Sachstand Fortschreibung Handlungskonzept Wohnen
FB 56/0347/WP17 · Kenntnisnahme
Beratung
Frau Duikers erläutert kurz die Vorlage der Verwaltung.
Für die SPD-Fraktion begrüßt Herr Plum die Fortschreibung des Konzeptes. Das alte Konzept habe gute Impulse und positive Ergebnisse erbracht, so habe sich die Anzahl der Wohneinheiten im öffentlich geförderten Wohnungsbau im letzten Jahr gut entwickelt. Diese Entwicklung müsse man mit der Fortschreibung des Konzeptes weiterführen, dem Verwaltungsvorschlag zum weiteren Vorgehen könne man zustimmen.
Für die Fraktion Die Linke signalisiert Herr Beus ebenfalls Zustimmung zur Vorlage der Verwaltung, weist aber darauf hin, dass immer noch pro Jahr mehr Wohnungen aus der Bindung fielen als neue gebaut würden. Die Verdrängung derjenigen, die auf eine öffentlich geförderte Wohnung angewiesen seien, finde bereits statt und werde verstärkt dadurch, dass Fehlbelegungen kaum kontrolliert würden. Das Problem müsse daher aus seiner Sicht umfassend betrachtet werden; zu prüfen seien dabei auch eine Aufstockung des städtischen Wohnungsbestands sowie eigene städtische Bautätigkeit. Ein hoher Anteil am Mietwohnungsmarkt wirke sich in vielerlei Hinsicht positiv aus, es sei allerdings zu befürchten, dass die angespannte Situation mittelfristig nicht wesentlich verbessern werde.
Für die CDU-Fraktion betont Frau Breuer, dass der dringende Handlungsbedarf zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum allen im Ausschuss bekannt sei. Man habe bereits viel auf den Weg gebracht und werde mit der Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen einen weiteren Baustein umsetzen. Auch wenn alle Maßnahmen bislang noch nicht ausreichend seien, so sei auch eine ausschließlich negative Betrachtungsweise nicht hilfreich.
Herr Allemand weist darauf hin, dass es noch zahlreiche unsanierte Altbauten gebe, die günstigen Wohnraum böten. Eine Sanierung führe häufig dazu, dass die Mieten zu hoch für die bisherige Bewohnerschaft werde. Auch dieses Problem müsse in die Betrachtung aufgenommen werden.
Frau Duikers sichert zu, dass die Verwaltung die Anregungen aus der heutigen Beratung mitnehmen und in den geplanten Foren zur Diskussion stellen werde.
Herr Baal legt dar, dass öffentliche Wohnraumförderung noch immer weit überwiegend Neubauförderung sei. Nach 25 Jahren fielen diese Wohneinheiten aus der Bindung, gleichzeitig stünden nur wenige Flächen für Neubauten zur Verfügung, so dass dieses Modell insgesamt nicht mehr funktioniere und man nach anderen Instrumenten suchen müsse. Mit dem Aachener Modell gehe man neue Wege mit bislang guten Ergebnissen, könne jedoch die Fehler der Vergangenheit nicht kurzfristig ausbügeln.
Der Ausschuss fasst den folgenden
Beschluss
Beschlussvorschlag
Beschlussvorschlag:
Der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Planungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Erläuterungen
Erläuterungen:
Mit Beschluss vom 02.07.2019 und 11.07.2019 wurde der Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration vom Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss beauftragt, das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Aachen im Rahmen einer Hochschulkooperation fortzuschreiben. Ein kommunales Handlungskonzept Wohnen ist ein Analyse- und Planungsinstrument, welches dazu dient, lokale Entwicklungsprozesse zu analysieren und auf dieser Basis zukunftsorientierte Strategien und Maßnahmen für den lokalen Wohnungsmarkt zu entwickeln (vgl. MBV NRW). Dabei soll das Handlungskonzept laut Empfehlung des Ministeriums strategisch, kooperativ und umsetzungsorientiert angelegt sein und somit mit einem partizipativen Prozess verknüpft werden. Die lokalen Handlungskonzepte Wohnen verfügen in der Regel über eine Maßnahmenempfehlung und eröffnen u. a. in einigen Bereichen den Förderzugang für Landesmittel.
