Wegesanierung StadtparkErster Schritt zur Umsetzung des Parkpflegewerks
FB 36/0363/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Herr Dr. Ruckert erläutert die Vorlage der Verwaltung.
Auf Nachfragen von Frau Breuer und Herrn Jennissen bestätigt er, dass das vorgesehene Leitsystem für Menschen mit Einschränkung der visuellen Wahrnehmung den maßgeblichen DIN-Normen entspreche. Die Materialität habe sich in anderen Städten bereits bewährt.
Zur Frage von Herrn Beus nach der nicht einheitlichen Wegegestaltung führt er aus, dass man die aus Kostengründen mit der eingestreuten Gestaltung auf die aus denkmalpflegerischer Sicht sensiblen Bereiche beschränke.
Für die Fraktion Die Linke begrüßt Herr Beus grundsätzlich die Vorlage der Verwaltung, mit der Aussage zur Wegegestaltung sei man jedoch nicht zufrieden. Das Parkpflegewerk sei eine aufwendige Maßnahme, da seien die aus finanziellen Gründen geplanten Abstrichean einem so wichtigen Punkt wie der einheitlichen Gestaltung der Wegenicht nachvollziehbar. Man wolle daher anregen, als Planungsausschuss heute den Wunsch zu formulieren, eine Lösung für eine einheitliche Gestaltung unter Verwendung der Einstreu zu finden.
Für die Fraktion der Grünen stimmt Herr Rau dem Vorschlag von Herrn Beus zu, das Votum des Ausschusses für einheitliche Gestaltung deutlich zu machen. Zudem sehe er einen dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich des Minigolf-Platzes, hier bitte man die Verwaltung, eine Aufwertung und damit einen Erhalt dieses gerade für Familien kostengünstigen Freizeitangebots im Park nicht aus den Augen zu verlieren.
Für die SPD-Fraktion spricht sich auch Herr Schultheis für eine möglichst zeitnahe Unterstützung der Minigolf-Anlage aus. Was die einheitliche Verwendung von Einstreu auf den Wegen angehe, so könne man dies aus gestalterischen Gründen durchaus unterstützen. Man bitte jedoch darum, Kosten und auch Haltbarkeit genau zu prüfen.
Für die CDU-Fraktion dankt Herr Gilson der Verwaltung für die Vorstellung dieses sehr schönen Projekts, das man gerne unterstützen wolle.
Der Ausschuss fasst den folgenden
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nimmt die Ausführungen zur Wegesanierung im Stadtpark zustimmend zur Kenntnis. Sie empfiehlt dem Planungsausschuss und dem Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz, die Verwaltung mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen zu beauftragen.
Der Planungsausschuss nimmt die Ausführungen zur Wegesanierung im Stadtpark zustimmend zur Kenntnis. Er beschließt in seiner Zuständigkeit für denkmalpflegerische Belange, die Verwaltung mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen zu beauftragen.
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt die Ausführungen zur Wegesanierung im Stadtpark zustimmend zur Kenntnis. Er beschließt, die Verwaltung mit der Umsetzung der dargestellten Maßnahmen zu beauftragen.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Parkpflegewerk: Entwicklungskonzept und Maßnahmen
Im Oktober und November 2018 wurde den zuständigen Gremien das Parkpflegewerk für den Stadtpark vorgestellt. Auf dieser Basis wurde der Auftrag für die weitergehende Planung der dort genannten Maßnahmen beschlossen. Eine vorrangige Handlungsempfehlung des Parkpflegewerks, auf die bereits in der entsprechenden Beschlussvorlage eingegangen wurde, ist die Sanierung besonders wichtiger Teile des Wegesystems.
Erster Umsetzungsschritt: die Erneuerung von Wegeflächen
Die Wege im Stadtpark werden intensiv für Sport und Erholung genutzt. Zudem haben sie eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen der Innenstadt im Bereich der Monheimsallee und den Quartieren nördlich und östlich Passstraße. Die Bandbreite der Altersgruppen bei den Nutzerinnen und Nutzern ist hoch. Nicht zuletzt aufgrund der Lage mehrerer Kindertagesstätten und einer Seniorenresidenz im direkten Umfeld des Parks ist eine gute Beschaffenheit der Wege wichtig, auch für den Gebrauch mit Kinderwagen, Laufrädern und Rollatoren.
Während der Bestandsaufnahme des Parkpflegewerks wurde erneut deutlich, dass vor allem in den zahlreichen Hanglagen durch Ausspülungen immer wieder Schäden an unbefestigten Wegeoberflächen entstehen. Diese verursachen einen wiederkehrend hohen Unterhaltungsaufwand und damit verbunden kontinuierliche Kosten.
