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Sachstandsbericht zur Einführung eines professionellen marktgängigen CAFM - Systems

E 26/0153/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Frau Ferber führt aus, dass die Einführung eines Computer-Aided Facility Management (CAFM) – Systems die Grundlage für das weitere professionelle Arbeiten des Betriebes bilde.

Bislang habe man die bestehenden Eigenentwicklungen aufrechterhalten, die aktuellen und vielfältigen Anforderungen z.B. aufgrund der Digitalisierung, BIM, etc., dieses System jedoch an seine Grenzen stoßen lasse und zeige, dass dieses nicht mehr zukunftsfähig sei.

Insofern seien arbeitsintensive Vorbereitungen – das Definieren und Visualisieren der vielfältigen Prozesse – erfolgt und die entsprechende EU-weite Ausschreibung mit Unterstützung der regioIT angestoßen worden.

Die Vorlage zum Vergabevorschlag wird voraussichtlich in die letzte Sitzung 2019 des Betriebsausschusses Gebäudemanagement zur Beratung eingebracht werden.

Nach einer kurzen Erörterung unter Beteiligung des Ratsherrn Jacoby sowie Herrn Gaube, ob andere Kommunen bereits Erfahrungen beim Einsatz eines solchen Systems sammeln konnten oder ob das Gebäudemanagement eine Vorreiterrolle einnehme, geben Frau Ferber und Herr Schavan nochmals einen Überblick über das durchgeführte Verfahren und erläutern, dass bei anderen Kommunen verschiedene Systeme im Einsatz seien.

Diese habe man teilweise im Betrieb einsehen können.

Keines dieser Systeme habe jedoch vollständig überzeugen können, da man eine spezifische Lösung suche, die die formulierten Anforderungen abdecken könne.

In einem aufwändigen Verfahren habe man Schwerpunkte der Kriterien herausgebildet, die eine gezielte Ausrichtung für das Gebäudemanagement darstellen.

Eine Orientierung bot diesbezüglich die Übersichtsliste der GermanFacilityManagementAssociation (GeFMA), Deutscher Verband für Facility Management e.V., - eine stetes aktualisierteÜbersicht zu GEFMA 444 zertifizierter CAFM-Software,die zu einer Einschränkung der Anbieter geführt habe.

Frau Ferber kündigt weitere Informationen für den nicht-öffentlichen Sitzungsteil an.

Beschluss

Der Betriebsausschuss Gebäudemanagement nimmt den Sachstandsbericht des Gebäudemanagements zur Einführung eines professionellen marktgängigen CAFM - Systems zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:


Der Betriebsausschuss Gebäudemanagement nimmt den Sachstandsbericht des Gebäudemanagements zur Einführung eines professionellen marktgängigen CAFM - Systems zur Kenntnis.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Ausgangslage

Bereits mit Gründung der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Gebäudemanagement zum 01.01.2004 wurde die Notwendigkeit einer umfassenden professionellen Softwareunterstützung erkannt und im Rahmen der Gründung die Einführung eines sog. CAFM - Systems und dessen Finanzierung beschlossen und in die Wirtschaftsplanung aufgenommen (CAFM = Computer-Aided Facility Management – Informationstechnische Unterstützung der Gebäudebewirtschaftung).

Die Einführung eines CAFM - Systems wurde zum Bestandteil der vom Rat der Stadt beschlossenen Zielvereinbarung zwischen Oberbürgermeister und Betrieb.

Definition CAFM und CAFM-System

Ein „CAFM“ ist eine Anwendungssoftware, die Facility Prozesse im gesamten Lebenszyklus umfänglich unterstützt. Die Verarbeitung grafischer und alphanumerischer Daten wird dabei ebenso als unverzichtbares Merkmal verstanden wie die systematische Steuerung im Sinne eines „Workflow Managements“ (GEFMA RL 400).

„Ein CAFM-System kann aus einer CAFM-Software, der Kombination monofunktionaler Software-Werkzeuge oder sonstiger Standard- oder Individualsoftware aufgebaut werden und ist im Bedarf an die kaufmännische Unternehmenssoftware und Gebäudeautomationssysteme über Schnittstellen angebunden“ (GEFMA RL 400).

