10. Dezember 2019 um 17:03, Sitzungssaal im Fachbereich Umwelt
TOP 4Öffentlich

FLIP – Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte WiesenweltenGemeinsamer Tagesordnungsantrag der Fraktionen von CDU und SPD im Rat der Stadt Aachen zur Vorstellung des Projektes vom 30.09.2019

FB 36/0423/WP17 · Kenntnisnahme

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Beratungsergebnis:zur Kenntnis genommen

Beratung

Frau Dr. Roß-Nickoll vom Institut für Umweltforschung berichtet über das Projekt „FLIP – Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten“ anhand einiger Folien, die dieser Niederschrift als Anlage beigefügt sind.

Herr Stettner (Grüne) begrüße das Projekt. Besonders die gemeinsame Arbeit aller Akteure an diesem Thema sehe er als sehr wichtig an. Er schlage vor, dieses Projekt nicht nur als reines Forschungsprojekt zu sehen, und bittet, die Politik (insbesondere den Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz) regelmäßig über Fortschritte im Projekt zu informieren.

Herr Hildmann (Linke) dankt ebenfalls für den Vortrag. Die Problematik müsse in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Er fragt, wann das Projekt genehmigt würde, und wie es zurzeit beworben werde. Hierzu antwortet Frau Dr. Roß-Nickoll, dass sie mit einer Genehmigung Anfang 2020 rechnen würde. Die Bürger seien diesem Thema wohlwollend gegenüber eingestellt und eine eingerichtete Koordinationsstelle wickle alles systematisch ab. Ferner sei die Städteregion Aachen und deren Bildungsbüro involviert.

Herr Szagunn (Piraten) begrüßt das Projekt und reicht diesbezüglich eine Tischvorlage ein, die der Niederschrift beigefügt ist. Er wünsche sich eine Einbeziehung umfangreicher, städtischer Flächen.

Ratsfrau Dr. Wolf (SPD) dankt für den Vortrag und begrüßt das Projekt. Aus ihrer Sicht dürfe es nicht überfrachtet werden und müsse sich mit der Zeit entwickeln.

Frau Kalde (CDU) fragt, wann eine erste Evaluation erfolge und zu welchem Zeitpunkt weitere Flächen hinzugefügt werden könnten. Frau Roß-Nickoll antwortet, die Punkte seien noch abschließend zu klären.

Dr. Brodowski (FDP) dankt für den Vortrag und fragt, wie die 35 Hektar landwirtschaftliche Flächen gewonnen werden konnten. Laut Auskunft von Frau Roß-Nickoll sei dies über einen Öffentlichkeitsaufruf gelungen. Es wäre eine Rückmeldung durch Landwirte erfolgt, obwohl es keine Fördermittel gebe.

Ratsherr Demmer (CDU) dankt ebenfalls im Namen seiner Fraktion für den Vortrag. Er sei zufrieden mit den Inhalten und den gesteckten Zielen. Man dürfe das Projekt nicht überfrachten und die Verwaltung hätte bereits genug Aufgaben. Er würde den Antrag der Piraten daher ablehnen oder in einer späteren Sitzung behandeln.

Herr Wiezorek (FB 36) bestätigt dem Ausschuss, dass weitere Entwicklungen intensiv bearbeitet würden. Die Verwaltung würde nicht den Projektzeitraum von 6 Jahre abwarten und parallel aktiv an dem Thema „Biodiversität“ arbeiten. Weitere Flächen würden intensiv gesucht. Dieses Projekt sei Teil einer Gesamtstrategie.

Ratsherr Neumann (Grüne) wünscht eine konzeptionelle Diskussion über die „eh da“-Flächen.

Herr Wiezorek (FB 36) erläutert dem Ausschuss die vielen Komponenten und die umfangreichen Themenfelder. Das Projekt solle eine Entwicklung aufzeigen und nachhaltig durchgeführt werden. Es müsse unbedingt durch Forschungseinrichtungen begleitet werden. Der aktuelle Handlungsschwerpunkt läge im Außenbereich.

