksvertreter Dautzenberg stimmt dem zu. Bezahlbarer Wohnraum werde dringend benötigt, auch um den Wegzug in die umliegenden Gemeinden zu verhindern. Herr Bezirksvertreter Dautzenberg kritisiert, dass durch die Fachverwaltung keine Sachstandsmitteilungen über die Verzögerungen erfolgen. Selbst konkrete Anfragen wie die Auswirkungen eines möglichen Abrisses der Brücke Horbacher Straße auf den Rettungsdienst werden nicht beantwortet. Er erwarte eine zügige Bearbeitung und Information der Politik.
Diesen Ausführungen schließt sich Herr Bezirksvertreter Werner für die SPD-Fraktion an. Beide Bezirksvertretungsmitglieder beantragen eine Aufstellung der konkreten Hemmnisse, die zu weiteren Verzögerungen bei den Planungen der Umgehungsstraße führen könnten, um rechtzeitig reagieren und den Bau der Straße weiter vorantreiben zu können.
Auch Herr Bezirksvertreter Pontzen möchte wissen, wer oder was die Fachverwaltung daran hindert, das Projekt voranzubringen.
Herr Schaffert erläutert, dass er seit Beginn seiner Tätigkeit vor 3 Jahren als Fachbereichsleiter mit den Planungen zu Richtericher Dell befasst sei. In dieser Zeit erging der Auftrag, hinsichtlich der Bahnquerung ein Brückenbauwerk als Alternative in eigener Handlungsfähigkeit zu prüfen. Im Sommer letzten Jahres habe die Fachverwaltung dazu in einem umfassenden Sachstandbericht Stellung genommen und die damals aktuellen Schwierigkeiten aufgezeigt. Dieses habe zu Verzögerungen in der Planung geführt. Er zeigt Verständnis für die Verärgerungen der Politik. Auch räumt er interne Abstimmungsprobleme innerhalb der Verwaltung ein. Die Leitung des Fachbereichs Immobilienmanagement sei zwischenzeitlich neu besetzt. Es gebe 2-3 Schlüsselgrundstücke, die die Planer an der Realisierung des bisher abgestimmten Straßenverlaufs hindern. Man habe nach Alternativen gesucht, ohne den Grundentwurf zu verfremden und um ein zeitraubendes Enteignungsverfahren zu verhindern. Zum jetzigen Zeitpunkt sei keine Lösung seitens des Immobilienmanagements zum Erwerb dieser Grundstücke absehbar.
Herr Bezirksvertreter Feil kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass der Fachbereich von anderer Stelle gehemmt werde. Trotz neuer Planungen komme man nicht weiter. Die Fraktion Bündnis 90/ die Grünen seien gegen die Mittellage der Umgehungsstraße.
Herr Schaffert versichert, dass das Voranbringen des Projektes Richtericher Dell auch von der Verwaltungsleitung unterstützt wird.
Herr Bezirksvertreter Brantin sieht es als entscheidend an, dass notwendige Gespräche seitens der Verwaltung nicht geführt wurden und man jetzt vor der Entscheidung einer Verlegung der Straße unter Berücksichtigung der Verträglichkeit für die Wohnbebauung stehe.
Er vermisse auch Ergebnisse zu den Verhandlungen mit der Bahn. Der Bau der Straße müsse mit Vehemenz vorangetrieben werden.
Frau Prenger-Berninhoff erläutert, dass man erst bei Erreichen einer bestimmten Planungstiefe wieder an die Bahn herantreten kann, um Planvereinbarungen und auch Sperrzeitregelungenabzustimmen. Dieser Punkt sei noch nicht erreicht. Herr Schaffert ergänzt, dass der Fachbereich wegen der Variantenvorstellung zeitnah die Politik informieren wollte.
Herrn Bezirksvertreter Werner ist unverständlich, wieso er noch keine Rückmeldung auf seinen Vorschlag, die Brücke Horbacher Straße für den Schwerlastverkehr zu sperren, um ihre Haltbarkeit zu verlängern, erhalten habe.
Herr Bezirksvertreter Dr. Kuhrt-Lassay schließt sich den Ausführungen seiner Vorredner an. Auch er möchte nach den vielen Auf-. und Ab`s in den Planungen eine Aufstellung haben, welche Dinge dem Projekt entgegenstehen.
Herr Bezirksvertreter Dautzenberg ergänzt, dass man berücksichtigen solle, dass durch die Sperrung der Brücke Locht derzeit weniger Lkw-Verkehr über die Horbacher Straße fährt.
Frau Bezirksbürgermeisterin Köhne lässt abschließend über folgende Anträge abstimmen:
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Richterich nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Damit gilt der Antrag Nr. 78 als behandelt.
Erläuterungen
Erläuterungen:
- Antragsbegründung
Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Aachen-Richterich beantragt einen „Sachstandsbericht zur Ortsumgehung Richterich“ zu den Themen
a)Planungsrecht,
b)Zeitschiene und
c)Auswirkungen auf die Bebauung,
da die Straße höchste Priorität mit gravierenden Schnittstellen /Auswirkungen auf den Stadtbezirk habe und schnellstmöglich realisiert werden müsse.
