Unterstützung der integrativen Jugendcamps des Fördervereins ´Integration durch Sport´ aus Stiftungsmitteln
FB 56/0322/WP17 · Entscheidungsvorlage
Beratung
Ratsfrau U. Brammertz nimmt als Mitglied des Fördervereins nicht an der Beratung teil.
Herr Frankenberger merkt an, dass auf Seite 12 der Vorlage die Worte „zukünftig“ und „nachhaltig“ aufgrund der Art der Zuwendung – nämlich aus Stiftungsmitteln - gestrichen werden müssen.
Frau L. Brammertz (pädagogische Leitung) und Herr Mayer (sportliche Leitung) stellen die Arbeit der integrativen Jugendcamps mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation (Anlage 1) vor.
Herr Deloie lobt das imponierende Konzept, das für gelebte Inklusion steht. Er erkundigt sich, wie das Anmeldeverfahren für die Camps ist.
Herr Deumens teilt mit, dass die Fraktion Die Linke die Arbeit sehr schätzt und erkundigt sich, warum der LVR sich z. T. aus der Finanzierung herausgezogen hat. Kritisch sieht er, dass die NATO Airbase als Kooperationspartner beteiligt ist. So würden Jugendliche auf spielerische Weise mit den Themen Krieg und Militär konfrontiert.
Herr Müller erwähnt, dass er vor 14 Jahren selbst als Besucher an einem der Camps teilgenommen hat. Er fände es begrüßenswert, wenn zukünftig eine Quelle für eine dauerhafte Finanzierung gefunden werden könnte.
Frau Seufert betont, dass das Projekt dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und daher sehr wichtig ist. Sie möchte wissen, mit welcher Begründung der LVR z. T. aus der Förderung ausgestiegen ist.
Herr Hansen spricht das Lob der FDP-Fraktion für das Projekt aus. Auch ihn interessiert das Anmeldeverfahren und die Auswahl der Teilnehmenden.
Frau Höller-Radtke bittet Frau L. Brammertz um Beantwortung der Fragen zum Auswahl- und Anmeldeverfahren, zur Kooperation mit der NATO und der teilweisen Einstellung der LVR-Förderung.
Frau L. Brammertz erläutert, dass beide Camps zusammen ca. 200 Plätze anbieten und diese insofern auskömmlich sind, als dass bisher jeder Interessierte an mindestens einem Camp teilnehmen konnte. Die Veranstaltung werde auf unterschiedlichen Kanälen beworben, u. a. auch durch Ansprache über das Jugendamt der StädteRegion und die städtischen Streetworker.
Die NATO Airbase sei seit Jahren Kooperationspartner, es finde jedoch keine Gewaltverherrlichung statt. Stattdessen werden den Teilnehmenden Angebote unterbreitet (z. B. Besichtigung der Flugzeuge und der Hundeschule), die einen deutlichen Mehrwert für das Projekt darstellen.
Die geringere Finanzierung durch den LVR erfolgt lt. Einschätzung von Frau L. Brammertz mit der Begründung, dass es zwei zu ähnliche Veranstaltungen sind, für die eine Unterstützung beantragt wird. Sie wünscht sich eine Regelförderung des Projekts.
Frau Scheidt richtet die Bitte an die Verwaltung, ob nicht im nächsten Jahr eine Verstetigung der Finanzierung durch den Kinder- und Jugend-Bereich möglich wäre. Herr Frankenberger nimmt die Bitte auf und wird mit dem Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Schule darüber Rücksprache halten.
Frau U. Brammertz nimmt ebenfalls nicht an der Abstimmung teil.
Der Beschluss erfolgt einstimmig.
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt die Unterstützung der integrativen Jugendcamps des Fördervereins „Integration durch Sport“ aus Stiftungsmitteln.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Der Aachener Förderverein „Integration durch Sport“ bittet um eine finanzielle Unterstützung der integrativen Jugendcamps in Höhe von insgesamt 20.000,00 Euro. Das Landesjugendamt im Landschaftsverband Rheinland hat dem Verein mitgeteilt, dass er zukünftig nur noch eine von zwei – für die Teilnehmenden stets kostenlose – Ferienfreizeit bezuschussen wird. Hierdurch ist eine Finanzierungslücke entstanden, die nun geschlossen werden muss, um das integrative Angebot aufrechterhalten zu können.
