Projektanträge zur Integration – Aktueller Sachstand / Anträge des Vereins zur Förderung Integrativer Jugendcamps e.V.
FB 56/0260/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Vgl. TOP 1: Dieser Tagesordnungspunkt wurde vorgezogen und nach Tagesordnungspunkt 3 behandelt.
Ratsfrau Brammertz verlässt für diesen Tagesordnungspunkt die Sitzung. Sie wird durch Herrn Lindemann vertreten.
Frau Lara Brammertz und Herr Mayer präsentieren die in der Vorlage beschriebenen Projekte mit Hilfe eines Films und einer Power-Point-Präsentation (Anlage 1)
Herr Frankenberger teilt mit, dass aus Sicht der Verwaltung die finanzielle Unterstützung der beiden hervorragenden Projekte dringend von der Stadt sichergestellt werden sollte, nachdem die Fördermittel des Landes weg gefallen sind.
Herr Lindemann erläutert ergänzend, dass bei der hohen Summe zu beachten ist, dass es sich um zwei Projekte handeln, die 5 Tage lang dauern und in denen bis zu 100 Jugendliche mit großem Aufwand eine einmalige Gelegenheit geboten wird, Integration in einer spannenden Umgebung zu erleben. Wenn man dies umrechnet, bedeutet dies 10 Euro pro Tag pro Person. Zudem wird über diese Projekte regelmäßig in der Presse berichtet.
Frau Ambadar merkt an, dass in der Beschreibung der voraussichtlichen Projektausgaben Kosten für ehrenamtliche Betreuung in Höhe von 3.000 € bzw. 6.000 € aufgeführt sind; diese Beträge widersprechen dem Begriff „Ehrenamt“.
Frau Brammertz erwidert, dass bestimmte Ausgaben z.B. für Personen mit professioneller Ausbildung wie Sonderpädagogen oder Sanitäter, auch wenn diese ehrenamtlich erbracht werden, rechtlich vorgeschrieben sind.
Frau Fröhlich lobt die gute Arbeit der letzten Jahre und fragt nach, wie hierfür geworben wird.
Frau Brammertz erläutert, dass das Projekt unter den Jugendlichen sehr bekannt ist, auch in Schulen bekannt gemacht wird und über Mund-zu-Mund Propaganda weiter verbreitet wird.
Herr Ghaei lobt inhaltlich die beiden Projekte.
Er fragt nach, ob entsprechend den Richtlinien nicht nur ein Projekt pro Verein gefördert werden kann und ob auch eine Förderung durch die StädteRegion beantragt wurde. Zudem hat es immer einen faden Beigeschmack, wenn ein Mitglied des Integrationsrates bei der Antragstellung beteiligt ist.
Herr Demmer erwidert, dass Ratsfrau Brammertz für die Beratung und Entscheidung über diesen Tagesordnungspunkt die Sitzung verlassen hat und deren Unterschrift unter den Projektanträgen rechtlich nicht zu beanstanden ist.
Frau Brammertz erklärt, dass die StädteRegion die Projekte auch in anderer Art unterstützt, z.B. Mittel für Gebärdendolmetscher zur Verfügung stellt und Unterstützung bei der Werbung anbietet.
Herr Frankenberger verweist auf S. 61 der Einladung. Dort ist aufgeführt, dass auch von der StädteRegion Mittel beantragt wurden. Die StädteRegion hat diese Projekte in den letzten Jahren regelmäßig finanziell unterstützt.
Herr Demmer ergänzt, dass es auch in Vorjahren mehrere Anträge eines Antragstellers in einem Jahr gegeben hat, die positiv entschieden wurden. Diesmal fällt es nun mehr auf, da die Antragstellung für beide Projekte zeitlich zusammen fällt.
Es folgt eine rege Diskussion des Integrationsrates, bei der festgestellt wird, dass die Vergaberichtlinien für Projekte immer eingehalten werden und immer konsequent angewandt werden müssen.
Herr Ghaei gibt zu bedenken, dass die beantragte Summe sehr hoch ist und bei einer Bewilligung nicht genügend finanzielle Mittel zur Unterstützung andere Vereine verbleiben.
Herr Frankenberger erwidert, dass in der Vergangenheit regelmäßig am Jahresende Geld in den städtischen Haushalt zurück geflossen ist, weil nicht alle Mittel verausgabt werden konnten.