- Stellungnahme der Verwaltung
Der in den bisherigen Planungen dargestellte Verlauf der Haupterschließung Ortsumgehung zwischen der Bahnquerung und der Horbacher Straße führt die Straßentrasse über Flächen, die nicht vollständig im Eigentum der Stadt Aachen sind. Trotz intensiver Bemühungen der Stadt Aachen ist erkennbar, dass dies weiterhin zu längerfristigen Verzögerungen bei der Umsetzung der Planung führen wird. Daher wurde die Verlegung der Trasse innerhalb des angebauten Teiles (sog. Abschnitte „A“ und „B“) geprüft.
Durch die alternative Trassenführung entstehen folgende Vorteile:
- Verminderung der Anzahl von der Maßnahme betroffener Grundstückseigentümer
- schnellere Einigung mit den Grundstückseigentümern zu marktgerechten Konditionen und darüber hinaus
- leichtere Anpassung des Trassenverlauf an die bestehende Topographie sowie
- voraussichtlich Reduzierung der Herstellungskosten
Aus der Verlegung der Trasse in die „Mittellage“ ergeben sich Auswirkungen auf die angrenzende Bebauung und die Erschließung des nordöstlichen Randbereiches. Dazu wurden zwei Erschließungsvarianten entwickelt, über das Ergebnis wird mündlich berichtet.
Zu a) Fragestellung Planungsrecht:
Für die Planung der Haupterschließung Ortsumgehung sind zwei planungsrechtliche Verfahren in Bearbeitung:
> FNP-Änderung bzw. FNP-Neuaufstellung:
Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zum Vorentwurf des Flächennutzungsplanes Aachen*2030 gingen mehrere Schreiben von Behörden und Trägern öffentlicher Belange sowie von Bürgerinnen und Bürgern bei der Stadt Aachen ein, die Bedenken gegen die Schaffung neuer Bauflächen vorbrachten. Darüber hinaus wurden bisher laufende FNP-Änderungsverfahren, die parallel zur Aufstellung eines Bebauungsplanes durchgeführt wurden, einschließlich hierzu vorgebrachter Stellungnahmen in die Abwägung zur Neuaufstellung des FNP Aachen*2030 integriert. Es handelt sich u.a. um die Änderung Nr. 128. des FNP 1980 - Richterich, Vetschauer Straße Süd sowie die Änderung Nr. 131 Richterich, Richtericher Dell. Weiterhin wurde die Änderung Nr. 142 - Roermonder Straße/Amstelbach (Feuerwehrgerätehaus und Recyclinghof), in den Entwurf des FNP Aachen*2030 übernommen. Die nun vorgeschlagene Lage der Haupterschließung verläuft ca. 40m weiter südlich als im Entwurf des Flächennutzungsplans Aachen*2030.
> Bebauungspläne:
Nächster Schritt im Bebauungsplanverfahren Nr. 955 – Richtericher Dell, Haupterschließung Ortsumgehung – ist die öffentliche Auslegung, die vorbereitet werden kann, wenn der Vorentwurf für die Straßen- und Brückenplanungen vorliegt. Aufgrund fehlender Personalkapazitäten im Bereich Straßenplanung und –bau konnte das Vergabeverfahren, das für den Herbst 2018 vorgesehen war, noch nicht aufgenommen werden.
Zu b) Zeitschiene
Die Zeitplanung basiert auf angenommenen Zeitdauern für störungsfrei verlaufende Planungs- und Bauprozesse. In dem sehr komplexen Projekt -Richtericher Dell- für den Bau der Haupterschließung / Ortsumgehung und die Entwicklung des Wohngebietes kommen viele Einzelprojekte zusammen, die sich gegenseitig in Ihrem Ablauf beeinflussen.
Unter der Voraussetzung, dass im Herbst 2019 mit der Vergabe der tiefbautechnischen Erschließung begonnen werden kann und vorausgesetzt, dass im weiteren ein unterbrechungsfreier Planungs- und Bauablauf erfolgt, kann zum Jahresende 2024 die Grundstücksvermarktung beginnen.
Zu c) Auswirkungen auf die Bebauung
Aufgrund der Beschlusslage, dass erst die „Haupterschließung Ortsumgehung“ fertiggestellt sein soll, bevor mit der Hochbautätigkeit begonnen werden kann, verschiebt sich ein möglicher Baubeginn der Wohngebäude synchron mit der Verlängerung der Planungs- und Bauzeit der geplanten Straße und ihrer Querungsbauwerke. Es ist davon auszugehen, dass bei störungsfreiem Ablauf von Planung und Bau der geplanten Straße der Beginn der Vermarktung der ersten Baugrundstücke zum Jahresende 2024 stattfinden kann.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
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Technische Details
ID: 92400
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=92400
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2019-03-11 FB 61_1169_WP17 Flaechennutzungsplanae SAO.pdf
7.11.2024
409.0 KB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 10
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Richterich
- Gremium
- Bezirksvertretung Aachen-Richterich
- Datum
- Mi., 27.03.2019
- Uhrzeit
- 18:05
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 61 - Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 10:24
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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