Zielsetzung bei Gründung

Das CAFM - System sollte den Betrieb in die Lage versetzen, alle satzungsgemäß wahrgenommenen Aufgaben und Dienstleistungen noch stärker zu professionalisieren.

Den Entscheidungsträgern und Gebäudenutzern sollten durch seinen Einsatz zeitnah und aktuell alle wichtigen gebäudebezogenen Informationen und Daten für gebäudewirtschaftliche Entscheidungen zur Verfügung gestellt werden können.

Bisheriger Sachstand

Ein wichtiger Teilschritt auf dem Weg zu einem CAFM-System konnte mit der Einführung von SAP zum 01.01.2008 umgesetzt werden. Dies war ein enormer betrieblicher Kraftakt, der ein Jahr vor der verwaltungsweiten Umsetzung von SAP bei der Stadt Aachen im Sinne eines Pilotvorhabens realisiert werden konnte.

SAP deckt insbesondere die kaufmännischen Belange des Betriebes professionell ab (u.a. Finanz-buchhaltung einschließlich Anlagenbuchhaltung; Mietvertragsmanagement; Budgetmanagement).

Darüber hinaus bot der Anbietermarkt seinerzeit in den übrigen wichtigen Segmenten eines CAFM-Systems (u.a. Verknüpfung von grafischen und alphanumerischen Daten; Instandhaltungsmanagement; Unterstützung Betreiberverantwortung; Help- und Service-Desk) aus Sicht des E 26 keine geeigneten professionellen, marktgängigen und mit SAP kompatiblen Produkte.

Aus diesem Grund wurden die bereits vorhandenen Eigenentwicklungen auf Basis der Standardsoftware Microsoft Accessvorerst weiter fortgeführt, die insbesondere bei der Datenvorhaltung - graphisch und alphanumerisch - maßgebliche Unterstützung boten. Eigenentwicklungen dieser Art waren auch in einigen anderen großen und gut aufgestellten Kommunen die Regel.

In dieser Kombination von SAP und den Access-Datenbanken gelang es im Sinne einer Übergangs-lösung, eine sehr gute Datenbasis aufzubauen. Diese wurde in der Vergangenheit durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) NRW mehrfach positiv hervorgehoben.

Aktuelle Problemlage

Die derzeitige Kombination von SAP und Eigenentwicklungen stößt bereits seit einiger Zeit an ihre Grenzen bzw. ihre Nachteile treten immer deutlicher hervor:

fehlenden Schnittstellen zwischen den Systemen und somit die Vorhaltung von redundanten Daten mit Gefahr von inhomogenen Datenbeständen

die Datenbanken sind wegen ihrer Komplexität zwischenzeitlich kaum noch beherrschbar

Wartungs- und Änderungsarbeiten an den Datenbanken können - aufgrund des Fehlens eines Testsystems - ausschließlich an Wochenenden durchgeführt werden

die Größenordnung des städtischen Gebäudemanagements (Anzahl Mitarbeiter, zu bewirtschaftende Fläche/Anzahl der Gebäude, Datenmenge und das umzusetzende Volumen) machen den Ersatz der Access-Lösungen durch ein professionelles System erforderlich

betriebliche Kernprozesse, die technische Betreiberverantwortung und die Einbindung von Nutzern und Auftragnehmern in die gebäudewirtschaftlichen Prozesse werden nicht in dem erforderlichen Umfang unterstützt

erhöhter Aufwand der nachweisenden Dokumentation zu gesetzlich vorgeschriebenen Wartungen und Prüfungen

Schon allein aus Gründen des betrieblichen Risikomanagements ist somit eine Ablösung durch ein professionelles, marktgängiges System dringend angezeigt.

Aber auch die fehlende Zukunftsfähigkeit der derzeitigen Lösung vor dem Hintergrund der sich rasant entwickelnden DV-Landschaft im Zuge der Digitalisierung (u.a. BIM) bedarf einer Anbindung an ein adäquates System.

Aktuelle Anforderungen an das CAFM – System

Die zwischenzeitlich enorme Weiterentwicklung im Bereich der marktgängigen CAFM-Produkte ermöglicht nunmehr den Umstieg.