Aachen ist ein bedeutender Hochschul- und Forschungsstandort, der im Rahmen der Campus-Entwicklung zunehmend von Wachstum geprägt ist. Dies ist für die Stadt Aachen zum einen eine Chance, zum anderen aber auch eine besondere Herausforderung für den Aachener Wohnungsmarkt in Bezug auf das verfügbare Wohnungsangebot, Marktsegmente und Qualitäten.
Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Aachen am 08.12.2010 die auf wissenschaftlicher Grundlage erstellte „Aachen-Strategie-Wohnen“ als integrierte wohnungspolitische Gesamtstrategie verabschiedet. Eine Aktualisierung des Gutachtens mit einer quantitativen und qualitativen Analyse der Wohnungsmarktentwicklung ist Ende 2014 durch das Institut Quaestio erstellt worden (s. Anlage 2) und wurde Anfang 2015 den politischen Gremien vorgestellt.
Seit Erarbeitung der „Aachen-Strategie-Wohnen“ hat die Wohnraumnachfrage in Aachen erheblich zugenommen, so studieren 20.000 Studierende mehr an den Aachener Hochschulen als noch im Jahr 2009, die Bevölkerung ist im selben Zeitraum um 12.500 Personen gewachsen. Eine im Jahr 2018 erfolgte Aktualisierung einer Wohnungsbedarfsprognose des Instituts Quaestio weist bis 2030 einen Neubaubedarf von insgesamt ca. 10.000 Wohneinheiten aus. In Reaktion auf diese Entwicklung wurde eine Vielzahl an wohnungspolitischen Grundsatzbeschlüsse gefasst. Was nun notwendig erscheint, ist die Konkretisierung der wohnungspolitischen Leitziele und die darauf aufbauende systematische Verknüpfung der Themenfelder und Instrumente zu einer integrierten Gesamtstrategie.Im Jahr 2019 wurde vor diesem Hintergrund der Prozess zur Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen eingeleitet, um die Aktivitäten in einer integrierten Gesamtstrategie aufzugreifen. Im Rahmen der ganzheitlichen Betrachtung sollen auch zusätzliche Aspekte und Wechselwirkungen vertieft betrachtet werden (z. B. regionale Effekte, Optimierung der Kommunikationsprozesse, Verknüpfung mit sozialen Fragen). Zudem sind einige Prüfaufträge der Politik (z. B. Ratsantrag zum Thema Dachgeschossausbau und Ratsanfrage zur Schließung von Baulücken) im Rahmen des Prozesses aufzugreifen. Bei der Strategieentwicklung sollen sowohl der Wohnungsbestand als auch der Wohnungsneubau in den Blick genommen werden. Aus der Strategie kann ein Maßnahmenplan entwickelt werden, der zu einer Bündelung und Priorisierung der Ressourcen beiträgt.
Als thematische Eckpunkte der Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen wurden folgende Aktionsfelder identifiziert und politisch beschlossen (s. Sachstandsbericht Juli 2019):
-Bezahlbarer/ öffentlich-geförderter Wohnraum und soziale Wohnraumversorgung
-Qualitätssicherung und –verbesserung im Wohnungsbau/ Ausbau im Bestand
-Sozialgerechte Bodennutzung
-Quartiersbezug als Schwerpunkt des wohnungspolitischen Handelns
-Flächenmobilisierung im Siedlungsbestand und Baulandentwicklung
-regionale und euregionale Wohnraumentwicklung
-Verbesserung der Planungsgrundlagen
-Kommunikation und Koordination
-Bundes- und landesgesetzliche Rahmenvorgaben
Als Querschnittsthemen sollen die Aspekte Nachhaltigkeit, Mobilität, Demographie und Integration in allen Aktionsfeldern betrachtet werden.Zudem hat der Aspekt des Hochschulwachstums und des studentischen Wohnraumbedarfs eine besondere Bedeutung bei der Konzepterstellung.
