5. November 2019 um 16:30, Hochgrundhaus - Seminarraum 1. OG
TOP 4Öffentlich

Bericht des Kommunalen Integrationszentrums zur schulischen Situation der SeiteneinsteigerInnen in der Stadt Aachen

FB 56/0314/WP17 · Kenntnisnahme

im Ratsinformationssystem anzeigen
Beratungsergebnis:ungeändert beschlossen

Beratung

Frau Scheidt begrüßt Frau Dogan vom Kommunalen Integrationszentrum sowie Frau Ziesen als neue Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen.

Frau Ziesen dankt dem Ausschuss für die Möglichkeit, sich persönlich vorstellen zu können. Sie habe die Stelle als Integrationsbeauftragte zum 1. Juli 2019 angetreten und zuvor bei der RWTH Aachen in der Forschung gearbeitet. Sie freue sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Herr Özbay erkundigt sich unter Bezugnahme auf die Vorlage, welche Schulen die meisten Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger habe verzeichnen können. Seiner Wahrnehmung nach habe vor allem das Geschwister-Scholl-Gymnasium besonders viele Quereinsteigende und aufgrund dessen eine eigene Klasse für sie eingerichtet.

Frau Dogan erläutert, dass an sämtlichen Schulformen sogenannte Vorbereitungsklassen bzw. internationale Förderklassen in den Sekundarstufen I und II eingerichtet worden seien. Rund 44 % der Quereinsteigenden würden eine Hauptschule besuchen, 40 % ein Gymnasium und 16 % eine Realschule. Die Gesamtschulen würden derzeit keine Quereinsteigenden aufnehmen. Das Vorgehen an den Schulen werde je nach Konzeption unterschiedlich gehandhabt. An manchen Schulen würden die Quereinsteigenden zunächst 2 Jahre in einer Vorbereitungs- oder internationaler Förderklasse unterrichtet bevor sie in den Regelunterricht wechseln. Es gebe aber auch Modelle, wo einzelne Fächer gemeinsam unterrichtet würden wie beispielsweise Sport.

Herr Deloie merkt an, dass besonders die Konzentration auf Hauptschulen auffällig sei. Vor dem Hintergrund der Entwicklung, dass immer mehr Hauptschulen geschlossen werden würden, erkundigt er sich danach, ob dies bei der künftigen Zuweisung der Quereinsteigenden problematisch werden würde.

Frau Dogan berichtet, dass seit dem Anstieg der Zahlen im Schuljahr 2014/2015 aktuell eher ein Absinken festzustellen sei. Die weiteren Schulformen hätten allerdings bereits eine Bereitschaft signalisiert, Vorbereitungs- bzw. internationaler Förderklassen einzurichten, sollte der Bedarf wieder ansteigen. Leide rgebe es derzeit keine Kapazitäten für die internationalen Förderklassen an den Gesamtschulen.Sie könne aber dennoch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Schulformen in Aachen erkennen.

Frau Haring weist darauf hin, dass in der Vorlage die Rede von „schulisch unversorgter“ junger Menschen sei und erkundigt sich danach, was dies bedeute.

Frau Dogan erläutert, dass es sich hierbei um junge Menschen handele, die zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung noch nicht an eine Schulform vermittelt worden seien. Diese Zahl ändere sich fortlaufend, beispielsweise hätten während der Ferienzeit keine Vermittlungen stattfinden können.

Beschluss

Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.

Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.


Erläuterungen

Erläuterungen:

Im Folgenden wird eine Übersicht über die Situation der schulpflichtigen Neuzugewanderten gegeben.

Seit Beginn der hohen Zuwanderungszahlen von Neuzugewanderten im Schuljahr 2014/15 wurden im Aachener Schulsystem bis heute mehr als 2550 Schulplätze für Seiteneinsteiger*innen geschaffen (siehe Anlage 1).

Aus dem vergangenen Schuljahr 2018/19

Nachfolgend wird zunächst eine Übersicht der schulpflichtigen Neuzugewanderten im Schuljahr 2018/19 gegeben.

Im Schuljahr 2018/19 wurden insgesamt 361Seiteneinsteiger*innen durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen beraten und in Schulen vermittelt.

Nationalitäten:

Die Seiteneinsteiger*innen kamen 2018/19 aus 65verschiedenen Nationen. Die Kinder und Jugendlichen kamen aus folgenden Regionen und Ländern:

-Länder mit guter Bleibeperspektive, insgesamt 29%: Syrien (19,9%), Eritrea (0,25%), Irak (6,05%) und Iran (2,02%), Somalia (0,76%);

-Afghanistan (5,29%)

-EU-Länder (25,44%)

-Südosteuropäische Länder ohne EU-Länder, insgesamt 10,33%, d.h. Albanien, Bosnien Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Serbien, Türkei

-Westafrika, insgesamt 6%, d.h. Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Mali, Nigeria

Die Hauptherkunftsregionen waren im Schuljahr 2018/2019 somit mit rund 36% europäische Länder (EU und Südosteuropa, im Vorjahr 47%), sowie nach wie vor Syrien mit 20% (im Vorjahr 19%).

Sek I/II-Bereich - Vorbereitungsklassen und Internationale Förderklassen:

Im Schuljahr 2018/19 standen insgesamt 32 Klassen an 16 verschiedenen weiterführenden Schulen innerhalb des Stadtgebietes für die zugewanderten Kinder und Jugendlichen zur Verfügung.

Aus dem aktuellen Schuljahr 2019/20 (Stand: 25.09.2019):

Nachstehend ist eine aktuelle Übersicht der Seiteneinsteiger*innen im Schuljahr 2019/20 dargestellt.

Im aktuellen Schuljahr wurden seit dem Stichtag 01.08.2019 insgesamt 94Seiteneinsteiger*innen durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen beraten.

83 Schüler*innen haben bereits einen Schulplatz erhalten. Durch die täglichen Beratungen und die zum Teil vollen Klassen speziell im 1. und 2. Schuljahr, sowie in fast allen Schuljahren der Sek I-Schulen gibt es aber immer wieder zeitweise unversorgte Schüler*innen:

Altersbereich

mit Schulplatz versorgt

schulisch unversorgt

Primar (6 - 10 Jahre)

28

3

Sek I (10 - 16 Jahre)

42

8

Sek II ( 16 – 18 Jahre)

13

0

Gesamt

83

11

Nationalitäten:

Die Seiteneinsteiger*innen kommen aus 30 unterschiedlichen Nationen.

Hauptherkunftsländer sind in diesem Schuljahr aktuell Syrien, Bulgarien, Kroatien, Somalia und Deutsche, die in Deutschland geboren wurden, aber im Ausland aufgewachsen sind.

Sek I/II-Bereich - Vorbereitungsklassen und Internationale Förderklassen:

Aktuell gibt es innerhalb der Stadt Aachen 30 Klassen an 16 verschiedenen weiterführenden Schulen.


Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.

Abstimmungsergebnis

Zustimmung: Ablehnung: Enthaltung: Einstimmig.

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2019-10-09 FB 56_0314_WP17 Bericht des Kommunal SAO.pdf

7.11.2024

305.0 KB

Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses
Gremium
Kinder- und Jugendausschuss
Datum
Di., 05.11.2019
Uhrzeit
16:30
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 11:45