Herr Demmer macht einen Kompromissvorschlag, dass eine Teilsumme fest zugesagt wird und der Rest als Bürgschaft gegen Nachweis, dass die Finanzierung nicht anderweitig gedeckt werden konnte.
Herr Müller lobt das Projekt und befürwortet dessen finanzielle Unterstützung.
Herr Mayer betont abschließend, dass das Projekt eine nachhaltige Wirkung entfaltet. Die Jugendlichen werden an Sportvereine herangeführt.
Der Beschluss erfolgt mehrheitlich mit 10 Ja-Stimmen, 1 Gegenstimme und 3 Enthaltungen.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Integrationsrat nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, die eingereichten Projektanträge Nr. 3 und 4 mit einer Gesamtsumme in Höhe von 10.000,00 Euro zu fördern.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Erläuterungen zu den im Jahr 2019 bisher eingegangenen Projektanträgen
Zur Durchführung von integrativen Maßnahmen stehen im Haushalt 2019 zum PSP-Element 4-050501-901-3/53180000 „Projekte zur Integration“, 138.000,- Euro zur Verfügung.
In seiner Sitzung vom 30.01.2019 hat der Integrationsrat beschlossen, dass eine Summe von 45.000,00 Euro für Projektanträge zur Integration zur Verfügung stehen.
Bisher lagen der Verwaltung zwei Projektanträge vor, über die in der Sitzung vom 27.03.2019 berichtet wurde (siehe auch Anlage 1 - Übersicht Projektanträge 2019 Nr. 1 und 2). Nach Bewilligung dieser beiden Projekte in Höhe von insgesamt 3.960,00 Euro stehen daher noch 41.040,00 Euro für Projekte zur Verfügung.
Am 02.05.2019 gehen nunmehr zwei Projektanträge des Vereins zur Förderung Integrativer Jugendcamps e.V. ein. Beide Projekte werden bereits seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte bisher unter anderem über den Landesportbund sowie den Landschaftsverband Rheinland. Im Jahr 2019 hat das Land NRW seine Zuschüsse gekürzt, so dass eine Gesamtsumme von 10.000,00 Euro nunmehr über „Projekte zur Integration“ beantragt wird, um die Durchführung der Projekte nicht zu gefährden.
Projektantrag Nr. 3
Verein zur Förderung Integrativer Jugendcamps e.V.
„14. Integratives Segelflug-Jugendcamp“
Beantragt: 5.000 Euro
Das Projekt richtet sich an Jugendlicheab 14 Jahren, mit und ohne Behinderung, Migrationshintergrund und Fluchterfahrung. Mehr als 100 Jugendliche aus der StädteRegion Aachen nehmen an dem Projekt teil. Es wird am Flugplatz Aachen-Merzbrück durchgeführt.
Die teilnehmenden Jugendlichen stammen überwiegend aus sozial benachteiligten Familien oder wohnen in sozialen Brennpunkten der beteiligten Kommunen.
Das inklusiv-integrative Jugendsportprojekt bietet insbesondere Jugendlichen mit sozialen, finanziellen, psychischen, physischen und mentalen Beeinträchtigungen eine kostenlose Ferienfreizeit an um mit anderen Jugendlichen in Kontakt treten zu können, um Vorurteile nachhaltig abbauen zu können, um Gemeinsamkeiten erleben zu dürfen, um Gegensätze erfahrbar machen zu können, um das Selbstbewusstsein zu stärken, gegenseitigen Respekt über sportliche Regeln zu erfahren, Empathie füreinander zu stärken, Ausgrenzungen zu verhindern.
Dabei werden hier verschiedene Integrationsansätze verfolgt:
-Zum einen werden Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammengeführt. Berührungsängste, insbesondere Migranten gegenüber Jugendlichen mit Behinderung, werden rasch überwunden, weil Vorbehalte durch gemeinsame Aktivitäten nachhaltig ausgelöscht werden können.
- Zum anderen werden Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus der gesamten Städteregion und darüber hinaus aus der Euregio zusammengebracht. Das gemeinsame Erlebnis "Segelfliegen" lässt die Teilnehmer/innen schnell zu einer homogenen Gruppe zusammenwachsen.
