2. Juli 2019 um 17:00, Sitzungssaal im Fachbereich Umwelt
TOP 4Öffentlich

Sachstandsbericht der Amprion GmbH hinsichtlich der Stromleitung ALEGrO

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Beratung

Herr Sander, Projektbetreuer der Amprion GmbH, erläutert zunächst den Trassenverlauf und den Zeitplan anhand einer Karte. Er gibt bekannt, dass beim Projekt ALEGrO, anders als bei Amprion, eine Aufteilung in Arbeitsabschnittsbereiche erfolge. Die in der Karte dargestellten grünen Bereiche seien bereits abgeschlossene Bauabschnitte, die orangen dargestellten Bereich seien derzeit im Bau. Auf Frage von Herrn von Frantzius gibt Herr Sander bekannt, dass teilweise eine parallele Trassenführung von Zeelink und ALEGrO erfolge.

Er führt weiterhin aus, dass Im Bereich des Trinkwasserschutzgebietes Eicher Stollen die Stromleitung um dieses Gebiet herumgelegt werde. Eine Klage einer Anwohnerin gegen diese Umleitung der Stromtrasse werde voraussichtlich aufgrund des Schutzstatus des Trinkwasserschutzgebietes nicht stattgegeben werden können.

Herr Koch, betroffener Landwirt, erkundigt sich nach dem Zeitplan; da er seine Flächen während der Bauphase nicht bewirtschaften könne. Da die Fördergelder lediglich 2 Jahre nach Nicht-Bewirtschaftung weiter gezahlt werden, befürchtet er den Wegfall der Förderung vor Fertigstellung der Maßnahme. Herr Sander gibt dazu bekannt, dass dazu derzeit Gespräche geführt werden. Er bietet Herrn Koch an, sein Anliegen unmittelbar per E-Mail an ihn heranzutragen und sagt zu, sich darum zu kümmern.

Herr Klinkenberg erkundigt sich danach, ob durch die Stromleitung auch Atomstrom aus Belgien nach Deutschland transportiert werde. Herr Sander gibt dazu bekannt, dass die Stromleitung eine Transportkapazität von 1.000 Megawatt (MW) habe. Die Richtung des Stroms könne gewählt werden und richte sich nach der Marktsituation. Da der belgische Strompreis in der Regel höher ist als der Deutsche, wird meist Strom aus Deutschland nach Belgien geführt. Andersherum könne es durchaus sein, dass auch Atomstrom transportiert werde.

Herr Sander gibt hinsichtlich der technischen Umsetzung des Projektes bekannt, dass

75 % der Strecke in offener Bauweise erfolge,

20 Querungen im Horizontal-Pressbohrverfahren und

9 Querungen im Spülbohrverfahren durchgeführt werden und

3 Kabeltunnel verlegt werden.

Auf Nachfrage von Frau Nelißen, wie tief gebohrt werde, gibt Herr Sander bekannt, dass die Bohrtiefe 8-12 m betrage.

Herr Weiland, ILS Essen GmbH, Institut für Landschaftsentwicklung und Stadtplanung, Ökologische Baubegleitung, stellt die im Planfeststellungsbeschluss festgelegten naturschutzrechtlichen Maßnahmen anhand einer Power-Point-Präsentation vor. Diese wurde den Mitgliedern des Naturschutzbeirates per E-Mail vom 11.07.2019 übersandt. Herr Weiland gibt bekannt, dass er das Projekt bereits seit Planungsbeginn betreue und nun auch die Ökologische Baubegleitung durchführe. Laut Auskunft von Herrn Weiland erfolge eine wöchentliche Teilnahme an der Baubesprechung und ebenfalls eine wöchentliche Berichterstattung. Er fügt weiterhin an, dass zwar versucht worden sei, im Vorfeld alle Eventualitäten zu berücksichtigen, es jedoch immer sein könne, dass unvorhergesehene Ereignisse eintreten; in diesem Fall müsse eine Nachbilanzierung erfolgen. Die Kompensation erfolge durch die Abbuchung von Ökopunkten und darüber hinaus durch die Wiederherstellung. Es werde nach Abschluss der Baumaßnahme lediglich ein Streifen von 10 m freigehalten.

Herr Weiland weist darauf hin, dass im Augustinerwald kürzlich ein Havariefall eingetreten sei und aus einem „Ausbläser“ Flüssigkeiten (Wasser und Tonmaterialien) ausgetreten seien. Die Spülung sei sofort eingestellt worden und es habe keine Flüssigkeit in den Bach eintreten können, so dass aus seiner Sicht keine negativen Auswirkungen auf Natur und Landschaft erfolgt seien.

Diesbezüglich teilt Herr Mayr mit, dass er vor Kurzem eine Mail einer Anwohnerin erhalten habe, in welcher diese darüber berichtet habe, dass Schlamm in den Beverbach gelangt sei und erkundigt sich danach, ob dies ggfls. in Zusammenhang mit dem geschilderten Havariefall stehe. Dies wird durch Herrn Weiland verneint; es sei nichts in den Beverbach geflossen.

Herr Bündgens erkundigt sich danach, wie der Arbeitsstreifen von 10 m freigehalten werde. Herr Sander gibt dazu bekannt, dass dieser Bereich gemäht werde. Herr Weiland ergänzt, dass es sich oft auch um bewaldete Flächen handele. Herr Mayr schlägt vor, an den Arbeitssteifen insektenfreundliches Saatgut auszubringen..

Für diesen Tagesordnungspunkt liegen noch keine Beratungsergebnisse vor.

Technische Details

Grunddaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sondersitzung des Naturschutzbeirates
Gremium
Naturschutzbeirat
Datum
Di., 02.07.2019
Uhrzeit
17:00
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Status
gemischt