Das Inklusionsprojekt ist bislang einmalig in Deutschland und wird im kommenden Jahr bereits zum 15. Mal durchgeführt. Jugendliche mit und ohne Behinderung jeglicher Art, mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund aus allen gesellschaftlichen Schichten begegnen sich hier auf Augenhöhe. Sie teilen ihre Begeisterung für Sport, Spiel und Spaß in diesen verbindenden Jugendcamps.
Seit 2006 verbringen einmal im Jahr über 100 Jugendliche aus der StädteRegion Aachen im Frühsommer direkt zu Ferienbeginn fünf Tage am Flugplatz Merzbrück. Die Gruppe besteht aus Mädchen und Jungen ab 14 Jahre mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund sowie Fluchterfahrung.
Die Teilnahme ist für alle Jugendlichen kostenlos. Bevorzugt werden immer Teilnehmende, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen und sozialen Brennpunkten der beteiligten Kommunen stammen. Es gibt nur ein einziges Teilnahmekriterium, bezogen auf das Alter (14 Jahre).
In den integrativen Jugendcamps werden diverse, einander ergänzende Integrations- und Inklusionsgrundsätze verfolgt:
-Zum einem werden Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammengeführt. Berührungsängste werden so überwunden, da Vorbehalte durch gemeinsame Aktivitäten nachhaltig aufgebrochen werden können.
-Zum anderen werden Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund aus der gesamten Region zusammengebracht. Das gemeinsame Erlebnis „Segelfliegen“ lässt die Teilnehmenden schnell zu einer homogenen Gruppe zusammenwachsen.
-Des Weiteren sind Jugendliche aller Schulformen an dieser Veranstaltung beteiligt: Förder-, Haupt-, Real-, Gesamtschüler*innen sowie Gymnasiasten*innen und Berufsschüler*innen. Soziale Unterschiede sind im Camp nicht mehr erkennbar, da die Teilnahme – bislang – für alle Jugendlichen kostenfrei angeboten werden kann.
Seit 2011 gibt es ein weiteres Camp in den Sommerferien. Hier verbringen einmal im Jahr bis zu 100 Jugendliche aus der StädteRegion Aachen gemeinsam fünf Tage und Nächte in Woffelsbach am Rursee.
Das Abenteuer Segelfliegen oder Segeln und jede Menge gemeinsame Aktivitäten lassen sehr schnell interkulturelle Freundschaften wachsen, die über das Camp hinaus selbst grenzüberschreitend anhalten. Die durchweg positiven Erfahrungen tragen die Teilnehmenden alle nachhaltig zurück in ihre Einrichtungen, in ihre Schulen, Vereine und in ihre Familien.
Innerhalb der letzten Jahre wurde zudem die Erfahrung gemacht, dass viele der ehemaligen Teilnehmenden gerne als Betreuende zurückkommen. Sie haben zwischenzeitlich einen Trainer*innen-Schein absolviert, eine Juleica- Ausbildung gemacht oder haben ein Studium der Sozialen Arbeit oder des Lehramtes aufgenommen. Diese Nachhaltigkeit ist ein Gewinn und eine Bereicherung für die gesellschaftliche Gemeinschaft.
Um das beschriebene Angebot zukünftig und nachhaltig fortführen zu können, schlägt die Verwaltung zur Schließung der entstandenen Finanzlücke eine Unterstützung aus Mitteln der „Josef und Maria Rummeny-Stiftung“ in Höhe von 20.000,00 Euro vor.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Finanzielle Bezuschussung aus Mitteln der „Josef und Maria Rummeny-Stiftung“ in Höhe von 20.000,00 Euro.
Weitere Dokumente (1)
Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.
Technische Details
ID: 96306
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=96306
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2019-11-13 FB 56_0322_WP17 Unterstuetzung der in SAO.pdf
7.11.2024
2.2 MB
Metadaten
- TOP
- Ö 4
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie
- Gremium
- Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
- Datum
- Do., 05.12.2019
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Entscheidungsvorlage
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Entscheidungsvorlage
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 18.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 18. Februar 2026 um 12:05
Beschlussdokument
Sammeldokument öffentlich
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