Abb. 1: Beispiel für schadhafte wassergebundene Decke, Einfassung und Entwässerung außer Funktion
Aus diesem Grund wurde als erster Baustein zur Umsetzung des Parkpflegewerks eine Planung für die Erneuerung besonders problematischer Wegeflächen erstellt. Um die Nutzbarkeit zu verbessern und diese auch bei schwierigen topografischen Verhältnissen langfristig zu gewährleisten, wird dabei in einigen Bereichen ein Wechsel des Belags vorgesehen.
Dabei werden v. a. zwei Ziele verfolgt:
- die nachhaltige Reparatur schadhafter Wege, insbesondereausgespülter Flächen in Hanglagen (Schwerpunkt im Bereich des Wingertsbergs)
- eine auch bei schlechter Witterung gut nutzbare 'Hauptverbindung' von der Monheimsallee bis zur nördlichen und östlichen Passstraße
Bauweise und Oberflächen
Die 'Hauptverbindung' (siehe Lageplan)ist in dem Abschnitt von der Monheimsallee bis zum Gebäude des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) heute schon asphaltiert. Der Belag ist jedoch fast durchgängig beschädigt, er weist zahlreiche Risse und Unebenheiten auf. Deshalb wird der Asphalt in diesem Bereich erneuert (siehe Lageplan, Teilbereiche 1-3). Die übrigen Abschnitte bis zur Kastanienallee an der Passstraße sind derzeit wassergebundene Flächen. Sie sollen wegen des bereits geschilderten, dauerhaften Auftretens von Ausspülungen ebenfalls asphaltiert werden. Dieser Belag erhält jedoch als Oberfläche eine speziell verarbeitete Einstreu, um dem optischen Eindruck der ursprünglichen Wegeflächen zu entsprechen und damit den Anforderungen der Denkmalpflege entgegen zu kommen (siehe Lageplan, Teilbereiche 4-11).
Der Weg wird, außer im Bereich bestimmter Baumstandorte (siehe unten), auf der ganzen Länge beidseitig mit einem grauen Kantenstein eingefasst, kombiniert mit einem vorgelagerten Basamentstein. Mit wenigen Ausnahmen aus Gründen der Wasserführungist jeweils eine Anschlagshöhe von ca. 5cm zwischen Kantenstein und Basamentstein vorgesehen.
In dem Abschnitt vom Gebäude des NAK bis zur Kastanienallee an der Passstraße wird in Verbindung mit den Wegebauarbeiten der Entwässerungskanal erneuert. Die alten Leitungen sind teilweise eingebrochen, durchwurzelt und verstopft. Die Entwässerung der zu erneuernden Flächen kann nicht über dieses schadhafte Kanalsystem erfolgen. Ebenfalls wird im Zuge der Sanierung ein Kabel für eine spätere Ergänzung der Beleuchtung an der 'Hauptverbindung' in Richtung Kastanienallee verlegt
Baumschutz
Zur Planung für die Wegesanierung wurde eine Ortsbegehung mit dem Sachgebiet Baumschutz durchgeführt, weil auch Arbeiten im Wurzelbereich von Bäumen durchgeführt werden müssen. Der jeweiligen Situation entsprechend werden verschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört beispielsweise, den Wegan den betreffenden Stellen zu verschmälern bzw. eine bogenförmige Aussparung anzulegen, den Kronentraufbereich von Erdarbeiten auszunehmen oder im Bereich von Wurzeln in Handarbeit vorzugehen.
Leitsystem
Die Planung für die Erneuerung der betreffenden Wege wurde in der Entwurfsphase der Kommission Barrierefreies Bauen vorgestellt. Ursprünglich war vorgesehen, die Einfassung mit Kantensteinen als durchgängig wegebegleitendes Leitelement anzulegen, das sowohl optisch erkennbar als auch für Menschen mit Einschränkung der visuellen Wahrnehmung physisch ertastbar ist. Dies wurde von Seiten der Kommission als nicht ausreichend angesehen und mit der Forderung nach einem mittig im Weg verlaufenden Streifen aus Rillenplatten verbunden.
Da der Einbau dieser Rillenplatten in einer Asphaltfläche bautechnisch sehr aufwändig und kostenintensiv wäre, ist nun vorgesehen, die tastbaren Rillen in die Oberfläche einzufräsen. Die Querschnitte dieses Leitsystems entsprechen den Anforderungen der DIN-Norm, auch die Aufmerksamkeitsfelder an wichtigen Abzweigen können mit der Fräs-Technik hergestellt werden.
