Bericht des Kommunalen Integrationszentrums zur schulischen Situation der SeiteneinsteigerInnen in der Stadt Aachen
FB 56/0314/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Herr Sahm dankt Frau Dogan für die ausführliche Vorlage und die geleistete Arbeit. Er erkundigt sich nach der Anzahl der „schulisch unversorgten“ jungen Menschen.
Frau Dogan, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, erläutert, dass es sich hierbei um junge Menschen handele, die zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung noch nicht an eine Schulform vermittelt worden seien. Diese Zahl ändere sich fortlaufend, beispielsweise hätten während der Ferienzeit keine Vermittlungen stattfinden können.
Herr Fischer berichtet, dass er Kenntnis von freien Plätzen in Internationalen Förderklassen habe und erkundigt sich, ob diese wieder besetzt werden würden.
Frau Dogan bestätigt, dass nach Möglichkeit immer alle freien Plätze in Anspruch genommen werden würden. So gebe es zwischen dem Zeitpunkt der Meldung eines freien Platzes und der Zuweisung eines jungen Menschen eine kurze Verzögerung.
Herr Brantin weist darauf hin, dass im Vergleich zum Jahr 2014/2015, in welchem über 2.500 junge Geflüchtete in den Schulen untergebracht worden seien, auch im aktuellen Jahr noch über 400 junge Geflüchtete beschult werden würden. Dies sei eine enorme Leistung der Schulen und den Kommunalen Integrationszentrums.
Frau Dogan ergänzt, dass es sich bei den aktuellen jungen Zugewanderten überwiegend um Personen aus Syrien und Bulgarien handele. Dies stelle eine veränderte Entwicklung im Vergleich zum Jahr 2014/2015 dar. Hinzu kämen immer mehr junge Menschen aus deutschen Familien, die wieder aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren würden und ebenfalls Sprachdefizite hätten.
Herr Rohé erläutert, dass aus diesem Grund die Voraussetzungen für schulische Bildungsmaßnahmen sehr unterschiedlich seien und lobt die Vielfalt der Angebote an den Schulen.
Herr Brötz berichtet, dass der zuständige Schulaufsichtsbeamte für den Bereich Integration bei der StädteRegion, Herr Rudig, im Vorfeld zu der Vorlage Stellung genommen habe. Er verweise darauf, dass bei wieder zunehmendem Bedarf insgesamt 13 derzeit „geschlossene“ Vorbereitungsklassen wieder reaktiviert werden könnten. Darüber hinaus seien 30 % der Vorbereitungsklassen an den Hauptschulen angesiedelt. Hier habe er den Wunsch, dass die Gesamtschulen wieder stärker in die Beschulung junger Geflüchteter eingebunden würden. Die acht Vorbereitungsklassen an den Gymnasien seien zwar eine positive Entwicklung, jedoch könne die Folgebeschulung dort in vielen Fällen nicht gewährleistet werden.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Kinder- und Jugendausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Schulausschuss nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Im Folgenden wird eine Übersicht über die Situation der schulpflichtigen Neuzugewanderten gegeben.
Seit Beginn der hohen Zuwanderungszahlen von Neuzugewanderten im Schuljahr 2014/15 wurden im Aachener Schulsystem bis heute mehr als 2550 Schulplätze für Seiteneinsteiger*innen geschaffen (siehe Anlage 1).
Aus dem vergangenen Schuljahr 2018/19
Nachfolgend wird zunächst eine Übersicht der schulpflichtigen Neuzugewanderten im Schuljahr 2018/19 gegeben.
Im Schuljahr 2018/19 wurden insgesamt 361Seiteneinsteiger*innen durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen beraten und in Schulen vermittelt.
Nationalitäten:
Die Seiteneinsteiger*innen kamen 2018/19 aus 65verschiedenen Nationen. Die Kinder und Jugendlichen kamen aus folgenden Regionen und Ländern:
-Länder mit guter Bleibeperspektive, insgesamt 29%: Syrien (19,9%), Eritrea (0,25%), Irak (6,05%) und Iran (2,02%), Somalia (0,76%);
-Afghanistan (5,29%)
-EU-Länder (25,44%)
-Südosteuropäische Länder ohne EU-Länder, insgesamt 10,33%, d.h. Albanien, Bosnien Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Serbien, Türkei
-Westafrika, insgesamt 6%, d.h. Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Mali, Nigeria
Die Hauptherkunftsregionen waren im Schuljahr 2018/2019 somit mit rund 36% europäische Länder (EU und Südosteuropa, im Vorjahr 47%), sowie nach wie vor Syrien mit 20% (im Vorjahr 19%).
Sek I/II-Bereich - Vorbereitungsklassen und Internationale Förderklassen:
Im Schuljahr 2018/19 standen insgesamt 32 Klassen an 16 verschiedenen weiterführenden Schulen innerhalb des Stadtgebietes für die zugewanderten Kinder und Jugendlichen zur Verfügung.
Aus dem aktuellen Schuljahr 2019/20 (Stand: 25.09.2019):
Nachstehend ist eine aktuelle Übersicht der Seiteneinsteiger*innen im Schuljahr 2019/20 dargestellt.
Im aktuellen Schuljahr wurden seit dem Stichtag 01.08.2019 insgesamt 94Seiteneinsteiger*innen durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Aachen beraten.
83 Schüler*innen haben bereits einen Schulplatz erhalten. Durch die täglichen Beratungen und die zum Teil vollen Klassen speziell im 1. und 2. Schuljahr, sowie in fast allen Schuljahren der Sek I-Schulen gibt es aber immer wieder zeitweise unversorgte Schüler*innen:
Altersbereich | mit Schulplatz versorgt | schulisch unversorgt |
Primar (6 - 10 Jahre) | 28 | 3 |
Sek I (10 - 16 Jahre) | 42 | 8 |
Sek II ( 16 – 18 Jahre) | 13 | 0 |
Gesamt | 83 | 11 |
Nationalitäten:
Die Seiteneinsteiger*innen kommen aus 30 unterschiedlichen Nationen.
Hauptherkunftsländer sind in diesem Schuljahr aktuell Syrien, Bulgarien, Kroatien, Somalia und Deutsche, die in Deutschland geboren wurden, aber im Ausland aufgewachsen sind.
Sek I/II-Bereich - Vorbereitungsklassen und Internationale Förderklassen:
Aktuell gibt es innerhalb der Stadt Aachen 30 Klassen an 16 verschiedenen weiterführenden Schulen.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.
Abstimmungsergebnis
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 95662
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=95662
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2019-10-09 FB 56_0314_WP17 Bericht des Kommunal SAO.pdf
7.11.2024
305.0 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 5
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Schulausschusses
- Gremium
- Schulausschuss
- Datum
- Di., 12.11.2019
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 11:49