Ratsfrau Lürken (CDU) kann sich vorstellen, die Beschlusserweiterung der Piraten-Fraktion in die nächste Sitzung zu verschieben und dadurch nicht heute den eigentlichen Beschluss aufzuweichen.

Herr Szagunn (Piraten) sieht in seiner Beschlusserweiterung keinen Anstieg der Arbeitsbelastung.

Er zeigt sich jedoch einverstanden, seine Tischvorlage im nächsten Ausschuss zu behandeln. Man dürfe nicht immer nur die Themen vorrangig behandeln, zu denen es staatliche Fördertöpfe gebe.

Ratsfrau Griepentrog (Grüne) erweitert den Beschlussvorschlag um den Auftrag an die Verwaltung, einen jährlichen Sachstandbericht zu geben. Die Verwaltung müsse aktiv nach entsprechenden Flächen im Sinne des Projekts suchen und gegenüber der Politik berichten.

Ratsherr Demmer (CDU) rät der Piratenfraktion, aus der vorliegenden Tischvorlage einen Ratsantrag zu formulieren, um so die richtigen, politischen Gremien erreichen zu können.

Die Ausschussvorsitzende Ratsfrau Griepentrog (Grüne) liest den geänderten Beschlussvorschlag vor und lässt diesen abstimmen:

Beschluss

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis. Sofern das Bundesamt für Naturschutz als Fördergeber den Projektantrag bewilligt, beauftragt er die Verwaltung, während der Projektlaufzeit von sechs Jahren einen jährlichen Sachstandbericht zum Fortgang des Projektes dem Ausschuss vorzustellen und weitere städtische (nutzbare) Flächen zu finden.

Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

Sofern das Bundesamt für Naturschutz als Fördergeber den Projektantrag bewilligt, beauftragt er die Verwaltung, während der Projektlaufzeit von 6 Jahren einen jährlichen Sachstandbericht zum Fortgang des Projektes dem Ausschuss vorzustellen.

Erläuterungen

Erläuterungen:

Bereits in der Vorlage zum Ratsantrag „Biologische Vielfalt in Aachens Agrarlandschaft erhalten“ (Beratung im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 12.02.2019) wurde die Absicht der Verwaltung benannt, sich als Kooperationspartner an dem vom Institut für Umweltforschung der RWTH initiierten Förderantrag im Rah-men des Bundesprogramms Biologische Vielfalt zu beteiligen.

Ziel des auf 6 Jahre angelegten Projektes ist es, Grünflächen ökologisch und nachhaltig mit einer standort-gerechten arten- und blütenreichen Vegetation als Lebensgrundlage für Spinnen- und Insektenarten zu ent-wickeln und das hohe Potential dieser heutzutage zumeist verarmten Flächen aufzuzeigen. Zielflächen sind hierbei sowohl Wegeraine in der Agrarlandschaft als auch stadtnahe und innerstädtische Grünflächen. Ein Forschungsschwerpunkt ist die Etablierung von standortgerechten Wiesenflächen auf der Grundlage von un-terschiedlichen Bewirtschaftungsformen.

Neben einem intensiven ökologischen Monitoring sämtlicher Projektflächen durch das Institut für Umweltfor-schung sind Veranstaltungen zur Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und begleitende Erhebungen zum ge-sellschaftlichen Bewusstsein weitere Bausteine des geplanten Projektes.

Projektpartner sind die RWTH Aachen mit dem Institut für Umweltforschung, Lehrstuhl für Umweltbiologie und -chemodynamik sowie dem Lehrstuhl für Connunicaion Science / Human–Computer Interaction Center (HCIC), die Städteregion Aachen (Umweltamt) und die Stadt Aachen (Aachener Stadtbetrieb und Fachbe-reich Umwelt). Darüber hinaus haben das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, die Biologischen Stationen des Kreises Düren und der Städteregion Aachen, das Bischhöfliche Generalvikariat, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, der Dreiländerpark, die niederländische Verenigung Natuurmonumenten, der Kreisimkerverband Aachen und mehrere (Bio-) Landwirte aus der Aachener Region ihre Bereitschaft bekun-det, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Die Projektskizze wurde im Januar 2019 unter dem Titel FLIP – Förderung der Lebensqualität von In-sekten und Menschen durch perfekte Wiesenweltenbeim Bundesamt für Naturschutz (BfN) als Förder-geber eingereicht. Im Mai 2019 wurde der Projektantrag vom BfN als förderwürdig eingestuft und die Projekt-teilnehmer aufgefordert im November 2019 einen detailliert ausgearbeiteten Projektplan einzureichen.