Als Kooperationspartner für die Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen konnte der Lehrstuhl für Planungstheorie der RWTH Aachen gewonnen werden. Die Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Handlungskonzepts und die gemeinsame Herausgeberschaft wurdenim Dezember 2019 beauftragt. Im nächsten Schritt gilt es nun, in den partizipativen Prozess einzusteigen, externes Know How einzubeziehen und die Diskussion für die Stadtgesellschaft und wichtige Multiplikatoren zu öffnen.Die Einbindung der Fachpolitik und dem regelmäßigen Bericht in den politischen Gremien kommt zudem eine besondere Rolle zu.
Im März 2020 ist eine öffentliche Kick-off Veranstaltung als Auftakt geplant, bei dem Grundlagen über die Zusammenhänge im Aachener Wohnungsmarkt erläutert werden, über gesamtstädtische Zielvorstellungen diskutiert wird und Stärken und Schwächen in Bezug auf die einzelnen Aktionsfelder thematisiert werden. Zwischen April und November 2020 werden die Aktionsfelder in fünf Fachforen zu folgenden Schwerpunktthemen erarbeitet:
-Soziale Wohnraumversorgung
-Hochschulwachstum und studentischer Wohnraumbedarf
-Qualität und Quartier
-Baulandentwicklung
-Regionale und Euregionale Wohnraumentwicklung
Erste Erkenntnisse werden Ende 2020 in einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Die Foren werden in Facharbeitsgruppen des Fachbereiches Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, des Immobilienmanagements und des Fachbereiches Wohnen, Soziales und Integration inhaltlich strukturiert und vorbereitet.
Bis zum Sommer 2021 werdenfachbereichsübergreifend Handlungsempfehlungen abgeleitet und auf Basis der gewonnenen Ideen und Impulse das Handlungskonzept Wohnen fortgeschrieben. Das Handlungskonzept Wohnen (inkl. Maßnahmenempfehlung) soll nach der Sommerpause 2021 politisch beschlossen werden. In den zuständigen Ausschüssen wird durch die Verwaltung regelmäßig über den Sachstand berichtet.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
JA | NEIN | ||
x |
Investive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Gesamtbedarf (alt) | Gesamtbedarf (neu) | |
Einzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Auszahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
konsumtive Auswirkungen | Ansatz 20xx | Fortgeschriebener Ansatz 20xx | Ansatz 20xx ff. | Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff. | Folgekosten (alt) | Folgekosten (neu) | |
Ertrag | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Personal-/ Sachaufwand | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Abschreibungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
+ Verbesserung / - Verschlechterung | 0 | 0 | |||||
Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden | ||||||
Es ergeben sich keine finanziellen Auswirkungen.
Abstimmungsergebnis
Technische Details
ID: 97317
OParl URL:http://ratsinfo.aachen.de/public/oparl/agendaItems?id=97317
Hauptdokument
Sammeldokument öffentlich
2020-01-14 FB 56_0347_WP17 Sachstand Fortschrei SAO.pdf
7.11.2024
98.6 KB
Metadaten
- TOP
- Ö 7
- Sitzung
- öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Planungsausschusses
- Gremium
- Planungsausschuss
- Datum
- Do., 06.02.2020
- Uhrzeit
- 17:00
- Anlass
- Öffentliche/Nichtöffentliche Sitzung
- Vorlage
- Kenntnisnahme
- Beratung
- öffentlich
- Status
- gemischt
- Vorlageart
- Kenntnisnahme
- Federführend
- FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
- Geändert
- 17.2.2026
- Inhalt abgerufen
- 17. Februar 2026 um 22:13