Im beigefügten Übersichtsplan sind die Wegeabschnitte mit der jeweils geplanten bautechnischen Erneuerung dargestellt.
Finanzierung
Die Berechnung der Baukosten für die Erneuerung der dargestellten Wegeflächen mit besonderem Handlungsbedarf ergibt eine Gesamtsumme von 1.009.000,00 € brutto. Darin sind die erforderliche Erneuerung des Entwässerungskanals und die Anlage des taktilen Leitsystems enthalten.
Die entsprechenden Mittel sind vorhanden im PSP 5-130101-900-02500-900-1 (siehe Tabelle 'Finanzielle Auswirkungen').
Durch die Aufnahme des Projekts in das Innenstadtkonzept werden alle damit zusammen hängenden Maßnahmen zu 80% über die Städtebauförderung finanziert.
Mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen zur Erneuerung des Wegesystems ist eine – im Zuge des laufenden Organisationsprozesses zum Grünmanagement noch zu beziffernde -Reduzierung von Unterhaltungskosten verbunden. Die an dieser Stelle eintretende Einsparung soll für Mehraufwand, der für die Umsetzung weiterer Maßnahmen des Parkpflegewerks erwartet wird, als Deckung herangezogen werden.
Zeitplanung und weiteres Vorgehen
Auf der Basis des Baubeschlusses wird die Ausschreibung für die Erneuerung der betreffenden Wegeflächenerstellt. Die entsprechende Submission soll im Oktober 2019 erfolgen. Der Start derUmsetzung ist je nach Witterung ab Dezember 2019oder Januar 2020 vorgesehen. Die Zeitplanung ist darauf ausgerichtet, die Beeinträchtigung für die diversen Nutzungen in der Parkanlage so gering wie möglich zu halten.
Für die weitere Umsetzung der im Parkpflegewerk benannten Maßnahmen wurden im Entwicklungskonzept räumliche Schwerpunkte benannt.
Abb. 2: Fokus-Bereiche für die Umsetzung gartendenkmalpflegerischer Maßnahmen
Zu den einzelnen Vorhaben in diesen Bereichen gehören u.a.
- Teilwiederherstellung des Konzertplatzes
- Instandsetzung des Senkgartens im Farwickpark
- Instandsetzung der Blumenterrassen und des Lindenrondells
- Teilwiederherstellung des Rosengartens
Zur Realisierung dieser Maßnahmen-Pakete werden Fördermittel im Rahmen des Innenstadtkonzepts 2022 beantragt. Alle damit zusammenhängenden Vorhaben werden zu 80% über die Städtebauförderung finanziert.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
PSP-Element 5-130101-900-02500-900-1, 'Parkpflegewerk Kur- & Stadtgarten (ISK)' | ||||||||||||||||
Investive Auswirkungen | Ansatz 2019 | Fortgeschriebener Ansatz 2019 | Ansatz 2020 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | ||||||||||
Einzahlungen | 0 | 0 | 1.440.000 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Auszahlungen | 0 | 1.267.874,08* | 1.800.000 | 0 | 3.067.874,08 | 3.067.874,08 | ||||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | |||||||||||||||
PSP-Element 4-130101-921-8, 'Parkpflegewerk Kur- & Stadtgarten (ISK)' | ||||||||||||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 2019 | Ansatz 2020 ff. | Fortgeschriebe-ner Ansatz 20xx ff. | Folgekos-ten (alt) | Folgekos-ten (neu) | ||||||||||
Ertrag | 0 | 0 | 1.440.000 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Abschreibungen | 0 | 1.267.874,08* | 1.800.000 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | ||||||||||||||
Deckung ist gegeben | Deckung ist gegeben | |||||||||||||||
* als Ermächtigungsübertragung aus dem Vorjahr
Durch die Aufnahme des Projekts in das Innenstadtkonzept werden alle damit zusammenhängenden Maßnahmen zu 80% über die Städtebauförderung finanziert.
Folgekosten: siehe Erläuterungen zur Vorlage
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (4)
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Technische Details
ID: 93316
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=93316
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2019-04-12 FB 36_0363_WP17 Wegesanierung Stadtp SAO.pdf
8.11.2024
13.8 MB
Betroffene Straßen
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Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Planungsausschusses
- Gremium
- Planungsausschuss
- Datum
- Do., 06.06.2019
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 10:51