Der Finanzrahmen des Projektes beläuft sich auf insgesamt ca. 2,5 Millionen Euro (Förderquote 75 %). Auf die geplanten städtischen Maßnahmen entfallen hiervon ca. 630.000,- Euro (Aachener Stadtbetrieb ca. 400.000,- Euro, Fachbereich Umwelt ca. 230.000,- Euro). Die Förderung der städtischen Maßnahmen beläuft sich damit auf insgesamt 472.500,- € und einem auf die Stadt Aachen entfallenden Eigenanteil von 157.500,- € (da sich der Projektantrag zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung noch in Bearbeitung befand, sind etwaige Änderungen des Finanzbudgets möglich). Im Rahmen des Projektes wird der Aachener Stadt-betrieb 37 bislang konventionell gepflegte Flächen an 25 Standorten mit einer Gesamtfläche von 9,22 ha in blütenreiche Wiesen umwandeln und bewirtschaften. Die Projektarbeit des Fachbereichs Umwelt wird sich in erster Linie auf die fachliche Begleitung und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung bezie-hen.

Die Projektkoordinatorin, Frau Dr. Martina Roß-Nickoll vom Institut für Umweltforschung, ist der Einladung gerne gefolgt und wird das Gemeinschaftsprojekt der genannten Partner am 10.12.2019 im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz ausführlich vorstellen.

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

2020

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

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Auszahlungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2020

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

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0

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Personal-/

Sachaufwand

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Abschreibungen

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Ergebnis

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+ Verbesserung /

- Verschlechterung

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Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

* Der detaillierte Projektantrag wird im November 2019 beim Bundesamt für Naturschutz als Fördergeber eingereicht. Erst nach einer etwaigen Bewilligung von Fördergeldern lassen sich die mit dem Projekt ver-bundenen finanziellen Auswirkungen konkret beziffern.

Nach dem Finanzplan des Projektantrages belaufen sich die Gesamtkosten für die geplanten städtischen Maßnahmen auf insgesamt 630.000,- €. Bei einer Förderquote von 75 % bzw. 472.500,- € verbleibt für die Stadt Aachen ein Eigenanteil von 25 % bzw. 157.500,- €, verteilt auf die Projektlaufzeit von 6 Jahren. Die erforderlichen Mittel stehen im Haushalt zur Verfügung.

Abstimmungsergebnis

Einstimmig angenommen.

Weitere Dokumente (1)

Für einige Anlagen sind keine direkten Download-Links verfügbar (Einschränkung des Ratsinformationssystems). Der Link öffnet die Seite im Ratsinformationssystem – die Anlage ist dort in der Liste zu finden.

004 TOP - Anlage 1
46.2 KB · PDF
Technische Details

Hauptdokument

Sammeldokument öffentlich

2019-11-19 FB 36_0423_WP17 FLIP _ Foerderung der SAO.pdf

7.11.2024

139.9 KB

Metadaten

TOP
Ö 4
Sitzung
öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz
Gremium
Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz
Datum
Di., 10.12.2019
Uhrzeit
17:03
Anlass
Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
Vorlage
Kenntnisnahme
Beratung
öffentlich
Status
gemischt
Vorlageart
Kenntnisnahme
Federführend
FB 36 - Fachbereich Klima und Umwelt
Geändert
18.2.2026
Inhalt abgerufen
18. Februar 2026 um 12:07

Beschlussdokument

Sammeldokument öffentlich

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