- Des Weiteren sind Jugendliche aller Schulformen an dieser Veranstaltung beteiligt, Förder-, Haupt-, Real-, Gesamtschulen sowie Gymnasien. Soziale Unterschiede sind beim Camp nicht mehr erkennbar, weil die Teilnahme für alle kostenlos ist.
Das Abenteuer Segelfliegen und jede Menge gemeinsame Aktivitäten lassen sehr schnell interkulturelle Freundschaften wachsen, die über das Camp hinaus selbst grenzüberschreitend anhalten. Die durchweg positiven Erfahrungen tragen die Teilnehmer/innen alle nachhaltig zurück inihre Einrichtungen, in ihre Schulen, Vereine und in ihre Familien.
Das Projekt wird als förderfähig bewertet und dem Integrationsrat zur Förderung in Höhe von 5.000,00 € empfohlen.
Förderhöhe: 5.000,00 Euro
Projektantrag Nr. 4
Verein zur Förderung Integrativer Jugendcamps e.V.
„9. Integratives Segel-Jugendcamp“
Beantragt: 5.000 Euro
Das Projekt richtet sich an Jugendlicheab 14 Jahren, mit und ohne Behinderung, Migrationshintergrund und Fluchterfahrung. Mehr als 70 Jugendliche aus der StädteRegion Aachen verbringen gemeinsam fünf Tage in Woffelsbach am Rursee.
Die teilnehmenden Jugendlichen stammen überwiegend aus sozial benachteiligten Familien oder wohnen in sozialen Brennpunkten der beteiligten Kommunen.
Zusammen nehmen sie am Segelbetrieb des Aachener Bootsclubs sowie am Ruder-, Kanu- und Surf-Betrieb der RWTH Aachen teil und haben die Möglichkeit, gemeinsam den Umgang mit verschiedenen Booten und Wassersportarten kennen zu lernen. Ein gemeinsamer Törn über den Rursee ist das Herzstück des Camps weil es Berührungsängste und Barrieren bei den Jugendlichen nachhaltig überwindet. Die Jugendlichen mit Handicap werden von den Inklusionsbeauftragten der Kommunen in Zusammenarbeit mit den Behinderteneinrichtungen der Städteregion ausgesucht. Für die Jugendlichen ohne Handicap ist die Teilnahme eine Belohnung für ihr bürgerschaftliches Engagement in einer Einrichtung, Schule, Offenen Tür, Verein oder Verband.
Dabei werden hier verschiedene Integrationsansätze verfolgt:
-Zum einen werden Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammengeführt. Berührungsängste, insbesondere Migranten gegenüber Jugendlichen mit Behinderung, werden rasch überwunden, weil Vorbehalte durch gemeinsame Aktivitäten nachhaltig ausgelöscht werden können.
- Zum anderen werden Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus der gesamten Städteregion und darüber hinaus aus der Euregio zusammengebracht. Das gemeinsame Erlebnis "Segelfliegen" lässt die Teilnehmer/innen schnell zu einer homogenen Gruppe zusammenwachsen.
- Des Weiteren sind Jugendliche aller Schulformen an dieser Veranstaltung beteiligt, Förder-, Haupt-, Real-, Gesamtschulen sowie Gymnasien. Soziale Unterschiede sind beim Camp nicht mehr erkennbar, weil die Teilnahme für alle kostenlos ist.
Das Abenteuer Segelfliegen und jede Menge gemeinsame Aktivitäten lassen sehr schnell interkulturelle Freundschaften wachsen, die über das Camp hinaus selbst grenzüberschreitend anhalten. Die durchweg positiven Erfahrungen tragen die Teilnehmer/innen alle nachhaltig zurück in ihre Einrichtungen, in ihre Schulen, Vereine und in ihre Familien.
Das Projekt wird als förderfähig bewertet und dem Integrationsrat zur Förderung in Höhe von 5.000,00 € empfohlen.
Förderhöhe: 5.000,00 Euro
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
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Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | ||||||||
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||||||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) | ||||||||
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | |||||||||||||
Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (5)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 93239
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=93239
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2019-04-29 FB 56_0260_WP17 Projektantraege zur I SAO.pdf
7.11.2024
1.5 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 9
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Integrationsrates
- Gremium
- Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
- Datum
- Mi., 22.05.2019
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 10:44
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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