Ausgewählt werden soll ein System, das sich bereits im Einsatz bei größeren kommunalen Gebäudewirtschaften befindet. Es soll die Kernprozesse und den Workflow unterstützen, anwenderfreundlich sein und die Einbindung von Externen (Kunden, Firmen) in die Prozesse ermöglichen. Mobile Endgeräte sollen eingebunden werden können und eine systemische Verbindung mit dem im Einsatz befindlichen SAP zu einem Gesamtsystem erfolgen.

Kundenanliegen sollen systematisch erfasst und ihr Bearbeitungsstand dokumentiert werden.

Grafische und alphanumerische Daten sind verknüpfbar und in den Prozessen abrufbar.

Weitere Anforderungen u.a.:

GEFMA zertifiziert oder entsprechende Nachweise der Funktionalitäten

Unterstützung der technischen Betreiberverantwortung

Historisierung /Rechts-/Revisionssicherheit

Konfigurationen sind durch den E 26 möglich

App-Unterstützung

BIM-Fähigkeit

Verfahren und Umsetzungsstand

Die regio iT wurde in ihrer Rolle als umfassender DV-Dienstleister für die Stadt Aachen tätig, um den Betrieb bei der erforderlichen Auswahl der Software zu unterstützen und hat das formelle Verfahren in die Wege geleitet.

Gemeinsam mit der regio iT und unter Einschaltung eines versierten Beraters für die Einführung von CAFM - Systemen wurden die betrieblichen Kernprozesse des Gebäudemanagements aufgenommen, dokumentiert und die Anforderungen an ein CAFM - System (u.a. Leistungsverzeichnis; Mindestanforderungen; Schnittstellenkonzept und Konzept zur Datenmigration) erarbeitet.

Aktuell führt die regio iT auf der Basis dieser umfangreichen Unterlagen mit Unterstützung durch die E.V.A - Beschaffungsstelle gemeinsam mit dem E 26 ein Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb durch.

Von folgendem Zeitplan wird nach aktuellem Kenntnisstand ausgegangen:

April 2019

Prüfung der eingegangenen Teilnahmeanträge / Auswahl geeigneter Bieter

Juni 2019

Angebotsabgabe (Indikatives Erstangebot)

September 2019

Verhandlungsverfahren mit Systemvorführungen

Oktober 2019

Abgabe letztverbindlicher Angebote

Oktober 2019

Angebot der regio iT an E 26

26.11.2019

Vorlage für den Betriebsausschuss

2020

schrittweise Einführung

01.01.2021

Echteinsatz

Die Einführung des CAFM - Systems soll aufgrund seiner Komplexität in mehreren Implementierungs-stufen erfolgen, letztlich jedoch neben einem Basiskatalog folgende Teilbereiche abdecken:

Help- und Service-Desk

Instandhaltungsmanagement

Flächenmanagement

Budgetmanagement und Kostenverfolgung in Kombination / Abgleich mit SAP

Projektmanagement

Reinigungsmanagement

Umzugsmanagement

Vermietungsmanagement (Abgleich mit SAP – Funktionalitäten)

Energiecontrolling (Abgleich mit e2watch-Funktionalitäten)

Aufwendungen / Finanzierung

Bezogen auf einen Vertragsabschluss mit der regio iT über einen Softwareeinsatz von mindestens

8 Jahren ist nach einer ersten Aufwandsschätzung von durchschnittlichen jährlichen Aufwendungen (u.a. User-Lizenzen/Weblizenzen, Wartung, Beratungs- und Konfigurationsleistungen während der Einführung, Anwenderschulungen (rd. 120 User), Schnittstellenprogrammierung, Übernahme Altdatenbestand) von ca. 257.000 Euro p.a. auszugehen.

Die erforderlichen Mittel stehen im Rahmen der Wirtschaftsplanung des Gebäudemanagements zur Verfügung.

Abstimmungsergebnis

Zustimmung:12 Ablehnung: Enthaltung:
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2019-04-09 E 26_0153_WP17 Sachstandsbericht zu SAO.pdf

25.11.2024

89.7 KB

Metadaten

TOP
Ö 6
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Betriebsausschusses für das Gebäudemanagement
Gremium
Betriebsausschuss Gebäudemanagement
Datum
Di., 14.05.2019
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
E 26 - Gebäudemanagement
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 10:39